Heft 5 - Gedanken und Überlegungen

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Heft 5

Das Kreuz
spricht
die
Sprache
der
Liebe

Vorwort

Hier gebe. Ich dir wiederum ein kleines Geschenk für dein geistliches Leben. Willst du es gebrauchen, um Mich zu erreichen? Ich steige zu dir herab und gebe dir die Hand.
Mir genügt dein guter Wille und nach und nach wirst du bis hinauf zu den Sternen gelangen.
Lies aufmerksam, mit Glaube und Liebe, das übrige mache Ich.
Ich segne den, der Mir hilft und Mir nachfolgt.
Ich bin Jesus der Barmherzigkeit.

Herausgegeben vom Zönakel der göttlichen Liebe und Barmherzigkeit in Mailand (Cenacolo deI Divino Amore Misericordioso).

Heilige Maria,
Mutter Gottes und
unsere Mutter,
bitte für uns!

Die Traurigkeit
11. Mai 1968
Meine geliebte Tochter, ängstige dich nicht über allzuviele Dinge. Nimm das Leben mit Frohmut, denn wenn du dich über jede Kleinigkeit so sehr grämst, was wird aus dir, wenn das Kreuz schwerer wird?
Verzage nicht wegen jeder Bagatelle. Sei froher. Strenge dich an, dich selbst zu überwinden, indem du dir Mut machst. Wie kannst du andern helfen und sie ermutigen (denn dies ist deine Mission), wenn du selbst traurig und niedergeschlagen bist?
Mögen in deinem Herzen immer die Freude und der Friede sein, als untrügliche Zeichen, dass du im Frieden mit Gott und den Menschen lebst.
Liebe die Eintracht mit allen und sei bereit, deine Liebhabereien zu opfern, die Meinungen der andern zu achten, Demütigungen und Bosheiten zu ertragen, wenn nur der Friede erhalten bleibt.

Drücke ein Auge zu

Besiege das Böse mit dem Guten. Drücke ein Auge zu, vergiss schnell jede Beleidigung, stelle den Frieden wieder her, denn so macht es der Herr, und Er will, dass ihr alle Ihn nachahmt.
Die Traurigkeit kommt gewöhnlich nicht von Gott, sondern vom Bösen, der sich ihrer bedient, um dich vom Guten und vom Gebet abzulenken. Dadurch fehlt dir jener Enthusiasmus, durch den du den Gefahren entgegentreten kannst, um höhere Ziele zu erreichen.
Sei frohen Mutes. Abgeklärt in deinen Gedanken, richte sie auf Höheres.
Halte dich nicht auf mit dem Betrachten der negativen Seiten jener Personen, mit denen du lebst oder denen du begegnest, sondern strenge dich an, in ihnen alles, was gut ist, zu entdecken. Alle haben irgendeine Tugend. Es wird dir so leichter sein, alle zu lieben.
Wenn du jemanden ermahnen musst wegen seiner Fehler, weil du dazu die Autorität hast, mache es mit Güte und Taktgefühl. Lasse dich nicht hinreissen von Abneigung, Zorn oder falschem Eifer, denn Ich versichere dir, du würdest daraus keinen Nutzen ziehen, weder für die andern, noch für dich.
Wer sich hart zurechtgewiesen fühlt, ist wenig bereit, sich zu bessern. Und in' dich wird, nachdem du deinem Zorn Luft gemacht hast, Traurigkeit einkehren, weil du merkst, dass du nicht Herr deiner selbst gewesen bist; und so bleibst du entmutigt, da du dich im Unrecht fühlst.

Du wirst Mitleid empfinden

Sei nachsichtig, mehr mit den andern als mit dir selbst. Schau doch, wie geschickt du es verstehst, deine Fehler zu verdecken! Mach es auch so mit den andem. Es ist wahr, dass euch eure Fehler oft verborgen sind, während ihr jene der andern so leicht aufspürt; und dies ist natürlich; aber wenn du wachsam bist über dich selbst, wirst du auch deine schwachen und fehlerhaften Seiten leichter entdecken, und du wirst mit den andem Nachsicht haben.
Es scheint euch bisweilen, dass ihr gut seid, aber wenn ihr eure Güte mit der Güte Gottes und jener von gewissen Heiligen vergleicht, die euer Leben gelebt haben, seht ihr, welch weiten Weg ihr noch gehen müsst.
Es ist euch nicht verboten zu weinen; auch Ich habe geweint während Meines sterblichen Lebens. Ich weinte über die Ruinen Jerusalems, wie Ich jetzt über Meine Kirche weine und ihre Diener, die ihren Beruf und ihren Auftrag zu oft verraten. Ich weinte über den Tod des Lazarus, wie Ich über viele Sünder weine, die Meinem wiederholten Rufen-gegenüber taub sind.
Ich weinte am Ölberg, da Ich die Nutzlosigkeit Meiner Leiden für viele Seelen sah, und Ich weinte blutige Tränen, die aus dem ganzen Körper drangen. Du darfst auch weinen, deine Tränen mögen gesegnet sein.
Weine über deine Sünden und über jene der ganzen Welt; mögen deine Tränen sühnende und reinigende Wirkung haben! Vereinige sie mit den Meinen und mit jenen Meiner heiligen Mutter. Mögen sie den Arm der göttlichen Gerechtigkeit zurückhalten. Weine, aber weine Tränen des Schmerzes und nicht der Verzweiflung. Mögen sie deinen Schmerz lindern und nicht Auflehnung gegen den Willen Gottes bedeuten.

Das Leiden der andern

Weine auch für jene, die nicht weinen, weil sie gar kein Bedauern empfinden, Gott beleidigt zu haben und deshalb, nur mit dem eigenen Ich beschäftigt, ihr Leben zubringen. Nimm teil am Schmerz der andern. Weine mit jenen, die weinen. So kannst du am besten die unter der Schwere des Kreuzes verzagten Seelen trösten.
Meine liebe Mutter hatte unter dem Kreuze, an welchem Ich angenagelt war, nicht den Trost der Tränen, damit ihr Schmerz zum Vorteil aller Menschen um so intensiver wäre; jetzt aber weint sie oft, wenn sie da und dort erscheint. Sie will damit alle zur Reue und zum Nachdenken einladen.
Leider staunt man nur zu oft über das Wunder, ohne den Grund zu suchen; man ist zu oberflächlich. Wenn die Mutter weint, ist es Pflicht der Kinder, sie zu trösten und die Ursache ihrer Schmerzen zu suchen.
Mache es wenigstens du, Meine Tochter, macht es ihr alle; der Trost, den ihr der himmlischen Mutter geben werdet, wird euch durch viele geistliche Freuden und Gnaden zurückbezahlt werden.

Die Söhne in der Ferne
12. Mai 1968
Meine geliebte Tochter, höre auf den Schmerzensschrei, der in dein Herz dringt und um Trost und Hilfe fleht. Sei diesem Flehen gegenüber nicht taub und gib denen, die dich flehentlich bitten, die ersehnte Hilfe.
Ich beabsichtige, mit dir über jene Seelen zu sprechen, die fern von Mir leben durch die Sünde, oder die bereits in die Ewigkeit hinübergegangen, noch nicht ganz rein sind, und deshalb am Reinigungsort nach Befreiung seufzen, um in das Reich der Auserwählten eingehen zu können.
Wenn deine Nächstenliebe alle umfassen muss, darfst du gewiss weder die einen noch die anderen vergessen, in der vollen Gewissheit, Mir wohlgefällig zu sein und eine Pflicht zu erfüllen, was dir mit der eigenen Rettung belohnt werden wird.
Du weisst, zu welch hohem Preis Ich die Rettung der Seelen bezahlt habe. Deshalb kannst du verstehen, wie sehr Ich sie liebe und wie sehr Ich wünsche, sie alle bei Mir zu haben. Nun gut, alles, was du machst, um Mich ihnen näher zu bringen oder um sie zu Mir zu führen, ist von Meinem Segen begleitet und Mir wohlgefällig.
Denke an jene Mutter, die einen Sohn in der Ferne hat und sich darnach sehnt, ihn wiederzusehen, obschon er verschollen ist und nun findet sie jemanden, der sich der Sache annimmt und den Sohn zur Heimkehr bewegen kann. Denke an die Freude des Wiedersehens und an die Dankbarkeit dieser Mutter. Wohlan~ hier hast du ein blasses Bild der unermesslichen Freude, die du Meinem Herzen gibst, wenn du mit deinen Gebeten, mit deiner Liebe und mit deinen Opfern zur Rettung der Kinder, die noch fern sind, beiträgst.

Die Sünder

Erinnerst du dich der Auferweckung des Lazarus? Martha und Maria führten Mich an sein Grab. Seit 4 Tagen war er begraben und seinem Leichnam entströmte schon ein starker Geruch. Aber aus Liebe, die Ich zu ihm hegte, und gerührt durch die Gebete und Tränen seiner Schwestern, Meiner Freundinnen, erweckte Ich ihn wieder von den Toten auf.
Mache es auch du so. Führe Mich geistiger weise an das Grab der Sünder. Wer in der Sünde lebt, ist der Gnade gegenüber tot; er liegt gleichsam in einem Grab. Bringe Mich mit deinen Fürbitten, mit deiner Liebe zu ihnen. Übe die Tugenden, die ihren Sünden entgegengesetzt sind, und du wirst Mich zwingen das gleiche Wunder zu wirken, das Meinem Freund Lazarus das Leben wieder gab.
Erinnerst du dich des Gleichnisses vom Guten Hirten, der auf der Suche nach dem verlorenen Schaf jedes Hindernis überwindet, keine Mühe scheut, sich Hände und' Füsse blutig schindet, und wenn Er es wieder findet, es auf die Schultern nimmt und es voll Freude in den Schafstall trägt. So, gerade so laufe Ich und folge den Seelen nach, die sich von Mir entfernen, und Ich habe keine Ruhe, solange es Mir nicht gelingt, sie an Mein Herz zu drücken.
Du verstehst nun wohl, wie gross Meine Dankbarkeit jenen gegenüber ist, die Mir helfen bei dieser schwierigen und oft undankbaren Arbeit. Wenn du Mich liebst und Meine Wünsche verstehst und sie erfüllen möchtest, musst du Mir helfen, Die Seelen rette Ich, das versteht sich; du aber wirst Mir dazu die Hand reichen. Du wirst für jene beten, die nicht beten, du wirst lieben für jene, die nicht lieben, und mit deinen freiwilligen Opfern und Leiden wirst du Mir helfen, die Erlösung für sie wirksam werden zu lassen.
Wenn du ausserdem wünschest oder Gelegenheit hast, mit dem Wort die Fernstehenden zu ermahnen, tue es gerne, vorausgesetzt, dass du es immer mit grosser Güte und Liebe machst, indem du die Freiheit der andern achtest. Rufe Mich jedoch an, bevor du irgend ein Werk des Apostolates in dieser Form unternimmst, damit Ich selbst durch dich spreche und dein Wort wirksam sei.

Die armen Seelen

Nicht weniger angenehm sind Meinem Herzen die Gebete und die Opfer für die armen Seelen. Sie leiden bittere Qualen, die sie nicht zu unterbrechen wünschen, ohne das Werk ihrer Reinigung erfüllt zu wissen. Der Wunsch und die Hoffnung auf das Paradies sind jedoch sehr gross in ihnen; und noch unendlich grösser ist Mein Wunsch, sie ewig mit Mir zu vereinigen. Diese Vereinigung zu beschleunigen und diese Seelen in die Herrlichkeit des Himmels eingehen zu lassen, steht in deiner Macht.
Es zeugt von Glaubensgeist, wenn ihr zu den armen Seelen betet und euch an sie wendet, um ihre Hilfe zu erlangen hier auf Erden. Und es ist Mir so wohlgefällig, dass Ich Wunder wirke durch diese Seelen. Obwohl sie nicht für sich selbst beten können, haben sie die Macht, denen zu helfen, die Zuflucht zu ihnen nehmen.
Dieser doppelte Beweggrund: - ihre Befreiung und euer Wohl - müssen euch dazu drängen, diese Liebestat, die Meinem Herzen so wohlgefällig ist, zu erfüllen.
Lass dich das «dich-aufopfern» für die Fernestehenden nicht gereuen, was auch immer der Grund des Fernsteins sei; du könntest dich in Not befinden, und bedenke wohl: es wird dir mit dem gleichen Masse gemessen werden, welches du für die anderen gebraucht hast.

Jene, die Gott ferne sind
13.Mai 1968
Meine geliebte Tochter, schenke jenen einen Blick, die Opfer des Irrtums und der Ungläubigkeit und aus diesem Grund fern von Mir sind. Deine Nächstenliebe erstrecke sich auch auf sie, damit das Licht des Heiligen Geistes sie erreiche, sie ihren Irrtum einsehen und den Weg der Rettung finden.
Mögen die ersten - die Irrenden - das Licht der Wahrheit finden und die andern - die Heiden - den wahren Gott und Mich erkennen, der Ich gesandt wurde, damit alle gerettet werden. Es gibt also eine doppelte Kategorie von Personen, die Ich deinen Gebeten empfehle.

Die Irrenden

Die erste Kategorie umfasst jene, die den Glauben verloren haben, irregeleitet von falschen Lehren und abwegigen Philosophien, und jene, die sich, dem Zeitgeist folgend, atheistisch erklären, um nach Gutfinden jede Ruchlosigkeit begehen zu können, und schliesslich jene, die in Ländern aufgewachsen sind, wo man systematisch die Existenz Gottes verneint, weil man Ihn nicht sieht; diese letzteren sind deshalb Irrende ohrie ihre Schuld.
Wenn das Laster oder die Nachlässigkeit, die Bosheit oder die Ungewissheit den Menschen dazu führen, sich von Mir zu entfernen, kannst du dir vorstellen, dass der Schaden ganz auf seiner Seite ist. Ganz richtig sagte Petrus: «Wo werden wir hingehen ohne Dich? Denn Du allein hast Worte des ewigen Lebens.» Und es ist wirklich so. Wer glaubt, wird gerettet werden; wer an Mich glaubt, wird nicht sterben, sondern leben in Ewigkeit.
Trachte diesen Glauben immer lebendig in dir zu erhalten und bete für jene, die ihn verloren haben. Bitte den Geist des Herrn, dass Er die Binden löse und wegnehme, die ihre Augen verdecken, damit sie das Licht sehen.
Hilf Mir, soweit es dir möglich ist, die Wahrheit zu verbreiten, weil zuviele, auch unter jenen, die sich Christen nennen und sogar praktizieren, es an Glauben fehlen lassen; sie verlieren den Mut bei der ersten Prüfung und sofort fehlt ihnen das Vertrauen, die Hoffnung und damit der Friede.

Die Heidenvölker

Die zweite Kategorie umfasst jene, d'ie falsche Gottheiten anbeten und nicht den wahren Gott. Sie leben, nicht durch ihre Schuld, im Aberglauben und im Irrtum, da sie die Wahrheit nicht kennen.
Ich wünsche allen zu helfen und alle in Meinen Schafstall zu führen, auch wenn nicht gesagt ist, dass alle diese Seelen verdammt werden, denn wer im guten Glauben in seiner Religion lebt und jenem natürlichen Gesetze folgend, das Gott allen ins Herz gelegt hat, kann sich retten.
Wenn es jedoch für euch schwierig ist, die Gebote und die Vorschriften zu befolgen, für euch, die ihr von Meiner Kirche geführt seid und in ihr die Mittel der Heiligkeit und der Rettung findet, wieviel schwieriger wird es für sie sein!

Die Missionare

Hilf den Missionaren, die in ferne Länder gehen, um Mein Evangelium zu verkünden, auf jede dir mögliche Art und Weise. Sie verlassen die Heimat, beseelt von grossem Eifer und gutem Willen; aber sie nehmen mit sich auch ihr Herz und ihre menschliche Natur, und oft fühlen sie sich erdrückt unter dem Gewicht des Kreuzes, und es fehlt ihnen der Mut zum Weitergehen.
Sie sehen im Geiste alles wieder, was sie verlassen haben; sie hören die Stimmen der lieben Eltern wieder und der fernen Freunde. Vielleicht verursacht Krankheit oder Unterschied des Klimas und der Gewohnheiten, Mangel an Nahrung und Ruhe, eine grosse Traurigkeit in ihren Herzen.

Damit sie sich nicht einsam fühlen

Helft ihnen mit euern Opfern und mit euern Gebeten. Sorgt dafür, dass sie sich nicht einsam fühlen. Ihr feiert sie, wenn sie verreisen und wenn sie zurückkommen. Vergesst sie aber nicht, wenn sie ferne sind! Sie sind Meine Engel, die der neuen Lehre den Weg bereiten; sie sind die Sämänner des guten Samens in vielleicht undankbare und unfruchtbare Erde. Helft ihnen, das Erdreich aufzuweichen.
Helft ihnen auch mit materiellen Mitteln. Ich vergelte hundertfach die Gaben, die ihr diesen Meinen heldenhaften Lieblingssöhnen gebt. Und betet, damit sie als Meine Abgesandten gut aufgenommen werden von den Völkern, unter denen oft der Satan sein Reich errichtet hat. Der Kampf gegen den Satan ist nervenaufreibend, weil er mit Lug und Trug zu Werke geht und scheinbar erstaunliche Dinge bewirken kann. Der Missionar muss gegen den Satan kämpfen, bevor es ihm gelingt, der Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen; dabei sind die Schwierigkeiten enorm gross.
Nichts ist jedoch bei Gott unmöglich. Mit Hilfe eures Gebetes und eurer Unterstützung erreicht man diese Seelen. Noch einmal flehe Ich euch an, helft Mir. Seid alle Missionare des Heiles!
Das Licht der Wahrheit muss alle Menschen erleuchten, die im Dunkeln tappen. Ich bin das Licht, weil Ich die Wahrheit bin. Selig, wer Mich aufnimmt! Selig, wer das Geschenk des Glaubens hütet, denn er ist der Leuchtturm, der den Weg zum Hafen weist; er ist der Anker, der zur Rettung hilft; er ist die Barke, die ruhig auf dem stürmischen Meer des Lebens fährt.
Die Kinder der Finsternis sind schlauer als die Kinder des Lichts. Seht das Schlechte, wie es sich leicht ausbreitet. Wie viele Opfer bringen die Bösen, um es zu verbreiten!
Mit der gleichen Hartnäckigkeit, mit der sie sich gegen Gott erheben und den Hass verbreiten, werft euch in die Arme Gottes und ihr erlangt mit Liebe von Gott alles, was ihr den fernen und im Dunkeln irrenden Brüdern schenken müsst.
Lasse dich deshalb mit einem heiligen Eifer und Fleiss erfüllen. Vergiss deine kleinen Kreuze, deine persönlichen Interessen, um die Interessen Meines Vaters zu den deinen zu machen. Wie sehr wünscht der Vater, dass die Welt eine grosse Einheit bilde und in Ihm eines Herzens und eines Geistes sei!

Das Kreuz
14.Mai 1968
Meine geliebte Tochter, höre auf Mich. Weise das Kreuz nie zurück, von welcher Seite es auch komme, denn Ich. bin es immer, der es dir sendet oder erlaubt und wünscht, dass andere es dir aufbürden. Ist dir im Evangelium nicht gesagt worden: «Wer Mir nachfolgen will, verleugne sich selbst, nehme das Kreuz auf sich und folge Mir nach»?
Verstehst du das? Kreuztragen ist die unentbehrliche Bedingung, um Mir nachzufolgen. Es ist dir auch gesagt worden: «Mein Joch ist sanft und Meine Bürde ist leicht.»
So ist es; aber die Tatsache, das Gewicht des Kreuzes mehr oder weniger zu spüren, hängt ab von der Art und Weise, mit welcher du es trägst, von der Liebe, mit welcher du selbst das Kreuz liebst. Wenn du dein Kreuz mit Widerwillen nachschleppst, wird es dir immer unerträglicher werden.
Wenn du es mit Begeisterung umfängst und denkst, dass auch Ich es für dich getragen habe und es mit dir trage, wird es dir nicht nur leichter scheinen, sondern das Kreuz wird dich tragen, so dass du dich von ihm in die Höhe gehoben fühlst, und es wird dir so angenehm sein, zu leiden, dass du nur noch auf dem Kreuze und mit dem Kreuze wirst leben wollen

Die wahre Wissenschaft

Die wahre Wissenschaft besteht nicht im Kennen alles Wissbaren, im Entdecken des Atoms oder der Gesetze, die die Körper oder die Natur lenken; die wahre Wissenschaft ist jene, die, ohne alle diese Dinge zu vernachlässigen - sofern sie der Menschheit Nutzen bringen - zu Jenem hinführt, der über allem steht und der Seine Gebote gegeben und alles nach festen unabänderlichen Prinzipien geordnet hat, die zu entdecken, zu werten und zu verwirklichen Aufgabe ist für jeden Tag des Lebens.
Wenn du dir Mühe nehmen wirst, Meinen Belehrungen zu folgen, wirst du entdecken, welchen Anteil Gott an deinem Leben hat, in welchem Masse und wie sehr Er deine Glückseligkeit wünscht.
Forme deinen Charakter so, dass du das, was jeder Tag mit sich bringt, nicht aus lauter Kreuzen bestehend betrachtest, sondern alles mit Opfergeist annimmst. Es ist dir gesagt worden: Wer dir den Mantel nimmt, dem gib auch den Rock. Dem, der dich auf die linke Wange schlägt, dem reiche auch die rechte hin, und damit wollte Ich dich einladen, die Kreuze, die der Nächste dir auflädt, mit Freuden anzunehmen, nicht nur eben zu tragen suchen, sondern sie, wie Ich es gemacht habe, und wie Ich immer noch die Beleidigungen, die Schmähungen und den Verrat, in einem Wort: die Kreuze, die ihr von neuem auf Meine Schultern legt, ertrage.
Die Welt ist übersät mit Kreuzen, und wenn du sie zerstören wolltest, würdest du die Welt selbst zerstören.
Jedes Individuum, jede Familie hat ihre Sorgen. Ihr dürft keine Egoisten oder Schmarotzer sein, die die Güte und die Grossmut der andern ausnützen. Jeder muss sich der eigenen Pflicht bewusst sein und sich der Aufgabe, die ihm anvertraut worden ist, unterziehen.
Wer jedoch grossmütig, trotz der eigenen Last auch den andern hilft, macht sich grösserer Belohnung würdig. Die gegenseitige Hilfe erleichtert das Kreuz; auch Mir wurde von Simon von Cyrene geholfen, das Kreuz zu tragen. Ihr dürft euch des Kreuzes nicht entledigen, um es auf die Schultern anderer zu werfen, weil das Kreuz, das Gott euch gibt, den Schultern eines jeden angepasst ist.

Erschwert das Kreuz nicht

Beklagt euch nicht fortwährend über Kleinigkeiten, die Zeit und Rat von selbst beheben. Erschwert das Kreuz eures Nächsten nicht. Wenn es bei physischen Krankheiten erlaubt ist und auch Pflicht sein kann, sich an den Arzt zu wenden - das Leben ist ein Geschenk, das ihr hüten müsst - so macht euch das beständige Beobachten, Kontrollieren und Feststellen jedes kleinen Schmerzes, bei andern unerträglich und manchmal lächerlich.
Die Übung der Nächstenliebe ist unerlässlich und dem Vater angenehm; es ist indessen gut, dass sie von beiden Teilen geübt werde, so dass sie gegenseitig ist.
Was die moralischen Leiden betrifft, die oft grösser sind als die körperlichen, so können sie vom Charakter herkommen oder von zu grosser Empfindlichkeit oder von der Tatsache, dass man sich Verantwortungen aufladen will, die es gar nicht gibt. Ihr müsst euch deshalb überwinden und euch anstrengen, das, was fehlerhaft ist, auszumerzen und die Dinge mit mehr Ruhe zu betrachten.
Den grössten Teil der Kreuze, obwohl von Mir zugelassen, zimmern sich die Menschen selbst, während sie diese mit ein wenig gutem Willen vermeiden könnten.

Demütige dich vor Gott

Was die Kreuze anbetrifft, die daher kommen, dass du dich fehlerhaft findest und leicht zu Fall kommst, während du doch auf dem Wege der Tugend schnell vorwärts kommen möchtest, halte dich an folgende Regel: Wünsche die höchsten Gipfel der Heiligkeit zu erreichen und demütige dich jedes Mal, wenn du fällst und rückwärts gehst.
Demütige dich vor Gott, indem du anerkennst, dass du zu nichts taugst. Bitte um Seine Hilfe, um dich wieder zu erheben und weiterzugehen, ohne dich zu entmutigen, aber voll Vertrauen in Meine Barmherzigkeit, denn dies ist Meinem Herzen sehr wohlgefällig.
Nichts beleidigt Mein Herz mehr als an Meiner Verzeihung und Meiner Hilfe zu zweifeln. Die Niedergeschlagenheit ist Zeichen des Hochmutes oder wenigstens der Eigenliebe. Wenn du nicht eine übertriebene Hochschätzung deiner selbst hättest, würdest du nicht den Mut verlieren, und du würdest dich nicht wundern zu fallen; es würde dir sogar sonderbar vorkommen, dass du dich trotz deines Elendes auf den Füssen halten kannst.
Bitte den Herrn immer, dass Er dich Selbsterkenntnis lehren möge, damit du dich in der Verachtung deiner selbst und im Vertrauen auf Gott erheben und sicher voranschreiten kannst.
Das Kind, welches die Gefahren fürchtet und weiss, sie nicht bewältigen zu können, vertraut sich den Armen der Mutter an, die es schützt und es trägt. Auch ihr, Meine Kinder, vertraut euch Jener an, die Ich euch als Mutter gegeben habe am Fusse des Kreuzes, und indem Sie euch an Ihr Herz drücken wird, wenn ihr euch Ihr hingebt wie zärtliche Kinder, wird Sie mit euch die Kreuze tragen, so dass ihr deren Schwere nicht mehr fühlen werdet

Die Barmherzigkeit Gottes
15. Mai 1968
Meine geliebte Tochter, höre auf Mich. Vergiss Meine Worte nicht, sondern mache daraus dein tägliches Brot und die Nahrung deines Geistes.
Nun werde Ich mit dir über Meine Barmherzigkeit sprechen. Ich werde nie müde werden, mit dir darüber zu sprechen, denn Ich bin die Barmherzigkeit selbst, die unendliche Barmherzigkeit.
«Das «misereor super turbam» (Mich erbarmt des Volkes) galt nicht nur für die Zeit, als Ich unter den Menschen lebte, sondern auch heute wiederhole Ich: «Ich habe Erbarmen, Ich habe Barmherzigkeit, Ich habe Mitleid mit diesem Volke.»
Damals rührte Mich eine Menschenmenge, die Mir unermüdlich folgte und unersättlich war, Mein Wort zu hören. Jetzt habe Ich Erbarmen mit einem Volke, das Mich nicht hören will, das Mir nicht glauben will, das Mir nicht folgen will.

Die leeren Kirchen

Du siehst die Kirchen leer, während Meine Priester Mein wirkliches, wenn auch unblutiges Opfer erneuern. Der Religionsunterricht ist unterdrückt und vernachlässigt.
Das allgemeine liturgische oder private Gebet muss abgekürzt werden, weil man sich beim Beten langweilt.
In den Familien betet man nicht mehr. Man unterrichtet die Kinder nicht mehr in den Glaubenswahrheiten, die einst von den Müttern so gut gelehrt wurden. Die Freude, die Hände ihrer Kleinen zu falten und ihnen Meinen Namen und jenen Meiner Mutter aussprechen zu lehren, kennt man nicht mehr.
Die Mütter sind mit vielen ganz anderen Sorgen beschäftigt! Auch die besten sind stolz darauf, dass ihre Kinder sehr früh lesen und schreiben können, dass sie die Namen der Schauspieler und die Lieder der Sänger kennen. Sie vergessen darob, die Kinder erkennen und geniessen zu lassen, was die Gegenwart Gottes in ihren Seelen bedeutet: Harmonie göttlicher Musik und Gesang makelloser Unschuld, die stets gehütet und Gott entgegengebracht werden soll.
So verlieren die Kinder die Unschuld.
Ihr beklagt es, wenn kleine Kinder ihre Mutter verlieren; aber der traurigste Tag ihres Lebens ist nicht jener, an dem sie Waisen werden, sondern wenn sie Gott verlieren - durch die erste Todsünde.
Und die Jungen, die die Freude Meines Erdenlebens bildeten? Was wird aus ihnen? Wo sind sie?

Sozusagen eine Schmach

Damit beschäftigt, der Welt und ihren Vergnügen zu frönen, entfernen sie sich immer mehr von Mir und leben im Laster und im tiefsten Unglauben. Ihnen ist alles erlaubt! Die Reinheit, die ihren schönsten Schmuck bildete, ist für sie ein Überbleibsel des Altertums, eine Erinnerung und sozusagen eine Unehre.
Das Ideal, für welches die Jungen ihr Leben gegeben hätten, existiert nicht mehr. Es herrscht der Egoismus jeder Art, das eigene Ich, die eigene Persönlichkeit, während man die Autorität verkennt und sich selber in den Schmutz wirft.
Und die Erwachsenen? Sie wetteifern mit den Jungen in der Schamlosigkeit, in der Vernachlässigung der Pflichten und in der Vergnügungssucht.
Alles ist erlaubt: der Verrat, die Untreue, die Wollust ... und die Familien entzweien sich, ruinieren sich und sind unglücklich. Wenn man aus den Familien Gott entfernt, der sie eint, wer wird sie zusammenhalten können! Dafür herrscht der Hass, die Uneinigkeit, der Unglaube, die Unordnung.
Auch auf die Gesellschaft, die der Zusammenschluss der Familien ist, färbt dieser Zustand ab, und auch sie ist verdorben.
Es existiert keine Gerechtigkeit mehr, keine Liebe zur Pflichterfüllung, keine Rechtschaffenheit, alles, was ehrliche Leute taten, ist überholt.
Jetzt muss jeder an sich denken, an das eigene Interesse, an das eigene Wohlergehen, ohne sich um die andern zu kümmern. Was liegt daran, ob man, um einen Chefposten zu erreichen oder einen höheren Monatslohn zu erhalten, den Nächsten um seine Stellung bringt? Was liegt daran, ob man dem Bruder das Brot wegschnappt?
«Die Welt gehört den Gewalttätigen», sagt man, wenn nicht dem Worte nach, so doch in der Praxis. So entstehen die sozialen Kämpfe, die Unruhen jeder Art und jeder Kategorie. Daher kommt der Klassenhass, daher die brudermörderischen Bürgerkriege.
Dazu kommen noch die Völkerkriege, oft aus geringfügigen, kaum angebbaren Ursachen entstanden, weiter die Rassenkriege, als ob Ich nicht in die Welt gekommen wäre, um alle zu retten, weisse und schwarze, da ja alle Meine Kinder sind.

Hab Erbarmen mit diesem Volke

Trotz allen diesen übeln, die nur eine schwache Idee sind vom wahren Bösen, das in der Welt regiert, wende Ich Mich an den Vater und sage: «Vater, hab Erbarmen mit diesem Volk» - «Vater, verzeih ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!»
Meine Barmherzigkeit kennt keine Ruhe. Ich suche gute Kinder, die Mich lieben. Ich suche eine grossmütige, eifrige, reine Jugend, die Mir folgt. Ich
suche gute Seelen, Sühneseelen, und bin immer bereit zu verzeihen, zu vergessen, zu lieben.
Wollt ihr, Kinder, dazugehören? Wollt ihr Mein Herz voll Bitterkeit trösten? Wollt ihr mit Mir weinen, mit Mir leiden, mit Mir lieben?
Wartet nicht, bis das Mass überbordet! Fleht zum Vater, dass Er noch und immer Seine barmherzige Güte walten lasse, und dass Er Seine Hand nur über die Welt ausbreite, um sie zu retten.
Bittet Meine Mutter, dass Sie sich noch einmal an Gott wende und Sein Herz entzücke durch Ihre wundervolle Schönheit und Güte. Opfert dem Vater Mein Blut auf und die Verdienste der Heiligen, dass Er die so verkehrte und undankbare Welt nicht richte.
Gott ist immer zur Verzeihung bereit, wenn ihr euch bessert. Er vergisst alles. Seht euer Unrecht ein, Ich bitte euch, damit es nicht zu spät sei!
Möge der Tag kommen, an dem alle Menschen, mit den Engeln und Heiligen, in einem Chore vereint, die Barmherzigkeit des Herrn in Ewigkeit preisen.

Die Mässigkeit
16.Mai 1968
Meine geliebte Tochter, die Belehrung, die Ich im Begriffe bin zu beginnen, wird dich die Mässigung in allen jenen natürlichen Bedürfnissen lehren, auf die du nicht verzichten kannst, sofern Ich es nicht will.
Ich werde mit dir über die Tugend der Mässigkeit sprechen, die von der Welt so wenig gekannt ist, und deren Übung so viele vernachlässigen, obwohl sie eine Grundtugend des Christentums ist.
Die Mässigkeit ist jene Tugend, die dich mässig macht im Essen und Trinken sowie in allen jenen natürlichen Bedürfnissen, die, wenn sie in übermässiger Weise befriedigt werden, die menschliche Natur zu ihrem Sklaven machen und nicht mehr vom Geiste abhängig, wie sie es sein sollte.
Viele denken, dass es Sache von geringer oder gar keiner Wichtigkeit sei, sich selbst zu beherrschen in diesen Pflichten des Essens und Trinkens, des Schlafens, des Ausruhens, der Unterhaltung, aber dem ist nicht so. Ich selbst habe dir das Gegenteil gezeigt, als Ich Mir das 40tägige Fasten auferlegte, bevor Ich Mein Leben des Apostolates begann.

Busse und Nächstenliebe

Johannes der Täufer war Mir vorausgegangen und hatte Busse und werktätige Liebe gepredigt in der Wüste, wohin er sich zurückgezogen hatte für 40 Tage, indem er sich von Kräutern und Heuschrecken nährte.
Wie wichtig das Fasten ist, erhellt aus den Worten, die Ich euch gesagt habe während Meines Erdenlebens: «Gewisse Dämonen lassen sich nur mit Gebet und Fasten austreiben.»
Die Abtötung beim Essen, verbunden mit dem Gebet, das die Hilfe Gottes herab ruft, hat also die Kraft, den bösen Geistern zu gebieten und sie zu verjagen.
Viele, 'leider, machen aus der Ernährung des Körpers die erste und wichtigste Aufgabe des Lebens, und widmen der Zubereitung der Speisen und der Getränke einen beträchtlichen Teil der Zeit, die der liebe Gott ihnen gibt als kostbare Münze, die sie gebrauchen sollten, um das Ewigkeitsziel zu erreichen.
Einige sind nur vom Gedanken getragen, alles vorzukehren, damit ja nichts fehle, wessen der Körper verlangt, so dass diese Sorge zum Mittelpunkt des Lebens und der Gedanken wird.
Habe-Ich euch nicht gesagt im Evangelium: «Warum sorget ihr euch um das, was ihr essen werdet, um das, was ihr trinken werdet und wie ihr euch kleiden sollt? Schaut die Vögel des Himmels; sie säen nicht und ernten nicht, und doch nährt sie der himmlische Vater; schaut auf die Lilien des Feldes: sie weben nicht, und doch war Salomon mit all seiner Weisheit nie so gekleidet wie eine' von ihnen.»

Das einzig wahre Leben

Und Ich habe auch beigefügt: «Suchet zuerst das Reich Gottes und alles übrige wird euch dazu gegeben werden.» Mit diesen Worten beabsichtigte Ich keineswegs, dir die Arbeit zu verbieten, den Lebensunterhalt zu verdienen und dir eine Stellung zu schaffen; Ich wollte dir nur zeigen, was wichtig ist bei jeder Sache und wie du dich des' Zweckes deiner Existenz erinnern sollst, der sicher nicht nur jener ist, das Leben zu erhalten, sondern vielmehr es gut zu gebrauchen in der Erkenntnis Gottes, in der Ausbreitung Seines Reiches und im Besorgt sein, das ewige Leben zu verdienen, das einzig wahre Leben, das wichtig ist zu erreichen.
Ich wollte dich auch lehren, wie unentbehrlich es ist, sich den Armen der göttlichen Vorsehung zu überlassen, wenn du auch die eigene Intelligenz und den eigenen Willen gebrauchen sollst in dem, was für jeden Menschen zur gleichen Zeit Strafe und Geschenk ist: d. h. in der Arbeit. Sie ist Strafe als Folge der Sünde der Stammeltern, Adam und Eva, und zugleich Geschenk, weil sie Mittel zur Heiligung ist und würdig der ewigen Belohnung.
Leider regiert der «Gott Bauch» in der Welt und sammelt Anbeter jeder Art und jeder Kategorie um sich.
Darum drückt Meine liebe Mutter in jeder Ihrer Erscheinungen auf der Erde den Gedanken, den Wunsch und den Befehl zur Busse aus, damit man diese falsche Gottheit vernichte, die den Menschen daran hindert, seine Gedanken und Gefühle auf Gott zu richten und den eigenen Körper nicht zum Gott zu machen.

Kardinaltugend

Die Mässigkeit ist eine Kardinaltugend, eine Tugend von grosser Wichtigkeit im christlichen Leben. Ich werde dir auch sagen, dass sie eine Tugend ist, die dir helfen wird, deinen Körper länger zu erhalten, denn sie ist gesundheitsfördernd.
Wer mit den materiellen Dingen keinen Missbrauch treibt, erhält sich gesünder. Die Methodik und die Regelmässigkeit schaffen jene Ordnung, die immer ihre Früchte trägt.
Sich vom Tische zu erheben mit noch ein wenig Appetit ist Selbstbeherrschung - ganz abgesehen davon, dass es der Gesundheit zukömmlich ist -- und setzt dich in die Lage, deine Gedanken mit einem kleinen Opfer zu Gott zu erheben, der dir Speise und Trank gegeben hat.
Alles ist Geschenk auf der Erde, vom Weizenkorn, mit welchem man das köstliche Brot zubereitet, bis zur Traube, die dir den Wein gibt; vom Fleisch zu den Früchten; alles womit du dich speisest, ist dir vom Vater gegeben. Wisse es mit Dankbarkeit und in Mässigkeit zu gebrauchen.
Vergiss jene nicht, die diese Gaben teilweise oder ganz entbehren. Gib denen, die in Not sind, mit Grossmut und nach deinen Möglichkeiten; vor allem aber verschwende nicht, was dir Gott gegeben hat. Denke daran: man verschwendet mit Übersättigung, und man verschwendet, indem man das überflüssige, das andern dienen könnte, wegwirft.

Grossmiitig mit dem Nächsten

Der Sparsinn und die Sparsamkeit mit dir selber mögen dir helfen, dem Nächsten gegenüber grossherzig zu sein, auch wenn du dir selber Opfer auferlegen musst. Ihr habt das Sprichwort: «Das Almosen geht zum Fenster hinaus und kommt zur Türe herein», und dies ist wahr, denn der Herr gibt das, was man dem Nächsten gibt, vermehrt zurück.
Ich will dir aber auch noch sagen, dass, wenn du etwas dir selber zu entziehen weisst, um es jenem zu geben, der in der Not ist, du nicht nur Selbstabtötung übst, sondern auch eine Pflicht erfüllst, die die Verlängerung der Hand Gottes
ist, mit andern Worten: Du wirst für deinen Nächsten «die Vorsehung Gottes selbst».
Denke daran, dass die Mässigkeit nichts anderes ist als die teilweise übung jener Busse, die Ich dich in Meinem sterblichen Leben lehren wollte und worin Ich dir das Beispiel gegeben habe. Darum erinnere Ich dich an die Warnung: «Wenn ihr nicht Busse tut, werdet ihr alle auf die gleiche Weise zugrunde gehen», was für alle Menschen aller Zeiten gilt.

Die Freude
«Die wahre Freude kommt von Gott…»
17. Mai 1968
Meine geliebte Tochter, Ich werde mit dir über die Freude sprechen, die die Frucht des Friedens und eines guten Gewissens ist, und daher von Gott kommt.
Nicht alle, die du fröhlich und zufrieden siehst, geniessen den wahren Frieden und sind wahrhaft glücklich. Im Gegenteil, sehr oft verbergen sie in ihrem Herzen eine tiefe Bitterkeit und Unruhe, die sie mit einem Lächeln und einer falschen Fröhlichkeit tarnen.
Die wahre Freude kommt von Gott, und sie ist ein Geschenk, das uns Ruhe und Sicherheit gibt, dem Willen Gottes gemäss gehandelt zu haben.
Die Engel verkündeten sie den Hirten in der Nacht, da Ich geboren wurde und versprachen sie den Menschen guten Willens. Dies ist eine der Bedingungen, um die Freude und den Frieden zu geniessen; der gute Wille zeigt sich im Befolgen des göttlichen Gesetzes und Seiner Verwirklichung im Alltag. Der gute Wille ist das Merkmal der einfältigen Seelen, die die Gebote nicht diskutieren, sondern die alle ihre Fähigkeiten dazu gebrauchen, um diese so gut wie möglich zur grösseren Ehre Gottes zu erfüllen.
Der bereitwillige Gehorsam und die lautere Absicht bei der Erfüllung Meiner Gebote oder Meiner Einsprechungen gibt eine tiefe und wahre Freude, ja, die einzig wahre Freude, denn jene, welcher der Mensch gemeinhin diesen Namen gibt, ist nur Schein und Dunst.

Die wahre Freude

Die wahre Freude kommt aus dem lnnern und stammt von der Vereinigung mit Gott, höchstes Gut und höchste Glückseligkeit!
Kein Schmerz, so grausam er auch sei, kann sie zerstören, keine Widerwärtigkeit trübt sie. Die Tatsache, dass andere Böses denken und Verleumdungen verbreiten, vermindert die Freude nicht in der Seele. Die Gegenwart Gottes in ihr ist wie eine Festung, die diese unveränderliche Freude schützt.
Es ist, wie wenn die Seele schon in der seligen Anschauung Gottes wäre; sie bleibt vor Gott, unbeweglich, wie in Anbetung, durchdrungen von einem Licht und von einer unwiderstehlichen Kraft, die in ihr Glück und Friede verbreiten.
Wenn du diesen Grad der Vereinigung mit Mir erreicht haben wirst, wird es dir gleich sein, wenn draussen die heftigsten Stürme blasen, wenn die Welt dir die Nutzlosigkeit deines Lebens und deiner Opfer zeigt. Es wird dir nichts ausmachen, wenn der Böse sich gegen dich entfesselt und dich verführen will: du wirst eingefaucht bleiben in Meine Betrachtung, du wirst durchdrungen sein von der Freude Gottes und erfüllt von Seiner zarten Liebe und unendlichen Güte.
Je mehr du dich Gott nahst, desto mehr wirst du die Wirkung Seiner Gegenwart fühlen und von Gnade und Liebe durchdrungen sein, bis du dich so in Ihn verwandelst wie das Eisen, das, glühend vom Feuer, eins geworden ist mit diesem.
Es gibt jedoch eine Tugend, die der Seele viel Freude bringt, die Demut.

Die Freude, Sein Eigen zu sein

Je kleiner du dich fühlst und du dir als ein Nichts vor Gott vorkommst, desto mehr wirst du die Freude geniessen, Ihm zu gehören und dich von Ihm beschützt und geliebt zu wissen. Sogar deine Unvollkommenheiten und Fehler werden für dich Grund sein zu geistigem Nutzen und Anregung, dir nicht selbst zu trauen, sondern deine ganze Hoffnung auf Gott zu setzen.
Die Demut, d. h. die niedere Meinung von dir selbst, werden dir das Wohlwollen deiner Nächsten zuziehen, die gerne auf dein Wort hören werden, so dass du ihnen wirst Gutes tun können.
Die Befriedigung und das Verdienst am Guten wirst du Gott überlassen, der es durch deine Vermittlung und in dir vollbracht hat; aber Er wird dir die Freude lassen und wird dir einen ewigen Lohn geben, auch für die kleinste Tat, die du zum Wohl des Nächsten vollbracht hast, mit dem Wunsche, Gott zu gefallen.
Auch der Tod, dem du täglich entgegen gehst, wird für dich das Schreckhafte verlieren, wenn du das Leben gelebt haben wirst, wie Ich dir sagte, er wird im Gegenteil der Bruder sein, der dir die Türe des Himmels öffnen wird, so dass die wahre Freude, die du in deinem Herzen schon im Leben vorausgekostet hast, vollkommen und dauerhaft sein wird.
Bitte Mich jeden Tag um die Freude, denn sie ist für den Christen unentbehrlich.
Wenn die ersten Christen unter Tränen dem Martyrium entgegen gegangen wären, würde ihr Tod nicht so grosse Bewunderung hervorgerufen, keine Anziehungskraft ausgeübt haben; das Blut der Martyrer würde nicht der Same neuer Christen geworden sein. Aber sie gingen heiter und froh dem Tode entgegen, deswegen fragten sich die Zuschauer, wer doch wohl jener Jesus sei, in dessen Namen diese so freudig ihr Leben hingaben, so dass ihr Beispiel immer wieder andere nachzog, die Mich kennen wollten, Mich, den wahren Gott.

Bote der Freude

Auch heute noch ist die Freude für alle etwas, das sich mitteilt, das sich ausbreitet, das um sich greift. Die Freude und das Frohsein erbauen. Ein Christ sollte immer ein Bote der Freude sein.
Wenn alle praktizierenden Christen die Freude, in Meinem Dienste zu sein, fühlten und zeigten, würde ihr Beispiel von vielen nachgeahmt.
Suche dir schon vom Morgen an einen genügenden Vorrat an gutem Humor zu verschaffen; er ist eine Folge der inneren Freude. Suche ihn zu bewahren und dich nicht durch Kleinigkeiten betrüben zu lassen.
Nimm gerne teil an jenen familiären Unterhaltungen, die helfen, Harmonie und Frohsinn zu erhalten. Werde ein Verteilerzimtrum der Freude, damit deine Gesellschaft angenehm sei und die andern fühlen, dass das, was du gibst, von Gott kommt, der in dir wohnt. Der Friede, den viele in der Welt wünschen, beginnt im Frieden des guten Gewissens, im Frieden der geordneten und geeinten Familie; der Friede in den Nationen ist nur die Folge davon.
Und jetzt wünsche Ich euch den Frieden, und Ich gebe euch Meinen Frieden, nicht wie ihn die Welt gibt, sondern jenen wahren Frieden, der von Gott kommt.

Die Propheten und die Gottgeweihten
18.Mai 1968
Meine geliebte Tochter, betrachte, was in der Welt geschieht und sage Mir, ob die Güte und die Geduld Gottes noch grossmütiger geübt werden können.
Wenn du einen einzigen Augenblick mit den Augen Gottes die Welt sehen könntest und alles Böse, das man begeht, würdest du vor Entsetzen sterben. Morde, Selbstmorde, Diebstähle, Ehebruch, Gotteslästerungen, Revolten, Verrat jeder Art: es ist dies eine solche Anhäufung von Bösem, dass das Gute unterzugehen scheint.
Wenn es wenigstens gute, religiöse, gottgeweihte Seelen gäbe, die sich nach Tugend, Vollkommenheit und Sühne sehnten, könnte Ich Mich unter ihnen trösten. Aber es sind so wenige, und auch diese sind so unbeständig und unvollkommen.
Ich erwähle von Zeit zu Zeit eine privilegierte Seele, und Ich gebe ihr überfliessende Gnaden und besondere Gaben, damit sie sie für die Rettung einer grossen Zahl gebrauchen kann.

Verspottet und verleumdet

Aber diese Seelen werden fast immer verspottet und verleumdet; und wenn sie nicht durch die Entmutigung überwältigt werden, so ist es, weil Ich ihnen einen aussergewöhnlichen Glauben und Hilfe gebe, obwohl dennoch ihre apostolische Tätigkeit, die sie entfalten sollten, durch das, was man ihnen antut, sehr begrenzt wird.
Dies sind Meine Propheten; aber wie sie im Alten Testament verfolgt und getötet wurden, so auch heute, wenn sie auch nicht den körperlichen Tod erleiden, so doch den moralischen; ihre Ehre wird geschändet und wie früher werden sie verfolgt.
Wenn dies wenigstens nur durch die Bösen geschähe ... ; aber nein, es sind die Glaubensbrüder, die ihre Brüder treffen, und indem sie Mein Werk und ihre Mission in Zweifel ziehen, werden sie die Verfolger und die Beschimpfer dieser bevorzugten Seelen.
Über einen so grossen Hochmut, der die Allmacht, die Weisheit und die Barmherzigkeit Gottes nicht anerkennen will, der die Geschehnisse und Dinge nach Seinem Gutfinden lenken kann, bleibt Mein Herz tief betrübt.

Sie brauchen Hilfe

Es ist wahr, dass Ich in dieser Zeitepoche den bösen Geistern erlaubt habe, sich zu entfesseln, besonders gegen die religiösen und gottgeweihten Personen, um ihre Tugend auf eine harte Probe zu stellen, da Ich gerade von ihnen eine grössere Vollkommenheit erwarte. Aber wenn sie gegen den Satan gestählter wären durch die Betrachtung, das Gebet und die Pflege des inneren Lebens, würde auch er besiegt und unterworfen.
Da sie jedoch ein Leben der Mittelmässigkeit führen und ohne Eifer sind, wie werden sie die andern belehren und sie zum Guten anregen können?
Meine Kinder, betet für Meine Gottgeweihten. Denn wenn ihr alle der Hilfe bedürft, bedürfen sie ihrer noch viel dringender, besonders Meine Priester, die Ich als Salz der Erde und Licht der Welt erwählt habe.
Fürchtet nicht, euch für sie zu viel zu opfern, da die Gefahren, die sie umgeben, sehr zahlreich sind. Seid ihnen nahe, um ihnen zu helfen. Lasst sie nicht jene so kostbare Zeit verlieren, die sie für das Wohl der Seelen verwenden sollten. Seid ihnen nicht Gelegenheit zum Bösen!
Hört auf ihre Belehrungen, damit sie sich ermutigt fühlen, weiterzufahren und immer mehr zu arbeiten und es besser zu machen.
Die gleichen Glaubenszweifel, die euern Geist verwirren, beunruhigen auch den ihren, denn ein geistliches Kleid schliesst menschliche Schwächen nicht aus.
Eure Treue und euer Betragen seien das schönste Zeichen der Dankbarkeit, das ihr ihnen gebt für die Arbeit, die sie zu euern Gunsten tun.

Sie geben euch Jesus

Auch wenn ein Priester nicht auf der Höhe seiner Aufgabe ist, geben euch seine Hände Jesus und erlauben Mir, mit euch eins zu werden. Seine Worte wirken Wunder, verwandeln das Wasser, den Wein und das Brot in Meinen Leib und in Mein Blut.
Er absolviert euch, er segnet euch, er hört euch an, er rät euch, er begleitet euch in den verschiedenen Etappen des Lebens. Ihr habt grosse Pflichten gegen ihn, gegen alle Meine Priester.
Seid nicht undankbar. Die Dankbarkeit ist eine Pflicht, die auch Ich verlangte, als Ich, Meinem Volke Wohltaten spendend, in Palästina herumzog. Vergesst sie nicht, diese Meine bevorzugten Söhne, die Ich zu grosser Vollkommenheit rufe.
Im Eifer ihrer Jugend und sich dessen bewusst, was sie verliessen und welches Kreuz sie auf sich luden, haben sie mir grossmütig ihr Leben geschenkt zu Gunsten Meiner Kinder.
Die Standhaftigkeit verlangt Heldentum: wundert euch nicht, wenn sie fallen. Springt ihnen bei und helft ihnen. Verleumdet sie nicht, sagt ihnen nichts Böses nach, denn jenes Wort des Evangeliums hat immer noch Gültigkeit: «Wer euch verachtet, der verachtet Mich.»
Sie sind Mir so teuer wie Mein Augapfel, vergesst dies nie.
Die Loslösung von den Geschöpfen
19.Mai 1968
Meine geliebte Tochter, habe Glauben und Vertrauen und lass Mich machen. Fürchte nichts. Niemand ist dir unentbehrlich ausser dein Gott, der dich unendlich liebt; die Enttäuschungen und die Beleidigungen von seiten lieber Menschen sind nötig, Ich möchte sagen, sie sind unentbehrlich, damit du die Güte Gottes und Seine Treue besser verstehen und ihm alle deine Anhänglichkeiten opfern kannst.
Die Unbeständigkeit des menschlichen Herzens ist gross, und wer sich dem Menschen anvertraut, geht unvermeidlich mit ihm zugrunde.
Erhebe deshalb deine Gedanken und deine Gefühle zu Gott, deinem Schöpfer und Vater und vertraue dich Ihm an in allen deinen Bedürfnissen. Er wird deine Schritte lenken und wird Seinen Willen in dir erfüllen, wenn du dich Ihm überlässest. Nur dies ist nötig.
Doppelt ist Sein Wunsch: deine Heiligung hier auf Erden und deine ewige Glückseligkeit im Himmel.
Er heiligt dich unter Mitwirkung deines Willens, indem Er dir die nötigen Kräfte verleiht. Er erleuchtet deinen Verstand mit einem besonderen Licht; Er gibt dir die Sakramente und die Liebe zum Gebet. Er umgibt dich mit Personen, die deiner Güte und deiner Hilfe bedürfen, und dir Ansporn sind, um auf dem Wege Gottes zu wandeln.

Das Brot des Schmerzes

Er besät deinen Weg mit Kreuzen, mit Widerwärtigkeiten, Enttäuschungen, körperlichen Leiden, mit Nichtverstandenwerden, mit Verleumdungen, Verspottungen, kurz, Er gibt dir das tägliche Brot des Schmerzes, abwechslungsweise mit einigen Befriedigungen, mit einigen vorübergehenden Freuden.
In all dem ist Er dir nahe, um dich zu belehren, dir zu helfen, um dich zu ermutigen, um dich zu sich zu führen, in den Himmel, indem Er dich wachsen lässt zu jener Vollkommenheit und jenem Grad der Verherrlichung, den Er dir zu geben wünscht.
Siehe gut zu, Meine Tochter, welches dein Ziel sein muss und wie die Mithilfe der Personen sehr zweitrangig ist. Ich vollbringe in dir das Werk, und wenn Ich Mich auch Meiner Priester bediene, die mehr oder weniger erleuchtet sein können, oder anderer Personen, musst du dir gegenwärtig halten, dass alle in Meinem Dienste stehen.
Liebe alle ohne Unterschied, die Guten und die Bösen, die Treuen und die Undankbaren, liebe sie in Mir und mit Mir, um ihnen Gutes zu tun, aber behalte dein Herz frei, denn Ich bin ein eifersüchtiger Gott.

Löse dich los aus Liebe

Hänge dich an kein Geschöpf, denn je mehr du dich ihnen nahst, desto mehr entdeckst du ihre Fehler; und manchmal ist die menschliche Bosheit so gross, dass sie dir unheilbare Wunden zufügen würde. Löse dich von ihnen, von den Geschöpfen aus Liebe, damit nicht Ich dich mit Gewalt von ihnen trennen muss.
Nimm die Leiden an, die die andern dir zufügen, opfere sie auf, und lasse niemanden leiden. Und wenn die Notwendigkeit dich verpflichtet, die zu tadeln, die dir nahe stehen, tue es mit sehr viel Güte und sehr viel Liebe, indem du fortwährend um Meine Hilfe bittest.
Nimm die Mahnungen und Ratschläge mit Dankbarkeit an, als ob sie von Mir kämen. So wirst du viel Friede und Freude haben, da viele eurer Kreuze so schwer sind, weil sich eure Eigenliebe gegen Demütigungen auflehnt.

Die Freundschaft
20. Mai 1968
Meine Tochter, höre auf Mich. Sei nicht traurig, wenn du dich von den Geschöpfen verlassen und zurückgestossen siehst. Vertraue immer auf Gott, denn Er allein ist treu. Er wird dich nie verlassen.
Auch wenn du alle Verbrechen begingest, würde Er dich nie verlassen, ja gerade dann würde Er dich dauernd suchen, indem Er dich mit den süssesten Namen riefe und dir Sein Herz zeigte, das nur den einen Wunsch hat, jenen deiner Rückkehr.
Die Weltleute lieben dich, wenn du fröhlich bist, wenn du mit Ehren umgeben bist; meistens lieben sie dich jedoch aus Interesse; wenn du aber Kummer hast, wenn du verspottet oder verleumdet wirst, verlassen sie dich, weil sie nicht mit hineingezogen und Gegenstand von Geschwätz sein wollen.

Die treuen Freunde

Nur jener, der sein Herz nach dem Meinen gebildet hat, wird dir treu bleiben und wird die Angst vor Verspottungen überwinden, und wird sich nicht allen andern anschliessen; aber wellige werden treue Freunde sein. Es ist richtig, wer einen Freund findet, findet einen Schatz, denn die wahre Freundschaft ist wie eine kostbare Perle, und die kostbaren Perlen findet man nicht leicht.
Gib also gut acht, diesen kostbaren Namen und besonders dein Herz nicht allen zu geben, denn du würdest bitter enttäuscht werden.
Denke daran, dass die wahre Freundschaft auf der Aufrichtigkeit beruht.Nicht wer dich dauernd lobt, liebt dich wirklich, sondern wer dich auch vor deinen Fehlern warnt, obwohl ihm das unangenehm ist und Kummer bereitet; er macht es, weil er dich vollkommen sehen möchte.
Der wahre Freund ist bereit, sich zu opfern für die geliebte Person, denn das Opfer ist der beste Beweis der Liebe, auch wenn sein Opfer nicht belohnt wird und unverstanden bleibt. Die wahre Freundschaft ist deshalb eine grosse geistige Hilfe. Den wahren Freund kannst du um Rat fragen und du kannst sicher sein, dass der Rat selbstlos und nur auf dein wirkliches Wohl gerichtet sein wird.
Die wahre Freundin wird deine Tränen trocknen, während sie die ihren verbergen wird, um dich nicht noch mehr zu betrüben. Sie wird dir helfen vorwärts zu schreiten, indem sie dich aufrichtet, wenn du fällst und dich mit ihrem Arm stützt.
All dies, wenn es schwer zu finden ist bei den Menschen, findest du in Mir, denn Ich bin unveränderlich in Meiner Liebe, und Ich könnte nicht anders sein.
Ich liebe euch, Meine Kinder, wie der zärtlichste der Freunde, wie der liebenswerteste der Väter, wie der beste der Brüder. Denke indessen daran, dass die Liebe ähnlich macht, und Ich wünsche, dass du Mir ähnlich werdest.

Jesus, mein Freund

Ja, rufe Mich auch an unter diesem Namen, der Meinem Herzen so teuer ist. Rufe Mich: «Jesus, mein Freund», und Ich, Ich werde froh sein, zu dir zu eilen, um die Aufgabe des wahren Freundes zu erfüllen.
Auch Ich hatte Meine Freunde, als Ich auf Erden lebte, und liebte sie aufs innigste. Lazarus, den Ich von den Toten auferweckte, nachdem Ich auf seinem Grabe geweint hatte; Maria Magdalena, Meine grosse Konvertitin und Martha, die brave Hüterin des Hauses. Oft ging Ich zu ihnen, um Mich auszuruhen; Ich fühlte Mich bei ihnen wohl, wie zu Hause.
Maria Magdalena war nach ihrer Bekehrung eine Seele voll zartester Liebe.
Dürstend nach Meiner Lehre und nach Meinen Worten, verbrachte sie die Zeit, indem sie zu Meinen Füssen kniete, Mich betrachtete, ihre Sünden beweinte und Mich liebte.
Ich hatte viele andere, die Ich Freunde nannte, die es aber nicht waren. Ich nannte Judas Freund, und mit diesem süssen Namen hätte Ich ihn zur Reue und zu Gott zurückrufen wollen. Aber er wollte Mich nicht verstehen und verzweifelte. Und viele, viele andere Freunde, die Mich im schrecklichsten Augenblick Meines sterblichen Lebens verliessen.
Noch jetzt rufe Ich viele Freunde um Mich. Ich rufe sie mit den zärtlichsten Namen, auch wenn jener, den Ich zur Freundschaft einlade, durch Kreuz
geprüft wird. Ich habe dir gesagt, dass die Liebe Menschen ähnlich macht. Und so gebe Ich Meinen Freunden ein mehr oder weniger schweres Kreuz, je nach der Grossmut ihres Herzens.
Deshalb reduzieren sich Meine Freunde auf einige wenige, obwohl Ich viele rufe. Sie weichen vor dem Kreuz zurück; sie wollen nichts davon wissen, sie rebellieren.

Meine liebe Mutter

Meine liebste Freundin, die mit Mir Freuden und Schmerzen teilte, war Meine liebe Mutter. 0, wie gut verstand Sie Mein Herz, wie schnell erriet Sie Meine Wünsche und kam ihnen zuvor. Wie tröstete Sie Mich in Meinen Betrübnissen und Bitterkeiten! Ihr Lächeln und Ihre Worte drangen wie ein heilsamer Balsam bis ins Innerste Meines Herzens.
Ich habe es dir bereits andere Male gesagt: als Gott hatte Ich keine Bedürfnisse, hingegen wohl als Mensch. Ich habe in allem das Beispiel geben wollen, und Ich habe Mich allen menschlichen Bedürfnissen unterwerfen wollen, auch jenem, von einer befreundeten Seele gestärkt zu werden.
Nimm auch du Meine Mutter zur Freundin und Vertrauten. Sie wird dir Meisterin und Führerin sein; Sie wird dir Trost und Hilfe sein. Sie wird dich nie verraten, sei dessen sicher, denn Ihr Herz ist das vollkommenste Abbild Meines Herzens.
Bitte Sie, dass Sie auch dein Herz nach diesem göttlichen Abbild forme, damit auch du der Seele, die du Freundin nennst, Führerin und Hilfe sein kannst.

Der Heilige Geist
21. Mai 1968
Meine geliebte Tochter, Ich werde jetzt mit dir über etwas sehr Wichtiges reden. Ich werde über den Heiligen Geist sprechen, Eine der Drei Göttlichen Personen.
Der Heilige Geist ist der Geist des Vaters und der Meinige. Er geht hervor aus der Liebe, die den Vater und Mich verbindet. Er ist die substantielle Liebe. Er ist reine Liebe.
Die Liebe, die uns verbindet, d. h. die den Vater mit dem Sohne verbindet, ist so gross, dass sie zu einer dritten Person wird, ewig, weise, unermesslich, unendlich, in allem den andern zwei Göttlichen Personen gleich.
Es war der Heilige Geist, der der Welt bei der Schöpfung das Leben einhauchte, und unzertrennlich mit den andern zwei Göttlichen Personen alles erschuf, was die Welt und den Menschen betrifft.
Der Heilige Geist überschattete die Jungfrau Maria, Seine göttliche Braut, und machte Sie zur Mutter des Erlösers.
Er schwebte über Meinem Haupte an dem Tage, als Johannes Mich taufte.

Mit Maria, Meiner Mutter

Ich sprach von Ihm in Meinen Predigten, damit sich die Menschen lebhaft nach Ihm sehnten und Ihn erwarteten. Ich versprach, dass Ich nach der Auffahrt zum Vater den Heiligen Geist auf die Apostel herab senden würde, um sie umzuwandeln. Die Apostel verbrachten wirklich 9 Tage mit Maria, Meiner Mutter, im Abendmahlssaale im Gebet, voll Inbrunst und Hoffnung, bis ein starkes Brausen Sein Kommen ankündete.
Der Heilige Geist erschien in Form einer ungeheuren Feuerkugel, die sich in Flammen aufteilte, und diese liessen sich nieder auf das Haupt eines jeden von ihnen.
Jetzt vollzog sich jene Umwandlung, die aus 12 untauglichen und furchtsamen Fischern wahre Helden des Glaubens machte. Ihr Verstand erhellte sich, ihr Herz brannte von Liebe, und ihr Eifer war so gross, dass sie, den Abendmahlssaal verlassend, zu predigen begannen, als wären sie Männer der Wissenschaft.
Petrus predigte, bekehrte und taufte nahezu 5000 Personen, die er durch die Macht seines Wortes gewann.
Auch Maria, Meine Mutter, wurde gestärkt in jener Wahrheit, in der Ich Sie selbst belehrt hatte, damit sie fähig war, die werdende Kirche zu führen und zu lehren.

Seele der Kirche

So begann das Feuer des Heiligen Geistes, das erleuchtet und erwärmt, als Süsser Gast in den Seelen zu wohnen und als Seele der Kirche zu wirken.
Es ist der Heilige Geist, der die Kirche leitet, indem Er ihr Oberhaupt erleuchtet, das in der Leitung der Kirche unfehlbar ist. Es ist der Heilige Geist, der die Kirche immer lebendig, immer jung erhält. Er bringt die neuen Apostel hervor: Er steht ihnen bei und bereitet sie vor, indem Er sie entflammt für das Leben des Apostolates.
Es ist der Heilige Geist, der die grossen Werke der Kirche, wie Konzilien und Enzykliken inspiriert, die gleichsam Briefe sind, die Er Seinen Kindern und Gläubigen schreibt.
Es ist der Heilige Geist, der in den hl. Sakramenten und besonders in der hl. Firmung empfangen, den Seelen den Wunsch nach Heiligkeit und Vollkommenheit einflösst.
Er wirkt unermüdlich in den Seelen. Er richtet wieder auf nach Fehltritten; Er beugt den Willen und spornt ihn zum Guten an; Er erwärmt die kalten Herzen zur Liebe Gottes und zur Liebe zum Nächsten und verbessert, was nicht richtig ist.
Er wohnt in der Seele, die im Stande der Gnade ist und wirkt in ihr unaufhörlich und unermüdlich; Er spricht durch die guten Eingebungen; Er zerstreut die Zweifel, erhellt die Ideen; Er erleuchtet den Verstand und wirkt ununterbrochen jenes Wunder, das schon die unwissenden Apostel in weise Redner umwandelte.
Darum seht ihr Personen, die kaum die Feder halten können, oder die kein anderes Werkzeug kennen als die Hacke, den Menschen Normen voll Weisheit erteilen, Worte, die mehr oder ebenso erleuchten wie jene eines Theologen.

Er spricht noch jetzt

Es ist der Heilige Geist, der diese untauglichen Werkzeuge benützt und umwandelt in Propheten und Pioniere des Glaubens. Schon im Alten Testament sprach der Heilige Geist durch die Propheten und auch jetzt spricht Er noch immer.
Er spricht durch den Mund des Papstes, Nachfolger des hl. Petrus und Mein Stellvertreter. Er spricht durch Meine Priester, und auf ihr Wort muss man hören, denn die Lehre, die sie lehren, ist nicht die ihre, sondern die Meine.
Er spricht zum Geiste und zum Herzen eines jeden, der ihn anruft; aber wenn Ihn eine Seele mit Liebe und Sehnsucht und mit Beharrlichkeit anfleht, kommt Er in diese Seele und heiligt sie.
Macht euch bereit, Kinder, den Heiligen Geist zu empfangen. Stellt euch vor Ihn, wie man sich der Sonne aussetzt, um erwärmt und erleuchtet zu werden.
Lasst Ihn wirken, gehorcht Ihm, hört auf Ihn. Er spricht in der Stille.
Liebt die Sammlung, zerstreut eure Seelen nicht mit banalen und unnützen Dingen. Vergesst nicht, dass euch der Herr heilig will, aber um es zu werden, müsst ihr der Gnade des Heiligen Geistes entsprechen.
Er erfüllt die Seele mit Seinen 7 Gaben, und wer sich nach Ihm sehnt wie am Tage der Firmung, dem erneuert Er sie fortwährend. Er gibt dir die Weisheit, den Verstand, den Rat, die Frömmigkeit, die Stärke, die Wissenschaft und die Gottesfurcht.

Seele deines Apostolates

Er wird dir den Wunsch einflössen, Werke der Barmherzigkeit zu üben. Er wird die Seele deines Apostolates sein, so dass du die Gaben, die Gott dir gibt, nicht nur für dich behalten kannst, sondern sie allen mitteilen und weiterschenken möchtest. Du möchtest den Glauben verbreiten, die Liebe, die Güte. Du wirst in deinem Herzen eine unwiderstehliche Kraft spüren, die dich anspornt, das Gute zu wirken zur Ehre Gottes und zugunsten deiner Brüder.
Weihe dich also dem Heiligen Geiste, stelle dich in Seinen Dienst und zu Seiner Verfügung. Du bist lebendige Kirche, und als solche musst du deine Taufe und deine Firmung leben. Verbreite deinen Glauben, ohne Menschenfurcht, ohne Angst, wohl aber mit Takt und Liebenswürdigkeit.
Denke daran, wenn du nicht Apostel bist, riskierst du, Apostat zu sein, denn wenn du dich nicht verpflichtet fühlst, das zu verschenken, was auch du umsonst erhalten hast, läufst du Gefahr, auch das zu verlieren, was du besitzest.
Schaue auf das Beispiel der Heiligen, die, der Gnade des Heiligen Geistes gehorchend, ihr Leben so zugebracht haben, dass ihre guten Werke eine unauslöschliche Spur hinterlassen haben.
Wirke auch du in diesem Sinne: bekämpfe das Böse in dir und um dich herum. Tue Gutes überall, wo du stehst und gehst. Jenen, die die Apostel zum Schweigen bringen wollten, antwortete man: «Wenn ihr ihren Mund schliesst, werden ihre Werke sprechen.»
So sei es auch unter euch! Mögen eure Werke sprechen, und wer sie sieht, möge Gott preisen, der sie in euch bewirkt hat.

Endgültige Unbussfertigkeit
22. Mai 1968
Meine geliebte Tochter, die Belehrung, die Ich dir jetzt diktieren werde, wird viel wichtiger sein als du glaubst; sie wird sogar eine entscheidende Bedeutung haben in deinem Leben. Ich werde mit dir von der endgültigen Unbussfertigkeit sprechen.
Es ist sehr wichtig, dass ihr am Ende eures Lebens allen gegenüber eine lautere Gesinnung habt; aber es ist noch weit wichtiger, dass ihr den Frieden mit Gott habt, woraus als Folge sich eben der Friede mit dem Nächsten ergibt.
Sogar, wenn einer sich im Stande der Todsünde befände, ist es wichtig, im Geiste bereit zu sein, kehrt zu machen, zu bereuen und sich an seinen Schöpfer zu wenden, um Ihn um Verzeihung zu bitten.
Dies scheint eine sehr einfache Sache zu sein, besonders angesichts des Todes und in Voraussicht des Gerichtes, das unmittelbar nachher die Seele erwartet. Doch ist es nicht so. Ihr sagt: «Wer gut lebt, wird gut sterben», und dies ist wahr; aber es ist auch wahr, dass, wer gewohnt ist, freiwillig in der Todsünde zu leben, nicht bereit ist, im letzten Augenblick das Leben zu ändern, sondern er zieht es vor, in der Sünde zu bleiben und er entschliesst sich, in der Sünde zu verharren und fortzufahren, Gott zu hassen während der ganzen Ewigkeit.

Es wird zu spät sein

Gewiss, der Unbussfertige vermutet nicht das zu finden, was er finden wird, denn er ist gewohnt, die Dinge zu betrachten, wie sie in der Welt geschehen, wo Gott, obwohl Er bisweilen ein kleines Beispiel Seiner Gerechtigkeit gibt, nur Barmherzigkeit und Güte walten lässt; aber wenn der Unbussfertige vor Gott, als seinem Richter, stehen wird, und es zu spät sein wird, Reue zu erwecken, wird er sich des Ungeheuerlichen seiner Unwissenheit und seiner Bosheit bewusst werden, die ihn an ein so trostloses und schreckliches Ende gebracht haben.
Ich wünsche, dass der Sünder sich bekehre und lebe. Ich gedulde Mich und warne und warte, indem Ich alle Bekehrungsmittel versuche bis zum letzten Tag. Jeder Weg ist gut; Ich säe Gnaden, Ich bediene Mich aller Mittel.
Bald gewähre Ich materielle Güter, bald nehme Ich sie weg. Ich gebe die Gesundheit, und Ich nehme sie weg. Ich schenke geistige Gaben jeder Art. Nichts lasse Ich unversucht, denn das Heil der Seelen ist eine Sache, die am meisten Mich interessiert, der Ich sie erschaffen und zu einem hohen Preis erlöst habe.
Wenn die Seele Meine Hilfe zurückweist, wenn sie sich weigert zu bereuen, wird sie im Augenblick des Todes in die Hölle fahren. Dann endlich werden sich ihre Augen öffnen; sie wird die für sie bereitete Strafe sehen. Aber sie wird nicht mehr die Möglichkeit haben, sich umzubesinnen, zu bereuen, sondern sie wird die ganze Ewigkeit das tragische Sein der Gotteshasser teilen.
Wie nötig ist es, Meine Tochter, über diese Dinge nachzudenken, solange ihr am Leben seid, und, sobald ihr euch eines Fehlers bewusst werdet, ihn alsogleich gutzumachen sucht.
Der Herr kennt eure Schwäche, und Er weiss, wie leicht der Mensch sündigt. Wenn der Mensch sich nach der Sünde mit reuigem Herzen zu Gott wendet, erlangt er die Verzeihung; Gott gibt sie ihm gerne, sofern Er nur ein Minimum an gutem Willen und den Wunsch, sich zu bessern, in ihm entdeckt. Aber das halsstarrige Verbleiben in der Schuld und die Tatsache, nicht bereuen zu wollen, setzt den Herrn in die Lage, nicht verzeihen zu können.

Der menschliche Wille

In jedem Fall braucht es immer die Mitwirkung des menschlichen Willens, damit Gott wirken kann, denn Er auferlegt der menschlichen Freiheit nie einen Zwang. Die Prüfung muss freiwillig überwunden werden, sie darf nicht aufgezwungen sein.
Seid bereit, Meine Kinder, eure Fehler einzugestehen und tut dies auch unter euch, damit es euch leichter werde, euch auch vor Gott zu verdemütigen. Bittet gegenseitig um Verzeihung, denn ihr alle könnt euch irren und sündigen.
Wenn euer Geist demütig und dem Nächsten gegenüber zum Frieden geneigt ist, wird er keinen Hass gegen Gott haben können; er wird sich leicht vor Ihm demütigen.
Es ist euch gesagt worden: «Die Sonne möge nicht untergehen über euerm Zorn», und jetzt sage Ich euch: «Geht nicht schlafen mit der Sünde auf der Seele, wodurch ihr im Zorne seid mit Gott.»
Beeilt euch sofort gutzumachen. Bereut, bittet um Verzeihung, denn ihr wisst nicht, ob während der Nacht nicht der Tod kommt wie ein Dieb.
Wachet, denn ihr wisst weder die Stunde noch den Tag, an dem der Bräutigam kommen wird. Wendet euch an Gott nach jedem Fall, der, so klein er auch sei, immer schwerwiegend ist in Anbetracht der Würde des beleidigten Gottes.
Bittet den Herrn immer um genügend Licht, eure Fehler zu erkennen, und um die Demut, sie zu verabscheuen.
Betet auch für die verstockten Sünder, die rebellisch, widerspenstig und undankbar gegen Gott in einem Leben der Sünde verharren, das sie sicher zum Ruin führen wird.
«Solange der Mensch lebt, ist Hoffnung vorhanden», pflegt ihr zu sagen, und es ist wirklich so. Deshalb bitte Ich euch, vergesset nie jene, die am Ende ihres Lebens angelangt sind und noch in der Sünde leben.

Betet mit grossmütigem Herzen

Betet für die Sterbenden. Nur ein Faden trennt sie noch von der Ewigkeit. Ein Gebet mit grossmütigem Herzen verrichtet, ein Opfer aus Liebe für sie dargebracht, kann ihnen jene providentielle Hilfe und das nötige Licht erlangen, damit sie ihre Lage erkennen und sich bekehren.
Es ist euch gesagt worden: «Wer eine Seele rettet, hat seine eigene gerettet.» Kinder, gebt Mir Seelen, Ich habe Durst nach Seelen!
Lasst euch das Leben nicht drückend sein, wenn ihr es zu diesem Zwecke verbringen könnt. Ich kam in die Welt, um zu retten, was verloren war. Wenn ihr Mir in dieser Arbeit helfet, wird eure Belohnung gross sein.
Ihr könnt und dürft nicht gleichgültig bleiben gegenüber den Seelen, die zu Grunde gehen. Jeder hat ein wenig Verantwortung für den Bruder, der verloren geht.
«Wo ist dein Bruder?», frug Gott Kain. Und jeden von euch wird Er ebenso fragen, denn jeder ist mit der Rettung seines Nächsten beauftragt.
«Wo sind deine Kinder?» wird Er die Mütter fragen, «und wo ist dein Gatte?» «Wo sind die Priester, die Ich euch gegeben habe?» Habt ihr mit ihnen gelitten und gearbeitet für die Rettung der Seelen? Habt ihr gebetet für ihre Heiligung, damit es nicht geschehe, dass sie selbst, nachdem sie andern gepredigt haben, verloren gehen.
Und wo sind alle jene Personen, die Ich euern Weg habe kreuzen lassen? Habt ihr sie erbaut mit gutem Rat? Habt ihr ihnen ein gutes Wort gesagt und vor allem, habt ihr sie den Eifer eurer Nächstenliebe und eurer Zuneigung fühlen lassen, um sie für Gott, für Mich zu gewinnen?

Liebt alle!

Habt ihr wirklich für alle von ganzem Herzen gebetet, oder habt ihr euch hermetisch in euch selbst abgekapselt und euer Flehen beschränkt auf jene kleinen persönlichen und materiellen Sachen, für welche es nicht der Mühe wert war, sich einen Moment aufzuhalten?
Weitet, Kinder, euer Blickfeld und eure Herzen. Liebt, liebt alle. Wie viele Probleme werden sich mit Leichtigkeit lösen, die unlösbar erschienen.
Vergesst nie, dass das Wichtigste ist, die Seele zu retten, dass ihr jedoch schwerlich die eure rettet, wenn es euch nicht am Herzen liegt, auch die andern zu retten.

Auffahrt
23.Mai 1968
Jetzt werde Ich mit dir von Meiner Auffahrt in den Himmel sprechen.
In den 40 Tagen nach Meiner Auferstehung stärkte Ich Meine Apostel und Jünger im Glauben. Ich setzte das Sakrament der Busse ein und gab der Kirche in Petrus ein Haupt. Ihm gab Ich die Zusicherung Meines beständigen Beistandes und übergab ihm die Sorge für Meine Kirche, für die «Schafe» und «Lämmer», mit deren Namen, Ich, der gute Hirte, die Seelen zu bezeichnen pflegte. Dann fuhr Ich, in Anwesenheit von über 500 Personen, in den Himmel auf.
Alle schauten auf Mich und erwarteten, dass Ich zurückkäme, obwohl Ich oft versichert hatte, dass Ich zum Vater hinauf fahren würde, um allen eine
Wohnung zu bereiten, und dass Ich am Ende der Welt als höchster Richter wiederkommen würde, um die Guten und die Bösen zu richten.
Ich stieg in den Himmel hinauf, weil Mich der Vater verherrlichen musste. In der Tat hatte Ich nur Seine Ehre gesucht.
Und auch du wirst von Gott verherrlicht werden, wenn du in allen deinen Werken immer Seine Ehre suchen wirst.

Mangel an guter Meinung

Reinige deshalb immer wieder deine gute Meinung. Was du aus menschlicher Rücksicht tust, geht alles verloren. Es ist gleichsam ein Brief ohne Adresse, der seinen Bestimmungsort nicht erreichen kann. Du wirst eine menschliche Belohnung erhalten können, was wenig bedeutet; wenn du aber willst, dass deine Werke im Himmel Widerhall finden, musst du die gute Meinung machen, du musst für den Himmel arbeiten.
Halte deine Gedanken auf das Endziel gerichtet. Weiche nicht vom Pfade ab; verfehle nicht den Weg. Wenn du fällst, stehe wieder auf, bitte um Hilfe und gehe weiter. Das Leben ist eine Pilgerfahrt. Es scheint dir lang, wenn du leidest, aber es ist sehr kurz, wenn du es mit der Ewigkeit vergleichst.
Wie viele Personen, die du gekannt hast, die mit dir aufgewachsen sind, die gleichen Alters waren, haben dich schon verlassen?
Wie viele, sogar noch jüngere als du, sind dir schon vorausgegangen? Jetzt ist es an dir. Ich habe dir die Stunde und den Tag verborgen, denn der Gedanke, alle und alles zu verlassen, hätte dich betrübt. Vielleicht wärest du verzweifelt. Aber du weisst nicht, ob du das Ende des begonnenen Jahres, des laufenden Monats oder des zur Neige gehenden Tages erreichen wirst.
Diese Ungewissheit darf dich weder beunruhigen noch gleichgültig lassen.
Sie muss dich beschäftigen. Wie du dich mit deinen Interessen beschäftigst, so kannst du diese Dinge nicht vergessen, die das Hauptinteresse deines Lebens sind; denn sie betreffen die Ewigkeit.
Lebe gut, lebe unbesorgt, lebe für den Herrn und sei bereit, wann immer auch Er rufen möge. Viele sagen, dass mit dem Tode alles aus sei; was bleibe: ein Holzkasten, eine Grube, eine Handvoll Erde. Aber scheint dir, dass es wirklich so sein kann?
Alles wird gesiebt werden
Sollen die Güte, die Gerechtigkeit, die Nächstenliebe, das Leiden nicht belohnt und heimgezahlt werden? Sollen das Böse, die Schlechtigkeit, die Undankbarkeit, die Unehrlichkeit nicht bestraft werden?
Alles, alles wird gesiebt werden, und die Seelen und die Körper werden an der ewigen Belohnung und Strafe teilnehmen. Auch die Körper werden eines Tages auferstehen, das ist sicher, wie Ich von den Toten auferstanden bin, und werden sich mit der Seele wieder vereinigen, mit welcher sie eins waren im Vollbringen des Guten und des Bösen, um verherrlicht oder verdammt zu werden.
Also Mut, Meine Tochter! Fürchte nichts. Du hast einen Engel neben dir, der dich führt. Du hast eine Mutter, die dir fortwährend beisteht. Ich selbst bin in dir und mit dir. Mut! Steige mit Mir auf den heiligen Berg der christlichen Vollkommenheit.
Es ist so schön, mit dem Herrn zu leben, sich Ihm anzuvertrauen, sich Ihm in Seine Arme zu werfen, auf Seine Stimme zu hören. Es ist auch schön, an Seinem Kreuz zu hängen, denn wenn du mit Ihm leidest, fühlst du das Leiden nicht mehr. Leiden ist eine Freude.
Schreite dem Himmel zu und nimm die Welt mit dir, die Welt der Leidenden, der Sünder, der Gottgeweihten. Gehe mit ihnen, hilf ihnen, beklage dich nicht, verbreite die Freude, die Liebe, den Frieden. Ich bin bei dir jetzt und werde es immer sein.

Das «Warum des Leidens»
23. Mai 1968
Meine geliebte Tochter, höre auf Mich und sei aufmerksam auf das, was Ich dir sagen werde. Ich werde mit dir über die Notwendigkeit des Leidens sprechen.
Warum leiden? Frägt sich die ganze Welt und nimmt sich alle Mühe und tut alles, um das Leiden zu vermeiden.
Ich frage dich nun: Ist es nötig zu leiden? Und Ich selbst antworte dir:
Das Leiden ist in die Welt gekommen mit der Sünde und solange diese weiterdauert, ist die Sühne nötig. Ohne Blutvergiessen gibt es keinen Nachlass. Jedes Verbrechen verlangt ein Opfer, das bezahlt.
Ich war das erste Opfer, und Ich habe für alle bezahlt, aber Mein Opfer wird für die Seelen nicht wirksam, wenn sie nicht selbst mit dem eigenen Blut daran teilhaben.
Deshalb kann niemand ohne Leiden bleiben. Von der Geburt bis zum Tode, von den ersten Tränen, die ein Kind vergiesst, wenn es als Lebenszeichen den ersten Schrei ausstösst, bis zu den letzten, die das Angesicht des Sterbenden befeuchten, ist alles eine Reihe von kleinen und grossen Leiden, die das Leben in einen Kalvarienberg verwandeln.

Das Weizenkorn

Jetzt will Ich dich lehren, diese Opfer, diese Tränen, diese Kreuze nicht nur ertragbar, sondern deinem und Meinem Herzen angenehm zu machen. Denke indessen daran: wenn das Samenkorn in der Erde nicht stirbt, erzeugt es keine Ähre.
Jedes von euch ist Mein Weizenkorn. Ihr bildet die Hostie, das Opfer, den Mystischen Leib; deshalb muss jedes von euch reifen, nachdem es im Leiden abgestorben ist.
Es ist nicht nur ein mystisches Gesetz, von dem Ich zu dir spreche, sondern auch ein natürliches.
Ohne Opfer wirkt man nichts.
Sieh, wie viele Opfer die grossen Entdeckungen in der Welt gekostet haben: wieviel Schweiss, wieviel schlaflose Nächte, wieviel Arbeit und wieviel Menschenopfer! Jedes Unternehmen fordert seinen Teil an Leiden.
Ihr pflegt zu sagen: «Mit nichts macht man nichts.» So ist es in der Tat. Wenn also in allen menschlichen Unternehmen das Gesetz besteht, dass nur durch Schmerz sich kleine und grosse Dinge verwirklichen lassen, wieviel mehr muss das gleiche Gesetz gelten, um Gottes Pläne zu verwirklichen. Es kann nicht anders sein, denn wenn der Vater in Seiner unendlichen Güte und Weisheit selbst Mich, Seinen Sohn, diesem Gesetze unterordnen wollte, so nur deswegen, weil kein besseres Gesetz bestand, kein wirksameres Mittel, kein kürzerer Weg als jener des Schmerzes.
Dies war nicht der Wunsch des Vaters bei der Erschaffung des Menschen, der für die Freude, für das Glück und für die Herrlichkeit des Paradieses bestimmt war.

Für die Freude bestimmt

Der Mensch, der König der Schöpfung, war ausersehen, schon auf der Erde im Verkehr mit Gott lebend, ein vorausgenommenes Paradies zu geniessen. Die Auflehnung, mit der sich eure Voreltern befleckten, zerriss die Bande der Kindschaft zwischen Gott und Mensch und der Schmerz war die logische Folge davon.
Der Mensch hätte jedoch, trotz Selbsterniedrigung und Tränen, nicht vermocht, den Blick zu Gott zu erheben und um Erbarmen zu bitten. Sein Schrei wäre nicht in den Himmel gedrungen, wenn nicht Ich die menschliche Natur angenommen, Mich zu einem von euch gemacht, und als Opfergabe den Vater für die ganze Menschheit um Verzeihung gebeten hätte.
Erst nach Meinem Opfer und nur wenn eure Opfer mit dem Meinen vereinigt sind, erhalten sie einen erlösenden und reinigenden Wert.
Hier will Ich dich aufmerksam machen auf die vielen unnützen Leiden in der Welt. Es sind die Leiden, die nicht vergolten werden, die keine Belohnung erhalten. Es sind die Leiden, die viele Seelen erleiden oder ertragen, dabei aber in der Todsünde leben.
Ich erkläre es dir so: wenn du ein Zimmer beleuchten willst, betätigst du den Lichtschalter.
Wohlan, die Gnade ist der Lichtschalter, die dem göttlichen Lichte den Eintritt erlaubt. Erleuchtet von diesem Licht, das göttliches Leben ist, erhält alles einen besonderen Wert, und jeder kleine Akt, auch eine Träne, kann nutzbringend werden für das Wohl aller.
Für jenen, der in der Sünde lebt, ist alles dichtes Dunkel, alles umsonst: die Tränen, der Schmerz, das Leiden. Meistens finden in seinem Herzen Eingang: die Verzweiflung, die Auflehnung, die Unzufriedenheit, weil eben die Hilfe Gottes fehlt, wenn nicht auch der Glaube zu wanken beginnt.
Wenn ihr die Kraft haben wollt, das Leben zu ertragen, so wie es ist, schöpft sie aus dem Herzen Gottes, der den Schmerz in Freude verwandeln kann.
Nur so wird es dir möglich sein, für die Mitmenschen zu leiden, für sie zu sühnen, ihre Schmerzen zu lindern, wie es viele Heilige der Kirche getan haben und noch tun.
Mittels der Gnade und des Leidens kann sich jeder Christ vor den Vater stellen und Ihm sagen: «Ich bin dein Sohn, ich bin Jesus», und der Vater spendet durch Seine Vermittlung der Menschheit Seine Wohltaten.

Du hast eine Münze

Du, als Mutter, spürst im Herzen einen glühenden Wunsch, deinen Kindern zu helfen. Du möchtest, dass sie gut, heilig oder wenigstens ehrlich, gesund seien. Nun gut, du hast eine Münze, mit der du alles dies erkaufen kannst: dein Leiden.
Du beklagst dich vielleicht, weil du die Gesundheit nicht hast und deshalb deine Pflichten gegen deine Kinder nicht erfüllen kannst. Beklage dich nicht. Wenn du mit Mir deine Leiden Gott aufopferst, vertritt dich Gott selbst, und wenn du auch nicht sofort die Früchte siehst, wirst du erleben, dass Er deine Kinder besser führt, als du es bei voller Gesundheit hättest machen können.
Wenn du klagst, wenn du weinst, wenn du verzweifelst, werden sie dich. schwer ertragen. Die Nächstenliebe ist schon schwierig zu üben mit den Kranken und du wirst ihnen nicht helfen können; du wirst nur eine Last sein für sie.
Habt ihr liebe kranke Angehörige in der Familie? Wenn ihr ihnen mit Güte, mit Frohmut, mit Geduld naht, werden sie ihre Krankheiten weniger fühlen und das Kreuz wird weniger schwer sein für alle.
Gebrauche das Kreuz als Mittel zur Rettung. Liebe das Kreuz, weil du an ihm Mich findest. Der Schmerz ist das Mittel, durch das man die Liebe zeigen kann; es ist die Sprache der Liebe. Wer Mich liebt, hat nichts anders zu tun, als Mir auf dem Kreuzweg zu folgen, indem er seinen Teil des Kreuzes trägt.
Sei mit Freude bereit, Mir zu folgen. Auf diesem Wege wirst du auch eine Mutter finden, das heiligste aller Geschöpfe, die schmerzensreichste aller Mütter. Vertraue dich Ihr an, die, wie Sie Mich getröstet hat, auch dir helfen wird, den Gipfel zu erreichen ... und dann, nach den Leiden, die Herrlichkeit und eine unendliche Freude, die nie enden wird.

Das Fegfeuer
25.Mai 1968
Meine geliebte Tochter, die Lektion, die Ich dir erteilen werde, wird-ein Argument behandeln, das alle als von wenig Wichtigkeit beurteilen, das aber in Wirklichkeit sehr grosse Bedeutung hat.
Ich werde mit dir über das Fegfeuer sprechen, über jenen Ort, wohin sich die Seelen der Verstorbenen begeben müssen, um gereinigt zu werden, bevor sie in den Himmel einziehen, wohin niemand gelangen kann, der nicht ganz rein ist.
Erinnerst du dich des Gleichnisses des Evangeliums von jenem Geladenen, der ohne hochzeitliches Kleid befunden wurde. Nun gut, ins Paradies hat Eintritt nur der, dessen Kleid glänzend rein ist, von dem das weisse Taufkleid, das der Priester dem Neugeborenen bei der Taufe übergibt, nur ein schwaches Abbild ist.
Da die Seelen selten in der Taufunschuld sterben, müssen sie diese am Reinigungsorte von neuem erwerben.
Ein Akt vollkommener Reue würde an sich genügen, um der Seele jenen Glanz wieder zu geben, durch welchen sie sofort nach dem Tode in die Umarmung Gottes fliegen könnte; aber es ist schwierig, einen so tiefen Schmerz zu empfinden; deshalb müssen gewöhnlich alle durch das Fegfeuer gehen.

Gott ist nötig

Du wirst Mich fragen: «Was ist das Fegfeuer?» Es ist sehr schwierig, es dir zu erklären. Du müsstest verstehen können, was Gott für eine Seele bedeutet, um zu erfassen, welche Strafe es ist, fern von Gott zu sein, auch wenn es nur vorübergehend ist.
Stelle dir vor, dass Gott der Seele so nötig ist, wie die Luft für deine Lungen unentbehrlich ist.
Du kennst gewisse Krankheiten, die der Person, die davon befallen ist, eine Art Erstickungsanfälle bereiten, wie z. B. das Asthma. Gerade dies kann dir eine, wenn auch blasse Idee geben von einer der Qualen, die im Fegfeuer die Seele am meisten bedrängen.
Solange ihr in der Hülle befangen seid, die ihr Körper nennt, ist die Seele wie unempfindlich dem Rufe Gottes gegenüber; aber sobald sie befreit ist von den Banden, die sie an die Erde binden, möchte sie im Fluge zu Gott eilen; der Gedanke, Ihn zu entbehren, wird für die Seele zur unbeschreiblichen Qual.
Alle anderen Strafen, die die Seelen für ihre besonderen Fehler verbüssen müssen, sind, im Vergleiche zur ersten Qual, zweitrangig. Das reinigende Feuer, in das die Seelen getaucht sind, wird insbesondere jene Teile des Körpers quälen, die Ursache zur Sünde waren.
Ich habe dir vom Körper gesprochen; obwohl er auf der Erde zurückgelassen wird, werden die Seelen das Gefühl haben, ihn noch zu besitzen, damit er an der Strafe, die der Herr der Seele auferlegt hat, teilhaben kann.

Akt der Gerechtigkeit

Dies ist auch ein Akt der Gerechtigkeit von seiten Gottes, weil das Fegfeuer nach dem letzten Gericht nicht mehr existieren wird und der Körper, der mit der Seele gesündigt hat, unbestraft bliebe.
Sofort nach dem Tode fliegt die Seele spontan in diesen Reinigungsort. Sie könnte es nicht ertragen, auch nur mit dem kleinsten Flecken vor Gott zu erscheinen, und sie möchte das Fegfeuer nicht verlassen, bevor ihre Reinheit jenes Ortes würdig ist, wo Gott, umgeben vom Himmlischen Hof, regiert in Heiligkeit und Vollkommenheit.
Der einzige Trost für die Seelen, die im Gefängnis der Reinigung leiden, ist die Hoffnung, dass sie es eines Tages schliesslich werden verlassen können. Diese Seelen vermögen nichts zu tun für sich selbst, während sie euch, die ihr noch im Exil lebt, helfen können.
Sie verschwenden gewiss. ihre Zeit nicht. Sie verbringen sie, um Gott zu lieben und jenen Menschen zu helfen, mit denen sie ein geistiges oder natürliches Verwandtschaftsband verband und jenen, die ihnen geholfen haben,
sich zu retten. Vor allem aber helfen sie jenen, die, indem sie für sie beten, flehen, dass ihnen durch sie geholfen werde.
Du verstehst sofort, weiche Wichtigkeit das Gebet für diese Seelen hat: während es ihnen Trost und Hilfe gibt und ihre Befreiung beschleunigt, erlangt es euch von Gott Gnaden und besondere Gunsterweise.
Zweifellos wird Gott diese Gunsterweise gewähren, weil die Begegnung dieser Seelen mit Ihm beschleunigen, Ihm eine grosse Freude verschaffen heisst.

Niemand denkt an sie

Es gibt Seelen, die seit sehr vielen Jahren im Fegfeuer leiden. Niemand denkt an sie, vielleicht weil auch sie selbst im Leben nie daran dachten, anderen zu helfen. Es ist daher ein grosser Liebesdienst, ihnen und Mir gegenüber, ihre Befreiung zu beschleunigen.
Damit du besser verstehst, wie sehr du daran interessiert sein solltest, für diese Seelen zu beten, die unbeschreibliche Qualen erleiden, will Ich dir ein kleines Beispiel geben. Hast du schon gesehen, wie in gewissen öffentlichen Anstalten, z. B. in den Spitälern, Schriften aufleuchten, wenn ein Kranker klingelt?
Nun gut, denk daran, dass jedesmal. wenn du für die Armen Seelen etwas aufopferst, das ihnen helfen kann, sie die Gabe sofort vergelten: es ist, als liessen sie die Schrift aufleuchten: «Gott», indem sie Ihn um Hilfe bitten für die Seele, die ihnen Gutes getan hat.
Wie kannst du den Seelen im Fegfeuer helfen? Auf tausend Arten.
Du kannst für sie die Verdienste deiner guten Werke aufopfern, deine Opfer, deine Almosen, deine Gebete. Aber das Gebet und das Opfer, das ihnen am meisten hilft und ihr Los erleichtert, ist das Opfer der heiligen Messe, da es Mein dem Vater für sie dargebrachtes Opfer ist.
Bedenke aber auch, dass dieser Liebesdienst, den du tun kannst, solange du auf Erden bist, auch eine Pflicht der Gerechtigkeit ist.
Vielleicht schmachten im Fegfeuer Vater und Mutter, die von ihren Kindern im Leben vernachlässigt wurden. Dies ist die beste Art und Weise, die Schuld gutzumachen.
Vielleicht leiden geweihte Personen, besonders Priester, weil sie zu nachsichtig waren mit ihren Beichtkindern, oder weil sie die hl. Messe abgekürzt oder mit zu grosser Eile gefeiert haben, um die Gläubigen nicht zu langweilen.
Vielleicht handelt es sich um Personen, die durch zuviel Nachsicht und zu natürlicher Güte gesündigt und dadurch das Gesetz Gottes verletzt haben.

Pflicht der Gerechtigkeit

Nun gut, es ist Pflicht der Gerechtigkeit, ihnen zu helfen und sie zu befreien, und ihr könnt und sollt es machen. Höre auf den Schrei, den sie an dich richten: «Habt Erbarmen mit uns, ihr, die ihr uns helfen könnt.» Sei nicht taub ihren Bitten gegenüber.
Du siehst sie nicht, Ich weiss es, und darum vergissest du sie; aber wenn du Glaube hast, musst du an Meine Worte glauben und nicht zweifeln, dass, wenn Ich im Evangelium gesagt habe, dass ihr für ein Glas Wasser, das ihr aus Liebe zu Mir dem Dürstenden gereicht habt, belohnt werdet, Ich dir für diese Liebesdienste für Meine Freunde reiche Belohnung geben werde.
Bitte Meine Mutter jeden Tag, damit Sie in dieses dunkle Gefängnis hinabsteige, um die Seelen zu befreien, die Sie im Leben am meisten liebten und sei sicher, dass deine Bitte von Ihr mit Freude erhört und mit Grossmut zurückbezahlt wird.

Die Lektüre
26. Mai 1968
Meine Tochter, die gegenwärtige Lektion will dir Führerin sein in der Auswahl jener Dinge, die dich am meisten anziehen, damit die Wahl mit Klugheit und gesundem Menschenverstand geschehe.
Ich werde mit dir über die Lektüre sprechen. Man sagt, wer liest, der isst.
Die Lektüre ist tatsächlich Nahrung des Geistes. Wenn diese Nahrung gut ist, wird sie dich geistig erbauen und deinem Geiste Freude geben; wenn sie verdorben ist, wird sie die Seele beflecken; sie wird dich zur Sünde verleiten und zum Ruin führen, nicht nur zum geistigen, sondern auch zum körperlichen.
Lerne darum deine Lektüren auswählen und stürze dich nicht auf alles, was dir in die Hand fällt, nur um Worte zu verschlingen; denn sie könnten ein gefährliches Gift sein, das so in deinen Geist und in dein Herz einschleicht. Durch eine ungesunde Lektüre kannst du den Frieden verlieren und zum Bösen verleitet werden.

Lasse dich beraten in der Auswahl

Viele vor dir, die stärker waren als du, sind gefallen; darum fürchte für dich selbst. Lasse dich beraten in der Auswahl der Zeitungen und der Bücher, der Zeitschriften und der Hefte von jemandem, der den Auftrag hat, ihren Inhalt für dich zu prüfen. Ich versichere dir, dass du ruhiger leben, den Geist freier haben und in der Nacht weniger Alpdruck spüren wirst.
Wähle eine Lektüre, die dich erhebt, dich belehrt, die dir Fiihrerin ist auf dem Lebensweg.
Wenn Beweggründe des Studiums oder der Verantwortung dich verpflichten, verschiedenste Nachrichten zur Kenntnis zu nehmen oder Bücher jeder Gattung zu lesen, empfiehl dich zuerst Gott, der über deine Gedanken, über deine Gefühle und deine Sinne wacht, damit sie nicht getrübt werden.
Wie viele Seelen richten sich zugrunde durch ungesunde Lektüren. Wie viele Unschuldige gehen verloren durch pornographische Zeitungen und Zeitschriften! Wieviel teufliche Lektüre! Im Namen der Freiheit will die moderne Jugend auf diesem Gebiete keine Grenzen.
Es ist nicht leicht, dir zu sagen, welchen Schaden eine Zeitung oder eine unsaubere Veröffentlichung anrichten kann. Die Jungen lesen und auf heimliche oder unverschämte Art und Weise verbreiten sie das Schlechte; das Gift, das sie eingenommen haben, geben sie weiter, und heute bedeutet es eine Ehre, die neueste Nachricht oder den neuesten, wenn auch schmutzigsten Witz zu wissen.
Lernt zu wählen, Meine Kinder, und Ihr, Mütter, wachet über die Lektüren eurer Kinder und über eure eigene Lektüre. Täuscht euch nicht, indem ihr meint, heute sei alles anders geworden, und es sei gut, alles zu wissen und alles zu sehen. Schamlose Bilder reizen die Sinne und verleiten zu unreinen Gedanken und Sünden; gewisse umstürzende Stellungs- und Ideenwechsel sind verschuldet durch schlechte Lektüre.

Täuscht euch nicht

Sage nicht, dass du nur oberflächlich und zum Zeitvertreib liest, denn wie dich die Speise des Körpers nährt, auch wenn du es nur aus Gewohnheit tust, ohne an das zu denken, was du issest, so haben die Lektüren, die die Nahrung des Geistes sind, zur gegebenen Zeit ihre Wirkung; wenn du dich in ähnlichen Situationen befindest wie jene, von denen du in den Zeitungen oder Büchern gelesen hast, kommt es dir ohne weiteres in den Sinn, ebenso zu denken und zu handeln.
Vertiefe deine Kenntnisse der ewigen Wahrheiten. Lies Bücher, die dir Beispiele zum Nachahmen zeigen. Lies und studiere Meine Botschaft der Liebe, das Evangelium, die Bücher der Kirchenlehrer voll Weisheit und Licht. Was
nützt es dir, den Lebenslauf der Sänger, der Künstler oder irgend einer Persönlichkeit zu kennen, wenn diese unnachahmbar ist, oder, falls du sie nachahmen wolltest, deine Familie ruiniert würde.
Nimm dir vor, jeden Tag etwas Gutes zu lesen, das für dich Erholung oder Vergnügen ist.
Mache den Vorsatz, jeden Tag eine, wenn auch nur kurze Betrachtung zu machen. Mache alles mit Ordnung. Vermeide eine Überfütterung, indem du an einem Tag ein ganzes Buch liesest, weil es dir gefällt, auch wenn du dabei deine häuslichen Pflichten vernachlässigen musst.
Sich auch in dieser Beziehung eine Regel, einen Plan aufzustellen wissen, bringt grosse Befriedigung. Die Lektüre unterbrechen zu können, wenn Pflichten der Nächstenliebe oder des Berufes anderswohin rufen, ist Zeichen von Charakterstärke.
Übertreibe im Lesen nicht; lies massvoll; überlege und suche das, was du liest, in dich aufzunehmen, um es ins praktische Leben umzusetzen.

Das Buch der Natur

Und nun gebe Ich dir einen Rat. Es gibt ein Buch, in welchem alle lesen können, auch die Analphabeten. Es ist das Buch der Natur. Werde nicht müde, es zu lesen, gewöhne dich sogar, jeden Tag darin zu lesen, wo auch immer du dich befindest.
Betrachte die Blumen, die Pflanzen, den Himmel, die Sterne, die Tiere. Betrachte die Welt der Natur, die dich umgibt, von der Sonne bestrahlt oder vom Monde erhellt. Lerne in diesem wundervollen Buch erkennen die Güte des Vaters, Seine Unermesslichkeit, Seine Gerechtigkeit, Seine Vorsehung. Und nachdem du über alles nachgedacht, wirst du von selbst von Dankbarkeit gegen Ihn erfüllt werden, du wirst mehr Vertrauen zu Ihm haben, du wirst dich als ein besserer Mensch fühlen.
Die Heiligen verstanden ihr Herz voll Dankbarkeit zu Gott zu erheben, selbst beim Betrachten eines Wiesenblümchens.
Lies im Buche der Schöpfung, das allen offen steht, und du wirst darin entdecken, wie gross die Liebe Gottes zu den Menschen ist, ob sie gut oder böse seien, und auch dein Herz wird sich in der Liebe zu Gott und zu den Menschen weiten.

Jesus verlangt Liebe
27. Mai 1968
Meine geliebte Tochter, sei bereit bei Meinem Anruf und glücklich, für deinen Herrn ein kleines Opfer bringen zu dürfen, denn Er liebt jenen, der mit Freude gibt.
Der Herr wird immer etwas von dir verlangen, vor allem aber wird Er dein Herz verlangen, auf welches Er eifersüchtig ist. Er will dein Herz, deine Liebe. Er wünscht dich grossmütig und selbstlos.
Die Kälte stösst Ihn ab, die Engherzigkeit betrübt Ihn. Wenn du nicht viel tun kannst, mache was du kannst, aber habe ungeheure Wünsche, denn Gott liebt die Menschen mit grossen Wünschen.
Jede deiner Handlungen sei aus reiner Liebe ausgeführt, so dass dein Leben zu einer langen goldenen Kette wird, die dem Vater überreicht wird.

Ein bisschen Liebe

Du fügst jeder Suppe eine Fingerspitze voll Salz bei und wehe, wenn es fehlt. Nun gut, lege auch in jede Handlung, so unbedeutend sie auch sei, ein wenig Liebe, Gottesliebe und Nächstenliebe, die letzten Endes auch zur Gottesliebe wird.
Wer liebt, spürt keine Müdigkeit, wird sich des Opfers nicht gewahr; alles wird ihm leicht, alles schön. Sieh mit wie viel Freude sich eine Mutter opfert für ihre Kinder! Sie liebt sie. Die Liebe gibt Kraft zum Heroismus.
Als Fundament jeder Heiligkeit wirst du die Liebe finden. Mein Augustinus sagte richtig: «Liebe und tue was du willst.» Wenn du Gott liebst, ist es nicht möglich, dass du ihn beleidigst.
Das Gebet ohne Liebe ist wie eine Harfe ohne Ton. Ihre Musik erreicht nicht den Himmel.
Das Leiden ohne Liebe ist ähnlich der Mühe des Ochsen, der den Pflug zieht, es hat keine Bedeutung und ist ohne Wert. Gezwungenerweise leiden oder stoisch leiden will sagen: leiden ohne irgend welchen Nutzen.
Durch den Akt der Liebe verwandelst du alles.
Du musst nach Heiligkeit streben. Willst du heilig werden? Siehe da den kürzesten und sichersten Weg: erfülle den Willen Gottes aus Liebe. Je grösser deine Liebe, desto echter deine Heiligkeit.

Tue alles aus Liebe

Der Wille Gottes ist es, dass du die täglichen Pflichten, deine Standespflichten erfüllst. Mache die Dinge nicht schwieriger als sie sind. Von morgens früh bis abends spät mühst du dich ab für das Wohl deiner Familienangehörigen. Wohlan, verbinde dein Tun mit der Liebe zu Gott. Dies ist die Heiligkeit.
Der Lohn im Himmel wird der Liebe entsprechen, mit welcher du dein Leben durchwirkt hast. An der Liebe gemessen, kann eine Nadel vom Boden aufheben verdienstvoller sein als eine Kathedrale bauen.
Der Herr verlangt keine grossen Werke. Diese führt Er selber aus, und Er wählt dazu die scheinbar ungeeignetsten Werkzeuge. Er verlangt Liebe. Er bettelt um Liebe.
Die Liebe rettet die Seelen durch Mich. Ich bin es, der die Seelen rettet vermittelst deiner Liebe. Deshalb kann dein Werk gross sein.
Mit der Macht deiner Liebe kannst du alle Orte der Welt erreichen und Mir helfen, die Erlösung und die Rettung fruchtbar zu machen.

Sich Gott anvertrauen
28.Mai 1968
Meine geliebte Tochter, hier bist du wieder zu Meinen Diensten. Die Dinge verändern sich und die Personen wandeln sich; aber Ich bleibe unwandelbar und beständig in Meinen Gedanken und in meinen Gefühlen.
Deshalb wiederhole Ich dir, vertraue dich einzig Mir an, denn wer auf den Menschen vertraut, verändert sich und geht mit ihm zu Grunde. Bemerkst du nicht selbst, wie jede Minute von der andern verschieden ist? Im gleichen Augenblick, in dem du über eine Sache entscheidest, siehst du sie anders und änderst deine Meinung. So ist die menschliche Natur dem ständigen Wechsel unterworfen.
Aber Gott bleibt Jener, der Er war, der Er ist und der Er sein wird. In Ihm ändert sich nichts.
In Ihm ändert weder die Güte noch die Schönheit, weder die Barmherzigkeit noch die Gerechtigkeit, weder die Treue noch die Vorsehung, und keine der schönsten Eigenschaften, die du in Ihm in unermesslicher Fülle findest.
Er ist die Wissenschaft, die Weisheit und die Vollkommenheit. Vertraue dich Ihm an, Meine Tochter, und du wirst nie zu Grunde gehen. Sei Beherrscherin deines Verstandes und deines Herzens, um sie immer auf Gott hin orientieren zu können und sie ihm hinzugeben, Ihm, der das Recht hat, sie zu besitzen.

Immer vorwärts!

Schau immer vorwärts, strebe immer dem Ziele zu, befreie dein Herz immer mehr von jeder Anhänglichkeit, die Seiner nicht würdig ist, denn nur in dieser Freiheit wirst du auf dem Wege der Vollkommenheit gleichsam fliegen können, ohne dass dir die Flügel sich verfangen und brechen.
Mache dich frei auch von dir selbst, denn du bist dir die erste Feindin. Wenn "du dich selbst suchst, suchst du dein «Ich» und vergissest deinen Gott. Tue nichts aus menschlichen Rücksichten; alles sei getan nach Meinem Willen und habe das ewige Leben zum Ziel.
Lobe Gott allezeit, denn Ihm allein gebührt Ehre und Preis in Ewigkeit.

In Vorbereitung auf Pfingsten
29.Mai 1968
Meine Kinder, ihr seid hier versammelt wie einst Meine Apostel im Zönakel mit Maria, Meiner Mutter.
Möge über euch Meine Gnade, Mein Segen und das Licht des Heiligen Geistes, des Trösters, sein. Möget ihr alle von heiliger Liebe entflammt werden und sie verbreiten können, wohin ihr auch immer geht.
Erfüllt damit eure Familien, erfüllt damit die Welt. Diese Welt, die nicht mehr an die Liebe Gottes glaubt und sich selbst zerstört in eitler Liebe und in Hass.
Meine Kinder, liebt einander und liebt Mich; dies ist der Inhalt des Gesetzes und der Propheten. Alles übrige ist nichts.
Ich segne euch, Meine Kinder; bereitet euch auf Pfingsten vor in der Sammlung und im Gebete, in inniger Vereinigung mit Meiner Mutter.

Ich spreche mit dir ohne Worte
27. Mai 1968
C. -- Herr, sprich hörbar zu mir, ich bitte dich.
Jesus -- Meine geliebte Tochter, ängstige dich nicht, glaube und bete an, zur gegebenen Zeit wird dir alles klar sein. Wisse zu warten, Meine Tochter. Ich habe euch nicht gesagt: «Selig, wer gesehen und geglaubt hat», sondern «Selig, wer geglaubt hat, ohne zu sehen».
Was liegt dir daran, dass einige glauben und andere nicht? Fahre frohen Mutes mit deiner Arbeit fort. Schau auf die Früchte. Wenn die Früchte gut sind, kommt das Werk von Gott.
Dein Werk, deine Aufgabe bringt Frohmut, Friede, Liebe, Harmonie, also ist es gut. Wenn es Uneinigkeit, Streit, Eifersucht bringen würde, könntest du zweifeln.
Setze deinen Weg guten Mutes fort. Vertraue auf Mich, der zu dir spricht. Ich spreche zu dir im Verborgenen, Ich spreche ohne Worte zu dir, aber was liegt daran, wenn du Mich verstehst?

Ich wirke auf die Herzen

Ich spreche, indem Ich den Verstand erleuchte; Ich wirke auf die Herzen, Ich rege den Willen an. Ich bin das Wort. Das ewige Wort des Vaters. Während Meines sterblichen Lebens habe Ich zur Volksmenge gesprochen, die begierig war nach Meiner Lehre, aber Ich spreche und habe seit Ewigkeit zu allem Erschaffenen gesprochen.
Durch Mein Wort sind Himmel und Erde gebildet worden, die Pflanzen und die Tiere, die Fische und die Vögel. Durch Mein Wort ist der Mensch erschaffen worden nach unserem Bild und Gleichnis. Nach dem Gleichnis Gottes, verstehst du? Und dem Menschen ist ein Lichtstrahl von dem gegeben worden, was wir seit Ewigkeit besitzen, die Seele, unsterblich, geistig, fähig, zu wollen, zu lieben, zu verstehen und zu sprechen.
Ja, mit dem Wort kannst du deine Gedanken ausdrücken, deinen Willen, deine Wünsche, aber" nur weil du die Seele hast, die dich befähigt, diese Gefühle kundzutun.
Es gibt stumme Menschen, die wunderbar mit ihrem Gott sprechen können, und es gibt gesprächige Menschen, die kein Wort zu Ihm sagen können, oder besser gesagt, die das Herz Gottes nicht erreichen mit ihrem Wort. Du siehst also, dass es nicht nötig ist, dass der Herr mit lauter Stimme zu dir spreche, um sich dir verständlich zu machen; du kannst zu Seinem Herzen sprechen, auch wenn du stumm bist mit den Lippen:
Hab Vertrauen, Meine Tochter, und schreibe. Ich verspreche dir, dass das, was du schreibst, den Seelen sehr wohl tun wird, wie es die Bücher grosser Schriftsteller und Theologen nicht vermocht haben, denn in diesen Seiten atmet Mein Geist, Mein Wille, und deine kleine Arbeit ist mir eine Lappalie, die du mir gibst, ein kleiner Beitrag der Sühne.
Mache es mit Glaube und mit Liebe, mit Einfalt und aus Gehorsam. Ich werde dir das Verdienst geben, wie wenn du ein wunderbares Werk vollbracht hättest, das schönste deines Lebens.

Für deine Kinder

Mache es für deine Kinder und für alle jene, die Ich dir anvertraut habe. Mache es für die Priester, die Ich dir anvertraut und auf deinen Weg gestellt habe. Ja, mache es auch für jene, die dich leiden lassen, denn Ich werde dich nicht belohnen je nach dem sie deiner Mutterliebe und deiner täglichen Hingabe entsprochen haben, sondern für das, was du für sie tust.
Bleibe frohen Mutes, sorge dich nicht; bete für sie, bete für alle. Gute und Böse, alle gehören Mir, bevor sie dir gehören, und du musst sie lieben und ihnen verzeihen.
Ich segne dich, Meine Tochter, Ich werde dich später rufen.

Hinterlegt bei der
Schweizerischen Landesbibliothek
in Bern
 
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