Heft 7 - Gedanken und Überlegungen

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Heft 7

Leiden
ist
Lieben

Vorwort

Mein Wort ist wie ein Feuer, das sich der Seele bemächtigt, ihr Kraft und Jugend, Stärke und Milde, Strenge und Anmut gibt, damit der Mensch unversehrt durch die Gefahren hindurchzugehen vermag, die ihn von allen Seiten überfallen und bedrängen.
Deshalb wünsche Ich, dass Mein Wort weit verbreitet werde, und Ich segne jenen, der sich verpflichtet, es in andere Sprachen zu übersetzen, denn alle Meine Kinder müssen es kennen, um es praktizieren und Gott, dem Herrn aller Völker des Universums, besser dienen zu können
Jesus, Mailand

Herausgegeben vom Zönakel der göttlichen Liebe und Barmherzigkeit in Mailand, (Cenacolo del Divino Amore Misericordioso).
Priester schreiben uns:

Pfr. Alexis T., Kamerun. Mit einem Herzen voll Freude und Gnaden danke ich Ihnen, mich bekannt gemacht zu haben mit den beiden Büchern «Gedanken und Überlegungen», die für mich eine Gehstütze sind auf dem steilen Abhang, den ich zu . ersteigen angenommen habe, und den ich ersteigen werde, wenn der Herr es will.»

Pater Christian C., Monte-Carlo. «Diese Botschaften kommen uns vor wie ein Echo des Hl. Geistes in den Tiefen einer einfachen Seele, die ganz dem Gebete hingegeben ist. Übrigens hört der Hl. Geist nicht auf zu handeln und zu sprechen, selbst im Herzen Seiner Kirche, in dieser Zeit der ernsten und einmaligen Krise, wo die Kirche bedroht und wo der Frieden der Nationen in grosser Gefahr ist. Aber Er bedient sich einfacher, zumal unwissender, aber immer demütiger, die Reinheit liebender Seelen.»

Pfr. Jacques V., Paris. «Ich lese die Carmela eingegebenen <Gedanken und Überlegungen> immer mit Entzücken.
... Die Stunde ist gekommen, wo sich alle Netze des Widerstandes in ihrer Aktion koordinieren müssen unter dem Zeichen der «Barmherzigen Liebe des Barmherzigen Jesus und unserer lieben Frau von der Barmherzigkeit.»

Pater R., 'Tome (Chile). « ... Eine Pfarrangehörige ist vom Werk Mamma Carmelas begeistert nach Chile zurückgekommen und ist ihr glühender Apostel geworden. In der Radiosendung <Die Zuhörer der Jungfrau> liest sie die in den <Gedanken und Überlegungen> enthaltenen Botschaften... was eine grosse Zahl der Zuhörer stärkt.»

Pfr. P.H., Saint-Dié. « .. .Ich war in enger Verbindung mit Mamma Carmela, und jedes Mal, wo sich die Gelegenheit bot, habe ich mich dafür verwendet, die Lesung ihrer Botschaften zu empfehlen.»
Leser schreiben uns:

Fr. René B., Loudon. « ... Diese Bücher tun der Seele und dem Herzen soviel Gutes. Sie sind gleichzeitig so einfach und so tief. ... Sie helfen uns so sehr, den Herrn und Maria mehr zu lieben ... und den Sinn und Wert unseres Lebens besser zu verstehen, sogar in den einfachsten Handlungen, ... sie sind eine richtige Hilfe.»

Frl. Anne-Marie C., Favieres. «Meinen herzlichsten Dank für den Reichtum dieser wahrhaft kostbaren Bücher. Gott möge Ihr Unternehmen segnen!»

Frl. Josephine B., Chambery, «Diese Botschaften, die das Echo des unserer Zeit angepassten Evangeliums sind, beruhigen die Gewissen, stärken die Herzen, ermutigen den guten Willen.»

Frau Michaela B., St.Forgeux. «Diese Bücher sind wunderbar und ich verschlinge sie. Ich werde meinen Freunden davon Mitteilung machen und ich weiss, dass sie den Seelen wohl tun werden.»

Frau Odile T., Willer-sur-Thur. «Alle diese Botschaften sind eine Stärkung, sie sind Führer, eine Notwendigkeit, um unsere Seele zu Gott zu erheben. Man muss sie lesen und wieder lesen.»

Frl. Marie B., Clermont-Ferrand. «Diese Botschaften sind ein richtiger Führer des geistlichen Lebens für die Seelen, die sich dafür interessieren und um Fortschritte zu machen auf den Wegen, die zu Gott führen.»

Frl. Isabelle von B., Lyon. «Je mehr ich diese Botschaften lese, desto öfter finde ich Antworten auf viele gestellte Fragen, eine Weisheit, ein Gleichgewicht, eine Sicherheit der Lehre, die keinen Zweifel lassen betr. ihrer Herkunft. Und dies ist um so nötiger, da wir in einer Zeit leben, wo man das Wissen um Gut und Böse vollkommen verliert.»

Papst Johannes Paul II.
Aus der Enzyklika
«Über das göttliche Erbarmen»

Schliesslich hat die Kirche, indem sie dieses Erbarmen bekennt und ihm allzeit treu bleibt, das Recht und die Pflicht, sich auf das Erbarmen Gottes zu berufen und es angesichts aller Erscheinungsformen von physischem und moralischem Übel, angesichts aller Bedrohungen, die über dem gesamten Horizont des Lebens der heutigen Menschheit lasten, zu erflehen.

Die Kirche muss das göttliche Erbarmen in all seiner Wahrheit wie sie uns die Offenbarung überliefert hat, bekennen und verkünden.

Die Kirche lebt ein authentisches Leben, wenn sie das Erbarmen bekennt und verkündet - das wunderbarste Attribut des Schöpfers und des Erlösers - und wenn sie die Menschen zu den Quellen des Erbarmens des Heilandes führt, welche sie hütet und aus denen sie austeilt. Grosse Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang der ständigen Betrachtung des Wortes Gottes zu und vor allem der bewussten, mit innerer Reife vollzogenen Feiet der Eucharistie und des Sakramentes der Busse oder Versöhnung.

Gott, der die Liebe ist, kann sich nicht anders denn als Erbarmen offenbaren.

Dennoch darf die Kirche nie, in keinem Augenblick und keinem Abschnitt der Geschichte - insbesondere nicht in einer so kritischen Epoche wie der gegenwärtigen - das Gebet vergessen, das ein Aufschrei zu Gottes Erbarmen ist, gegen die vielen Formen des Übels, welche dohend über der Menschheit lasten.


Heilige Maria,
Mutter Gottes und
unsere Mutter,
bitte für uns!

2. Auflage

Pro Manuscripto privatim
Aus dem Italienischen übersetzt
durch
FIDELITAS
8205 Schaffhausen (Schweiz)
Postfach 100
1987

Die. geistlichen Werke der Barmherzigkeit

«Die lästigen Personen geduldig ertragen»
30. Juni 1968
Liebe Tochter, Ich werde mit Meinen Unterweisungen fortfahren, indem Ich mit dir von jenem Werke der Barmherzigkeit spreche, welches zu praktizieren viele sich weigern, dafür aber andere es üben lassen, nämlich:
«Die lästigen Personen ertragen.»
Vergiss nicht, dass ihr alle unvollkommen seid, und dass die Unvollkommenheiten in euerm Leben an den Tag kommen durch eure Art und Weise zu sprechen, durch euer Benehmen, durch die Art und Weise, die Dinge zu sehen und die eigenen Meinungen zu äussern.
Was fehlerhaft ist, missfällt nicht nur Gott, der unendlichen Vollkommenheit, sondern auch den Menschen, die, obwohl sie die Vollkommenheit nicht besitzen, diese bei den andern erwarten.
Wenn ihr alle vollkommen wäret, wäre das Zusammenleben leicht, wie das Leben im Himmel wonnevoll sein wird, da nichts dorthin gelangt, das unvollkommen ist.
Solange ihr auf dieser Erde seid, wird es für euch ein Kreuz bedeuten, einen andersgearteten Charakter zu ertragen; mit Andersdenkenden Zusammenstösse in Kauf zu nehmen; sich damit abzufinden, in Augenblicken des persönlichen Schmerzes sich zu freuen mit dem, der glücklich ist; den Misserfolg der eigenen Angelegenheiten konstatieren zu müssen, während andere von ihren fabelhaften Erfolgen erzählen.
All das würde das Leben unerträglich gestalten, wenn nicht jenes obgenannte, gesegnete Werk der Barmherzigkeit, das die Nächstenliebe als Basis hat, das Ertragen des andern erleichterte.
Dieses gute Werk hat als Basis, wie gesagt, die Nächstenliebe; aber bei dessen Ausübung müssen notwendigerweise mitwirken: Geduld, Demut, Gehorsam, Verständnis, Grossmut und grenzenlose Güte. Wenn du alle diese Tugenden übst, konstatierst du bald, dass es neben dir keine lästigen Personen mehr gibt, sondern liebenswürdige Menschen, mit denen du im Umgang und im Gespräch viel Freude erlebst.
Denke daran, dass du dich noch so sehr anstrengen magst, deine Fehler abzulegen, irgendeiner wird immer bleiben, der dich bei den andern unangenehm macht. Denke oft an dies, damit auch du mit den Unvollkommenheiten oder den wirklichen Fehlern deines Nächsten Nachsicht übst und suche ihn nicht nur zu ertragen, sondern auch zu lieben, so wie er ist, mit seinem Charakter, seiner Persönlichkeit und seinen Schwächen.
All dies tue immer aus Liebe zu Gott, denn der himmlische Vater wünscht, dass ihr einander liebt; und wenn ihr euch liebt, euch erträgt und miteinander Nachsicht habt aus Liebe zu Ihm, gebt ihr einer menschlichen Handlung einen göttlichen Wert, ihr macht sie deshalb würdig einer ewigen Belohnung.
Ahme Mein Beispiel nach,' Meine Tochter, der Ich, obwohl Ich als Gott alle Tugenden und Fähigkeiten in einem unendlichen Grade besass, Mich doch allen angepasst habe. Ich ertrug den Geiz und den Verrat des Judas, die Untreue und die Menschenfurcht des Petrus, die Scheinheiligkeit der Pharisäer, den Hochmut, die Schlechtigkeit, die Bosheit, die Undankbarkeit eines ganzen Volkes, das Mir während drei Jahren gefolgt war.
Es hatte Meine Wunder gesehen, es hatte Meine Macht, Meine Weisheit, Meine barmherzige Güte handgreiflich erfahren, ohne davon etwas zu verstehen.
Sei allen alles, um alle für Gott zu gewinnen. Dies ist deine Mission und jene jedes wahren Christen.

«Zu Gott beten für die Lebenden und die Toten»

1. Juli 1968
Meine Tochter, Ich bin hier, um die Belehrungen über die Werke der Güte und der Barmherzigkeit abzuschliessen, die du vollbringen kannst und musst, um die werktätige Liebe, königliche Tugend und unentbehrlich im Leben eines Christen, in die Tat umzusetzen.
Ich werde dir nun sagen, wie du allen Lebenden und Verstorbenen, die darauf warten, die selige Heimat zu erreichen, helfen kannst: «Beten für die Lebenden und die Toten.»
Vorerst sollst du wissen: ihr könnt Lebende sein, obwohl schon gestorben, und ihr könnt Tote sein, obschon noch am Leben. Habe acht auf Meine Erklärung.
Du beweinst jene als tot, die die Welt verlassen; aber, wenn das Leben der Gnade in ihnen ist, beginnen sie in Wirklichkeit erst jetzt das wahre Leben, jenes, das nie enden wird.
Im Gegensatz dazu siehst du auf den Strassen viele Leute spazieren, die du als lebende Wesen taxierst, aber wenn du ihre Seele sehen könntest, würdest du dich entsetzen. Es sind wandelnde Leichname. So beschränkt sich das Werk der Barmherzigkeit nicht nur auf das Gute, das du jenen Personen, die um dich leben und jenen, die du auf den Friedhof begleitest, tun kannst, sondern auf alle Lebenden der Erde.
Bete für alle, Ich bitte dich, wie es die Kirche tut.
Denke in deinem Gebet an alle Menschen, und mögen alle in deiner Hilfe die Glut deiner Liebe spüren und den Herrn preisen. Mögen die Irrenden zum
Schafstall zurückkehren. Mögen die dem Leben der Gnade Erstorbenen neu geboren werden. Mögen die Guten im Glauben wachsen und möge sich ihr Herz immer mehr der Gnade öffnen. Mögen die Leidenden an ihrer Seite einen guten Simon von Cyrene spüren, der ihnen das Kreuz tragen hilft.
Mögen alle die Gnade wie frischen göttlichen Tau verspüren, der sie berieselt. Seht was ihr mit euerm Gebet erreichen könnt, liebe Kinder.
Ich habe euch gesagt, wenn ihr Glauben haben und zu einem Berg sagen würdet: "Stürze dich ins Meer», er sich hineinstürzen würde. Nun sage Ich euch: habt Glauben und betet. Euer Glaube sei der Beweggrund eurer Gebete, und Ich verspreche euch, dass ihr mit euerm Gebet die Welt umwandeln werdet.
Das Gebet entwaffnet Mich. Vom Menschen, der betet, lässt sich der Vater rühren, Er verzeiht, Er gewährt, Er zieht Seine Hand zurück, die auf der Welt lastet. Er hat Erbarmen.
Meine Tochter, erinnere dich an die Vision des Jakob: an die Leiter, welche von der Erde zum Himmel reichte, und wie die Engel daran auf- und abstiegen! Die Engel trugen die Gebete der Menschen unaufhörlich zu Gott und brachten Jakob Gottes Gnaden zurück.
Und so ist es immer in der Welt. Wehe euch, wenn das Gebet fehlt. Es ist ,eure Kraft.
Heutzutage betet man wenig in der Welt, zu wenig, und deswegen gehen die Dinge schief. Man gedenkt umzuformen, bessere Systeme zu finden als jene, die Ich gelehrt habe, und man hört auf zu beten. Man will die Formeln abschaffen, die gleichen, die Ich gelehrt und derer Ich Mich bedient habe.
Man will nicht hören auf das, was Meine Mutter gelehrt hat und was Sie bei allen Ihren Erscheinungen auf der Erde heute noch lehrt. Der Rosenkranz ist langweilig, sagt man. Er ist monoton; das passt nicht mehr für die Jungen.
Nachdem man so das von, Uns Gelehrte ausgeschieden hat, beginnt man das Gebet mit einem Akte des Hochmutes. Was wird man dadurch erreichen?
Es ist wahr, dass jede Gebetsformel vom Geiste und vom Herzen inspiriert sein muss; aber Ich versichere euch, dass sie euch eine grosse Hilfe sein wird. Sie wird wie das Geleise sein, auf dem ihr den Geist und das Herz gleiten lässt.
Benützt selbst die Kirche im liturgischen Gebet nicht auch immer die gleichen Formeln und wiederholt sie?
Fürchtet nicht, euch zu irren, wenn ihr Meinen Belehrungen folgt. Betet und erhebt euer ganzes Sein zu Gott. Auch euer Körper, ebenfalls ein Werk Gottes, sei zu Ihm hingewendet.
Wenn es nicht möglich ist, dass ihr das Leben mit gefalteten Händen durchwandelt -- o, gesegnet die gefalteten Hände, die auf der Welt am Verschwinden sind -- wenn es also den' Menschen, die von tausend Dingen des Lebens in Anspruch genommen werden, nicht möglich ist, die Tage im Gebete zu verbringen, gibt es doch bestimmte Augenblicke, wo Gott Anspruch hat auf Anbetung, Anrufung, Danksagung und das Flehen Seiner Kinder.
Gesegnet seien jene Familien, in denen man sich morgens und abends zu einem gemeinsamen Gebet zusammenfindet, wo man Mich mit dem Tischgebet einlädt, am Mahle teilzunehmen. Ich versichere euch, dass Ich diese Einladung vergelten werde, wenn Ich euch am ewigen Mahl teilnehmen lassen werde.
Und jetzt gebe Ich dir einen Rat. Bete an erster Stelle für jene Personen, die dir wehe tun, für jene, gegen die du Antipathie empfindest, für jene, die dir nicht gefallen. Dein Verdienst wird so verdoppelt, und dein Herz wird zu verzeihen und zu lieben geneigt sein.
Vereinige deine Gebete immer mit den Meinigen, die Ich fortwährend vom Tabernakel aus zum Vater erhebe, mit jenen Meiner Mutter und der ganzen Kirche.
Kraft der Gemeinschaft der Heiligen wirst du deinem Gebete einen unendlichen Wert geben und jede deiner geistlichen Übungen wird zu einem wirklichen Werk der Barmherzigkeit werden.


Die Kirche
3. Juli 1968
Meine vielgeliebte Tochter, Ich werde in dieser Unterweisung mit dir von Meiner Kirche sprechen, dem schönsten Geschenk, das Ich den Menschen gemacht habe.
Sie ist Meine liebste Braut. Sie ist schön, ohne Makel und ohne Runzel. Sie ist die Barke, die auf dem stürmischen Meere sicher dahin gleitet und die Seefahrer an das rettende Ufer bringt.
Ich bin in der Barke; aber der Steuermann ist Petrus. Ausserhalb der Kirche gibt es keine Rettung. Die Kirche ist hervorgegangen aus Meinem am Kreuze durchbohrten Herzen. Ich habe sie eingesetzt, um alle Menschen der Erde an Mich zu ziehen.
Wenn ihr Mütter die Liebe eurer Kinder zu euch erfahren wollt, und ihr eines von ihnen fragt: «Wie fest liebst du mich?», seht ihr das Kleine die Arme ausbreiten, so dass sie eine horizontale Linie bilden, und ihr hört es sagen: «So fest».
Nun, geradeso habe Ich, der Gott-Mensch, die Kinder nachgeahmt: wenn du Mich frägst, wie sehr Ich dich und alle Meine Kinder geliebt habe, antworte Ich dir: «So fest»; Ich habe Mir ja in horizontaler Linie die Hände ans Kreuz nageln lassen, damit alle Meine Liebe ermessen, die nicht grösser hätte sein können, noch grösser sein kann.
Wenn du dann dein Kind, schon etwas grösser geworden, frägst, wie sehr es dich liebe, antwortet es: «Von der Erde bis zum Himmel.» Nun gut, Meine Kinder. Auch Ich habe euch mit einer Liebe geliebt, die so gross ist wie die Distanz vom Himmel zur Erde, um euch alle in den Himmel hinaufzuziehen.
Seit Jahrhunderten breiten Meine Priester ohne Unterbruch die Arme aus beim Hl. Messopfer, das Ich als kostbarste Gabe eingesetzt habe und das auf mystische Weise das Kreuzesopfer erneuert, um alle Menschen an Mich zu ziehen.
Heilig und unbefleckt ist Meine Kirche, auch wenn viele der Gläubigen, aus denen sie gebildet ist, ihrer nicht würdig sind. Sie ist heilig, weil sie von Mir gegründet ist; heilig sind ihre Gesetze, ihre Lehre und ihre Unterweisungen. Sie ist heilig, weil sie alle Menschen fortwährend zur Heiligkeit ruft.
Die Kirche ist heilig, weil sie über die Mittel verfügt, wodurch die Menschen sich heiligen und ewig retten können. Sie ist heilig, weil sie auch dich persönlich zur Heiligkeit aufruft. Unter der Einwirkung der Gabe der Weisheit, die ihr durch den Hl. Geist stets zukommt, ladet sie dich ein, mit Hilfe der Gnade auf den Ruf zu hören, die Tugenden zu üben, die Sünde zu fliehen und so die Heiligkeit zu erreichen.
Wer auf die Stimme der Kirche hört, hört auf die Stimme Gottes, vergiss es nie. Es ist wahr, dass viele Meiner Priester ihrer Berufung nicht entsprechen und nicht daran denken, das zu praktizieren, was sie lehren. Dies ist sehr schmerzlich für Mich, aber sie tun dadurch der Heiligkeit Meiner Kirche keinen Abbruch, ebenso wenig wie ihr weder Judas mit seinem Verrat noch Petrus mit seiner Verleugnung etwas davon wegnahm.

Eine herzliche Einladung

Und jetzt erlaube Mir, dich so herzlich als nur möglich einzuladen, für Meine Priester zu beten. Die heilige Weihe, die sie erhalten, nimmt weder etwas weg von ihrer Natur noch von ihrer Schwäche. Ihre Aufgaben sind sehr schwer, und wenn auch die Gnaden, die sie erhalten, ebenfalls unermesslich sind, macht sie das ihnen Nichtentsprechen unfähig, sich auf der Höhe ihres Dienstes zu halten.
Bete deshalb viel für sie und urteile nie schlecht über sie; hilf ihnen mit Ratschlägen, wenn sie es annehmen, aber vor allem hilf ihnen mit Gebet und Opfer. Es ist dies eine Pflicht für alle Christen, wie es eine Pflicht der Dankbarkeit ist, für jene zu beten, die uns Gutes tun und für das materielle Leben sorgen.
Die Macht der Priester ist so gross, dass sie die Gnade, auch wenn sie ihr abge-storben wären, andern weitergeben können. Auch wenn sie in der Sünde wären, können sie absolvieren. Auch wenn Ich, Jesus, nicht in ihrem Herzen gegenwärtig wäre, können sie Mich auf den Altar herab rufen mit den Worten der Konsekration.
Betet, Kinder, betet für sie, damit sie den Versuchungen des Bösen nicht nachgeben, damit sie dem Schlendrian der Welt nicht folgen, damit sie ihrer Berufung entsprechen und heilig seien, um mit ihrem Beispiel und mit ihrem Worte alle Menschen zur Heiligkeit zu rufen.
Und du. Meine Tochter, arbeite mit der Kirche mittels des Apostolates. Auch du bist lebende Kirche, und als solche musst du deine Pflichten kennen. Handle so, dass in dir immer das Göttliche Leben pulsiert.
«Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben»; eine dörre Rebe wird abgeschnitten und ins Feuer geworfen. Wenn du von Meinem Leben leben willst, musst du mit Mir verbunden sein. Pflege und vermehre in dir dieses Leben durch Sakramentenempfang und Gebet. Trage zu seiner Verbreitung bei durch das Apostolat des Beispiels, der guten Werke und der Belehrung.
Opfere dich gerne aus Liebe zu deinem Gotte, der am Kreuze die Arme ausgebreitet, um dir Seine ganze Liebe besser zu zeigen. Breite auch du deine Arme aus und dein Opfer, mit dem Meinigen verbunden, wird ein einziges Opfer sein zugunsten des Menschengeschlechtes.

Die Armut
4. Juli 1968
Meine vielgeliebte Tochter, zu Ehren Meines Dieners Franziskus*, des Patrons deines Vaterlandes, werde Ich mit dir über die Tugend der Armut sprechen. Sie ist eine jener drei Tugenden, zu deren Übung die Ordensleute sich mit einem Gelübde verpflichten; ihre Übung macht aber Meinem Herzen alle wohlgefällig, die sie leben, sei es, dass sie dazu durch die Umstände genötigt oder durch die Liebe angespornt sind.
Ich könnte dir ein schönes Wort zurufen: «Selig die Armen!» im Gegensatz zu jenem: «Wehe den Reichen!» und Ich versichere dir, dass es ebenso schwierig ist für die Reichen, in den Himmel zu kommen, wie es leicht ist für die Armen, dorthin zu gelangen.
Es ist euch in der Tat gesagt worden: «Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich.» Ich will dir aber eine kleine Erklärung geben, die die Aussagen über die Armut klar machen wird.
Sie ist die vollständige Loslösung des Herzens von allem Materiellen, so dass man nur noch widerwillig (auch in dringenden Fällen) für sich selbst davon Gebrauch macht und es auch zugunsten des Nächsten gebraucht, als ob es Allgemeingut wäre.
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* Hl. Franziskus von Assisi, Gründer des Franziskanerordens, geboren und gestorben in Assisi (Umbrien), 1182--1226.

Schau, wie schwierig die Übung dieser Tugend ist, denn es gibt Personen, die nichts besitzen und doch so gierig nach Reichtum streben, als ob er die wichtigste Sache des Lebens und nicht das Leben mehr wert wäre als das Materielle.
Der Reichtum kann ein Geschenk Gottes sein, wenn er als Mittel zur Existenz für sich und für die andern betrachtet wird, kann aber ein Götze werden, wenn ihr das Herz daran hängt und daraus im wahrsten Sinne des Wortes ein exklusives Privateigentum macht.
Leider beherrscht der Gott Geld die Welt; dieser Götze fesselt die Herzen der Menschen, macht sie zu seinen Sklaven, vernebelt die Gewissen so sehr, dass sie, um ihn zu besitzen, sich zu schrecklichen Verbrechen verführen lassen.
Ich versichere dir, dass, wenn der wahre Gott von den Menschen so geliebt würde wie der Reichtum, die Welt innert kurzer Zeit heilig wäre. Wie freuen Mich jene Personen, die dem Meere gleichen: sie empfangen von allen Seiten Wasser, um es jedermann auszuteilen und alle an seinem Segen teilhaben zu lassen.
Leider hat die Liebe zum Reichtum nicht nur die Laien erfasst, die ihn anzuhäufen suchen, als ob das irdische Leben ewig dauerte, sondern auch die Ordensleute, die unter dem Vorwande, ihre Werke zu vermehren, aus dem religiösen Leben ein fortwährendes Suchen nach materiellen Gütern machen, so intensiv, dass sie vergessen, dass ihr Beruf heisst: sich in den Dienst Gottes stellen und den evangelischen Räten Desjenigen gehorchen, der befiehlt: «Geht ohne Tasche und ohne Beutel» (Lk 10, 4). Auch wenn dieser Satz figürlich ausgelegt werden kann, ist es doch eine Einladung, die Armut zu lieben und zu üben.

Die Seele retten

Mit dem Gesagten will Ich die Arbeit und die Vorsorge nicht verdammen (obwohl es ratsamer ist, auf die Vorsehung zu vertrauen und sich in Ihren Dienst zu stellen); zu verdammen ist aber jenes erbitterte Suchen nach materiellen Gütern, das manchmal, auch wenn es scheinbar für das Wohl der andern geschieht, eine List des Bösen versteckt, der Eigenliebe schmeichelt, übertriebene materielle Geschäftigkeit und übermässige Arbeit verschafft und so das vergessen lässt, was Ich euch in Meinem sterblichen Leben wiederholt gesagt habe: «Eines nur ist notwendig: die Seele retten. Alles andere ist nichts.»
Liebt, Meine Kinder, die Armen der ganzen Welt; und sie lieben will heissen: ihnen helfen. Liebt sie, indem ihr für sie betet, damit sie in der Not den Glauben nicht verlieren, und sich als Bevorzugte Gottes erkennen.
Und helft ihnen, damit sie weder verzweifeln, noch sich verlassen fühlen. Steht ihnen bei, seid keine Egoisten. Die Freude desjenigen, der gibt, ist viel
grösser als jene desjenigen, der empfängt; es ist der Mühe wert, dies jeden Tag selbst zu erfahren.
Wenn ihr grossmütig seid, werdet ihr immer etwas zu geben finden und Menschen begegnen, denen ihr Gutes tun dürft.
Gib von dem deinigen, um die andern zu beglücken. Gib mit Liebe, mit Ehrfurcht, weil du gerne mit dem Bruder teilst, was Gott dir gegeben hat. Gib, damit die Personen, denen du Gutes tust, die Vorsehung des Vaters erkennen und Ihn preisen.
Gib aus Liebe, damit der Herr dich nicht mit Gewalt von deinen Gütern trennen muss, um nicht gezwungen zu sein, dich dereinst zu verdammen. Gib solange du am Leben bist, um nicht vor dem Höchsten Richter zu erscheinen mit leeren Händen an geistigen Werken, die du dir verschaffen kannst mit der Übung der werktätigen Liebe.
Denke daran, dass das Almosengeben eine Menge Sünden zudeckt und dir viele Freunde verschafft, die für dich beten werden.
Liebe die Armen, die Meine Bevorzugten sind, und tröste sie. Bemühe dich, ihr Elend zu lindern, besonders indem du ihnen Arbeit verschaffst und jene wahre Hilfe, die sich nicht bloss auf ein Almosen beschränkt, sondern die ihnen das tägliche Brot sichert.
Wenn du die Armen empfängst, lass sie weder dein Lächeln noch das gute Wort und deine Güte entbehren, denn wer sie aufnimmt, nimmt Mich auf, der Ich in einem Stall geboren wurde und in der Armut lebte, so dass Ich sagen konnte: «Die Füchse haben ihre Höhlen, aber der Menschensohn hat nichts, wohin Er Sein Haupt legen könnte.»
Hilf den Armen und beherzige die Lehre, die du aus dem Gleichnis des armen Lazarus und des reichen Prassers ziehen kannst.

Die Beharrlichkeit im Guten
5. Juli 1968
Meine Tochter, die folgende Unterweisung wird eine kostbare Lehre für alle jene sein, die wünschen, das ewige Ziel zu erreichen.
Ich habe euch gesagt: «Nicht wer die Hand an den Pflug legt und zurückschaut, wird belohnt werden, sondern wer die Arbeit zu Ende führt.»
Die Beharrlichkeit im Guten ist eine Gnade, um die du Mich ohne Unterlass bitten musst, denn Ich versichere dir, dass du ohne Mich nichts tun kannst.
Gutes tun, beten, die Gebote beobachten, sind Dinge, die leicht scheinen, aber schwierig sind, und es bedarf Meiner Gnade, um sie auszuführen.
Es bedarf der Gnade auch zum Beten, habe Ich dir gesagt, denn das Gebet ist eine göttliche Tat; es ist ein Zwiegespräch mit dem Himmel, und Ich versichere dir, dass du nicht einmal «Jesus» sagen könntest ohne Meine Hilfe.
So ist es auch mit dem Guten, den guten Werken, womit du dein Leben füllen solltest. Du kannst sie ohne Meine Hilfe nicht tun, und du musst so mit Mir eins sein, wenn du sie ausführst, dass Ich es bin, der sie in dir wirkt.
Aber vor allem brauchst du Meine Hilfe zur Beobachtung Meiner Gebote; auch wenn Mein Joch sanft ist und Meine Bürde leicht, so ist Meine Nachfolge doch immer ein Kreuztragen.
Mein Weg ist ein solcher der Verdemütigung, der Erniedrigung, des Widerspruchs, sogar dann, wenn er dazu führt, die Wahrheit und das Licht zu entdecken, die Freude und die Heiligkeit zu erreichen. Auf diesem Wege auszuharren und Meinen Fussstapfen zu folgen, ist schwierig, und Ich würde fast sagen unmöglich, wenn nicht der Beistand Meiner Gnade deinem guten Willen zu Hilfe käme.
Die Beharrlichkeit im Guten erfordert einen gewissen Heroismus, denn im Leben geht nicht alles glatt vonstatten. Das Leben ist eine Prüfung; deshalb dürfen die Hindernisse nicht fehlen. Du hast schon oft gewisse Sport- und Gymnastik-Wettkämpfe gesehen. Wenn es keine Hindernisse dabei zu überwinden gäbe, welches Verdienst hätte der Sieger? Je grösser die Schwierigkeiten, desto grösser das Verdienst, desto herrlicher der Sieg.
Wenn du indessen denkst, dass die Kreuze und die Prüfungen das ganze Leben dauern werden, wirst du leicht versucht werden, zurückzuweichen, stillezustehen und sogar zu verzweifeln. Denke deshalb nie zu weit voraus.
Nimm das Leben mit frohem Mut, Tag für Tag. Lebe unbesorgt. Was weisst du, ob es nicht der letzte Tag ist? Nimm dir jeden Tag vor, gut zu sein und beharrlich im Guten bis zum Abend und so alle Tage. Es gefallen mir jene, die unbesorgt leben.

Ein Blick auf das Kreuz

Blicke stets auf deinen gekreuzigten Meister und Er wird dir Ansporn sein. Wende dich an Meine Mutter, die die Mutter der heiligen Beharrlichkeit ist. An Sie, welche Prüfungen aller Arten begegnete und sie überwand, so dass Sie euch in allem ein Beispiel und eine Führerin sein kann. Bitte Sie, dir zu helfen, Tag für Tag, in der Tugend voranzuschreiten, deinen Vorsätzen treu zu sein, auszuharren bis am Ende, damit du mit Paulus sagen kannst: «Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe die Prüfungen bestanden, ich habe den Preis erobert.»
So können die Martyrer aller Zeiten sprechen, die Jungfrauen, die Mütter voll Glauben und Liebe, die Bekenner des Glaubens, die in den Himmel gekommen sind mit der Palme des Martyriums nach endgültig erobertem Sieg.
Ich versichere dir, dass du nicht enttäuscht sein wirst, denn der Siegespreis wird alle deine Erwartungen und Vorstellungen übertreffen.

Die Lebensordnung
6. Juli 1968

Meine vielgeliebte Tochter, Ich will dir helfen, dein Leben geordneter zu gestalten, damit du deine Zeit besser ausnützen! kannst zu Gunsten des Nächsten und zur Ehre Gottes.
Erstelle dir einen Stundenplan, eine kleine Zeiteinteilung, an die du dich im allgemeinen so gut wie möglich halten wirst. Ich sage «im allgemeinen», damit du dir keine Skrupel zu machen brauchst, da es nicht immer von dir abhängt, den Ablauf der Dinge zu bestimmen.
Unterscheide in diesem Stundenplan die Pflichten gegen Gott, gegen den Nächsten und gegen dich selbst. Denke daran, dass du im Dienste Gottes stehst, dass deshalb jede Initiative von Ihm aus gehen muss, und dass Er das letzte Ziel jeder Handlung sein muss. Er soll das Alpha und das Omega deines Lebens sein.
Denke daran, dass du nicht zwei Herren dienen kannst: entweder du dienst Gott oder du dienst dem Teufel; einen Mittelweg gibt es nicht. Denke daran, dass du den Fuss nicht in zwei Schuhe stecken kannst, und dass deshalb deine Wahl eindeutig sein muss.
Wenn du dich in den Dienst Gottes stellst, bemühe dich, Seinen Willen zu erkennen und ihn auf die bestmögliche Weise auszuführen, mit dem gleichen Eifer, mit dem du an das wichtigste Geschäft deines Lebens herantreten würdest.
Oft frägt ihr euch, welches wohl der Wille Gottes sei, da Er nicht hörbar zu euch spricht. Aber Ich habe es dir schon oft gesagt, dass Gott der hörbaren Stimme nicht bedarf, um sich verständlich zu machen. Seine Stimme ist jene des Gewissens, und wenn du auf sie hörst, täuschest du dich nicht.

Der Wille Gottes
Der Wille Gottes offenbart sich dir in den Standespflichten, die dich vom Morgen bis zum Abend beschäftigt halten, sowie in den Geboten Gottes und in jenen Meiner Kirche.
Manchmal tue Ich Meinen Willen kund, indem Ich direkt oder indirekt zu irgendwem spreche; doch dies sind Ausnahmefälle. Meistens spreche Ich durch die guten Eingebungen.
Mit ein wenig Aufmerksamkeit und Sammlung, mit etwas gutem Willen könntest du dein Leben zu einer harmonischen Einheit mit dem Willen Gottes gestalten, um so Seine dich betreffenden Wünsche zu verwirklichen, nämlich: deine Heiligung und deine ewige Glückseligkeit.
So du Mich einmal gesucht und gefunden hast, ist nichts leichter, als Mich im Nächsten wiederzufinden, denn in jedem deiner Brüder bin Ich gegenwärtig. Wenn du Mich in ihm siehst, wird es dir leichter, Mich und alle ohne Unterschied zu lieben.
Wenn du also eine allgemeine Lebensregel aufstellen willst, die dein Betragen gegen den Nächsten festlegt, kannst du es in einem einzigen Satz tun: «Ich werde alle Menschen lieben, denn jeder von ihnen ist Jesus.»
Suche aber gut zu verstehen, was «lieben» besagen will, denn es ist ein sehr abgenütztes, missverstandenes Wort.
Lieben ist gleichbedeutend mit sich-opfern, sich-verschenken und sich-hingeben. Die Liebe macht ähnlich und ist zur Verzeihung geneigt, sie vergisst sich für das geliebte Wesen. So sollst du lieben bis zum Vergessen deiner selbst.
Was sodann die Pflichten gegen dich selbst betrifft, widme deinem Körper so wenig Zeit wie möglich, denn er ist wie ein Esel, der, wenn du ihn zu gut fütterst, widerspenstig wird. Vergiss jedoch nicht, dass du ihn mit Ehrfurcht behandeln musst, denn auch er wird im Paradies verherrlicht werden, da er ja schon jetzt ein Tempel Gottes ist.
Was dann deine Seele anbetrifft, hüte dich vor einer egoistischen Einstellung.
Wenn du die Gaben, auch die geistigen, die Gnaden, die Tugenden, die Vorzüge nur deinetwegen suchst, verlierst du deine Seele, weil du zu jener Men-. schengruppe gehörst, von welcher es im Evangelium heisst, dass es leichter ist, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr schlüpfe, als dass ein Reicher ins Himmelreich eingehe. Wenn du dich auch in geistiger Hinsicht vergissest, um an die andern zu denken, bist du dem Herrn wohlgefällig. Du rettest deine Seele, weil der Herr sich deiner annimmt, von dem deine Heiligung abhängt.
Wenn du also diese Lehren befolgst, erfüllst du dein kleines Programm, von dem Ich dir den Entwurf gegeben habe.

* * *
7. Juli 1968

Meine vielgeliebte Tochter, öffne dein Herz, um den Himmlischen Tau zu empfangen, den Ich auf dich regnen lassen werde, damit du, unterstützt von Meiner Gnade, mit immer neuem Eifer, Meinen Willen, den Willen Meines Vaters, erfüllen kannst.

Die heilige Messe
8. Juli 1968
Meine viel geliebte Tochter, höre auf Meine Worte, denn sie sind Licht und Leben. Vergiss sie nicht, betrachte sie, setze sie in die Tat um und verbreite sie.
Die Welt hat Mein Evangelium, die Frohe Botschaft, vergessen; sie ist zu sehr von anderen Dingen in Anspruch genommen,. um noch an Mich zu denken!
Und doch vergeht alles mit der Schnelligkeit des Windes. Alles ist nichts, was nicht ewig dauert. Arbeite für die Ewigkeit, Ich bitte dich. Bete, liebe, leide, arbeite, schreibe, lese nur das, was auf das ewige Leben Bezug hat, jenes ewige Leben, welches du im Begriffe bist zu erwerben mit deinen Werken, die du mit Hilfe der Gnade mit den Meinen vereinigst.
Jetzt möchte Ich mit dir über das Zentrum des christlichen Kultes sprechen, über die Heilige Messe.
Zu viele Christen wohnen ihr bei wie einem einfachen, kollektiven, sonntäglichen Gebet, ohne sich Rechenschaft zu geben, dass sie die Quelle des Lebens ist, immerwährende Hinopferung des Göttlichen Opferlammes, das einzige Opfer, das Gott für eine untilgbare Schuld auszusöhnen vermag.
Opferpriester und Opfergabe ist der Sohn Gottes, welcher Sich-selbst darbringt, wenn auch auf unblutige Weise. Jeden Augenblick des Tages und der Nacht erhebt sich .von der Erde zum Himmel eine Hostie, dem Scheine nach Brot, ein Kelch, dem Scheine nach Wein enthaltend, wahres Geheimnis des Glaubens! Es sind nichts anderes als Mein Leib und Mein Blut, die der Priester dem Vater darbringt für die Rettung der Welt.
Je tiefer deine Vereinigung mit Mir ist, desto nutzbringender ist das Opfer der Messe für dich und die andern. Wie sehr wünschte Ich, dass alle, welche dem Göttlichen Opfer beiwohnen, eine grosse Einheit mit Mir bildeten. Dann wäre das Opfer vollkommen, denn die Menschen ergänzten mit ihrem Opfer, was Meinem Leiden noch fehlt (Kol. 1,24).
Denke nie, dass du allein bist, wenn du dem Heiligen Opfer beiwohnst. Im Gegenteil, bringe Mir in deinem Geiste und in deinem Herzen alle Menschen der Erde. Opfere Mir auf die Liebe, deren ihre Herzen fähig sind, die Schmerzen, unter denen die Menschheit seufzt.
Bringe Mir dar alles, was es an Schönem gibt in der Welt: die Unschuld der Kinder, die Reinheit der Jungfrauen, die Heiligkeit der Heiligen, denn es hat Heilige gegeben und es wird Heilige geben zu allen Zeiten und in allen Standen der Menschheit.
Stelle Mir die Bedürfnisse aller vor, denn die Heilige Messe ist nicht nur Danksagung, nicht nur Wiedergutmachung des Bösen, sie dient nicht nur zur Besänftigung des Vaters und zu Seiner Anbetung, sie dient auch dazu, jene Hilfe zu erflehen, die ihr alle so nötig habt.
Du sollst jeden Tag mit Mir deine Messe feiern, indem du dein Opfer mit dem Meinen vereinigst, und sei sicher, dass dein Leben durch dieses Opfer geheiligt wird und dass du deinen Brüdern so auf die wirksamste Art und Weise hilfst.
Deine Messe darf sich jedoch nicht begrenzen auf jene kleine Zeitspanne, die du in der Kirche neben dem Altar und dem Priester verbringst. Auch die Meine endet nicht dort, sondern sie ist ununterbrochen. Wehe der Welt, wenn sie unterbrochen würde! Deshalb soll deine Messe, sowohl als Meine, nicht unterbrochen werden. Deine Opfergabe muss fortwährend für alle zum Vater emporsteigen.
Der Christ darf- nicht als Einzelperson tätig sein, sondern als Glied einer Gemeinschaft in Vereinigung mit Mir. Ich habe als Materie des Opfers das Brot und den Wein gewählt, um diese Einheit zu versinnbilden.

... Das Brot und der Wein

Das Brot wird aus vielen kleinen Weizenkörnern hergestellt und der Wein aus vielen Traubenbeeren. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgestiegen ist, und in der hl. Messe bringe Ich Mich -dern Vater dar, nicht allein, sondern mit Meiner ganzen Kirche, mit allen Meinen Kindern auf der Erde.
Der Priester ist nur das Werkzeug dieser Darbringung; er kann und soll sich wie ihr am Opfer beteiligen. Wohne deshalb mit grossem Glauben und mit grosser Liebe dem bei, was nicht nur eine einfache Zeremonie, sondern Wirklichkeit ist, eine fortwährende Erneuerung des Kreuzesopfers auf dem Kalvarienberg.
Während des Opfers empfange die HI. Kommunion, die deine Vereinigung mit Mir und Meinem Mystischen Leib inniger gestaltet. Denke daran, dass kein Gebet wirksamer ist als die hl. Messe, wo Ich für euch und mit euch bete.
Willst du näheren oder ferneren Bekannten helfen, bringe Mir für sie eine hl. Messe dar. Willst du Seelen aus dem Fegfeuer befreien, opfere Mir hl. Messen auf. Willst du Gnaden und Hilfe erlangen, nichts ist wirksamer als die hl. Messe, vorausgesetzt, dass diese Gnaden wirklich zu deinem Wohle sind; dann sei sicher, dass du sie gewährt bekommst, denn Gott kann sie dir nicht abschlagen, wenn du sie durch Seinen Sohn erbittest.
Ich empfehle dir nur eines: trachte dem Hl. Opfer im Stande der Gnade beizuwohnen, denn mittels der Gnade pulsiert in dir das Göttliche Leben. Wenn diese fehlt, bist du Feind Gottes. Wie kannst du dann auf Gnaden und Gunsterweise Anspruch erheben? Wie kannst du dich mit Mir vereinen in deiner Hingabe?
Ich gebe dir noch eine letzte Empfehlung: niemand wohnte Meiner ersten HI. Messe andächtiger bei als Meine Mutter, mit grösserer Liebe und mit eben soviel Schmerz. Sie, die Miterlöserin des Menschengeschlechtes, kann auch jetzt diesen grössten Geheimnissen nicht fernbleiben.
Nun gut, wenn du der Hl. Messe Messe beiwohnst, rufe Sie um Ihren Beistand an, vereinige deine Gefühle mit den Ihren, und du wirst sehen, wie wirksam das sein wird für dich und für alle.


Vertrauen in die Vorsehung
9. Juli 1968
Meine vielgeliebte Tochter, erlaube Mir, Mich mit dir über ein Argument zu . unterhalten, das dir helfen wird, die Schwierigkeiten zu überwinden, die Versuchungen zu besiegen und mit mehr Sicherheit auf dem Wege der Tugend und des Guten voranzuschreiten.
Du musst dir bewusst sein, dass Ich dir nahe bin, stets bereit, dir in jedem Bedürfnis zu helfen. Ja, Ich bin dir näher als jedes erschaffene Wesen, mehr um dich besorgt als es der vorsorglichste Vater wäre. Öffne daher dein Herz dem Vertrauen und der Hoffnung.
Vertraue auf die Vorsehung Gottes, die alles mit Güte, Weisheit und unendlicher Gerechtigkeit zu seinem Ziele führt. Lass dich führen. Du bist in den Armen Gottes, wie ein zartes Kindlein in den Armen seiner Mutter. Das Kind fürchtet nichts, es fühlt sich sicher, es weint nicht, es weiss sich beschützt und verteidigt.
Verbringe auch du deine Tage so in den Armen Gottes, der dich unermesslich liebt, und du wirst im Frieden sein.
Vertraue auf die Vorsehung, auch wenn es dir scheint, dass die Dinge verkehrt gehen und nicht wie du willst, denn der Herr weiss auch aus dem Bösen
Gutes zu ziehen. .
Erzürne dich nicht, rege dich nicht auf über die Bosheit der 'Leute, die oft nur Schwäche ist, die du vergrösserst; oft beleidigt sie Mich in Wirklichkeit nicht, weil die Absicht nicht böse ist.
Wenn immer alles nach euern Wünschen ginge, wie könnte Ich euch mit dem Paradies belohnen? Welches Verdienst hättet ihr dann?

Zu lesen wissen

10. Juli 1968
Meine vielgeliebte Tochter, lerne dich von der Erde zum Himmel zu erheben, von den Geschöpfen zum Schöpfer. Lerne in dem wunderbaren Buch der Schöpfung die Güte, die Weisheit, die unendliche Schönheit Gottes zu betrachten.
Alles was du siehst, ist geschaffen worden zur Ehre Gottes und zur Freude des Menschen.
Die Sonne, die jeden Tag aufgeht über Gute und Böse und die Erde erhellt, erwärmt und fruchtbar macht, spricht sie dir nicht von der unendlichen Güte Gottes? Und die wunderbare Ordnung, die in der Natur herrscht, sagt sie dir nicht, wie vollkommen Jener sein muss, der die Gesetze aufgestellt hat, die sie lenken?
Sprechen dir die Schönheit und die Vielfalt der Blumen und Pflanzen nicht von der wundervollen Schönheit Gottes, von Seiner Weisheit?
Wisse zu lesen, Meine Tochter, und erhebe dich von den Dingen zu Gott, um Ihm zu danken, Ihn zu lieben, um Ihm deine Anerkennung auszudrücken, deine Freude.
Wisse auch die Gaben, die du empfängst, gut anzuwenden und sie zu schätzen, denn sie sind wie zweischneidige Messer, die dir helfen oder schaden können. Wie die Sonne für den einen eine Medizin sein kann, so kann sie dir aber auch einen Sonnenstich verursachen.
Der Mensch ist der König alles Erschaffenen, und alles muss ihm dienen. Er aber darf sich nicht zum Sklaven der Dinge machen.
Der harmonische Gesang der Vögel muss dich dazu führen, Gott zu loben; und wie solltest du nicht, da diese einfachen Singvögelchen dich dazu einladen?

Der Wohlgeruch der Güte

Und der Duft der Blumen, erinnert er dich nicht an den Wohlgeruch der Güte und der Tugenden, die Gott und den Menschen so wohlgefällig sind?
Wunderbar sind Gottes Werke; sie verkünden in wundervoller Harmonie Seine unendliche Güte, Seine Weisheit, Seine Vorsehung. Wisse auch du das zu tun, was die Werke tun, damit die Harmonie vollkommen sei.
Zu viele Dissonanzen in der Schöpfung sind durch den Menschen entstanden und doch sollte die einfache Vernunft genügen, um in der Welt eine schöpferische und erhaltende Macht zu entdecken, der gegenüber der Mensch zu Dankbarkeit, Ehrfurcht und Liebe verpflichtet wäre.
Die Natur wäre das wundervollste Lesebuch. Aber wie viele Analphabeten gibt es auf diesem Gebiet! Denke einen Augenblick darüber nach, welch wunderbare Maschine der Mensch ist, gelenkt, geführt und geleitet durch das
Gehirn und das Herz. Beachte die Vollkommenheit seiner Bewegungen, die Verschiedenheit des Gesichtsausdruckes. Es gibt keinen Menschen auf der Erdoberfläche, der einem andern vollkommen gleich wäre.
Die Mannigfaltigkeit der Gedanken, der Charaktere, der Werke, der Fähigkeiten, der Neigungen: alles sollte dem Menschen helfen, trotz allen Anstrengungen, mit Freude zu leben, sofern er nur alles, was er besitzt, zur Ehre Gottes, zum eigenen Wohl und jenes des Nächsten gebraucht.
Aber du siehst, wie die Dinge in der Welt anders liegen. Man lebt nur für das Irdische und schaut nicht über die Nase hinaus. Man sucht die Dinge um ihrer selbst willen, und man blickt nur zum Himmel empor, um zu schauen, ob es schönes oder schlechtes Wetter gibt.
Lernet lesen, Meine Kinder, lernet euch zu erheben, lernet die Dinge zum Guten zu gebrauchen, macht euch nicht zu ihrem Sklaven.
Dann wird aus euerm Herzen spontan die Dankbarkeit spriessen, jene wunderbare Blume, die von Gott und den Menschen so sehr geschätzt wird.



Zufrieden sein
und nicht zu viele Wünsche haben
11. Juli 1968
Meine vielgeliebte Tochter, höre auf Mich. Wünsche nie mehr, als was dir gegeben wird. Sei zufrieden mit dem, was du besitzest und sei nicht begierig weder nach geistigen noch nach materiellen Gütern, denn dies beeinträchtigt dein Glück auf dieser Erde und deinen Frieden.
Je grösser und zahlreicher deine Wünsche sind, desto unruhiger wirst du sein.
Es ist euch gesagt worden, dass Gott den Menschen mit grossen Idealen liebt, und es ist wahr, sofern damit die Ideale des Guten gemeint sind; denn wer Gutes zu tun wünscht, wird schon dafür belohnt werden, ebenso wie jener, der Böses zu tun wünscht, bestraft wird, als ob er es wirklich getan hätte.
Zu verurteilen und zu vermeiden sind also nicht die grossen Ideale, sondern der Wunsch nach Anhäufung und nach Besitztum, auch im geistigen Sinn; der Wunsch nach Aussergewöhnlichem, nach Neuem, nach immer neuen Zeichen und Situationen. Diese Dinge sind au sich nicht schlecht - sie können sogar gut sein - aber sie bringen Unruhe ins Leben und eine Sucht, nicht den Gott der Tröstungen, sondern die Tröstungen Gottes zu suchen.
Damit will Ich aber nicht sagen, dass du die Talente, die du erhalten hast, in der Erde vergraben und in Musse auf die Wiederkunft des Meisters warten
sollst. Im Gegenteil, Ich wünsche nur, dass du lebst, deine Talente ausnützend, deine materielle Lage und dein geistliches Leben verbessernd: das erstere mit der Arbeit, mit vernünftiger Sparsamkeit und Vorsorge, alles gute Dinge; das zweite mit der steten Übung der Tugend, wobei Rückfälle deinen Mut und dein Vertrauen nicht mindern sollen.
Betrage dich in allem folgender massen: mit dem Blick nach oben erwarte jede Hilfe und jede Gnade von Gott, aber handle auch so - immer mit Frohmut, mit Eifer und mit Freude - als ob alles von dir abhinge. Beunruhige dich nicht, auch wenn die Dinge nicht immer nach Wunsch gehen. In der Tat, wie kannst du beurteilen, welches dein wahres Wohl ist, das nur Gott kennt?
Freue dich des wenigen und sei treu im Kleinen, damit dir Grosses gegeben werde. Ängstige dich nicht über die Schwierigkeiten. Die Prüfungen dürfen nicht fehlen. Wie kannst du wissen, ob das Metall, das, du glänzen siehst, Gold ist, wenn du es nicht im Feuer prüfst? Wie kannst du sagen, dass du Gott liebst, wenn du es Ihm nicht beweisest, indem du vertrauensvoll, auch inmitten von Widerwärtigkeiten und Mühsalen, auf Ihn hoffst?
Bleibe also ruhig und lebe frohgemut, denn über dir wacht dein Gott, der dich liebt und der die Kreuze und die Tröstungen deinen Schultern anzupassen weiss.
Ahme Meine heilige Mutter nach, die immer frohgemut war. Erinnerst du dich? Dem Engel, der Ihr Mein Kommen und Ihre Göttliche Mutterschaft ankündigte, begnügte Sie sich zu antworten: «Siehe, Ich bin die Magd des Herrn»; und diese demütige und gehorsame Dienerin und Magd blieb Sie jeden Augenblick Ihres Lebens; Sie verbarg sich bei Meinem Triumphzug, und Sie begleitete Mich auf dem Kreuzweg.
Ahme Sie nach, denn dein Frohmut wird Mir Freude und Ehre bereiten inmitten einer WeIt, die unersättlich ist und um jeden Preis Güter jeder Art zur eigenen Befriedigung sucht.

Den Wünschen der andern entsprechen
12. Juli 1968
Meine vielgeliebte Tochter, wisse auf die Ratschläge zu hören, sie anzunehmen und in die Tat umzusetzen, die dir von vielen Seiten gegeben werden, denn Ich spreche oft zu dir, indem Ich Mich gutgesinnter Menschen bediene.
Den Wünschen anderer zu entsprechen ist Zeichen von Demut, von Güte, von Freundlichkeit und von Nächstenliebe. Wenn du die Ratschläge der andern annimmst, werden sie die deinen annehmen; so wird jene Harmonie entstehen, die Friede und Eintracht, d. h. Einheit der Herzen erzeugt.
Liebe die Eintracht, die Gott so sehr gefällt. Sei immer ein Herz und eine Seele mit Ihm und ein Herz und eine Seele mit den Menschen, mit deinem Nächsten, bereit, ihm zuzuhören, ihm zu verzeihen, ihm Gutes zu tun. Sei. nachsichtig mit allen. Die Nachsicht ist Barmherzigkeit, ist Entgegenkommen, ist Grossmut.
Wärme nie Vergangenes auf, es sei denn, um der schönen Dinge und der Barmherzigkeit Gottes gegen dich zu gedenken. Was nützt es, empfangenes Unrecht in Erinnerung zu rufen oder Böses, das andere getan haben? Ihr denkt ungern an die von Euch gemachten Fehler, da ihr sie gebeichtet und deshalb vergessen habt, aber auch die andern werden das getane Unrecht gebeichtet haben; wenn aber Gott das deine und das ihre vergessen hat, warum willst du es nicht vergessen?
Beschäftige deine Gedanken mit nützlichen Dingen. Denke an die ewigen Dinge, die deiner harren. Befleissige dich, die Tugend und die Vollkommenheit zu vermehren. Frage dich, auf welche Weise du jeden Tag jenen, die neben dir leben, helfen, wohltun und Freude machen kannst.
Nütze die kostbare Zeit gut aus, sie vergeht schnell und kommt nicht wieder.

Die Gnade bewahren und vermehren
12. Juli 1968
Meine vielgeliebte Tochter, Ich werde mit dir über den Eifer sprechen, den du haben musst, um die Gnade in deiner Seele zu bewahren und sie fortwährend zu vermehren, indem du die Sünde und jedwede Unvollkommenheit fliehst, die sie dir vermindern, denn durch den Besitz der Gnade gefällst du Gott.
Je grösser die Gnade Gottes in dir ist, desto mehr entzückst du das Herz Gottes, der dich mit unendlicher Liebe liebt, so dass du ihn gleichsam zwingst, deine Wünsche zu erfüllen, als ob sie Befehle wären.
Fürchte die Sünde, Meine Tochter, unter welcher Form sie sich dir auch zeige, und bekämpfe sie, indem du dich selbst besiegst, halte im Zaum deine bösen Neigungen und besiege den Bösen, der fortwährend euerm geistlichen Leben Schaden zuzufügen sucht, da es seine Aufgabe und sein Wunsch ist, euch zu Fall zu bringen.
Vertraue dich fortwährend der Mutter der Göttlichen Gnade an, dass Sie dir helfe, frei von Sünde zu bleiben, die Gnade zu bewahren und zu vermehren, und zweifle nie daran, das Ziel zu erreichen.
Nimm dir nicht zuviel vor, aber sei dem treu, was du dir vornimmst. Sei einfach und musterhaft in deinem Leben, damit alle dich nachahmen können.
Gib Zeugnis von Mir wo immer du bist, so dass andere, dich nachahmend, auch Mich nachahmen, von Welchem du das Abbild sein musst.

Sich von den Götzen lösen
13. Juli 1968
Wenn du Gott gefallen willst, reisse jeden Götzen aus deinem Herzen. Lass Mich herrschen in deinem Geist; schenke Mir deine Gedanken.
Lass Mich herrschen in deinem Herzen, indem du Mir deine Liebe schenkst. Lass Mich herrschen in deinem Leben, indem du Mir deine Werke widmest. Wende nie deinen Geist vom letzten Ziele ab, nach dem du streben musst: deine Seele retten und dich heiligen.
Erinnere dich immer daran, dass du allein dich nicht retten kannst, sondern nur mit der Hilfe Gottes. Denke, dass du nicht nur dich selbst retten, sondern allen helfen musst, der ganzen Welt, der ganzen Menschheit. Denke daran, dass alles, was dich vom Ziele ablenkt, schlecht ist.
Ich will mit dir von den Götzen sprechen, die du heutzutage für verschwunden hältst, und doch ist im Gegenteil die Erde voll von ihnen, nicht nur ferne Länder, sondern gerade neben dir und in dir.
Viele machen den eigenen Körper zu einem Götzen, den sie Gott vorziehen. Sie umgeben ihn mit so viel Fürsorglichkeit, mit so viel Schmuck, mit solcher Aufmerksamkeit und mit solcher Sorgfalt, dass er ein wirklicher Gegenstand des Kultes wird.
Wenn sie es tun würden, um ihn zu ehren als Tempel des Heiligen Geistes, wäre es noch verzeihlich; aber sie tun es nur, damit er Gegenstand der Anziehung und der Verführung werde. Das heisst dem Körper einen höheren Wert geben als der Seele. Das ist wirklich ein Vergötzen dessen, was nicht das Ziel ist in sich selbst, sondern einzig ein Mittel, um die Seele zu retten.
Götzen sind auch viele, sehr enge Freundschaften, die zu nichts Höherem führen, denn es ist nicht Gott, der die Herzen verbindet. Götzendienst sind auch jene Anhänglichkeiten an wertlose Dinge, denen ihr einen höheren Wert gebt.
Löse dein Herz, Ich bitte dich, von dem, was dich ablenkt von Mir. Denn Ich allein will dein wahres Wohl. Meine Liebe zu dir ist unendlich und ich wünsche deine Rettung.
Zerstöre alles, was dich an die Erde gebunden hält, sogar auf die Gefahr hin, dass es dein Herz bluten macht. Schau empor. Ich werde dir Flügel geben, um zu fliegen, frei von jeder Fessel.
Bediene dich jeden Dinges wie eines Geschenkes und eines Mittels. Liebe alle mit aufrichtiger Liebe; liebe alle in Mir und mit Mir, bis zum Tage, wo die Vereinigung in der seligen Anschauung Gottes vollkommen und ewig sein wird.

Der Wert des Leidens
15. Juli 1968
Meine Tochter, wenn du den Wert des Leidens kenntest, würdest du Mich darum bitten, wie du Mich bittest um das tägliche Brot.
Heilige sagten Mir, dass sie es den grössten Freuden vorzögen, und dass sie nur im Leiden zu leben wüssten.
Ahme sie nach, Meine Tochter, nimm das Leiden als ein Geschenk an, von welcher Seite es dir auch immer kommen mag und opfere es Mir auf in Vereinigung mit Meinem Leiden. Es ist das beste Geschenk, das du Gott machen kannst.
Leiden ist lieben.

Das Leben nehmen wie es ist
16. Juli 1968
Meine geliebte Tochter, nimm das Leben wie es ist, mit seinen Enttäuschungen, seinen Widerwärtigkeiten, seinen Mühsalen.
Du kannst den Kurs der Sterne nicht umschalten, und du kannst die Ereignisse, die deine Existenz begleiten, nicht ändern. Alles trägt zum Guten bei, auch jenes, das dir unerklärlich scheint.
Bewahre die Ruhe, ein frohes Gemüt und den Frieden.
Siehst du nicht, wie sich die Menschen verändern und wie sich das Herz wandelt? Bemerkst du selbst die Unbeständigkeit deiner Gefühle nicht? Die Sorgen, die Arbeitsverpflichtungen, das plötzliche Dazwischenkommen neuer Ereignisse, wie viele Dinge ändern sich doch! So ist es für alle Menschen auf der Erde.
Willst du ein getreues Herz finden? Suche das Herz Gottes. Es allein ist beständig.
Darum ergib dich in das Schicksal, dich vergessen, verlassen, verraten, verstossen zu sehen; nicht als ob jene, welche vergessen, verraten, verstossen, richtig handelten; sondern damit du trotzdem den Frieden bewahren kannst. Füge dich in diese Dinge, indem du sie nicht der Bosheit zuschreibst oder dem Unverstand, sondern der Schwäche der menschlichen Natur, die eben unbeständig ist.
Bete immer für alle und vor allem verzeihe, wünsche niemandem Böses. Wisse zu warten. Wenn du dich selbst zu überwinden weisst und du dein Herz immer mehr von den Geschöpfen lösen kannst, wirst du dich zu Höherem erheben, grossen Frieden geniessen und nach nichts mehr Bedürfnis haben.
Dereinst im Himmel werden die Bande an die Geschöpfe, gereinigt und geheiligt, wieder geknüpft werden. Dann wird sich dein mit Gottesliebe gesättigtes Herz in Gott auch aller jener Zuneigungen erfreuen, die Gott dir weggenommen, weil sie für dich nicht nötig oder vielleicht gefährlich waren.
Danke Gott, Meine Tochter, dass Er in Seiner Göttlichen Weisheit alles zu deinem Besten lenkt.
Empfiehl dich stets der Mutter der Göttlichen Liebe, damit Sie deine Zuneigungen reinige und dir nur jene lasse, die dich in die Höhe und zum Guten führen.
Empfiehl Mir fortwährend dein Herz, Meine Tochter; biete es Mir zum Geschenk an, auf dass es Mir auf immer gehöre.

Demütig werden
18. Juli 1968
Meine geliebte Tochter, werde immer demütiger, um Meinem Herzen wohlgefällig zu sein.
Bitte Mich alle Tage um die Tugend der Demut, denn Ich gewähre sie jenen, die Mich mit Beharrlichkeit darum anflehen, Ahme Mich nach, Meine Tochter, Ich habe dir das Beispiel gegeben durch ein Leben ganz durchwirkt von Demut und Verdemütigungen.
Sehr oft glaubt ihr, die Tugend der Demut zu besitzen, weil ihr euch bei bestimmten Gelegenheiten demütig zu zeigen wisst; aber die Demut ist etwas ganz anderes.
Die geringe Meinung über sich selbst und die Hochachtung des Nächsten ist bisweilen nur Schein. Es ist sehr leicht dem Herrn zu sagen, dass man nichts ist und zu nichts fähig, dass man nur Elend und Sünde ist, solange niemand diese Wahrheit bestätigt. Aber wehe, wenn ein Vorgesetzter oder ein Gleichgestellter oder sogar ein Untergebener zu sagen wagte, was ihr selbst von euch sagt; wie sehr würden sich die Dinge ändern! Wieviel Unwille, wie viel Empfindlichkeit, wie viel Hader würde hervorgerufen durch die so geringe Demut.
Meine lieben Kinder, die Pforte des Paradieses ist sehr niedrig und nur die Kleinen können durch sie eintreten. Erinnert ihr euch des Pharisäers und des
Zöllners im Evangelium? Besser ein demütiger und reumütiger Sünder als ein hochmütiger Gerechter, denn die Gerechtigkeit und die Heiligkeit vertragen sich nicht mit dem Hochmut oder besser gesagt, es gibt keine wahren Gerechten, keinen wahren Heiligen, die hochmütig sind.
Die Demut ist die Grundlage der Heiligkeit und ihr Triumph. Wenn du heilig werden willst, werde klein.
Ahme Meine heilige Mutter nach, die immer nur die Magd des Herrn sein wollte.
Man kannte sie als Braut des Zimmermanns und als Mutter eines Übeltäters, der, nachdem er das Volk aufgewiegelt hatte, zwischen zwei Strassenräubern am Kreuze gestorben war. Und doch hätte Sie sich rühmen können, Sie, die die Muttergottes war.
Die Demut ist die Tugend, die dich wohlgefällig machen wird vor Gott und vor den Menschen; sie wird dir erlauben, ihnen im Dienste deiner Mission Gutes zu tun und ihnen zum ewigen Leben zu verhelfen.

Zeugnis geben von Jesus
19. Juli 1968
Meine Tochter, gib Zeugnis von Mir auf' der Erde, wenn du willst, dass Ich dich eines Tages dem Vater als Mein getreues Abbild vorstelle. Gib Zeugnis von Mir durch dein Leben, indem du Mein Evangelium unversehrt lebst.
Stelle Mich dar in der lebendigen Einheit mit dem Vater und in der Übung der Nächstenliebe, Frucht des Heiligen Geistes.
Führe die Werke der Barmherzigkeit aus; die Ich dir so sehr empfohlen und die Ich dich gelehrt habe. Erinnere dich daran, dass die Jünger, die mit Mir nach Emmaus gingen, Mich am Brotbrechen erkannten. So wird dich dein Nächster als Mein Jünger erkennen, wenn deine Werke den Meinen ähnlich sind.

«Nicht jeder, welcher sagt 'Herr, Herr', sondern jener, der die Werke des Vaters ausführt, indem er Seinen Willen tut, wird ins Himmelreich eingehen.»

Ich bin in dir
20. Juli 1968
Meine Tochter, Ich bin in dir und mit dir. Ich werde dir die Geheimnisse Meines Herzens enthüllen. Ich werde dir Meine unendliche Güte offenbaren, Meine unendliche Barmherzigkeit und Meine unendliche Liebe.
Lege dein Haupt an Mein Herz, wie J ohannes, und höre auf Seine Schläge. Ich werde dir Meine Wünsche zu verstehen geben und Ich werde dir die Kraft geben, sie zu verwirklichen.
Meine Gedanken sind Gedanken des Friedens und der Liebe. Sie umfassen die ganze Welt. Du lebst in Meinen Gedanken seit Ewigkeit. Seit jeher liebe Ich dich, und es wäre mir unmöglich, dich nicht zu lieben, denn die Seele, die Ich dir gegeben, ist ein Hauch meiner göttlichen Liebe. Du bist nach Meinem Bilde und Gleichnis geschaffen. Du gehörst Mir von Rechts wegen: Ich habe dich erschaffen und erlöst. Du wirst immer Mir gehören.
Ich will dich glücklich sehen. Wirf dich in Meine Arme. Vertraue auf Mich.
Bleibe an Meinem Herzen. Liebe Mich, Ich verlange nichts anderes von dir. Deine Liebe ist die beste Heimzahlung für Meine Liebe.
Strenge dich an, Mich nachzuahmen, aber überschätze dich nicht, denn deine Schwäche ist gross und nur mit Meiner Hilfe wird es dir gelingen, etwas zu tun.
Verzage jedoch nicht, sei voll Vertrauen. Wenn du fällst, hebe Ich dich wieder auf; Mir genügt dein um Barmherzigkeit flehender Blick, ein Akt der Reue, eine gut gemachte Beicht und du kehrst zurück, strahlender als zuvor und Ich liebe dich wie früher.
Meine Tochter, o wenn Mich doch alle kennten, wie sehr würden sie Mich lieben! Hilf Mir, Meine Tochter! Indem du dich selbst heiligst, hilfst du allen. Die Heiligkeit erbaut, re isst mit, erobert!
Sei heilig, du brauchst nur Mir nachzufolgen und wir werden die Welt umwandeln.

Besiege dich selbst
21. Juli 1968

Meine Tochter, jeder Kampf, um dich selbst zu besiegen, macht dich stärker. Das Leben ist ein hartes Ringen, welchem sich niemand entziehen kann. Nur die Starken siegen.
Ich sagte euch, dass Ich gekommen war, den Krieg zu bringen. Du musst Mich aber recht verstehen: es handelt sich nicht um jenen, in dem man mit den Waffen kämpft; diesen wollen der Böse, die Bosheit und der menschliche Egoismus, und Ich lasse ihn manchmal als eine Strafe zu.
Der Krieg, den Ich gekommen bin in die Welt zu bringen, ist jener gegen die Leidenschaften, die bösen Neigungen, den Teufel und die Welt.
Zuerst musst du dich also selbst zu besiegen wissen, denn in dieser Schlacht stärkst du deinen Willen, so dass du dann die anderen Schlachten gewinnen kannst. Die erste Schlacht spielt sich im Innern ab, die andern aussen.
Der Böse jedoch beeinflusst dein Denken, deine Gefühle, deine, Anhänglichkeiten. Er greift dich an den schwachen Seiten an. Er kennt dich aufs genaueste,
Bleibe sehr vorsichtig, um nicht das Opfer irgend einer Täuschung zu werden. Sei wachsam, um unterscheiden zu können, ob das, was in dir geschieht, Wille Gottes oder Werk des Feindes ist. Sei immer kampfbereit, auch wenn es hart ist. Ich, bin an deiner Seite und kämpfe mit dir.
Rufe die Königin der Siege an und fürchte nichts.

Zwei Dinge darfst du nicht vergessen
22. Juli 1968

Meine geliebte Tochter, zwei Dinge darfst du nie vergessen: deine Sünden und Meine unendliche Barmherzigkeit.
Der Gedanke an deine Schwäche, an deine Armseligkeit und an deine Sünden soll dich in der Demut und in der Furcht vor dir selbst erhalten, während der Gedanke an Meine Barmherzigkeit dir Flügel geben muss, um dich zu Mir zu erheben und Mich anzurufen.
Die niedere Meinung von dir selbst, die herrührt von der Kenntnis deiner zahlreichen Sünden, darf dich nicht entmutigen. Je kleiner und schwächer du dich fühlst, desto tiefer neige Ich Mich zu dir. Meine Liebe ist unendlich mitfühlend, und wie du nicht gleichgültig bleiben könntest gegenüber einem Kind, das dich um Hilfe anruft, so neige Ich Mich mit einer noch unendlich grösseren Zärtlichkeit zu dem, der, nachdem er gesündigt hat, sich verdemütigt, und wie ein kleines Kind um Erbarmen, Barmherzigkeit und Hilfe fleht.
Denke daran: so gross auch immer die Schlechtigkeit und die Bosheit des Menschen seien, sie werden nie so gross sein wie Meine Barmherzigkeit und
Meine Güte. Diese ist wie ein Meer, dessen Grenzen du nicht zu sehen vermagst, weil sie so weit entfernt sind.
Denke immer an deine Sünden, um dich zu demütigen, denke immer an Meine Barmherzigkeit, um dich zu erheben. Der Schmerz über die Sünden ist die beste Vorbereitung auf den Tod, der von einem Moment auf den andern über dich kommen kann. Der Tod wird wie ein Dieb kommen. Er lässt sich nicht anmelden.
Der Reueschmerz reinigt dich, und die Sicherheit auf Meine Verzeihung soll dich mit Freude erfüllen, dich anspornen, die Höhen zu erklimmen, und anregen zur Dankbarkeit und zur Liebe.
Der Gedanke an deine Sünden soll dich aufmerksam und wachsam halten, um nicht wieder zu fallen. Er soll bewirken, dass du Verständnis zeigst für' die andern, die fallen, nicht um das Böse unbemerkt durchgehen zu lassen, ohne es zu verurteilen, sondern um 'dem Fehlenden entgegenzugehen und ihm zu helfen, sich wieder zu erheben.
Meine Kinder, gehört nicht zu jenen, die sich dauernd beklagen über das Böse in der Welt, und gerade durch ihr Reden es weiter verbreiten. Überlasset es dem Herrn, das Böse zu sehen! Ihr aber sprecht von Güte, Liebe, von allem Schönen, von allem, was erbaut 'und aufrichtet.
Die Sünde zerstört, die Liebe baut auf.
Verbreitet die Liebe: dies nützt dem Einzelnen und der Gemeinschaft für das irdische und ewige Leben.

Die Sammlung lieben
23. Juli 1968

Meine geliebte Tochter, liebe die Stille und die Sammlung, denn du wirst Mich nicht hören können inmitten von Lärm.
Wisse jedoch zu unterscheiden. Es sind nicht die äusseren Geräusche, die Meine Stimme ersticken, sondern jene in deinem Innern. Trachte die innere Sammlung zu bewahren, auch bei deinen Beschäftigungen, die du fortwährend in Gebet verwandeln kannst.
Bitte Mich um Erleuchtung, wenn du reden oder Gespräche führen musst, damit deine Worte immer Gutes bewirken und Mir die Seelen näher bringen können. In gewissen besonderen Augenblicken des Tages belebe und erneuere deine Vereinigung mit Mir. Widme auch Mir einen Teil der Zeit, die Ich dir gebe.
Gib Mir Gelegenheit, dich Meine Stimme hören zu lassen, versetze dich in Meine Gegenwart, höre auf Mich, lass das Herz sprechen. Die Begegnung zweier Herzen, die sich lieben, ist so schön. Willst du es heute versuchen?
Nun gut, Ich erwarte dich für einige Minuten vor dem mündlichen Gebet, damit du deine Gedanken sammeln, Ich Mich mit dir vereinigen, und du deinen' Seelenzustand prüfen kannst. Wenn du dich elend fühlst, wenn es einiges Versagen gegeben hat, wirst du Mich um Verzeihung bitten und dann. ... vorwärts, mit Mut. Der Seefahrer konsultiert den Kompass, der Wanderer die geographische Karte.
Niemand geht auf die Reise, ohne den «Führer» zu studieren, ohne sich zu überlegen, wie vorzugehen ist. Auch im geistlichen Leben kannst du dich nicht dem Zufall überlassen. Dein Führer bin Ich. Konsultiere Mich, befrage Mich. In der Stille und in der Sammlung fasse deine Entscheide. Rufe Mich und Ich werde kommen, Ich werde mit dir sprechen. Ich werde dir Licht und Führer
sein.
Rufe Meine Mutter an; sie wird Stern des Meeres genannt.
Das Leben des Menschen gleicht dem Meere, einmal ruhig, dann stürmisch. Wenn Maria bei dir ist, wirst du dich nicht fürchten. Fürchtet sich vielleicht ein kleines Kind in den Armen seiner Mutter?
Handle also, wie Ich dir sage und du wirst zufrieden sein.

Sich auf die Kommunion vorbereiten
25. Juli 1968

Meine geliebte Tochter, der feierlichste Akt, den du ausführst während des Tages, ist der Empfang der Hl. Kommunion.
Ich bin es, dein Gott, dein Schöpfer, dein König, dein Meister, dein Bräutigam, dein Freund, der kommt, um von deiner Seele Besitz zu nehmen, und in deinem Herzen zu wohnen.
Ich möchte, dass du dich auf diesen so wichtigen Akt, der für dein Leben entscheidend sein kann, immer gebührend vorbereitest.
Es ist wahr, ein ganzes Leben würde nicht zur Vorbereitung genügen, um Mich würdig zu empfangen. Es ist aber auch wahr, dass Ich dieses Göttliche Sakrament unter den Gestalten des Brotes eingesetzt, und alle zum häufigen Empfang eingeladen habe, damit ihr Meine Absicht versteht, dass diese übernatürliche Speise vollstes Vertrauen erwecken und grösste Anziehungskraft ausüben soll.
Aber leider sehe Ich mit grossem Schmerz, wie nicht nur die Bösen diese Gabe verachten und sie mit Füssen treten, sondern wie auch Meine Freunde sich Mir nahen ohne Sammlung, ohne Liebe und ohne Überlegung, als ob sie die gewöhnlichste und unbedeutendste Sache der Welt täten.
Vergesst nicht, Meine Kinder, wer unwürdig Meinen Leib und Mein Blut empfängt, «der isst und trinkt sich das Gericht» (1. Kor. 11,29), und wer dieses Heilige Sakrament nicht unter den gebührenden Bedingungen empfängt, wird nicht den geistigen Nutzen daraus ziehen, welchen Ich an den Empfang der Hl. Eucharistie geknüpft habe.
Und jetzt noch einige Erklärungen:
Es ist nicht so sehr die Vorbereitung in Worten, die Ich wünsche, sondern jene innere Sammlung, die dich des feierlichen Aktes bewusst werden lässt, den du im Begriffe bist zu tun und welcher dich die Grösse der Gabe und deine Unwürdigkeit erkennen lassen. Es ist ja das grösste Geschenk der Liebe, das der Sohn Gottes dir macht, wenn Er sich dir ganz schenkt, darum soll dich die innere Sammlung vor der Kommunion anleiten, die unendliche Liebe mit Liebe zu erwidern.
Eine gute Vorbereitung ist Garantie für überreiche Früchte. Aber du wirst sie gewiss nicht improvisieren können innerhalb der wenigen Minuten, die dem feierlichen Akt der Kommunion vorausgehen, deshalb sollst du schon beim ersten morgendlichen Erwachen an Mich denken und Mein Kommen zu dir ersehnen.
Wenn du 'wüsstest, wie Ich wünsche, dir zu begegnen, in dein Herz zu kommen, bei dir zu wohnen! In Gedanken kannst du Mich jederzeit schon geistiger weise empfangen und so die Seele vorbereiten auf die sakramentale Begegnung.
Bitte Meine liebste Mutter, dass Sie dir helfe, dich gut vorzubereiten, Ihr Brot zu empfangen, welches Ihr Fleisch ist, das Sie Mir gegeben, und das Ich euch gebe als Unterpfand der Heiligkeit und des ewigen Lebens.

Das Gesetz beobachten
26. Juli 1968

Meine geliebte Tochter, höre auf Mich, Ich bitte dich darum. Es sind zu wenige, die auf Mich hören. Jeder will denken und handeln, wie er es für gut findet, und darum geht die Welt dem Ruin entgegen.
Ich habe Meine Gebote gegeben, aber wer beobachtet sie? Ich habe Meine Räte empfohlen, aber wer nimmt sie an? Im Namen der Freiheit nimmt man sich heraus, das Gesetz nicht zu befolgen, während die wahre Freiheit gerade darin besteht, es zu beobachten.
Das Gesetz ist der Hüter der Ordnung, und wer es beobachtet, ist frei.
Wehe, wenn es keine Gesetze gäbe, die das Universum lenken, hätten wir das Chaos! Wehe, wenn der Mensch nicht durch bestimmte Naturgesetze geführt würde.
Aber was gut ist für die Welt und für das Individuum in materiellen Belangen, ist es auch in geistiger Hinsicht. Es gibt Normen, die das geistliche Leben regeln, die die Seele führen und lenken vom Momente an, wo sie dem Körper Leben gibt, bis zu dem Zeitpunkte, wo sie ihn provisorisch verlässt, um dereinst wieder mit ihm vereinigt zu werden für das ewige Leben.
Die physischen und natürlichen Gesetze, die das Universum lenken, erhalten die Ordnung. Die in die menschliche Natur gelegten Gesetze sind dazu bestimmt, das menschliche Leben zu spenden, zu erhalten und es wachsen zu lassen. Die Gesetze, die das Leben des Geistes bestimmen, führen den Menschen zur Vollkommenheit, zur Heiligkeit, zum ewigen Leben.
Wenn die das Gesetz beobachteten, würde der Mensch immerdar Frieden, Glück und Freude geniessen.
Prüfe dich öfter in diesem Sinne. Frage dich, ob du die Gesetze befolgst, die deine Natur, Gott und die Kirche dir zu beobachten gebieten. Stelle richtig, was zu berichtigen ist. Bedenke, dass es gut ist, die Forderungen des Körpers und jene der Seele immer so zu befolgen, dass sie mit dem Gesetze Gottes in Einklang stehen.
Der Ungehorsam dem Gesetze gegenüber erzeugt die Sünde, die den Menschen zu ihrem Sklaven macht. Das Beobachten des Gesetzes führt zur Vollkommenheit und macht die Seele frei und gottgefällig.
Erinnere dich, dass Meine Eltern Vorbilder des Gehorsams waren in bezug auf das Gesetz. Wurde Ich nicht in der Höhle von Bethlehem geboren zufolge eines Aktes Ihres absoluten Gehorsams? Und Ich selbst, war Ich nicht von Meiner Kindheit an den Gesetzen gehorsam, obwohl Ich, da Ich Gott war, davon dispensiert gewesen wäre?
Mache es auch du so. Das Gesetz sei dir gen aue Regel im Leben, damit du weisst, dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist.

Die Freude
28. Juli 1968

Meine viel geliebte Tochter, Ich will mit dir von der Notwendigkeit der Freude im Leben sprechen. Sie macht die Arbeit leichter, das Opfer begehrenswerter, das Leiden kostbarer, die Nächstenliebe angenehmer, die Demut echter, das Gebet wohlgefälliger, die Einfalt vollkommener, die Religion annehmbarer, die Wahrheit wünschenswerter.
Ich sollte dir an sich jeden Punkt dieser Behauptungen erklären, und du würdest die Wahrheit Meiner Worte begreifen. Für den Augenblick begnüge Ich Mich aber, dir zu sagen, die Freude so sehr zu lieben, dass du sie jeden Tag als Geschenk von Mir erbittest.
Die wahre Freude ist die Frucht der Gnade, die in der Seele wohnt. Wie du Mich bittest, die Sünde von dir fern zu halten und die Traurigkeit, die daraus folgt, so musst du Mich um die Gnade bitten und ihre schönste Frucht: die Freude.
Es ist die Freude, die dich Gott wohlgefällig macht, sei es in der Übung der Tugend oder in der Hingabe an Ihn vom Besten deines Selbst. «Gott liebt den freudigen Geber.»
Es ist die Freude, die dich den Menschen angenehm macht, besonders deinen Familienangehörigen, denen du durch die Taten beweisest, dass, wer im Herrn lebt, in diesem Leben glücklich ist auch inmitten grösster Trübsale.
Deine Fröhlichkeit wird sehr geschätzt, bewundert und nachgeahmt werden.
Man wird die Quelle der Freude suchen, und man wird begreifen lernen, dass ferne von Gott weder Friede noch Fröhlichkeit sein kann.
Durch Ausstrahlen von Freude werdet ihr, wie es Pflicht jedes Christen ist, die Religion lieben lehren. Wie wird man sie aber lieben können, wenn jene, die sie praktizieren und sich echte Christen nennen, nicht einmal die kleinsten Kreuze ertragen, ohne darüber ein endloses Klagelied anzustimmen? Wenn sie sich als beklagenswerte Opfer gebärden und so tun, als ob jene, mit denen sie zusammenleben, alles Henkersknechte wären, werden sie schwerlich vom Nächsten geliebt werden.
Seid froh, seid voll Freude und verbreitet überall Freude und Friede. Ein frohes Angesicht ist Ausdruck einer guten Seele und eines zugänglichen Menschen. Das Schmollen, die Traurigkeit, die Klagen, die Kritiken, immer und überall Böses sehen, nützt niemandem und erzeugt eine schwere und unerträgliche Atmosphäre.
Reinigt die Luft, Meine Kinder, öffnet eure geistigen Fenster. Schaut empor, freut euch, denn der Himmel erwartet euch, die Dinge der Erde gehen vorüber.
Freut euch, denn Ich, der Sohn Gottes, bin immer bei euch, um mit euch eure Sorgen zu teilen, um euch zu helfen, eure Kreuze zu tragen und um euch viel Freude zu geben, jene Freude, die die Engel den Hirten und den Menschen guten Willens verkündeten; jene Freude, die Ich Meinen Aposteln nach Meiner Auferstehung gegeben habe, jene Freude, die die Frucht des Hl. Geistes ist, der in den Seelen wohnt.
Freut euch also, Ich wiederhole es noch, freut euch und eure Freude sei vollkommen, denn der Herr Emrnanuel" wohnt bei euch und ist in euch.

Die Welt: ein ungeheuer grosses Spital
29. Juli 1968

Meine vielgeliebte Tochter, werfen wir miteinander einen Blick auf die Welt. Scheint es dir nicht, dass sie ein ungeheuer grosses Spital ist? Kranke am Körper, am Geiste, am Herzen, an der Seele. Und du, wie kannst du gleichgültig bleiben inmitten so vielen Leidens, so vielen Schmerzes?
Hilf Mir, Ich bitte dich, mit der Macht des Gebetes. Neige dich zu den Leidenden. Richte die Gefallenen wieder auf. Hilf jenen, die im Begriffe sind zu fallen. Eile jenen zu helfen, die leiden, die weinen, die sterben.
Schliesse dich nicht in dich selbst ab. Siehst du nicht, dass alle dich brauchen.
Die Gleichgültigkeit ist ein Fehler, ist Egoismus. Das Sich-nicht-Kümmern um das, was um dich herum geschieht, ist strafwürdig. Öffne weit dein Herz. Siehst du nicht, wie sehr die Welt der Liebe bedarf?
Die Liebe ist stärker als der Tod, denn sie überlebt ihn, sie ist mächtiger als der Schmerz, denn sie besiegt ihn. Die Liebe tröstet, macht wieder gut, bekehrt, gibt Kraft, regt zum Guten an, besiegt das Böse.
Säe Liebe! Warum machst du so viele Einwendungen gegen eine gute Tat, die Liebe erzeugen könnte. Führe sie aus, mache keine Einwendungen. Die Liebe liebt das Räsonieren nicht. Das Räsonieren kommt vom Interesse. Aber die Liebe sucht nicht das Interesse, sie sucht das Wohl aller.
Lebe in der Liebe. Sei stark und grossherzig aus Liebe. Die Welt ist gross, aber die Liebe umfasst sie ganz. Suche Freude und Liebe zu verbreiten, zuerst in dem kleinen Kreis, in dem du lebst, und dann erweitere deinen Horizont. Begib dich im Geiste zu allen, die Trost, Freude, Liebe bedürfen, zu allen Kranken der Welt und erbitte von Gott, der die reine Liebe ist, einen Funken Seines Göttlichen Feuers für jeden Menschen auf der Erde.

*(Emmanuel = Gott unter euch)
Was dir nicht möglich ist, ist leicht für Gott. Du wirst sehen, wie viel Gutes sich von dem kleinen Zönakel deines Herzens aus, wo der Heilige Geist den heiligen Funken der Liebe entzündet hat, sich auf die ganze Welt ausbreitet.

Das zukünftige Leben
1. August 1968

Meine Tochter, der neue Monat, den du beginnst, wird dir durch seine Feste vom zukünftigen Leben sprechen, das dich erwartet, von dem Orte, wohin deine himmlische Mutter und deine irdische Mutter dir vorausgegangen sind.
Ich könnte dir die selige Anschauung wohl in etwas zeigen, aber nicht in ihrer Fülle, denn dein Auge würde die Grossartigkeit dessen, was der Vater Euch bereitet hat, nicht ertragen. Und wenn dir auch das Glück des Paradieses gezeigt würde, wäre es immer noch unvollständig, da Gott selbst die höchste Freude ist, die deine Augen zu sehen nicht ertragen würden.
Petrus, Jakobus und Johannes, die Meiner Verklärung auf dem Berg Tabor beiwohnten, hatten eine blasse Idee vom Paradies, so dass sie wünschten, jene himmlische Vision und jenes Göttliche Zwiegespräch möchten nie mehr unterbrochen werden. Paulus kostete zum Teil die Freude, die man dort oben geniesst, die er aber nicht zu beschreiben imstande gewesen wäre.
Ich versichere dir jedoch, dass niemand, solange er auf dieser Erde ist, die wunderbaren Dinge in ihrer vollen Wirklichkeit sehen kann, die der Vater für Seine Auserwählten bereitet hat.
Sei überzeugt, dass du in Gott alles Gute und alle Glückseligkeit besitzen wirst, da Gott selbst Höchstes Gut und Höchste Glückseligkeit ist. Denke deshalb oft an den Augenblick deiner Ankunft dort oben und vergiss nicht, dass von jenem Augenblick an die Ewigkeit beginnt.
Diese unermessliche Herrlichkeit und Freude verdienen eine äusserste Anstrengung von dir. Was macht es, wenn du in all den wenigen Jahren, welche du auf Erden verbringst, zu leiden hast? Was liegt dir daran, dass die Menschen dieser Welt dich nicht verstehen, wenn du doch weisst, dass jede Träne gezählt wird, jede Mühsal im Überfluss belohnt wird?
Wenn die Welt, deine kleine Welt, dich nicht versteht, denke daran, dass Gott dich liebt, dich versteht, deine Freiheit achtet, deinen Geist erleuchtet, dich belehrt und dich dereinst in Seiner Anschauung auf ewig glücklich sehen will.

Ich bin ein Dürstender
2. August 1968

Meine Tochter, bereite deine Seele vor, Meine Gnaden zu empfangen, denn von der Art und Weise, wie du sie empfängst und wie du ihnen entsprichst, hängt deine Heiligung ab.
Wenn du den Gnaden entsprichst, zwingst du Mich, ihre Zahl zu vermehren. Wenn du nach Mir dürstest, komm und trinke. Ich werde glücklich sein, deinen Durst zu stillen. Ich schenke Mich dem, der sich nach Mir sehnt, mit der innigen Liebe eines Vaters, eines Bräutigams, eines Bruders, eines Freundes, der alles gibt und nichts verlangt ausser Liebe.
Auch Ich bin ein nach Liebe Dürstender. Beim Jakobsbrunnen bat Ich die Samaritanerin, Mir zu trinken zu geben und in ihr bat Ich alle Samaritanerinnen der Welt. Aus der Sünderin bekehrte Ich sie zur Verkünderin. Wir tauschten gegenseitig das Wasser aus, das unsern Durst stillte: sie gab Mir ihre Seele, ihre Sünden und ihre Liebe. Ich gab ihr Meine Gnade und den Wunsch nach dem Apostolat.
Am Kreuze dürstete es Mich und dieser Durst hält durch die Jahrhunderte an. Ich wende Mich an alle Menschen, und bitte alle, Meinen Durst zu stillen.
Es ist ein Durst, der erst am Ende der Zeiten gelöscht sein wird, wenn die Erlösung endgültig abgeschlossen und das Himmlische Jerusalem vollzählig
sein wird.
Und du, dürstest du nach Mir?
Ich habe euch gesagt: «Selig jene, die Durst haben nach Gerechtigkeit.»
Ich bin der Gerechte und der Urheber der Gerechtigkeit.
Ich habe euch gesagt: «Selig die Reinen.» Ich bin die personifizierte Rein- heit.
Ich habe euch gesagt: «Selig die Friedfertigen.» Ich bin Jener, der den Frieden schenkt.
Ich habe euch gesagt: «Selig jene, die weinen.» In Meinem Herzen werden alle Trost und Hilfe finden.
Kommt, kommt alle zu Mir. Ich werde euern Durst nach weltlichen Dingen löschen, Ich werde euch helfen, euch bis zum Himmel zu erheben. Ich werde euch lehren, wie süss es ist, dem Herrn zu dienen.
Kommt, gebt Mir eure Liebe ... ! Ich bin ein Bettler der Liebe! Wer Mich liebt, lebt in Mir und für Mich, er fühlt die Schwere des Kreuzes nicht mehr. Wer Mich liebt, befolgt Mein Gesetz, das kein Joch mehr ist. Wer Mich liebt, folgt Mir auch auf den Kalvarienberg, stirbt mit Mir, um mit Mir aufzuerstehen.
Liebt Mich, liebe Kinder, Ich verlange nichts anderes.

Komm näher zu Mir
3. August 1968

Meine geliebte Tochter, komm immer näher zu Mir mit Vertrauen und Liebe, aber auch mit Furcht und Zittern, denn Ich bin dein Gott.
Wenn du die Grösse, die Macht, die Weisheit Gottes kenntest, bliebest du voll bewundernden Staunens. Du wirst dies nicht verstehen können, solange du wie gefangen in deinem Körper bist. Nur mit geistigen Augen, den Augen der Seele, wird es dir möglich sein, viele Dinge zu verstehen, die dir jetzt vollständig unbekannt sind oder kaum geahnt werden von dir.
In Erwartung jenes Tages, an dem du, wenn dir das Paradies vergönnt sein wird, Gott sehen wirst, befleisse dich mit Meiner Hilfe, Ihn jetzt, so weit möglich, in Seiner ganzen Grösse und Güte kennen zu lernen, und Ihn immer mehr und immer besser zu lieben.
Wünsche und liebe alles, was dir von Gott spricht, aber vor allem vertraue dich Meiner Mutter an, Sitz der Weisheit, damit Sie dich belehre und dir Meine Geheimnisse offenbare. Mit Ihrer Hilfe wirst du zunehmen an Geist und Weisheit, wie Ich als Menschensohn zugenommen habe an Alter und Weisheit vor Gott und den Menschen. Mit andern Worten: du kannst Mich erreichen in den Tugenden, die auch Ich, als Mensch dir in allem gleich, ausser in der Sünde, während Meines irdischen Lebens geübt habe. In jedem Moment deines Lebens kannst du dich fragen und mit Sicherheit wissen, ob das, was du im Begriffe bist zu tun, gut oder böse ist; du brauchst dich nur zu fragen, ob Ich an deiner Stelle diese gleiche Handlung auf die gleiche Art ausführen würde.
Frage dich also oft während des Tages: «Würde Jesus so handeln, so denken, so lieben, so sprechen?» Wenn die Antwort immer bejahend wäre, wie viele Freude gäbest du Mir, und mit wie grosser Sicherheit könntest du dich wahre Christin nennen, Meine wahre Jüngerin.
Versuche es, es ist nicht schwer, und wenn du dich eines Tages Meinem Vater im Himmel vorstellst, wirst du zu Ihm sagen können: «Ich bin Dein Sohn, ein anderer Jesus Christus», und Er wird dich in die ewige Herrlichkeit aufnehmen.

Die Verleumdung
4. August 1968

Meine Tochter, Ich will mit dir von zwei sehr schweren Sünden sprechen, die man in der Welt begeht, und die Mein Herz so sehr betrüben: die Verleumdung und das Ärgernis.
Beide sind dem Morde gleich. Die Verleumdung tötet die Ehre, das Ärgernis mordet die Unschuld, die Seele einer Person, indem sie sie zur Sünde und zum Bösen verführt.
Nun möchte Ich wirklich allen Meinen Kindern die Schwere der Verleumdung erklären, die sich so leicht verbreitet, und die so viel Schaden anrichtet in den Familien, bei den Einzelnen und in der Gesellschaft.
Sie ist wie ein Gift, das ohne jemandes Wissen eindringt und die Masse vergiftet. Sie ist wie ein giftiges Serum, das der Feind einer lebenden Person während des Schlafes einspritzt. Sie ist ein Schuss in den Rücken, ein Verrat.
Manchmal glaubst du, dieser oder jener befreundeten Person vertrauen zu können; aber sie profitiert von deinen Vertraulichkeiten, fügt vielleicht ihre eigenen, wenig wohlwollenden Überlegungen hinzu und verbreitet so unwahre Nachrichten. Nicht, dass sie sie auf öffentlichem Marktplatze verkündet, aber doch gehen die Neuigkeiten von Mund zu Mund als Vertraulichkeit und Geheimnis.
Die so gesammelten und verbreiteten Neuigkeiten wechseln immer Form und Substanz; wenn sie etwas Schlechtes betreffen, verbreiten sie sich wie ein ins Wasser gegossener Tropfen Öl. Ich erinnere euch daran, liebe Kinder, dass, wer das Böse verbreitet, sich dessen schuldig macht. Aus diesem Grunde habe Ich andere Male darauf bestanden, dass man unter Christen das Böse nicht einmal nennen sollte, da es niemandem nützt.
Wer verleumdet, freut sich über das Böse und verbreitet es mit satanischer Lust unter dem Anschein, sich darüber zu betrüben und damit aufzuräumen. Es ist dies eine Sünde, die man mit viel Leichtsinn und Sorglosigkeit begeht, und über die ihr euch in den Beichten mit wenig Aufrichtigkeit anklagt, weshalb sie in den meisten Fällen gar nicht verziehen wird .•
Es ist eine Sünde, die nur schwer verziehen wird, denn wer stiehlt, erlangt erst dann Verzeihung, wenn er das Gestohlene zurückgegeben hat. Wer dem Nächsten den guten Ruf stiehlt, dem kann nicht verziehen werden, wenn er den Weg der Verleumdung im umgekehrten Sinn nicht noch einmal zurücklegt, indem er jener Person, jenem Priester, jener Freundin oder jener Unbekannten die geschädigte Ehre wieder herstellt.
Du selbst siehst, wie schwierig eine solche Wiedergutmachung ist und infolgedessen wie schwierig es ist, Verzeihung zu erlangen.
Ich will euch nicht erschrecken mit dem Gedanken an die ewigen Strafen, aber Ich versichere euch, dass eine schreckliche Strafe die Zunge der. Verleumder treffen wird, auch im Fegfeuer. Wenn Meine Kinder in diesem Leben jene Strafe auch nur von weitem sehen würden, wären sie so entsetzt davon, dass sie eher auf die Gabe der Sprache verzichten würden, als weiter ihre Zunge schlecht zu gebrauchen.
Ich möchte wirklich, Meine lieben Kinder, dass eine heilige Furcht vor dieser Sünde euch wachsam erhalte, damit ihr nicht später etwas bitter zu bereuen habt.
Wer Kenntnis hat von Bösem oder etwas Bösem, darf die in Frage stehende Person warnen, aber er muss sich vergewissern, ob es sich wirklich um Böses handelt, da dies manchmal, auch wenn es den Anschein hat, in Wirklichkeit nicht der Fall ist, da die Absicht der ausführenden Person nicht böse war. Es ist für euch schwierig, in der Seele zu lesen und unmöglich, über die Absichten zu urteilen. Wer Böses verbreitet, das andere begangen haben, begeht eine Sünde, mehr oder weniger schwer, je nach der Schwere des Fehlers, den er verbreitet, auch wenn das, was er sagt, wahr ist.

Die Aufrichtigkeit und die Klugheit

Liebt die Aufrichtigkeit und die Klugheit! Dann wird es für euch nicht so leicht sein, in die Sünde der: Verleumdung zu fallen. Wie viele wunderbare Werke sind zusammengestürzt durch böse Zungen. Wie viele Familien ruiniert! Wie viele eifrige und gut gesinnte Seelen entmutigt!
Die Verleumdung ist noch viel schlimmer, wenn sie vom Herzen und von den Lippen Meiner bevorzugten Kinder ausgeht. Jene, die Mich oft empfangen, die die Kirche besuchen, gehen mit grosser Leichtigkeit von der üblen Nachrede zur Verleumdung über.
Manchmal rührt sie vom Neid her, manchmal vom Hochmut. Manchmal sind es kleine Rivalitäten, auch im Guten, die euch satanisch stimmen. Es ist der Neid über die Gnade, die andere erhalten haben, die euch fähig macht, auch Dinge zu entdecken, die nicht bestehen und Böses zu verbreiten, das gar nicht existiert.
Liebe Kinder, weint über diese so schwere Sünde, die todbringend ist für die Ehre von Personen, die euch nahe stehen, ohne dass sie es wissen und macht ein feierliches Versprechen, dass ihr euch nie mehr mit dieser so schwer wiedergutzumachenden Sünde befleckt!
Wenn ihr nichts Gutes sagen könnt von euerem Nächsten, schweigt. Viel besser wäre es für euch, stumm zu bleiben, als die Zunge schlecht zu gebrauchen!
Ihr alle bildet mit Mir einen einzigen Leib, Meinen Mystischen Leib. Wer verleumdet, zerfleischt Meinen Leib, reisst Mir Glieder aus, macht Mich leiden; es ist ein Übel, das sich auf die ganze Kirche auswirkt.
Meine Kinder, fürchtet und zittert!

Das Ärgernis
5. August 1968

Nehmen wir die Unterweisung von gestern wieder auf, und Ich werde mit dir über das Ärgernis sprechen, von dem Ich dir gesagt habe, dass es ein wirklicher Mord sei, wenn auch unsichtbar für die Augen des Leibes.
Im Evangelium (Mt. 18, 6-7) habe Ich euch gesagt: «Wehe dem Menschen, durch den das Ärgernis kommt. Es wäre besser, wenn ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.» Und Ich sage dir: wer sich ins Meer stürzt, schadet nur sich selber, wer aber Ärgernis gibt, verursacht überdies den Ruin anderer, und du kannst nicht einmal sagen, wie viele es sein werden.
Beobachte was geschieht, wenn du einen Stein ins Wasser wirfst: es bilden sich eine Vielzahl von konzentrischen Kreisen, die sich immer mehr entfernen. So verhält es sich mit jeder Sünde. Sie hat eine Auswirkung auf die ganze Welt und besonders auf Meinen Mystischen Leib, die Kirche, so dass ihr mit Recht sagen könnt, wer sündigt, schadet nicht nur sich selbst, sondern auch den Brüdern, auch wenn diesen die Sünde unbekannt ist.
Dies geschieht bei jeder Sünde, aber in besonderer Weise bei der Sünde des Ärgernisses.
Du verstehst sofort, wie die Belohnung im Himmel sich auf die geübte Nächstenliebe gründen wird. So wird strenge Strafe jenen treffen, der dem Nächsten Schaden zufügt und besonders, wenn dieser Schaden nicht nur den Leib, sondern die Seele betrifft.
Ich kam in die Welt, lebte und starb am Kreuze, um die Seelen zu retten.
Der Ärgernisgeber arbeitet gegen Mich und macht die Frucht Meiner Erlösung zunichte. Daran kannst du die Schwere dieser Sünde erkennen.
Ich würde auch für eine einzige Seele Meine Passion und Meinen Tod wiederholen, und der Ärgernisgeber verdirbt Mir die Seelen, die Mir gehören und für deren Glückseligkeit Ich das Leben gegeben habe. Scheint es dir nicht, dass es keine grössere Bosheit geben kann?

Jede Tat sollte zum Guten führen

Ich werde dir jetzt sagen, wie man Ärgernis gibt.
Alles was in der Welt geschieht, das die andern zum Bösen verführen kann, ist Ärgernis: verderbliche Worte und Handlungen, die im Geist und im Herzen des andern eine schädigende Spur hinterlassen und ihn verleiten, dem bösen Beispiel zu folgen.
Das Werk des Ärgernisgebers ist schlimmer als jenes des Teufels, durch welchen es unterstützt und organisiert wird. Jetzt aber will Ich dir nicht die grossen Ärgernisse in Erinnerung rufen, die in der Welt geschehen, vielmehr will ich dich einen Augenblick in dich selbst einkehren und dich nachdenken lassen über dein Betragen, um zu versuchen, alles wegzunehmen, was nicht erbaulich ist für deinen Nächstens
Gedanken, Worte, Handlungen und Unterlassungen werden bei Meinem Gericht Gegenstand des Urteils sein, und das alles wird auch in Verbindung mit dem Nächsten beurteilt werden.
Darum beginne gleich jetzt, alles wegzuschaffen aus deinem Leben, was nicht erbaulich ist. Wache über, deine Worte; über deine Handlungen, über dein Betragen. Mache, dass alles. in dir Licht sei, dass alles zum Guten führe.
Ich habe dir andere Male gesagt, dass eine Seele nie allein in den Himmel kommt, sondern jene Seelen mit sich bringt - natürlich jede zu ihrer Zeit - die sie gerettet hat.
Das Beispiel reisst mit. Bekämpfe auf diese Art das Ärgernis, das viele geben; reisse das Unkraut aus, das sie säen, indem du das gute Beispiel gibst. Sei Werkzeug der Rettung und des Lebens, wo man den Tod sät.

Entwurf zu einer Lebensordnung
6. August 1968

Meine Tochter, rufe unaufhörlich die Hilfe Gottes an, wenn du alle Schwierigkeiten besiegen und überwinden willst, denen du begegnest und die sich zwischen dich und Gott stellen.
Richte deine Handlungen, deine Gedanken, deine Worte immer nach Gott aus, damit alles Seinem Willen gemäss geschehe.
Wache über dich selbst: über den Verstand, über das Herz, über die Zunge, damit nichts in dir vorkomme, das Gott nicht wohlgefällig ist.
Heilige dein Leben, indem du es ganz zur Ehre Gottes verbringst und zum Wohle des Nächsten; verschwende auch nicht einen Augenblick der Zeit, jener ; kostbaren Münze, mit der du dir das ewige Leben erkaufen kannst.
Habe Ehrfurcht vor allen. Urteile über niemanden, denn niemand von euch hat das Recht, andere zu richten, wenn du willst, dass Jener, der dich am letzten Tag richten wird, nachsichtig mit dir sei.
Sei allen gegenüber gerecht, indem du jedem das gibst, was ihm zukommt. Ich liebe die Rechtschaffenheit und die Gerechtigkeit, Eigenschaften, die euch bei Gott und den Menschen beliebt machen.
Sei grossmütig im Opferbringen, sowohl im Alltag - das Opfer begleitet jeden Menschen - wie auch in den grossen Gelegenheiten des Lebens, wenn der Herr an die Türe deines Hauses klopft, um dich zur Mitarbeit mit Ihm aufzurufen durch dein Kreuz und durch dein Leiden.
Vertraue auf den Herrn, deinen Gott, denn Er wacht über dich, Er liebt dich und will dein Glück. Du hast nichts anderes zu tun, als dich in Seine Arme zu werfen wie ein Kind und dich von Ihm führen zu lassen.
Erfülle deine tägliche Pflicht mit Freude, mit Treue, mit Genauigkeit und mit Liebe, indem du dich mit Mir vereinigst, der Ich immer in dir lebe.
Hier hast du in Kürze eine Lebensregel, die du bei deinen Gewissenserforschungen benutzen sollst.
Wenn du vorgehen wirst, wie Ich .dir gesagt habe, wirst du deine Probleme vereinfachen, dein Leben wird durchsichtig und für alle ein gutes Beispiel sein; du wirst die von Gott so sehr gewünschte und angeordnete Heiligkeit erreichen.
Erinnere dich des Befehls, den Ich an alle Meine Jünger richtete und durch sie an alle, die Mich lieben und Mir folgen würden:
«Seid heilig, wie euer Vater, der im Himmel ist, heilig ist.»


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