Heft 9 - Gedanken und Überlegungen

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Heft 9

GÜTE
sei die Norm deine
Lebens


Vorwort

Meine lieben Kinder, beginnt die Lesung dieses neuen Heftes im Zeichen der Schmerzen Meiner liebsten Mutter, und unter Ihrem Schutz setzt das Werk eurer geistigen Vervollkommnung fort. Möge Sie euch helfen, jene Heiligkeit zu erreichen, zu der jedes von euch als Mein vielgeliebtes Kind berufen ist.           Mailand

Den Charakter beherrschen
15. September 1968

Meine liebe Tochter, höre auf Mich. Es ist nötig, dass du deinen Charakter beherrschen lernst und dass du dich anstrengst, ihn für deinen Nächsten angenehm zu machen, damit du diesem nützlich sein und ihn zum Guten führen kannst.
Der Charakter ist ein persönliches Gepräge, das eine Person von der andern unterscheidet. Er ist ein unverwechselbares Merkmal. Ihn vollständig zu ändern ist nicht möglich; er ist wie eine zweite Natur.
Mit Willensstärke kann man ihn verbessern; was an ihm fehlerhaft oder böse ist, zum Guten lenken. Es ist nicht leicht, den eigenen Charakter fröhlich zu stimmen, wenn er von Natur aus traurig ist; ruhig, wenn er aufbrausend ist; aktiv, wenn er träge ist; empfindsam, wenn er hart ist. Aber mit viel gutem Willen, mit Wachsamkeit über sich selbst, und besonders mit der Hilfe Gottes und dem Beispiel der Heiligen, kann man erreichen, ihn zu verbessern.
Die grössten Leiden in den Familien kommen nicht von Gott, der alle gut und glücklich sehen möchte, sondern sie werden hervorgerufen von jenen, die, da sie ihren Charakter nicht verbessern, in die Familie die Unruhe bringen, die Uneinigkeit und den Streit, zum Schaden des materiellen und auch des geistlichen Wohlergehens aller.
Der erste, der unter einem schlechten Charakter leidet, ist jener, der ihn besitzt; deshalb verdient er viel Güte, Verständnis und Hilfe, um sich bessern zu können.
Alle jedoch haben Charakterfehler oder etwas an sich, was den andern lästig sein kann. Darum ist es gut, wenn man bei den andern Fehler sieht, diese geduldig zu ertragen, indem man an die eigenen denkt.
Trachte darnach, dir einen fügsamen und guten Charakter anzuerziehen.
Wenn du im Gespräch energisch bist, lerne dich vor allem selbst zu beherrschen und bitte jene um Verzeihung, denen du vielleicht durch deine überschäumende Energie wehe getan hast.

Denke an die andern

Wenn du einen empfindlichen Charakter hast, denke daran, deine Eigenliebe zu bekämpfen. Wenn du träge bist, strenge dich an und lege dir für deine Tagesarbeiten einen festen Stundenplan zurecht und suche ihn einzuhalten.
Wenn du froh und Iebhaft bist und den Lärm liebst, denke an die andern, die gerne in der Stille sind und gebiete deinen fröhlichen Ausgelassenheiten.
Wenn du dazu neigst, traurig zu sein, dich stets bei jedermann zu beklagen,
bedenke, dass deine Gesellschaft lästig sein kann, dass jedes sein Kreuz zu tragen hat und dass du jenes der andern nicht schwerer machen. darfst.
Suche, strenge dich an, die Dinge mit mehr Gelassenheit zu betrachten, damit auch der Umgang mit dir angenehmer wird, suche die Fehler deines Charakters zu entdecken. Halte fest an dem, was gut ist, was schlecht ist, verbessere.
Güte sei die Norm deines Lebens und deines Handeins. Nimm als Vorbild Mich oder Meine Mutter. Denke einen Augenblick -darüber nach, wie liebenswürdig, sanft, froh und' gut Ihr Charakter war, und wie gross Ihre Selbstbeherrschung, Ihre Geduld im Leiden, Ihre Ausgeglichenheit im Denken und Fühlen, Ihre Beharrlichkeit im Guten und Ihr Heroismus in der Übung der Tugenden.
Was dir nicht möglich ist oder was dir unmöglich zu machen erscheint, tue es aus Liebe zu Meiner Mutter. Du wirst sehen, dass dir alles leichter wird, und wenn du einmal Herrin deiner selbst geworden bist, wirst du auch den andern zu befehlen wissen, für welche es ein Vergnügen sein wird, dir zu gehorchen.

Richte nicht
17. September 1968

Meine liebe Tochter, schreibe, was Ich dir eingeben werde. Urteile nicht leichtfertig über deinen Nächsten, denn du kannst nur das Aussere beurteilen.
Ich allein sehe die Absichten, die die Menschen bei ihrem Tun haben und was euch als schlecht erscheinen mag, erscheint Mir als gut, weil es gut gemeint
und von rechter Absicht inspiriert war. .
Dein Urteil sei immer wohlwollend, auch wenn du wirklich etwas Böses siehst. Du weisst nicht, ob du an Stelle derjenigen, die du mit Strenge richtest, nicht ebenso gehandelt hättest. Du weisst nicht, bis zu welchem Punkte sie versucht werden, und weisst nicht, von welchen Absichten sie geführt sind.
Betrachte immer alle in Güte und Barmherzigkeit und erflehe von Mir die Rettung aller. So wirst du anfangen, Gott näher zu kommen, um mittels des Gebetes jene an Ihn zu ziehen, die ferne von Ihm sind, vielleicht ohne ihr Wissen und aus vielen Gründen unabhängig von ihrem Willen.
Werde für alle ein Mittel der Rettung und des Segens. Wenn ein Wort von dir gewünscht wird und es nützen kann, sprich in Meinem Namen; aber wenn du weisst, dass es nicht genehm ist, stosse die Seelen nicht ab.

Bete zu Gott für jene, die du liebst und bitte Ihn, ihnen jene guten Dinge einzugeben, die für sie nützlich sind. Er allein weiss es und Er ist der Einzige, der zu ihrer Verwirklichung helfen kann.
Es gibt überschäumende Charaktere, welche aus Liebe zu Gott alles kundtun, was sie in ihrem Herzen fühlen und alles, was sie tun; manchmal wird es ihnen falsch ausgelegt. Urteile nicht, denn du kannst dich täuschen. Ihr glühen. der Wunsch, Gutes zu tun, kann sie zu Handlungen hinreissen, die für sie verdienstvoll sind, auch wenn sie euch unrichtig erscheinen.

Seid immer gut

Es gibt sanfte Charaktere, Personen, die sich, auch wenn sie keine eigentliche Krankheit haben, in einem Zustand psychischer, physischer, geistiger Schwachheit befinden; richtet nicht über sie, denn es sind Menschen, denen geholfen werden muss, und die nicht verdammt werden dürfen.
Es gibt Menschen, die durch böse Gelegenheiten, schlechte Erziehung, schlechte Gesellschaft auf einen schlechten Weg gebracht wurden; helft ihnen. Richtet sie nicht. Seid immer gut in euren Urteilen; seid immer strenger mit euch selbst als mit den andern.
Wenn du dich selbst streng beurteilst, wirst du dich sehr unvollkommen finden und du wirst die Fehler der andern, die dir kleiner als die deinen scheinen werden, leichter verzeihen.
Öffne die Augen gut gegenüber deinem Nächsten, um zu sehen, wo ein besonderes Hilfsbedürfnis besteht oder eine Handreichung notwendig ist.
Das Urteilen überlasse Jenem, der dazu berufen ist. Gott allein ist Richter der Gewissen, wogegen keine Berufung möglich ist. Die Menschen, die oft strenge sind mit den andern, täuschen sich in ihrem Urteil und machen sich selber in ihrem Stolz jener Fehler schuldig, die sie glauben verurteilen zu dürfen.
Denke vielmehr daran, deine eigenen Fehler zu verbessern. Die andern mache mit grosser Güte auf ihre Fehler aufmerksam, wenn du dazu die Befugnis hast; sonst empfiehl alle jene, die dir fehlerhaft erscheinen, mit grosser Liebe Mir, damit Mein Licht sie erleuchte, und sie zur Vollkommenheit gelangen können.
Meine Mutter möge dir Führerin sein; obwohl Sie von bösen Menschen umgeben war, als Sie auf Erden lebte, wollte Sie nie jemanden verurteilen, nicht einmal Judas, den Sie zärtlich liebte und bei dem Sie sich mit viel Feingefühl abmühte, damit er sich bekehre.

Die Schmerzen Mariens
18. September 1968

Meine liebe Tochter, in diesem Monat, wo die Kirche euch einlädt, an die Schmerzen Meiner Mutter zu denken, werde Ich dir diese aufzeigen und erklären, damit du verstehen kannst, wie gross die Liebe ist, die Sie allen Menschen entgegenbringt.
Sie hat sich tatsächlich freiwillig einem grenzenlosen Leiden unterworfen, das dem Meinen nahekam, um mit Mir Werkzeug der Erlösung zu werden.
Ihr pflegt der sieben Schmerzen zu gedenken, die das Herz Meiner Mutter durchbohrten, aber bedenket wohl, dass Ihr Leben vom zartesten Alter an von bitteren Leiden erfüllt war.

Die Trennung von den Eltern

Als kleines Mädchen von 3 Jahren verliess Sie das väterliche Haus, um sich in den Tempel zu begeben. Ihr zartes Herz, das die Eltern mit inniger Liebe verehrte, litt schmerzlich unter dieser Trennung, obwohl Sie von Geburt an den Gebrauoh der Vernunft hatte und mit ausserordentlichen übernatürlichen Gaben ausgestattet war und die Notwendigkeit dieser Trennung erkannte. Sie nahm sie als den Willen Gottes freudig an, während ihr Herz den Trennungsschmerz fühlte.
In der Tempelschule lebten mehrere Mädchen; sie erhielten dort ihre Ausbildung, lernten das Gesetz des Herrn kennen und wurden in alle, Ihrem Alter entsprechenden Arbeiten und Wissenschaften eingeführt.
Alle wurden sich der Überlegenheit in jeder Beziehung Meiner Geliebten gewahr, und deshalb wurde Sie Gegenstand des Neides von seiten Ihrer Gefährtinnen, die sich ein Vergnügen daraus machten, Sie wegen vermeintlichen Fehlern anzuklagen, und die ihrer Bosheit auf tausend Arten freien Lauf liessen. Maria merkte es wohl, schwieg, verzieh, liebte und litt.

Sie beschleunigte die Erlösung

Sie kannte alle Prophezeiungen und kraft göttlicher Eingebung wusste Sie, dass die Welt in den tiefsten Schlamm untergetaucht war. Darum opferte Sie im Innersten Ihres Herzens Ihre Mühsale auf, damit der Herr die Erlösung beschleunigte.
Der Vater sah auf der Erde diese Seele, welche eine Art Anziehungspunkt war. Er hörte auf Ihre Seufzer, sammelte Ihre Tränen, erhörte Ihre Gebete und drängte den Sohn, damit Er Sein Erscheinen auf der Erde beschleunigte.
Ich meinerseits brannte vor Sehnsucht, unter dem Herzen eines so guten und vollkommenen Geschöpfes zu wohnen. Darum sage Ich dir, dass wirklich durch die Verdienste und Fürbitten Mariens die Erlösung der Welt beschleunigt wurde.
Kaum erwachsen, mussten sich alle jüdischen Frauen verehelichen, denn jede sehnte sich begierig darnach, die Mutter des Messias zu werden. Der Priester des Tempels und die Prophetin Anna beschlossen deshalb, für Maria einen Gatten zu suchen. Du kannst dir vorstellen, wie gross der Schmerz Meiner Mutter war beim Gedanken, zur Ehe verpflichtet zu werden.
Seit Ihrem Eintritt ins Heiligtum hatte Sie Gott das Geschenk Ihrer Jungfräulichkeit gemacht; beim Gedanken an das glückliche Mädchen, das Mutter des Erlösers sein würde, wünschte Sie sich voll Freude, deren Magd sein zu dürfen.
Aber um nichts in der Welt, nicht einmal um Muttergottes zu werden, hätte Sie auf das Gott gegebene Versprechen verzichtet. Sie weinte bittere Tränen, als man Ihr sagte, dass ein Bräutigam für Sie gefunden sei, auch wenn Sie dem Willen Ihrer Obern aus Gehorsam willfuhr.
In der Folge verliess Sie den Tempel, wo Sie Ihre Kindheit und Mädchenzeit verbracht, den Herrn, Ihre Obern und Ihre Gefährtinnen geliebt hatte, um im bescheidenen Häuschen von Nazareth zu leben. Ihre Eltern waren unterdessen gestorben, und Sie bereitete sich in der Stille, bei Arbeit und Gebet vor, den Willen Gottes zu erfüllen.

Die Braut Josephs
19. September 1968

Meine Tochter, Ich wünsche fortzufahren, mit Dir über die Schmerzen zu sprechen, die das Leben Meiner Mutter begleiteten und die Ihr das Herz durchbohrten.
Wisse also, dass Maria, bevor Sie mit Ihrem keuschen und gottesfürchtigen Bräutigam Joseph im gleichen Hause zusammenlebte, die Botschaft des Engels Gabriel erhielt, der Sie um die Zustimmung bat, Mutter des Sohnes Gottes zu werden, der die menschliche Natur annehmen müsse.
Sie konnte wirklich antworten, dass Sie keinen Mann erkenne und dass Sie nicht wisse, wie dies geschehen könne. Aber als Ihr der Engel versicherte, dass Mein und des Vaters Geist Sie fruchtbar machen würde, nahm Sie es an, Mutter zu werden.
In jenem Augenblick erschien vor Ihren Augen die ganze leidende Menschheit in Erwartung des Erlösers und Sie umfing alle Geschöpfe aller Zeiten bis ans Erde der Jahrhunderte in einem Akte der Liebe und des unendlichen Schmerzes.
Sie umarmte die Menschen in einem Akte der Liebe, da Sie, entflammt vom Feuer des Hl. Geistes, alle Menschen der Erde als Ihre Kinder zu lieben imstande war, und Sie fühlte für jedes Kind, das Sie erlösen und dem Sie darum das geistige Leben geben musste, einen wirklichen Schmerz, gleich jenem jeder Mutter, die ein Kind auf die Welt bringt.
Schon bevor Sie Ihre besondere Mission in der Kirche begann, weihte Gott Sie ein in Ihre Mission in der Welt. Überschattet vom Hl. Geist, konnte der Sohn Gottes durch Sie einen Leib und eine Seele haben, wie sie jeder Mensch hat, der in diese Welt kommt.

Eine unendliche Liebe

Ich fand Mich also als Gefangener unter Ihrem mütterlichen Herzen; es war während 9 Monaten ein wirkliches Gefängnis der Liebe. Es ist nicht möglich, dir die Akte der Liebe aufzuzählen, die Meine Mutter ohne Unterlass an Mich richtete, sowohl während des Tages, als auch manchmal während ganzer Nächte.
Wir waren eines Herzens, wir waren ein einziges Sein, in Gott selber, so dass alles wie für Mich auch für Sie unendlich war. So begann die Erlösung der Welt: Mit einer unermesslichen Liebe. Joseph betrachtete seine liebe Braut bei den Besuchen, die er Ihr machte, und sah Sie erblühen an Schönheit und Anmut.
Plötzlich zernagte ein furchtbarer Zweifel sein Herz. Wie ist es möglich, fragte er sich, dass meine kleine Lilie befleckt worden ist? Und er beschloss, Sie still zu verlassen, ohne Sie den Behörden anzuzeigen, die Sie unerbittlich verurteilt hätten; denn der Ehebruch wurde mit Steinigung bestraft.
o weisse, kleine Blume, 0 Meine liebste Mutter, wie kann Ich es aussprechen, welches Dein Schmerz war, den niemand oder wenige beachten, und der Dich bis in die Tiefe des Herzens verwundete, als Dein Bräutigam an Deiner Treue und an Deiner Reinheit zweifelte und Dich verliess.
Ein einziges Wort hätte genügt, um jeden Zweifel zu' zerstreuen; aber Du wolltest diesen ungeheuren Schmerz zum Troste jener erleiden, die im Laufe der Jahrhunderte Opfer von Verleumdungen sein würden in dem, was eine reine Seele mit grösster Vorsicht behütet.
Du wolltest diesen Seelen Trost und Hilfe sein. Du wolltest ein Beispiel der Geduld und der Hingabe an Gott sein, indem Du die Aufgabe Deiner Verteidigung und Deines Schutzes Ihm überliessest, um Deine Unschuld bekannt zu machen.

Ein fortwährender Akt der Hingabe

Ich will jetzt nicht mit dir über andere Schmerzen und Sorgen reden, wie sie ja alle Mütter kennen: Sorgen der täglichen Arbeit, Sorgen der Armut, Sorgen, die mit der Übung der Nächstenliebe verbunden sind. Wenn diese von Herzen kommt und mit Eifer geübt wird, kümmert sie sich nicht um sich selbst und vergibt sich in vollständiger Selbstaufopferung für die andern.
Dies war in der Tat das Verhalten Meiner lieben Mutter, die sich anstrengte, allen alles zu sein, die Ihrer Hilfe bedurften, indem Sie aus Ihrem Leben eine fortwährende Selbstaufopferung machte.
Elisabeth sah sich aufmerksam und zuvorkommend von Ihr umsorgt bis zur Geburt des Johannes; als Maria sah, dass Elisabeth wieder allein ihre Angelegenheiten besorgen konnte, verabschiedete Sie sich und kehrte in Ihr bescheidenes Häuschen zurück, das Ihr in seiner äussersten Armut als ein wahrer Palast vorkam, so sauber und geordnet war es und so gross waren die Geschehnisse, an die es Sie erinnerte.
So vergingen die Monate der Erwartung. Nach dem Erlass des kaiserlichen Ediktes musste Sie sich mit Joseph nach Bethlehem begeben, um sich aufzeichnen zu lassen.
Wie schmerzlich diese Reise für Meine heilige Mutter war, ist nicht so leicht zu sagen. Bei jedem Stoss des Eselchens ängstigte Sie sich doppelt: für Mich, der Ich zitterte in Ihrem Schosse, und für den geduldigen und guten Gemahl, der darunter litt, Sie leiden zu sehen.

Die Abweisung von Betlehem
20. September 1968

Meine Tochter, fahre fort zu schreiben, denn Ich wünsche sehr, dich wenigstens teilweise wissen zu lassen, welches die Schmerzen Meiner Mutter waren, damit du in Ihren Fussstapfen sicher gehst.
Ich habe dir schon gesagt, dass sich Maria und Joseph auf den Weg machten; sicher hast du keine Idee, was diese Reise an Unangenehmem mit sich brachte, sei es wegen der holperigen Strasse in der hügeligen Landschaft, sei es wegen der Länge des Weges, wie auch des Umstandes wegen, dass Meine liebe Mutter nahe daran war, Mir das Leben zu schenken.
Wenn Uns bei Unserer Ankunft in Bethlehem ein komfortables Häuschen aufgenommen hätte, hätten Meine lieben Reisenden, die den Herrn der Welt mit sich trugen, bald die Müdigkeit und die Leiden Ihrer langen Reise ver-
gessen; aber 0 weh, anderes Ungemach und weitere Demütigungen erwarteten Sie!
Als Sie also müde und mitgenommen, beim Zu nachten in Bethlehem ankamen, wo es schon wimmelte von Menschen, gingen Sie auf die Suche nach einer Unterkunft. Joseph liess Maria beim Eselehen zurück und klopfte bei allen nur möglichen Herbergen an und bat demütig und inniglich um Aufnahme, nicht so sehr für sich als für Seine geliebte Frau, die nahe daran war, Mutter zu werden.
Die einen verlachten ihn, andere schlossen ihm die Türe vor der Nase, wieder andere verwiesen ihn an andere Herbergen, wo die Reisenden nach ihrer Meinung besser aufgehoben wären.
Als Meine Mutter erfuhr, dass man ihn überall abgewiesen, ja sogar eine Scheune verweigert hatte, wo Sie Ihr neugeborenes Kindchen, welches der Sohn Gottes war, hätte hinlegen können, brach Ihr fast das Herz vor Schmerz. Im gleichen Masse aber, wie Sie litt, wuchs Ihre Liebe und Sie sagte zu Ihrem Kinde: «Mein angebeteter Sohn, von allen zurückgewiesen, bleibe bei Mir, Meine Liebe, denn Ich glaube an Dich und Ich liebe Dich, Du bist Gott. Ich werde Dich warm halten, hier unter Meinem Herzen; Ich werde nicht aufhören, Dich zu lieben und zu liebkosen, auch wenn Du noch schweigst und nicht weinst.»

... und die Abweisung aller Zeiten

Meine liebe Mutter erneuerte Ihre Hingabe an Gott und erklärte sich als unnütze und treue Magd. Sie bat um Verzeihung für alle, die Sie abgewiesen hatten. Indem Sie weit voraus in die kommenden Jahrhunderte schaute, sah Sie die endlose Reihe von Menschen, die Ihrem göttlichen Kinde die Herberge verweigern würden. Auch für diese bat Maria den Vater um Verzeihung, während der grausamste Schmerz Ihr das Herz bis zum Bluten zusammenschnürte.
So irrten Sie umher bis spät am Abend, bis ein kleiner Knabe, von Mitleid gerührt über diese Unglücklichen, sich Ihnen näherte und Ihnen erklärte, dass sich nicht weit von dort eine Grotte befand mit einem Ochsen. Da könnten Sie sich vor der Kälte der Nacht schützen.
So geschah es, dass die zwei heiligsten und einfachsten Geschöpfe der Erde sich in diese Grotte begaben, die den König des Himmels beherbergen sollte.
Meine Tochter, nie geschehe es, dass du Mich, wie die Leute von Bethlehem abweisest; ermahne die grösstmögliche Zahl von Personen, Mich in der Heiligen Kommunion zu empfangen, damit sich für Maria der grausamste Schmerz, den Sie kurz vor Meiner Geburt empfand, nicht erneuere.
Mögen deine Kommunionen so glühend sein vor Liebe, dass sie die Gleichgültigkeit, die Kälte und die bitteren Abweisungen zu sühnen vermögen, die Ich erfahre, wenn Ich an die Türe des Herzens Meiner Kinder klopfe, um von ihnen empfangen zu werden.

Der Rettungsanker
20. September 1968

Meine Tochter, Ich wünsche fortzufahren, mit dir über Meine Mutter zu sprechen. Ich wünsche, dass du Sie immer besser kennen und lieben lernst, damit du deinerseits andere Sie kennen und lieben lehren kannst.
Wisse, wer Maria findet, findet den Rettungsanker; wer Meine Mutter findet, findet seine Mutter und mit Ihr den Frieden, die Güte, die Liebe und alle Tugenden, deren Herrin und Königin Sie ist.
Darum fürchte nie zu übertreiben, wenn du von Ihr sprichst und die Andacht zu Ihr verbreitest, denn, wenn Mein Tod nötig war, um die Tore des Himmels zu öffnen, so ist jetzt mehr denn je für jede Seele Ihre mütterliche Hilfe unentbehrlich, wenn man das Böse zerstören und die Seelen zur Vollkommenheit führen will.
Verzeihe, Meine Tochter, Meine steten Wiederholungen, aber die Mutter ist nötig, denn das Leben kommt von Ihr. So habe Ich es seit dem Anfang der Welt beschlossen.
Überlasst euch Ihr, ihr alle, Meine Kinder, und ihr werdet den sicheren Hafen finden. Sie wird euch die Liebe zu Gott und zum Kreuze lehren, zweifache, unzertrennliche Liebe, denn in Meiner Schule liebte Sie das Kreuz so innig, dass Sie mit Mir gekreuzigt wurde mit den gleichen, wenn auch unsichtbaren Nägeln.

Sie gebar in der grössten Armut
21. September 1968

Meine Tochter, wir wollen weiterfahren mit der Betrachtung der Schmerzen Meiner Mutter. Gehe mit Ihr in die Grotte hinein: ein Seufzer der Erleichterung und ein Wort des Dankes an Gott, ein Lächeln' und ein Wort der Ermutigung an Joseph.
Joseph macht sich sofort daran, die Spinngewebe und den gröbsten Schmutz zu entfernen. In den verborgensten und saubersten Winkel bringt er etwas Heu und lädt Maria ein, sich darauf zu setzen. Sie kniet sich hin und beginnt zu
beten. .
Neben dem Ochsen frisst das Ese1chen das bissehen Heu, das Joseph ihm gebracht hat. Er richtet auch ein wenig Holz, um ein mageres Feuer anzuzünden; dann fängt auch er zu beten an, nicht ohne Maria gefragt zu haben, ob er Ihr mit irgend etwas dienen könnte und ob Sie sich mit seinem Mantel bedecken wolle.
Maria ist so ins Gebet versunken und erfüllt von Liebe, dass Sie die Worte Josephs nicht erfasst und fortfährt, zu beten und Ihrem göttlichen Sohne Ihre Gefühle der Liebe auszudrücken.
Eine paradiesische Freude erfüllt Ihre Seele. Gleichzeitig sticht ein Dorn bitter in Ihr Herz: Ihr Kindchen wird nicht einmal das haben, was jedes Kind hat, das auf die Welt kommt, und zwei grosse Tränen netzen Ihr Gesicht.
Neben sich hat Sie ein Hemdehen und einige Windeln bereit gelegt, eine Binde und ein Tüchlein. Das ist Ihr ganzer Reichtum. Genau um Mitternacht hört man eine göttliche, himmlische Melodie und gleichzeitig ein Gewimmer sowie ein kleiner Schrei. Ich war geboren!
Meine Mutter nahm Mich in Ihre Arme, wickelte Mich in Windeln, nachdem Sie Mich mit Ihren Freuden- und Schmerzenstränen. die Ihr reichlich aus den Augen flossen, gewaschen hatte. Sie schaute Mich an, Meine arme und liebe Mutter, und sagte Mir die allersüssesten Worte der Liebe.
Nachdem Sie Mich angebetet und Joseph eingeladen hatte, dasselbe zu tun, nahm Mich Maria mit unendlicher Zärtlichkeit und legte Mich in die Krippe, damit Mich der Atem der zwei Tiere erwärme; dann fing Sie an, mit Joseph zu beten, während die Engel ein süsses Wiegenlied sangen.
Der Besuch der Hirten mit ihren einfachen und kleinen Geschenken brachte Meinen zwei lieben Menschen grossen Trost. Einer der Hirten beeilte sich, mit Joseph ein Zimmer zu suchen, wo Sie einige Zeit wohnen könnten. Sie fanden es wirklich und begaben sich dorthin.

Mit der Schmerzeslanze durchbohrt

Joseph war durch einen Engel mitgeteilt worden, dass das Kind Jesus heissen sollte. Als es 8 Tage nach der Geburt beschnitten wurde, gab man Ihm den Namen Jesus, was Erlöser bedeutet.
Nach 40 Tagen begegneten Sie beim Eingang in den Tempel einem heiligen Greis, welcher sich vor Maria hinstellte und Ihr sagte, dass ein Schwert der Schmerzen Ihre Seele durchbohren würde und dass Ihr Kind zur Rettung und zum Falle vieler gesetzt sei.
Wie Ich dir schon gesagt habe, kannte Maria die Prophezeiungen und von Gott erleuchtet, wusste Sie alles genau, auf was die göttliche Mutterschaft Sie vorbereitete. Sie vergass nie diese Dinge, die Ihre tägliche Qual waren.
Sie liebkoste die blonden Locken Ihres Kindes und war sich bewusst, dass dieses Köpfchen mit Dornen gekrönt wurde. Sie liebkoste die zarten Händchen und Füsschen und dachte daran, dass harte Nägel sie durchbohren würden.
Und diesen schönen und zarten Körper sah Sie von Ihren Augen ganz blutig, verwundet und zerschunden; darum drückte Sie Ihr Kind oft an Ihr Herz und bat Es um Verzeihung, dass man Ihm Schmerzen zufügen würde, nicht nur während der Leidenszeit, sondern durch alle Jahrhunderte.
Sie flüsterte Ihm zu: «Weisst Du, Mein Jesulein, sie werden Dich behandeln wie ein Schlachtschaf; sie werden Dich ans Kreuz schlagen; sie werden Dich so unsagbar schlecht behandeln; aber verzeihe ihnen, denn auch alle Bösen sind Meine Kinder und Dein Tod rettet sie!. Jesus lächelte; Er verstand: denn Er war Gott.
So verliess das Leiden das Herz Meiner lieben Mutter nie. Ein Leiden, tief wie das Meer, auch wenn nichts davon nach aussen drang. Die Feinfühligkeit und die Vollkommenheit Ihres Gemütes, die Sie besonders sensibel machten, verschärften Ihre Leiden dermassen, dass sie heroisch wurden.
Dies hinderte Sie jedoch nicht, sich unablässig um die anderen zu sorgen, um deren physische und moralische Übel zu lindern; und alle Ihre Sorgen bewahrte Sie in Ihrem Herzen, um niemanden mit Ihrem ungeheuer schweren Kreuz zu belasten.

Das harte Exil
22. September 1968

Meine vielgeliebte Tochter, fahre fort, mit Mir das Herz Meiner Mutter zu ergründen, um darin das schmerzvolle Geheimnis zu entdecken. Sie hat in der Tat jeden menschlichen Schmerz durchgelitten, um imstande zu sein, die anderen zu trösten.
Es gibt keinen Schmerz, von dem Sie nicht sagen könnte: «Auch Ich habe dies durchgemacht; deshalb kann Ich dir raten und helfen und Mich dir als Vorbild vorstellen.»
Wisse also, dass nach dem Besuch der Könige aus dem Orient, die Maria und Joseph Trost gebracht hatten, Herodes fürchtete, der Messias könnte ihm den Thron rauben; er befahl deshalb, dass alle Knaben im Alter von 2 Jahren und darunter getötet würden. Darum musste Joseph, im Traume gewarnt, mitten in der Nacht Maria wecken und Ihr mitteilen, dass sie sofort abreisen mussten.
Nachdem Sie in Eile die paar unentbehrlichsten Dinge zusammengepackt, das Kind in eine Decke eingewickelt und von Ihren guten Nachbarn Abschied genommen hatten, schlugen Sie den Weg nach Ägypten ein.
Das Herz Mariens war voller Schmerz. Sie hatte sich ganz Gott überlassen und trug mit sich den Sohn Gottes; aber nichts bestätigte Ihr jetzt diese Wahrheit, wo alles vor Ihren Augen verborgen war. Die Macht Gottes, die tausend Welten hätte vernichten können, war verschwunden. Ein Gott floh in der Nacht, um sich den Nachstellungen eines Menschen zu entziehen.
Maria übte alle Tugenden in heroischem Grade. Wie hätte Sie den Glauben, die Hoffnung, die Liebe üben können, wenn Gott neben Ihr fortwährend Wunder gewirkt hätte?

Auch Ich habe gelitten

Mit der Angst im Herzen und mit Ihrem Schatz im Arme, unternahm Maria rittlings auf dem kleinen Esel, mit Joseph den langen Weg. Wohin würden Sie gehen? Sie wussten nicht, wohin die Vorsehung Ihre Schritte lenken würde. Maria sollte zu den Heimatlosen, den Obdachlosen, den Enterbten, den Armen jeder Gattung sagen können: «Auch Ich habe gelitten wie ihr; vertraut auf den Herrn. Seine Hilfe wird euch nicht fehlen!»
Nach langer Reise fanden Sie schliesslich, am Ziele angekommen, ein unbewohntes Häuschen. Sie waren auf ägyptischem Boden, also in Sicherheit. Sie waren aber ferne der Heimat, im fremden Lande, wo Sie in allem von Grund auf neu beginnen mussten: das Nötige für den Haushalt besorgen, Arbeit suchen für Joseph; auch Meine Mutter tat Ihr Möglichstes, um sich andern nützlich zu machen, und führte jene Arbeiten aus, die Sie mit soviel Geschick zu machen wusste.
Der Aufenthalt in Ägypten dauerte mehrere Jahre. Es war ein Leben ausgefüllt mit Leiden, aber erfreut durch Mich, der Ich, ein Kind, aufwuchs neben den so weisen und heiligen Eltern. Ich schenkte Ihnen Mein Lächeln und Meine Liebkosungen und machte Mich nützlich, wie alle braven Kinder, in jenen kleinen häuslichen Arbeiten, die auch Kinder zu machen wissen.
Nach einigen Jahren erhielt Joseph im Traum Kunde vom Tode des Herodes, so dass die Heilige Familie nun wieder nach Nazareth zurückkehren konnte. Maria, immer vollkommen gehorsam Gott und Ihrem Gatten gegenüber, machte sich mit ihm auf den Rückweg. Die Freude, die Verwandten wiederzusehen, lässt Sie die Mühsale der Reise und die unermessliche Armut, in der Sie sich befinden, vergessen.
Kehren wir also nach Nazareth zurück. Rings um das Haus sah es aus wie in einer Wildnis. Im Innern des Hauses jedoch war nichts geändert, und Maria und Joseph wussten zusammen dem ärmlichen Hause einen wohnlichen Charakter zu geben.
Jesus bewunderte den Frieden und die Eintracht Seiner Eltern (Joseph wurde als Sein Vater betrachtet), so dass Sie auch Ihn wirklich glücklich machten.

Maria litt über den Verlust Jesu im Tempel
23. September 1968

Meine Tochter, fahre fort zu schreiben, denn Ich will mit dir über einen der grössten Schmerzen Meiner Mutter sprechen.
Wisse also, dass Ich Mich im Alter von 12 Jahren einer Landessitte unterwarf. Es war Brauch in der jüdischen Religion, dass die Eltern ihre Erstgeborenen zum Tempel brachten, damit diese gleichsam offiziell Bestätigung erhielten in ihrer Beziehung zu Gott und zu den Menschen.
So wurde auch Ich zum ersten Mal in den Tempel begleitet. Als Maria und Joseph jedoch nach dem Gebet und den Amtsobliegenheiten wieder weiterzogen, um sich Ihrer Gruppe anzuschliessen - die Männer reisten von den Frauen getrennt - blieb Ich zurück im Tempel: Jedes von Ihnen dachte, dass Ich Mich beim andern befände, da sich die Kinder beim Vater oder bei der Mutter aufhalten konnten.
So verhielt es sich, als sie sich am Abend des ersten Reisetages zusammenfanden und bemerkten, dass Ich nicht da war. Es ist schwierig, sich die Grösse des Schmerzes Meiner Lieben bei diesem Vorkommnis vorstellen zu können. Meine Mutter durchlief dann noch einmal mit zerrissenem Herzen den bereits gemachten Weg: Sie ging, Ihren Sohn mit den teuersten Namen rufend, und Sie war untröstlich über Ihre Unaufmerksamkeit und klagte sich an, unklug und nachlässig gewesen zu sein.
Sie rief Ihr Kind, das brävste und gehorsamste, wie Sie sagte, bei Seinem Namen. Sie bat Gott, Ihr Ihre Nachlässigkeit zu verzeihen und Ihr Ihren kostbaren Schatz wieder zurückzugeben.

. . .  und über den Verlust der Seelen durch die Sünde

Und was Ihren Schmerz noch grösser machte, war, dass Sie alle die Mütter sah, die durch die Jahrhunderte ihre Kinder in materieller oder geistiger Weise verlieren würden. Sie sah neben sich so viele untröstliche Mütter, in Tränen 'und verzweifelt, und Sie opferte Ihren eigenen Schmerz auf, damit diese Trost
und Kraft erhielten. .
Was Sie aber am meisten schmerzte, war der Gedanke, dass Ihrer viele, unzählige Kinder die Gesellschaft Ihres Jesus verweigerten und Ihn durch die Sünde von sich stiessen, ohne sich darum zu kümmern, Ihn wieder zu suchen.
3 ganze Tage dauerten die Nachforschungen bis Mich Meine Eltern im Tempel fanden, wo Ich den Gesetzeslehrern Frag und Antwort gab. Du wirst Mich fragen, warum Ich dieses grosse Leid Meiner Mutter zugelassen habe, wo Ich Sie doch hätte wissen lassen können, dass Ich zurückblieb.
In erster Linie hätte man Mir nicht erlaubt zu bleiben, weil Joseph und Maria mit der Karawane abreisen mussten. Aber der Hauptgrund war der folgende: Ihnen und durch Sie allen Eltern zum Bewusstsein zu bringen, dass der Wille Gottes über allem menschlichen Willen steht, und dass die Kinder gehalten sind, diesem göttlichen Willen unbedingt zu gehorchen, denn der erste Vater, dem man dienen und gehorchen muss, ist der Vater im Himmel.
Ich habe diesen grossen Schmerz Meiner Mutter auch zugelassen, damit im Laufe der Jahrhunderte jede Mutter sehen kann, wie man sich benehmen soll, wenn ein Sohn vom Wege abirrt oder sich verliert.
So müsst ihr es machen, Mütter, wie Sie, Meine Mutter, es gemacht hat.
Weint über euch selbst, auch wenn es euch scheint, eure ganze Pflicht erfüllt zu haben. Vielleicht habt ihr nicht genug gebetet; vielleicht waret ihr nicht wachsam genug; deshalb demütigt euch vor Gott.
Ruft euern Kindern, d. h. zeigt ihnen die ganze Liebe eures Herzens. Stosst sie nicht ab, verflucht sie nicht, verlasst sie nicht. Sucht eure Kinder in der Kirche beim Tabernakel: dort werde Ich euch lehren, wie ihr sie euren Herzen zurückgewinnen könnt.
Ich werde euch die Kraft geben und die Gnade, und wenn ihr Glauben habt, werdet ihr die verirrten und verlorenen Kinder wieder finden. Ihr werdet sie wiederfinden dank des Schmerzes Mariens, den ihr mit euren eigenen Schmerzen Gott immer aufopfern könnt für die Rettung eurer Kinder.

Sie übte alle Tugenden im heroischen Grade
27. September 1968

Meine viel geliebte Tochter, Ich wünsche, dass du weiterfährst, über die Schmerzen Meiner Mutter zu schreiben.
Schau, Ihr Leben war reich an Verdiensten, nicht wegen der Wunder, die Ich auf Ihr fürbittendes Gebet hin wirkte, sondern wegen Ihrer stets in heroischem Grade geübten Tugenden, und wegen der Leiden, die Sie, ergeben in Gottes Willen, annahm, oder denen Sie sich selbst freiwillig unterwarf.
Wisse, Meine Mutter kannte den Wert des Leidens als Mittel der Sühne und der Rettung. Sie wusste, dass es ohne Schmerz keine Vergebung gibt, denn er ist die Folge der Sünde. Sie wusste alles, was Meiner wartete und welchem Martyrium Ich Mich unterziehen musste. Deshalb litt auch Sie im voraus, nahm aber das Leid von ganzem Herzen an, um stets mit Mir in allem vereint zu sein.
Das während 30 Jahren gelebte tägliche Leben in einem ärmlichen Häuschen, verbracht in fortdauernder Arbeit, in gemeinsamem Gebet und in Ausübung werktätiger Liebe, ermangelte nicht der Sorgen der ärmsten Familien mit einem geringen Tageseinkommen.
Sparsamkeit, Ordnung und Mässigkeit waren die Norm, welche unser tägliches Leben lenkten, auch wenn wir mit allen Hilfsbedürftigen verschwenderisch sein mussten.

Ein Sonnenstrahl

Meine liebe Mutter war wie ein Sonnenstrahl, der Ruhe und Friede verbreitete. Mit Ihrem gütigen Lächeln ermutigte Sie alle Hilfe suchenden, bis zum Missbrauch zu betteln, was von Ihr nicht geringe Opfer erforderte.
Ich habe dir schon gesagt, dass Sie den grössten Teil der Nacht im Gebete verbrachte; aber am meisten freute Sie sich, wenn sich die ganze Familie zum gemeinsamen Gebete zusammenfand.
So bereitete Sie sich in grosser Einfachheit, mit steter Übung des Glaubens und mit anhaltendem Opferleben darauf vor, Mir in Meinem öffentlichen Leben, das drei Jahre dauern sollte, zu folgen. Angefangen mit einem Wunder, das Ich auf Ihre Fürbitte hin wirkte, schienen sich Ehrenerweise und Triumphe vorzubereiten, aber wenn du wüsstest, Meine Tochter, welche Drangsale und welche Schmerzen die Seele Meiner Mutter unaufhörlich quälten!
Vor Beginn Meines öffentlichen Lebens war Mein heiliger Pflegevater gestorben. Mit unserem Beistand war sein Tod wirklich jener eines Gerechten gewesen. Doch litt Meine Mutter sehr unter dem Verlust! Nach seinem Tod erforderten es die Verhältnisse, dass auch Sie sich anschickte, gewisse weibliche Arbeiten anzufertigen, um sie mit etwelchen lebenswichtigen Erzeugnissen auszutauschen, zur Sicherung Ihres und Meines Lebensunterhaltes.

Miterloserin

Meine Mutter nahm alles mit grosser Gelassenheit an und machte aus jeder Not eine Tugend, d. h. Sie tat alles aus Liebe, was das Leben Sie zu machen zwang. Ich kann dir indessen nicht sagen, wie gross Ihre Betrübnisse waren, als Sie beim Beginn Meines öffentlichen Lebens sah und hörte, was die andern gegen Mich unternahmen.
Die Beschimpfungen, die Schmähungen und die hochmütige Unwissenheit jenes Volkes, das sich rühmte, Abraham als Vater zu haben, und das sich anschickte, den Sohn Gottes dem Tode zu überliefern, marterten das Herz Mariens. Anderseits musste Sie Miterlöserin des menschlichen Geschlechtes sein, und Ich musste auch Meine Mühsale mit Ihr teilen, denn als Mensch hatte Ich das Bedürfnis, Mich Ihr anzuvertrauen.
Wenn Ich deshalb angewidert war vom Hochmut der Pharisäer und von ihrer Bosheit, oder wenn das Unverständnis, die Eifersucht und die Starrköpfigkeit Meiner Apostel und Jünger Mich zur Verzweiflung brachten, ging Ich zur Mutter. Ich war sicher, wenn Ich Mein Haupt an Ihr Herz legte, kehrte die volle Freude wieder. Ihr Lächeln war wie ein wohltuendes und duftendes Brot, das Mir Mut und Frieden spendete.
Ich spreche immer als Mensch, denn als Gott hätte Ich nach nichts Bedürfnis gehabt; aber um sagen zu können «lernet von Mir», musste Ich Mich allen Mühsalen unterwerfen, denen die Menschen begegnen.

Deine Tränen werden getrocknet werden
21. September 1968

Meine liebe Tochter, wenn der Schmerz an deine Türe klopft, empfange ihn wie ein Geschenk des Himmels.
Wende dich an Gott, Der, unter welcher Form der Schmerz auch immer auf dich zukommt, sich dessen bedient, um die Seelen zu reinigen, zu erlösen und zu heiligen.
Wenn das Leiden durch den Schmerz über ein moralisohes oder geistiges Übel hervorgerufen wird, das einer dir teuren Seele zugestossen ist, dient es bereits zur Rettung jener Seele, die vielleicht sonst verloren gewesen wäre.
Denke nicht zuviel über die Dinge nach und verlange nicht, dass sie sich abwickeln, wie du es möchtest; opfere Gott deinen Schmerz auf in Vereinigung mit dem Meinen und jenem Meiner Mutter, und dann überlass dich dem Willen Gottes. Verzweifle nie. Dein Schmerz sei beherrscht, würdevoll. Lasse ihn nicht sehen, denn du würdest jene leiden machen, die dich lieben und jene zum Lachen bringen, die dir neidig sind oder dich hassen oder dich überhaupt nicht verstehen.
Komm, Meine Tochter, mit deinen Leiden zu Meinem Herzen, vertraue dich Mir an, sprich mit Mir über alles, was dich leiden lässt mit dem Vertrauen einer guten Tochter und zweifle nicht daran, dass deine Tränen getrocknet werden.
Bete und opfere. Jede Träne ist ein Gesohenk, das du Gott geben kannst für die Rettung deiner Lieben, und es ist ein geistiger Reichtum für das ewige Leben.

Ich bin in der Herrlichkeit
23. September 1968*

Pater Pio - Meine Kinder, Ich bin bei euch, Ich bin euer geistlicher Vater. Ich begleite euch, Ich segne euch.
Seid nicht traurig. Ich bin in der Herrlichkeit, und vom Himmel aus sehe Ich euch und führe euch. Fürchtet nichts.
Folgt den schmalen Wegen, jenen der Liebe, des Kreuzes und des Gebetes.
Das Leiden erlöst und erhöht, wenn es mit Liebe im Stande der Gnade aufgeopfert wird. Macht euch die Belehrungen zunutze, die ihr bekommt als Geschenk des Himmels und bleibt immer eines Sinnes im Herrn.
Pater Pio - Meine Tochter, schreibe weiter. Macht, dass eure Zusammenkünfte eine Anregung und Pflanzschule des Guten seien. Ich bin bei euch, um sie fruchtbar und wohltuend zu machen. Tut immer Gutes, liebt die Armen, helft ihnen, nennt sie eure Brüder, denn sie sind die Bevorzugten Jesu.
Liebt alle und preist immer den Herrn vor und nach jeder guten Tat, welche ihr Ihm aufopfert.
Ich stehe diesem Zönakel bei und segne es. Ich habe es unter meinen besonderen Schutz genommen.

Ich wünsche, dass er so schnell wie möglich verherrlicht werde
c. - Jesus, willst Du mit mir sprechen?
Jesus - Ja, Meine Tochter, schreibe, was Ich dir eingeben werde: Ladet alle jene ein, die das Zönakel besuchen, die Verherrlichung Meines treuen Dieners zu erbeten und durch seine Fürbitte materielle und geistliche Gnaden zu erflehen. Ich wünsche, dass dieser Mein treuer Diener, der sein ganzes Leben lang Mich geliebt und nachgeahmt, und andere angespornt hat, Mich zu lieben, möglichst bald verherrlicht werde.

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* Todestag des P. Pio

Sich nicht vor der Arbeit drücken!
25. September 1968

Meine Tochter, bevor Du eigenen Wünschen nachgibst, und wären sie noch so heilig, erfülle deine täglichen Pflichten.
Die Arbeit, der jedes Geschöpf unterworfen ist, ist nicht eine freiwillige Sache, sondern eine Pflicht. Du darfst dich deshalb nicht allzu leicht davon befreien.
Ausserdem verlangt die Aufgabe, zu der Ich dich berufen habe, deine stete Anwesenheit im Hause. Die Pflicht als Mutter fordert Hilfsbereitschaft und Wachsamkeit. Immer gegenwärtig sein zieht die Hilfe des Herrn an als Lohn für eine Treue ohne Grenzen.
Stete Anwesenheit ist auch eine Pflicht gegenseitiger Liebe, denn wenn die Kinder ihre Mütter nicht vernachlässigen dürfen und ihnen helfen müssen, sollen sich auch die Mütter nicht leichtfertig von den Kindern entfernen, die ihre Hilfe nötig haben könnten.
Die Pflicht, aus Liebe erfüllt, gibt allen Familienangehörigen viel Freude und ist Quelle von Glück und Frieden; sie hält die von Gott gewollte Ordnung aufrecht. Lerne deshalb auf alles zu verzichten, was dir gefällt, aber nicht zu deinen Pflichten gehört, wenn du jene Vollkommenheit erreichen willst, zu der Gott dich ruft.
Heilige jeden Tag durch die vollkommene Erfüllung deiner Pflichten. Tue jede, auch die kleinste Arbeit, mit Sorgfalt und Vollkommenheit, und alles wird beitragen zur Verherrlichung Gottes und zum Wohle der Familie, in welche Ich dich gestellt habe.
Auch darin ahme Meine Mutter nach und sei glücklich.

Betet für den Papst, liebt ihn
26. September 1968

Meine geliebte Tochter, heute ist der Geburtstag Meines Stellvertreters auf Erden, und ich lade dich ein, ein inniges Gebet für ihn zu verrichten.
Fürchte nie, dich zu täuschen, wenn du für das Haupt der Kirche betest, denn das Kreuz, das auf seinen Schultern lastet, ist sehr schwer, und es ist für alle eine Pflicht, es ihm tragen zu helfen.
Ich gebe ihm Meinen besonderen Beistand. Der Heilige Geist steht ihm fortwährend bei, aber es macht Mir Freude zu sehen, wie die Söhne voll Liebe für den Vater zum Herrn flehen, damit Er ihm die kostbarsten Gnaden schenke.
Es ist wahr, dass viele jeden Tag nach seiner Meinung beten, um die Hl.
Ablässe zu gewinnen, aber viele beten ohne einen Gedanken der Liebe für ihn, gleichsam nur aus eigenem Interesse.
Ich wiederhole es euch, Meine lieben Kinder, betet für den Papst, dessen Verantwortung die menschlichen Kräfte übersteigt, und für welche ihm die göttliche Hilfe unentbehrlich ist, eine Hilfe, die Ich ihm durch eure Fürbitte reichlicher gewähren werde.

Ein enormes Opfer

Bringt für ihn viele von euren Opfern und Leiden dar, denn in seinem Alter sind für ihn die Verfallserscheinungen der menschlichen Natur, der Mangel an Ruhe, die Tatsache, pausenlos an vorderster Front zu stehen, sich ständig einer Disziplin, einem Stundenplan zu unterwerfen, ein enormes Opfer.
Nun gut, liebt ihn, Meine Kinder! Die Liebe, die ihr ihm schenkt, wird durch Mich selbst auf eine besondere Art belohnt, denn Ich betrachte das, was ihr für ihn tut, als Meiner Person getan, die er so gut vertritt.
Vernachlässigt nie, euch für das zu interessieren, was er befiehlt, rät oder wünscht, denn der, welcher auf ihn hört, hört auf Mich. Nur so seid ihr imstande, Meine Lehren zu erklären, zu kommentieren und zu verteidigen, die euch durch seine Vermittlung zukommen.
Zuviele Personen glauben nicht an seine Unfehlbarkeit, wenn er als Haupt der katholischen Kirche spricht. Sie meinen, im Recht zu sein, sein Wort zurückzuweisen, ihn zu tadeln und zu verlachen, aber Sie mögen sich daran erinnern, dass, wenn Mir jeder Apostel, jeder Berufene so teuer ist wie Mein Augapfel und dies der Grund ist, dass ich sagen konnte: «Wer euch verachtet, der verachtet Mich», Ich dies mit um so grösserein Recht von Meinem Stellvertreter sage, für welchen Ich eine so grosse Vorliebe hege.
Es gibt viele Leute, die Vergleiche anstellen und glauben beurteilen zu' können, wer mehr oder weniger heilig war. Mögen diese wissen, dass die Heiligkeit den Augen der Menschen meistens verborgen bleibt, und dass es dem menschlichen Verstande absolut unmöglich ist, sie zu ermessen. Ihr werdet dereinst im Himmel sehen, wie viele Schnitzer ihr auf Erden begangen habt. Wie oft habt ihr euch in euren Urteilen getäuscht.

Der geeignete Papst

Nehmt es indessen als sicher an, dass jede Zeit den Papst hat, den sie braucht, der am besten geeignet ist für die betreffende Epoche. Wenn es, menschlich ge-
sprochen, unter Meinen Stellvertretern solche gab oder gäbe, die nicht auf der Höhe ihrer Aufgabe waren oder wären, so muss dies als eine regelrechte Strafe Gottes betrachtet werden, die der Leichtfertigkeit und Unbekümmertheit der Gläubigen zuzuschreiben ist, die versäumten, zu beten und für ihn Opfer zu bringen.
Ich sage euch, wie es in der Welt zu und her geht, damit ihr wisst, wie ihr euch betragen sollt.
Wenn ein Papst stirbt, werdet ihr ihn von vielen Personen bitter beweinen sehen, die sagen, dass er heilig, gut, vollkommen war.
Gebt gut acht, es sind vielleicht die gleichen Personen, die ihn kritisierten und verspotteten, als er noch lebte. Jetzt beweinen sie ihn, nicht weil sie ihm aus Liebe zugetan waren, sondern um eine Atmosphäre der Abneigung zu schaffen,
e. h. um die Herzen vom im Amte stehenden Papste abzuwenden.
Gebt wohl acht: ein wahrer Christ sieht in der Autorität des Papstes ein Geschenk des Himmels; wenn er daher auch das Werk der Vorgänger lobt, verachtet er indessen dasjenige des im Amte stehenden nicht, ja er gibt sich Mühe, damit sich alle um den Papst scharen, ihn als Kinder lieben und ihm ergeben sind.
Die Stellung des Papstes ist mehr denn je delikat und schwierig. Die Pflicht, allen die Wahrheit zu sagen, auch wenn diese Wahrheit schmerzt, die Pflicht, den Irrtum zurückzuweisen, die Prinzipien der sozialen Ordnung, denen sich die Menschen ungern unterordnen, zu verteidigen, ist nicht ein so einfaches Unternehmen, und sie zieht ihm von jenen, die sich betroffen fühlen, ernste Kritiken und Antipathien zu.

Vollständige Unterwerfung

Gerade deswegen müssen die dem Papst treuesten und ergebensten Söhne ihn stützen im täglichen harten Kampf und ihn weder ihre Hilfe noch ihre vollständige Gefolgschaft entbehren lassen.
Durch die Gemeinschaft der Heiligen kann jedes Glied Meiner Kirche eine Hilfe für das andere sein. Ich möchte also, dass ein Wetteifer unter euch wäre, um Meinem Stellvertreter das Beste, was ihr habt, anzubieten: die Erstlingsfrüchte eures Gebetes, die Bereitschaft zum Gehorsam, den Grossmut eurer Opfer, durch welche ihr bereit wäret, selbst euer Leben für ihn hinzugeben.
Ich versichere euch, dass die treuesten Kinder der Kirche und des Papstes von Mir im Himmel eine besondere Belohnung erhalten und Meine Mutter, die auch Mutter der Kirche ist, in einem ganz besonderen Lichte sehen werden.

Bittet Gott, dass Er euch das Leiden lieben lehrt
26. September 1968

Pater Pio - Liebe Kinder, Ich bin hier bei euch, weil es der Wille Gottes ist, des Barmherzigen Jesus. Auch Mein Körper wird verherrlicht werden von Gott und von den Menschen.
Mein Körper hat als Werkzeug des Guten zur Ehre Gottes und zum Heile der Seelen gedient. Die heiligen Wundmale, die Meinem Leib von Jesus eingeprägt wurden, glänzen im Himmel in einem unvergänglichen Licht.
Auch ihr besitzt einen Leib, der nach der Verwesung im Grabe in unsterblichem Lichte im Himmel glänzen wird. Meine Kinder, gebraucht euren Leib immer als Werkzeug des Guten.
Ich segne eure Hände, damit ihr sie immer gebraucht, Werke der Güte und der Barmherzigkeit auszuführen. Ich segne euern Verstand und euer Herz. Ich segne euch mit eu ern Familien und Ich erwarte euch alle im Himmel.
Ihr seid alle Meine geistlichen Kinder und ihr müsst zu Mir kommen. Auf Wiedersehen, Meine Kinder. Denkt an Mich und bittet Gott, dass Er euch das Leiden lieben lehrt, wie Ich es geliebt habe. Wenn ihr wüsstet, wie gross die Belohnung ist. Ich versichere euch, es ist der Mühe wert, alle Mühsale des Lebens zu erleiden, um sie zu erlangen.
Ihr tut gut, für den Papst zu beten. Ich habe ihn immer an den Anfang meines Betens gesetzt.

Ich will im Himmel nicht untätig bleiben
27. September 1968

Pater Pio - Meine Tochter, du hast Mich in deine Nähe gerufen und Ich bin gekommen.
Wisse, dass es in Gott keine Distanzen mehr gibt und dass alles sehr einfach ist. Die Seelen sehen sich in Gott und lieben sich in Gott; darum wird die Liebe, die uns mit den Geschöpfen der Erde verbindet, vollkommener.
Man erfleht für alle das wahre Gut, d. h. ihre Rettung, die sich dank eines geheimnisvollen Wirkens der Vorsehung Tatsache wird. Wenn ihr um Gnaden bittet, findet unter ihnen gleichsam eine Auswahl statt, denn der Herr, der
Allwissende und Allgegenwärtige, wird nie eine Gnade gewähren, die für die Erlangung des ewigen Lebens gefährlich sein kann. Merke dir also die Erklärung des Grundes, warum viele beten und nicht erhört werden.
Meine Tochter, lade alle ein, ein grosses Vertrauen auf Gott zu haben, sich Ihm ganz zu überlassen und nur um die Erfüllung Seines Willens zu bitten.

Ich will allen helfen

Empfiehl Mir alle Hilfsbedürftigen, denn Ich will nicht untätig bleiben im Himmel; da es Mir der Herr erlaubt, will Ich allen helfen. Deinerseits liebe alle, denen du begegnest.
Wenn du zu den Reichen gehst, lade sie ein, den Armen zu helfen; wenn du zu den Armen gehst, ermahne sie zu Geduld und Ausdauer, damit alle gerettet werden können.
Nehmt die Kreuze an, Meine Kinder, denn mit dem Kreuz erreicht man den Gipfel des Kalvarienberges, erlebt man die Auferstehung und gelangt in den Himmel.
Liebt die Himmlische Mutter, die Ich immer mit innigster Kindesliebe geliebt habe, und ihr werdet sehen, wie Sie sich um euch annimmt, vor wie vielen Gefahren Sie euch bewahrt und wie Sie euch in der Tugend und in der Liebe zu Gott wachsen hilft.
Liebt einander und helft einander. Seid nicht eifersüchtig, neidig und stolz, denn diese Dinge widersprechen der Liebe Christi.
Ich segne alle.

Verliere deinen Frohmut nicht
28. September 1968

Meine vielgeliebte Tochter, lerne jedes private oder öffentliche Ereignis mit den Augen des Glaubens sehen. Nur so kannst du dir über alles Rechenschaft geben.
So machte es Meine Mutter, und nur deswegen konnte Sie den Frieden bewahren in allen Vorkommnissen des Lebens.
Erblicke in allem die Hand der göttlichen Vorsehung und du wirst sehen, dass sich alles nach deinen Wünschen zu vollziehen scheint. Wenn du im

Dunkel bist, suchst du das Licht; wenn du aber stets im Lichte der Sonne wandelst, was fehlt dir noch?
Gott ist die Sonne, welche dein Leben stetsfort erhellen muss, denn du bist in Ihn eingetaucht. Schliesse nie die Augen. Gott ist das Licht, das deinen Verstand erleuchtet. Vertraue dich Ihm an. Er verlässt dich nicht. Wenn du jedoch jedes Ereignis mit menschlichen Augen betrachtest, wirst du viele fehlerhafte, ungerechte, unvollkommene Dinge entdecken. Wenn du sie mit den Augen Gottes anschaust, d. h. im Lichte des Glaubens, wirst du nach einiger Zeit sehen, wie weise alles gelenkt war.
Eine fehlerhafte Taktik konnte, in Kriegszeiten, zu einer Niederlage führen; wenn du aber Glauben hast und deinem Anführer vertraust und ihm, der in der Führung deiner Schlacht unfehlbar ist, gehorchst, wirst du sicher siegen.

Jeanne d´ Arc*

Beklage dich nicht, zu viele Sorgen zu haben, zu viele Dinge regeln zu müssen, zu viel Widerwärtigkeiten zu erleiden. Andere, die noch schwächer und unfähiger waren als du, haben noch grössere Hincfernisse überwunden. Erinnerst du dich an Johanna von Arc? Sie hat ein Heer zur Schlacht geführt und kannte das Waffenhandwerk nicht.
Sei immer gelassen und demütig. Die Gelassenheit ist Garantie für den Erfolg, denn alles, was du machst, kannst du ruhig abwägen. Die Demut sodann sichert dir die stete Hilfe Gottes zu.
So können Schwierigkeiten aller Art, geistige und materielle, mit grosser Geduld und Ruhe, mit viel Vertrauen und Hoffnung überwunden werden, wenn nur der Wille nicht fehlt, den es zu jedem Werke braucht. Der gute Wille ist es, der von Gott belohnt wird.
Wenn du in tausend Dinge verwickelt bist, die du weder lösen kannst noch zu lösen weisst, erhebe deinen Blick zum Himmel und bete voll Glauben zum Vater.
Wenn du deinen Vater oder deine Mutter um Beistand bittest, kommen sie dir zu Hilfe. Glaubst du, dass Gott taub sei deinem Flehen gegenüber?
Um eines bitte Ich dich: Verliere nie die Gelassenheit und den Frieden, denn es genügt eine unruhige oder streitsüchtige Person, um den Frieden in einer Familie zu zerstören; während speziell die Mutter, wenn sie frohgemut ist, so viel Ruhe zu verbreiten vermag, dass sie allen Harmonie und Freude schenkt.
Denke daran: der gerechte Mann lebt aus dem Glauben, und mit dem Glauben löst er alle Probleme.
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* BI. Johanna von Are, geb. in Domremy 1412, wurde 1431 lebendig verbrannt.

Der heilige Erzengel Michael
29. September 1968

Meine liebe Tochter, höre Mir gut zu. Rufe oft den Erzengel Michael an, der den neun EngeJchören vorsteht und den Mein Stellvertreter auf Erden auf Eingebung des Heiligen Geistes als Verteidiger der Kirche wollte.
Wende oft den Gedanken Ihm zu, denn gross ist Seine Macht und Seine Kraft. Er ist der Schrecken der rebellischen Engel, die Er besiegt hat in der schrecklichen Schlacht zwischen den guten und den bösen Engeln, und die Er in die Tiefen der Hölle versenkte.
Er verteidigt unermüdlich die Kirche gegen die Häresien und hilft jeder Seele, die Ihn mit Andacht und Liebe anruft, um im Kampf des Lebens, besonders in jenem gegen die bösen Geister zu siegen.

Erzengel der Demut

Er ist der Erzengel der Demut und Er freut sich, diese Tugend jene Menschen zu lehren, die Ihn darum bitten. Sein Ruf «Wer ist wie Gott?» ist die Charakteristik Seines Namens und bezeichnet am ausdruckvollsten die Notwendigkeit der Tugend der Demut, die nichts anderes ist, als die Anerkennung der Grösse Gottes im Gegensatz zu unserer Nichtigkeit.
Bitte durch Seine Fürbitte um die Demut für alle Menschen der Erde, besonders für die Regierenden, die, wenn sie vom Gedanken an die Grösse Gottes geleitet wären, nicht zögern würden zu wollen und mitzuwirken, dass der Friede unter den Völkern herrsche.
Der Stolz ist es, der den Menschen verblendet und ihn egoistisch und böse macht.
Bitte Ihn also, nicht nur für die Kirche, sondern für alle Völker der Erde, damit Er noch einmal Ordnung schaffe in der Welt, wo die Dämonen daran sind, ein ungeheures Blutbad anzurichten.
Stelle Ihn an als Verteidiger deines Hauses, damit Er den Bösen fernhalte sowie jedes Übel irgendweJcher Art.

Fürchte die Niederlagen nicht
1. Oktober 1968

Meine geliebte Tochter, folge dem Wege, den Ich dir vorgezeichnet habe, ohne Furcht, dich zu verirren. Das Gesetz des Herrn sei die Richtschnur deines Lebens.
Die Stimme des Gewissens sei der fortwährende Anruf Gottes, der dir das Gute zeigt und dich das Böse fliehen lässt; denn die moderne Welt weiss nicht mehr das Böse vom Guten zu unterscheiden; sie erstickt die Stimme des Gewissens und hat keine Angst, den stets gegenwärtigen Gott zu beleidigen: sie verachtet Meine Gebote und kennt kein anderes Gesetz als das der Sinnenlust, des Eigenwillens und der Herrschsucht über die anderen.
Folge nicht der Zeitmode. Schwimme gegen den Strom. Geselle dich zu jenen, die wie du das Gute wünschen; bildet eine Front, jene des Guten gegen das Böse.
Es ist ein heiliger Kampf, den ihr beginnen werdet. Ich werde euer Anführer und Verteidiger sein. Ich werde euch belohnen nach jeder Niederlage, von der Ich euch wieder aufrichten werde. Fürchtet die Niederlagen nicht. Wenn ihr erfüllt seid von gutem Willen, werden es keine tödlichen Niederlagen sein. Ihr werdet Augenblicke der Schwachheit oder Müdigkeit durchmachen, aber dann wird man sich wieder in den Kampf begeben, und man geht vorwärts vertrauensvoll und frohen Mutes.
Wenn alles sich ändert, Gott ändert sich nicht; weder Sein Gesetz noch Seine Moral, weder Seine Wahrheit, noch Seine Glaubenslehre.
Wie stark auch die Winde blasen mögen, du bleibst bei Ihm und wirst unsiegbar sein wie Er, stark wie Er, unsterblich wie Er.

Ein, in Jesu Gesellschaft verbrachter Tag
2. Oktober 1968

Meine vielgeliebte Tochter, Ich will dich vorbereiten auf den Tag der Einkehr am Freitag.
Ich werde in eurer Mitte sein und Wunder der Gnade wirken. Kümmert euch um nichts. Ich werde Meinem Priester beistehen und ihn erleuchten, aber vor
allem werde Ich zum Herzen eines jeden sprechen.
Ihr werdet Mir euern Verstand, euer Herz und eu ern Willen schenken und das übrige werde Ich tun.
Meine Mutter wird mitten unter euch sein als Lehrerin und Führerin. Vertraut euch ihr an und lasst euch führen.
Das Kreuz wird nicht fehlen.

Sammlung und Stille
4. Oktober 1968

Meine Tochter, schreibe und verwirkliche, was Ich dir sagen werde.
Der Geist des Herrn sei über dir und in dir, um dich zu erleuchten, zu belehren und mit Liebe zu entzünden. Unterlasse es nie, Zuflucht zu Ihm zu nehmen in allem, was du tust, besonders im geistlichen Leben, damit Er lenke und vervollkommne, was du zur Ehre Gottes und zur Heiligung der Seelen tust.
Vergiss an diesem Tage alle materiellen Sorgen und versenke dich in Mein Herz.
Ich werde in dir und durch deine Vermittlung zu den Seelen sprechen, die dir folgen werden und die unserer Einladung entsprochen haben. Bitte alle um äussere und innere Sammlung und Stille. Hilf jenen, die ein gutes Wort brauchen, du kannst es ihnen zwischen zwei Vorträgen geben. Mein Priester wird erleuchtet sein und aus vollem Herzen sprechen.
Ich wünsche, dass viele ein heilsames Bad nehmen in Meinem Blute durch das Beichtsakrament. ich werde in überreichem Masse Barmherzigkeit, Verzeihung und Gnaden gewähren. Sage allen, dass Jesus eine vertrauliche Begegnung mit jedem von ihnen zu machen wünscht, um das Leben eines jeden umzuwandeln und es geistiger und den Lehren des Evangeliums entsprechender zu gestalten.

Tage voll Freude

Meine Tochter, ein in Meiner Gesellschaft verbrachter Tag hat den Seelen soviel Freude und Mir soviel Trost gebracht. Ich möchte, dass alle eure Tage, weil mit Gott zugebracht, voll Freude wären.
Vergesst nie folgende Wahrheit: In dem Masse, als euer Herz sich leeren wird von frivolen und nichtswertigen Dingen, in dem Masse wird es sich füllen mit Dingen von ewigem und unendlichem Wert. Gleichzeitig wird der Schmerz verschwinden, nicht als solcher, denn der Schmerz gehört zum Leben und ist deshalb unentbehrlich, aber es wird jene frohe und mit den Freuden der Welt unvergleichliche Freude in der Seele Einkehr halten, die das Paradies auf der Erde verkosten lässt.
Es sangen die drei Jünglinge im Feuerofen. Es sang Daniel in der Löwengrube. Es sang J ohannes, eingetaucht im siedenden Öl, und Laurentius bat die Henker, ihn umzuwenden auf dem Rost, da er auf einer Seite gebraten war; und dies waren Menschen von dieser Welt.
Ich versichere dir, dass keiner, der es wirklich verkostet hat, wie süss es ist, bei Gott zu sein, auf diese Freude verzichten würde, auch wenn er, um Ihm treu zu sein, dem Tod mit allen seinen Qualen entgegensehen müsste.

Wenn ihr Gott sehen werdet

Dankt also dem Herrn für das heutige Geschenk und denkt daran, wie unermesslich grösser eure Freude sein wird, wenn ihr Gott von Angesicht zu Angesicht, im Glanze Seiner Herrlichkeit, schauen werdet; wenn Gott eure Belohnung sein wird und sich euch allen und jedem einzelnen schenken wird mit der Unermesslichkeit Seiner Freude, um sich euch mitzuteilen.
Lebt mit Mir, lebt in Gott, Meine Kinder!
Erneuert oft diese Begegnungen der Liebe mit euerm Himmlischen Vater.
Entzündet euer Herz am göttlichen Wehen des Heiligen Geistes mit neuem Feuer, damit ihr die Schönheit eines geistig gelebten Lebens in seiner Ganzheit kosten könnt.
Der lange Weg, übersät mit Stacheln und Dornen, erschrecke euch nicht.
Es ist ein Weg, den auch Ich durchlaufen habe, und wenn ihr in Meine Fussstapfen tretet, werdet ihr nicht den vollen Schmerz spüren.
Ich halte euch an der Hand wie kleine Kinder; ihr braucht Mir nur zu folgen und Mich zu lieben.

Ich bringe euch als Vorbild P. Pio
8. Oktober 1968

Meine geliebten Kinder, Friede und Freude sei mit euch!
Ich sehe euch mit viel Freude an diesem Ort, den Ich immer mehr und mehr heilige. Ihr seid Meine Kinder und Ich will, dass niemand von denen, die hier zu Mir und zu Meiner Mutter beten kommen, verloren gehe.
Ich sehe euch mit allen euren geistigen und materiellen Mühsalen und Kümmernissen. Doch kann Ich euch nicht von allen diesen Leiden befreien, denn das hiesse, euch der ewigen Herrlichkeit berauben wollen. Aber Ich wünsche euch soviel Kraft und Friede zu geben, dass euch das Leiden leicht werde.
Ich stelle euch als Vorbild euern geistlichen Vater vor, Pater Pio, der mit viel Liebe und Frieden Drangsale aller Arten ertrug, und Ich lade euch ein, Mir oft zu sagen: «Jesus, um der von Deinem Diener P. Pio ertragenen Leiden willen, hilf mir zu leiden und das Leiden zu Iieben.»

Das Werk des Teufels

Benützt eure Leiden auch dazu, den Teufel zu besiegen, denn ein grosser Teil davon wird von ihm verursacht, der, nachdem er sie hervorgerufen hat, euch zu entmutigen und die Kraft und die Liebe auszulöschen sucht.
Kinder, wenn ihr sehen würdet, wie spitzfindig und erfinderisch das Wirken des Teufels in der Welt ist und wieviel Mithilfe er bei den Menschen findet! Wollt ihr geringer sein als der Teufel? 0, nein. Ihr habt ja Mich, der euch hilft, ihr habt Meine Mutter; darum habt Mut und seid einig im Guten, wie der Teufel die Bösen im Schlechten vereinigt.
Die Einheit macht stark! Vorwärts, Kinder. Die Schlacht Gottes ist jene der Liebe. Eure Waffe ist der Rosenkranz, Euer Banner der Glaube. Eure Führerin ist Maria, die Siegerin jeder Schlacht, die Königin der Siege.
Ich segne euch, Meine Kinder, und Ich umarme jedes einzelne von euch und drücke euch an Mein Herz.
Meine Kinder, wollt ihr Mich lieben und andere Mich lieben lehren? Ich danke euch, Meine Kinder.

Vertrauen in die Vorsehung
11. Oktober 1968

Meine geliebte Tochter, hier bin Ich, begierig, dir Meine Wünsche und Meinen Willen kundzutun.
Lass dich von keinen materiellen Sorgen, die deine Familie betreffen, verwirren. Dein Vertrauen in die Vorsehung, das auch in schwierigeren Lagen nicht nachgelassen hat, darf auch jetzt nicht kleiner werden.
Erinnere dich der Worte des Evangeliums, die dir Licht und Trost sein werden, und zweifle nie, in keiner Not, an der Göttlichen Vorsehung und Güte.
Handle mit Frohmut und Friede. Tue Gutes, soviel du kannst und wünsche immer mehr zu tun, denn auch die Wünsche werden belohnt.
Erinnere dich: Wenn du 10 Mass besitzest und du gibst Almosen im Verhältnis zu diesen 10 Mass, obschon du lieber Almosen gäbest im Verhältnis zu tausend Mass, wirst du belohnt werden, wie wenn du Almosen gespendet hättest im Verhältnis zu tausend Mass. Wenn du aber im Gegenteil darauf wartest, tausend Mass zu besitzen und es auch wünschest, um damit Gutes zu tun, ist es wahrscheinlich, dass du "leer ausgehen wirst, weil es dir in erster Linie darum geht, zu besitzen und erst an zweiter Stelle darum, Gutes zu tun, was übrigens sehr unsicher ist.

Erfülle deine Pflicht

Vertraue auf Mich. Erfülle deine Pflichten mit Ruhe und Frieden, indem du Mir von ganzem Herzen das gibst, was dir die Menschen vielleicht mit Gewalt wegnehmen. Mit anderen Worten: Vielleicht betrügt dich jemand, bezahlt dir nicht oder bestiehlt dich, und es ist dir nicht möglich, dein Eigentum zurückzuerhalten; denke, dem, der dich ungerecht behandelt hat, ein Geschenk gemacht zu haben; verzeihe ihm aus Liebe zu Mir, und Ich werde dir dafür eine grosse Belohnung geben.
Man auferlegt dir eine Steuer, eine Busse, die du ungerecht erachtest; beunruhige dich nicht übermässig, um nicht den Frieden zu verlieren. Tue aus Liebe zu Mir und zum Nächsten, was der Staat dich zu tun zwingt; und auch dafür werde Ich dir die Belohnung geben.
Ich prüfe nie jemanden über seine Kräfte, und wenn ihr glaubt, die Heimsuchungen und die Leiden überstiegen eure Kräfte, fällt ihr in einen sehr grossen Fehler, der oft nur eine Versuchung ist; wenn ihr aber in diese einwilligt, verliert ihr den Mut und lässt euch niederschlagen.
Meine Tochter und ihr alle seid überzeugt, dass das Leiden ein Geschenk ist und dass, bevor Ich euch ein Kreuz auferlege, Ich euch die Kraft gebe, es zu tragen.
Erkenne in dem Gesagten die Erklärung für zahlreiche, umsonst gegebene Gnaden: Sie sind die Vorbereitung für weitere Leiden, die der Herr einer Seele geben will, damit sie durch diese Leiden näher bei Gott sein kann in der ewigen Herrlichkeit.
Ihr pflegt zu sagen, dass die vom Herrn empfangenen Gnaden bezahlt werden müssen; aber es ist falsch, so zu reden. Der Herr handelt nicht wie die Menschen, die gewöhnlich nichts geben ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Alles ist Gnade

Gott ist Liebe, und alles, was Er tut, ist gemäss Seinem Heilsplane für die zukünftige Herrlichkeit Seiner Geschöpfe. Betrachte alles immer in diesem Lichte. Alles ist Gnade. Danke für alles, ohne dich vom Kreuz erdrücken zu lassen.
Es könnte dir der Gedanke kommen, lieber auf die Gaben des Herrn zu verzichten, als so schwere Kreuze tragen zu müssen; aber dies ist zu menschlich gedacht und ein wenig egoistisch. Jede Gabe, die du empfängst, ist dazu bestimmt, auch vielen anderen zugute zu kommen, die sie entbehren müssten, wenn du sie nicht annähmest.
Dein Leiden ist Mittel des Heiles für dich und die Welt und ein Mittel der Verherrlichung für alle und besonders für dich. Du siehst, wie gut es ist, immer ja zu sagen. Nimm täglich und freudig an, was Ich dir auch immer gebe, und Ich bitte dich, gib Mir immer deine Antwort der Liebe durch die Übereinstimmung deines Willens mit dem Meinen.

Die himmlische Mutter

Meine Mutter, die auch die deine ist, wurde im voraus mit allen Gnaden und Gaben Gottes ausgestattet. Seit Ewigkeit hatte Gott alle diese Gaben vorbereitet, die die Seele Mariens schmücken und Ihr Leben begleiten sollten.
Sie musste die Muttergottes und die Mutter aller Lebenden sein. Auf diese ausserordentliche und schwere Aufgabe musste Sie vorbereitet werden. Gott schuf aus Ihr ein Meisterwerk, ein Juwel an Vollkommenheit und Gnade, und lud Ihr das schwerste Kreuz auf, das es nach dem Meinen geben konnte.
Was für Meine Mutter zugetroffen ist, trifft auch zu für jene Seelen, die für eine besondere Aufgabe auserwählt sind. Im gewöhnlichen Leben passt der Herr das Kreuz den Kräften eines jeden an.
Vertraue dich also der Lehrmeisterin an, der himmlischen Mutter, und Sie wird dich lehren, wie man die Gnaden mit Dankbarkeit und Demut empfangen und wie man das Kreuz mit Frohmut und Freude tragen soll. Nimm oft Zuflucht zu Ihr. Eine Mutter verlässt ihre Kinder nie in der Not, und sie freut sich über ihr Wohlergehen. Bleibe in ihrer Nähe, dann bist du in Sicherheit.

Die Notwendigkeit und Nützlichkeit des Schmerzes
12. Oktober 1968
Meine geliebte Tochter, höre auf Mich: es gibt nichts Schöneres in der Welt, als sich in allem führen zu lassen wie ein Kind.
Du meinst, grosse Dinge vollbringen zu können; aber wenn der Herr dich nicht führt und dich nicht an der Hand hält, kannst du nichts tun. Der Mensch, der sich überschätzt, ist töricht, weil er auf seine eigenen Kräfte zählt; töricht ist auch jener, der auf ein anderes Geschöpf vertraut, in der Annahme, Trost und Hilfe zu erhalten; denn Gott allein kann den Herzen Freude geben und dem Verstand Licht, da Er selbst Licht und Seligkeit ist ohne Ende.
Vergiss nie, was Ich dir gesagt habe und was Ich dir jetzt sage, und vor allem denke daran, wenn Drangsal und Schmerz an deine Türe klopfen. Vertraue auf Jenen, der dich trösten und dir wirklich helfen kann, ohne zu vergessen, was Ich dir wiederholt gesagt habe.
Überzeuge dich von der Notwendigkeit des Schmerzes und seine Nützlichkeit. Überzeuge dich, dass der Schmerz ein gemeinsames Erbe aller Geschöpfe der Erde ist, das niemand zurückweisen kann.
Habe Mut und viel Liebe. Du wirst sehen, dass auf diese Weise alles leichter sein wird. Beklage dich nicht, denn dann würdest du einen grossen Teil des Verdienstes verlieren und würdest andere leiden lassen, die ja auch ihre Kreuze haben.

Die schmerzhafte Jungfrau

Ahme Meine Mutter nach, die schmerzhafte Jungfrau. Ich möchte fortfahren mit dir von Ihr zu sprechen, die so schrecklich gelitten hat in Ihrem ganzen Leben, und deren Leiden den Höchstpunkt erreicht hat während Meiner Passion, die Sie ganz mitgelitten hat, wenn auch von ferne.
Wisse also, dass Maria, nachdem Sie Mich nach dem letzten Abendmahl umarmt und Mir Worte der Ermutigung zugeflüstert hatte, nach Hause ging, wo Sie in tiefstes Gebet versunken, durch ein Wunder der Allmacht Gottes wie vor einem Bildschirm allem beiwohnte, was Mir begegnete.
Sie litt schon, während wir im Abendmahlssaal der ersten unwürdigen Kommunion des Judas beiwohnten, und Sie sah sie sich im Laufe der Jahrhunderte wiederholen durch viele andere Judasse, die ihren Jesus in lebendige Leichname aufnehmen würden.
Im gleichen Moment sah Sie auch die sakrilegischen und schlecht abgelegten Beichten, die Bosheit und die Falschheit jener Personen, die unter dem Scheine des Apostolates alle Arten von Verrat und Bösem in die Welt aussäen würden.

Soviel Schmerz

Aber der heftigste Schmerz war für Meine Mutter die Teilnahme an Meiner Todesangst im Ölgarten. Der Gram Ihres Herzens war so gross, dass auch Sie von einem Engel getröstet werden musste, damit Sie soviel Schmerz aushalten konnte.
Sie fühlte auf Ihrem Angesichte die Ohrfeigen klatschen und spürte das Angespien werden. Sie spürte die Schläge der Geisselung. Sie fühlte die Dornen in das Haupt Ihres Sohnes eindringen und der stechende Schmerz dieser Wunden wiederholte sich am Haupte Mariens. Sie sah Mich vor Barnabas erniedrigt. Sie sah Mich den Strassen entlang gehen inmitten von Spott und Misshandlung. Sie sah Mich von Kaiphas zu Herodes und von Herodes zu Pilatus gehen. Dann kam Sie und folgte Mir auf dem Wege zum Kalvarienberge.
Magdalena und einige von den heiligen Frauen begleiteten Sie. An einer Strassen biegung begegnete Ich Ihr, dem sanftesten und heiligsten Geschöpfe, das je auf der Erde gelebt hat. Dieser Anblick verwundete Mein Herz und war Mir gleichzeitig ein grosser Trost. Sie bahnte sich einen Weg durch die Soldaten, kam zu Mir, umarmte und küsste Mich: «Mut, Mein Sohn, so will es der Vater für die Rettung aller.» «So sei es», sagte Ich zu Ihr, während uns der Schmerz die Herzen zerriss.
Es ist ganz unmöglich, dir in wenigen Worten zu sagen, welches Meer an Leiden Meine Mutter an jenem Tage und in jenen Stunden ertrug und mit Mir teilte: Meine Stürze, das Gewicht des Kreuzes, die Dornen, die immer mehr in Mein Haupt eindrangen, die Wunden, die von Blut überflossen und Mein Angesicht in ein Gebilde des Schreckens verwandelten.
Die Schmähungen gegen Mich, die Schreie, die Flüche des Volkes, das Ich mit Wohltaten überhäuft hatte, wurden in den Augen Meiner Mutter zu einem solch schmachvollen Bild, dass Sie es nur mit Hilfe Gottes ertragen konnte.
Auf dem Kalvarienberg angekommen, vollzog Sie Ihr Werk der Miterlösung, indem Sie selber auf unsichtbare Weise gekreuzigt, an Meiner Kreuzigung teilnahm.

Die Standespflichten erfüllen
17. Oktober 1968

Meine Tochter, möge das Feuer Meines Geistes und des Geistes des Vaters, das Mein Herz verzehrt, auch das deinige verzehren. Ich bin bereit, dich zu belehren über das, was dir am Herzen liegt.
C. - Jesus, sage mir bitte, wie soll unser Betragen sein während des Tages in unseren Beziehungen zum Nächsten und mit unsern Schwestern der Gruppe?
Jesus - Meine Tochter, Ich will dir antworten.
Während des Tages sollst du, - und was Ich dir sage, gilt für alle Töchter, - Ich sage also, ihr sollt eure Standespflichten erfüllen, die ja dem Willen Gottes entsprechen, den ihr zu erfüllen wünscht.
Diese Pflichten betreffen Gott und den Nächsten, den Einzelnen und die Familie, die Kirche und die Gesellschaft.
Seine Standespflichten erfüllen bedeutet, sich in den Dienst Gottes stellen und aus Liebe zum Nächsten versuchen, alle zufriedenzustellen, wenn auch bisweilen ohne Erfolg, denn der Nächste ist oft unersättlich, wenigstens in bezug auf das, was von dir abhängt.
Bedenke also, dass Ich selber während des Tages von dir verlange, alle jene Arbeiten, auch die gewöhnlichen, auszuführen, die zum guten Ablauf des Familienlebens unentbehrlich sind.
Wenn deine Kinder zu Hause sind, und du dich auch dort befindest, da du nicht genötigt bist, wegen Arbeit oder Liebesdiensten dich von ihnen zu entfernen, mögen sie sich deiner Gegenwart bewusst werden, dank der Liebe, die dich mit ihnen verbindet, dank des Interesses, das du ihren Problemen entgegenbringst, und dank der Zusammenarbeit, die ihr euch in allem gewährt.

Ihr Reich ist die Familie

Deine Gegenwart im Hause freut Mich, denn wenn auch die Modernen denken, dass die von alten Vorurteilen freie und befreite Frau sich jedweder Aufgabe ausser Hause widmen könne, ist ihr besonderes Reich doch immer die Familie, wo Ich sie Mir als wahre Königin wünschte, auch wenn sie nur darauf bedacht ist, den eigenen Familienangehörigen zu dienen.
Aber Ich füge bei: du bist in Meinem Dienst. Erste Pflicht des Dieners ist es, seinem Meister zu gehorchen. Wenn dieser etwas wünscht, kann der Diener nicht etwas anderes machen, auch wenn es ihm besser scheint.
Darum sage Ich dir: Frage dich oft während des Tages, ob das, was du im Begriffe bist zu tun, der Herr von dir in diesem Augenblick wünscht. Wenn du bejahend antworten kannst, sei zufrieden und erfülle diese, wenn auch ein-
fachen Arbeiten mit grosser Liebe, denn du wirst von Jenem entlöhnt werden, dem du dienst.
Was sodann deine Beziehungen zum Nächsten ausser Hause betrifft, sind sie sehr gut, wenn sie dazu beitragen, deinen Geist und deinen Verstand zu erheben und helfen, jenen beizustehen, die in der Not sind, und wenn sie euer gutes Einvernehmen festigen.
Gib indessen gut acht, dass es keine Gelegenheit zur Zeitverschwendung sei, denn darüber werde Ich euch zur Rechenschaft ziehen, noch Gelegenheit zur üblen Nachrede oder Schwätzereien, denn darüber würdest du dir nachher bittere Gedanken machen.

Gebt acht

Ausserdem hat die Frau eine angeborene Gewohnheit, alle ihre Gedanken und Gefühle und die mehr oder weniger aussergewöhnlichen Dinge weiterzuerzählen.
Gebt acht, Meine Töchter, jeder hat in seinem Leben seinen Teil an Aussergewöhnlichem, das, öffentlich kundgetan, in den Augen der anderen lächerlich wirken kann.
Gebt ferner acht, wenn jene Dinge, die ihr erzählt, nicht für das geistige Wohl der andern sind, können sie in euch, die ihr sie erzählt, die Eigenliebe nähren und in dem, der zuhört, den Neid erregen; es ist deshalb weder für die einen, noch für die andern gut.
Ahmt Meine Mutter nach, die von sich selbst wahre Wunder hätte erzählen können; Sie schwieg jedoch und bewahrte alles in ihrem Herzen.
Denkt daran, Meine Töchter, dass die Demut die Basis jeder Vollkommenheit ist, und dass eure Grösse nicht in den Gaben besteht, die ihr erhaltet, und auch nicht in dem, was Ihr mit Meiner Hilfe tun könnt, sondern in der Liebe, die euch beseelt bei der Ausführung eurer Pflichten, und in der Demut, die euch jeden Augenblick eures Lebens begleitet, so dass ihr mit Aufrichtigkeit sagen könnt: «Herr, wir sind unnütze Knechte, und wenn Du uns nicht hilfst, ungetreue Knechte.»

Eine schreckliche Stunde in der Geschichte
17. Oktober 1968

Papst Johannes* - Meine Kinder, Ich, Papst Johannes, bin anwesend, um mit euch zu beten.
Die Kirche durchlebt die schrecklichste Stunde der Geschichte. Einst machten die Verfolgungen ihre Glieder leiden, aber im Leiden erblühte die Kirche und die Martyrer, die sie schmückten, wurden zum ewigen Leben geboren.
Heute ist es Verrat ohne Ende, der sie von innen heraus zerstört, zum Schaden des Glaubens und der Gläubigen.
Kinder, betet für die Kirche und für die Bischöfe, die Priester und den Papst. Kinder der Kirche, erneuert ohne Unterbruch das Bekenntnis eures Glaubens und bleibt fest in ihm. Hütet euch vor jenen, die die Kirche verleumden und Bannflüche gegen ihre Glieder schleudern, ohne sich im geringsten um die Glaubensausbreitung auf der Welt zu bemühen.
Lasst euch nicht fangen in die Fallstricke des Bösen und vergesst nie, dass die feindlichen Kräfte die gefährlichsten Sturzwellen entfesseln könnten, aber dass das Schifflein Petri immer die Rettung für alle jene sein wird, die sich retten wollen.
Ich segne euch, Meine Kinder. Liebt die Kirche und den Papst, opfert euch für sie und betet für sie; seid treu, damit ihr sogar bereit sein werdet, in den schwierigsten Augenblicken euer Leben herzugeben, um sie zu verteidigen.

Ich erwarte euch immer

Jesus - Meine Kinder, heute will Ich euch an Mein Herz drücken; und wie Ich eines Tages Meiner geliebten Tochter Margaretha-Maria** Meine Liebe geoffenbart habe, so will Ich euch allen Meine Geheimnisse enthüllen und euch teilhaben lassen an Meinen Schmerzen und Meinen Wünschen.
Meine Kinder, eure Begeisterung und eure Wünsche nach Vollkommenheit gefallen Mir. Ich versichere euch, dass, wenn ihr Meinen Lehren folgt, ihr wachsen werdet an Weisheit und Güte.
Ich segne euch, und Ich erwarte euch immer mit Freude am eucharistischen Bankett, wo Ich Mich euch ganz schenke, um mit euch eins zu werden und mit euch zu wirken, damit sich Mein Reich auf der ganzen Erde ausbreite.
______________________
* Johannes XXIII. (Angelo Giuseppe Roncalli), geb. in Sotto il Monte (1881-1963), Papst von 1958-1963. Beschützer der Gebetsgruppen.
** Hl. Margaretha-Maria Alacoque, Klosterfrau der Visitation von Paray-le-Monial (1647-90), Vertraute des Heiligsten Herzens Jesu.

Missionarischer Geist
18. Oktober 1968

Meine Tochter, bemühe dich ernsthaft, dich zu bessern, denn die Zeit eilt. Das Leben vergeht schnell, und die Rechenschaftsablegung naht. Sei nicht geringer als jene, die dir vorausgegangen sind und nun die Belohnung geniessen für ihre Mühen und den Fleiss, den sie angewandt haben, um jenen Grad der Vollkommenheit zu erreichen, den Ich von ihnen erwartete.
Bleibe in Meiner Gnade und in Meinem Herzen und sei nicht untätig, sondern mache es wie jener, der sein Kapital im Handel Früchte tragen lässt, um es immer mehr zu vermehren.
Möge dein Beispiel Anregung und Lockmittel sein für die andern, die bei dir leben und in ihren Herzen die Freude wecken, Gutes zu tun.
Der Mensch lebt von der Nachahmung, und wenn du immer imstande wärest, ein gutes Beispiel zu geben, würdest du um dich eine Schar grossmütiger und glühender Seelen sammeln, die bereit sind, Mein Reich in sich selbst zu verwirklichen und es in der Welt auszubreiten.
Von missionarischem Geist beseelt sein, ist ein Geschenk Gottes, ein Geschenk, um das ihr stets bitten sollt, nicht nur in Worten, denn jeden Tag sagt ihr ja: «Dein Reich komme», sondern auch durch Taten, indem ihr den glühenden Wunsch eures Herzens damit vereinigt.
Missionar sein ist eine Pflicht, die dir auferlegt ist vom Glauben, von der Liebe und von der Hoffnung, die die Verheissung auf eine sichere Belohnung ist. Der Glaube, dieses grosse Geschenk, das du umsonst erhalten hast, setzt voraus, dass du ihm entsprichst, indem du dich immer mehr in seine Wahrheit vertiefst.

Glaube und Liebe

Aus solch tiefer Kenntnis entspringen die Freude und die Bereitwilligkeit, die die Seele zum Apostolat anregen, d. h. zur Ausbreitung der Glaubenswahrheiten, in deren Besitz du bist.
Der Glaube führt dich zu Gott hin und lässt dich Seine Eigenschaften und Seine Güte entdecken. Er bringt dich der Liebe näher.
Wie du dich dem Feuer nicht nahen kannst, ohne seine Wärme zu spüren, so kannst du dich Gott nicht nahen, ohne in deinem Herzen das Auflodern des Feuers der Liebe zu fühlen.
Die Liebe regt dich an, gute Werke zugunsten deiner Brüder auszuführen, denn diese Werke sind wie das Holz, das das Feuer nährt und es ausbreitet. Der Mensch kann nicht behaupten, Gott zu lieben, wenn er sich nicht eifrigst bemüht, auf alle Arten seinen Brüdern zu helfen, geistig oder materiell, und

wenn er sich nicht anstrengt, alle die Wärme seines Herzens fühlen zu lassen,
d. h. die Liebe zu Gott.
Ich habe es dir schon oft gesagt; der Christ darf und kann nicht Egoist sein.
Im gleichen Masse, wie er an sich selbst denkt, wünscht und arbeitet er auch für das Wohl der andern, indem er ihnen durch materiellen und geistigen Beistand hilft, im Glauben und in der Liebe Gottes zu wachsen.
Darum stelle dir diese Grundsätze immer vor Augen, damit du, nachdem du die erhaltenen Gaben ausgenützt und für den Triumph Meines Reiches gearbeitet hast, nicht allein, sondern mit vielen andern Seelen eingehen kannst in die himmlische Wohnung, wo man die Hoffnung verwirklicht sieht und man sich der ewigen Herrlichkeit freut.

Wie erwerben wir die Demut
20. Oktober 1968

Meine vielgeliebte Tochter, Ich will mit dir über die Tugend der Demut sprechen, denn Ich weiss, dass du es wünschest, und ich werde dich lehren, wie man sie erwirbt.
Wisse also, dass Mir diese Tugend sehr lieb ist. Ich gab immer wieder das Beispiel und übte sie während Meines ganzen Lebens, so dass Ich sagen konnte: «Lernet von Mir, denn Ich bin sanftmütig und demütig von Herzen.»
Sie ist die Grundtugend; ohne sie gibt es keine Heiligkeit, und in dem Masse, wie du diese Tugend übst, wächst du in jeder anderen.
Demut ist Aufrichtigkeit; sie anerkennt die Verdienste eines jeden. Sie schreibt Gott alle Ehre zu, denn von Ihm kommt jede Gnade.
Die Demut lässt dich dein eigenes Nichts erkennen, das eigene Elend und die Unfähigkeit zu allem, die eigene Hinfälligkeit und Schwäche; deshalb wird es dir leicht, Zuflucht zu nehmen, nicht nur zu Gott, sondern auch zum Nächsten, den du nie verachtest, sondern immer höher einschätzest als dich selbst.
Die Demut rühmt sich nicht über das, was sie erhält, im Gegenteil, sie verdemütigt sich vor Gott, und fürchtet immer, Seinen Gnaden nicht entsprechen zu können. Sie verachtet die Mahnungen des Nächsten nicht, da sie ihn für das Sprachrohr Gottes hält.
Der wahrhaft Demütige bläst sich nicht auf. über erhaltenes Lob, noch wehrt er es ab, indem er sagt, dass er es nicht verdiene, sondern er opfert es im stillen Gott auf; er sucht es nicht und betrübt sich nicht, wenn es fehlt.

Er drängt sich nicht vor

Der Demütige handelt nicht aus Eitelkeit, er sucht nicht sich selbst, er drängt sich nicht vor, es sei denn, dass er von Gott oder von den Menschen berufen ist, die Stelle eines Obern einzunehmen oder sonst Autorität auszuüben.
Der Demütige stellt sich nie in den Vordergrund, er sucht immer den letzten Platz, damit es nicht geschehe, wie im Evangelium gesagt ist, dass der Geladene, der sich den ersten Platz ausgewählt hat, an den letzten versetzt wird.
Der Demütige ist mit allem zufrieden; er hält alles, was man für ihn tut, als zuviel des Guten, und er ist auch für jedes kleine Ding, das er von Gott oder vom Nächsten erhält, äusserst dankbar.
Der Demütige verachtet niemanden; er hört auf die Ratschläge aller. Er glaubt von den andern lernen zu müssen. Er versteift sich nicht auf seine Meinung; er will den andern seine Ansichten nicht aufzwängen. Wenn er gefragt wird, antwortet er ruhig, aufrichtig, aber auch mit Liebe.
Er will niemanden beleidigen; er will das Empfinden der andern nicht verletzen; aber er lügt nicht, und wenn er gefragt wird, äussert er freimütig seine Meinung.
Der Demütige wird von Gott geliebt, und Ich schliesse ihn in Mein Herz, das seine Wohnung ist, und die Menschen suchen ihn auf und lieben seine Gesellschaft.
Sei dir indessen bewusst, Meine liebe Tochter, wenn du alles getan hast, was Ich dir jetzt gesagt habe, wirst du in der Übung der Demut doch noch weit hinter Mir und den Heiligen, die sich jetzt mit Mir freuen, zurückstehen.

Die Verachtung lieben

Denke daran, demütig sein heisst: Nicht nur niemanden verachten, sondern sich freuen, verachtet zu werden. In der Überzeugung, elend zu sein, hältst du es für richtig, dass andere dich verachten; darum ist es einfach, dem die rechte Wange hinzuhalten, der dich auf die linke schlägt. Damit will ich nicht sagen, dass der Demütige unempfindlich sein soll gegen das Leiden, das ihm zugefügt wird, aber er empfängt es mit Gelassenheit, wie etwas, das er verdient hat.
Ich will dich noch daran erinnern, dass, wenn du demütig zu sein wünschest, du die Demütigungen, die Meine tägliche Speise waren, lieben und Mich um die Liebe dafür bitten musst, denn sie sind das einfachste Mittel, um diese Tugend zu erwerben. Sei dir bewusst, Meine Tochter, wenn du in der Vollkommenheit wachsen willst, dürfen dir die Demütigungen nicht fehlen.
Wenn du dich dem Willen Gottes übergibst, wirst du sehen, dass Er sie dir nicht fehlen lassen wird in dem Masse, wie sie dir nötig sind, und wenn du den Heroismus erreichen willst, kannst du sie vom Herrn erbitten als kostbare Gabe.
Ich bitte dich, nimm dir Meine Mutter in allem als Vorbild und rufe Sie oft an: «Demütigste Mutter, gewähre mir die Gnade, Dich nachzuahmen, gib mir die Demut»; und Sie wird dich lehren, sie im höchsten Grade zu üben.
Meine Tochter, vergiss nie, dass, wenn alle Tugenden schön und notwendig sind, die Demut unentbehrlich ist, um in den Himmel zu kommen. Das Tor zum Paradies ist so klein, dass nur, wer sich klein macht, eintreten kann.
Ahme nie den Pharisäer nach und vergiss nicht, dass, wenn ihr sogar Engel an Reinheit und Güte wäret, aber Stolz bekundetet, ihr schnell in Engel der Finsternis verwandelt wäret, denn der Hochmut entfernt die Menschen von Gott, stellt sie dem Teufel zur Verfügung, der aus ihnen seine Beute macht.

Zur Verfügung der andern
22. Oktober 1968

Meine vielgeliebte Tochter, wie teuer ist Mir das Betragen jenes Menschen, der das eigene Nichts anerkennend, sich um Hilfe an Gott und auch an seinen Nächsten wendet.
Niemand kann sich selbst genügen. Jeder hat etwas zu empfangen und etwas zu geben. Lerne diese Wahrheit begreifen. Mache, dass sich dein Herz deinem Gott öffnet, so dass Er sich dir ganz schenken kann; dann sei grossherzig gegenüber deinem Nächsten, indem du mit Grossmut alles gibst, was du kannst, und mache dich bereit, das zu empfangen, was die andern dir geben.
Dies gilt besonders in geistiger und moralischer Hinsicht, manchmal auch im materiellen Sinne.
Dieses Verschenken gegenseitiger Hilfe ist nicht nur eine Übung werktätiger Liebe, sondern auch eine Tat jener Mir so teuren Tugend, von der Ich dir gestern gesprochen habe, der Tugend der Demut.
So wollte der Herr die Familie der Menschheit geformt haben, dass das Leben keiner aus sich haben, noch aus sich erhalten könne, auch nicht in geistiger Hinsicht.

Alle zutriedenstellen

Habe in deinem Herzen immer den Wunsch, alle zufriedenzustellen, sei es mit Zuhören, sei es mit Reden. Dein Wort sei klar und liebenswürdig, auf-
richtig und wenn nötig energisch, es sei indessen immer Frucht der Überlegung, keine elektrische Entladung oder Ausbruch des Zornes.
Denke daran, dass deine Worte aufbauen oder niederreissen, Gutes oder Böses tun, erheben oder niederschlagen können. Handle immer im positiven Sinne. Habe Ich euch nicht gesagt, dass ihr den glühenden Docht nicht auslöschen sollt?
Reiche allen deine hilfreiche Hand. Etwas Gutes, an das du anknüpfen kannst, findet sich im Herzen eines jeden. Mit der Hilfe Gottes wirst du es entdecken und so deinem Nächsten helfen, sich zu erheben.
Wichtig ist, die Hoffnung nicht zu verlieren, nicht ständig des erfahrenen Unrechtes zu gedenken und dem Nächsten entgegenzugehen mit dem Wunsch, Gutes zu tun.
Vergiss nicht, auch wenn du diese Wünsche nicht verwirklichen kannst, wirst du doch eine Belohnung erhalten, vorausgesetzt, dass Gott der Anstoss und das Ziel deiner Handlungen ist, und du alles in Meinem Namen und durch Ihn mit Gnade und Liebe ausführst.

Die Aufgabe einer Hausverwalterin
23. Oktober 1968

Meine Tochter, Ich will dir einige Ratschläge erteilen, die dir für die Zusammenkunft der Hausverwalterinnen dienen können.
Sei dir bewusst, dass diese Arbeit wichtig und schwierig ist; darum muss sie mit Takt und Zuverlässigkeit ausgeführt werden. Die Verwalterin eines Hauses kennt die intimsten Geheimnisse von vielen Familien; sie lernt sie kennen durch die Verwaltung gewisser Familienpapiere und durch Nachforschungen, die manchmal in den Bereich der Pflichten einer Verwalterin einschlagen, wenn dies vom Hauseigentümer verlangt wird, der den Lebenslauf der Familien seiner Mieter zu kennen wünscht.
Die Aufgabe der Hausverwalterin besteht also nicht nur darin, die Treppen sauber zu halten oder die Post in Empfang zu nehmen, sondern sie umfasst auch moralische Pflichten von grosser Wichtigkeit, die, wenn sie mit Liebe ausgeführt werden, gute Früchte bringen können.
Wenn auch Geschwätz und üble Nachrede unter den Hausverwalterinnen fast sprichwörtlich geworden sind, soll doch beides entschieden gemieden werden. Man soll im Gegenteil von Güte und Liebe sprechen, die bis zur Selbstlosigkeit und zum Apostolat geübt werden sollen.

Die üble Nachrede

Man weiss übrigens, wie hässlich Geschwätz und Murren ist, was zur üblen Nachrede und zur Verleumdung führen kann, beides sehr schwere Sünden, die nur schwierig zu verzeihen sind, sogar in der Beicht, da sie eine Wiedergutmachung verlangen, denn verleumden ist soviel wie stehlen; wenn man den Schaden nicht ersetzt, kann man keine Verzeihung erlangen.
Einen Fehler in Tugend umwandeln ist schwierig, aber für Gott nicht unmöglich, der bereit ist, Seinen Kindern zu helfen, vorausgesetzt, dass sie mit ihrem guten Willen mithelfen, sich zu bessern.
Ich möchte, dass die Hausverwalterinnen die Schutzengel ersetzten oder mindestens mit ihnen zusammen arbeiteten, und gegenüber den Mietern ihre so wichtigen Aufgaben erfüllten, indem sie sie durch Ermahnungen und gute Worte erleuchteten und beschützten mit dem gleichen Eifer, mit dem sie dafür sorgen, dass niemand in die Wohnungen gelassen wird, der Verdruss und Schaden bringt. Ich möchte, dass die Hausverwalterinnen eine besondere Fürsorge und Vorsicht entfalten, wie es die Schutzengel tun, um zu verhindern, dass das Böse in die Familien einschleicht.
Die Hausverwalterinnen könnten das Sprachrohr des Gemeindepfarrers bilden, indem sie alles das bekannt machen, was diesen am Herzen liegt und so ein Apostolat ausüben, das dem Pfarrer ermöglicht, seine Stimme seine geistlichen Kinder hören zu lassen.

Das erste Gnadenjahr ist verflossen
24. November 1968

Meine lieben Töchter, ihr, die ihr in diesem kleinen Heiligtum versammelt seid, um den Jahrestag des ersten Besuches Meiner Mutter zu feiern, seid gesegnet!
Dieses Jahr war wirklich ein Jahr der Gnaden. Mit der Hilfe Meiner Mutter habt ihr Fortschritte gemacht in der Frömmigkeit, im Glauben und in der Liebe, und Ich freue Mich darüber.
Fahrt so fort und schliesst euch immer enger zusammen, und seid immer mehr vereint mit uns, damit ihr immer schneller vorwärtsgehen könnt auf dem Wege der Tugend und des Guten. Ich stehe euch bei und helfe euch.
Vergesst nie, dass euer Leiden und euer Gebet zum Wohle der Seelen dienen.
Ich kenne alle Seelen, wie jede Mutter ihre Kinder kennt. Weder seht ihr, noch kennt ihr jene, die von eurem Wirken Nutzen ziehen; erst im Himmel werdet ihr sie sehen, und die von euch geretteten Seelen werden eure Krone und eure Glorie sein.
An G. Ich segne dich für den Glauben und die Liebe, mit denen du jenen zwei betagten Menschen geholfen hast. Ich versichere dir, dass Ich aus diesen Gründen die eine gerettet habe und auch den andern retten werde. Verlass ihn nicht, gehe zu ihm und mache, dass er Mein Kruzifix küsse, und empfiehl ihn der Mutter der Göttlichen Liebe.
An L. Mit Mut voran! Nicht die Gesundheit hat Wert für das ewige Leben, sondern der Glaube, der euch in der Gegenwart Gottes leben lässt, in Seiner Gnade und in Seiner Liebe.
An E. Ich segne dich. Mache deine Seele immer schöner, damit du, wie s. Zt.
Esther, das Herz des Vaters erfreuen und entzücken kannst.
An L., fahre fort zu beten und Vertrauen zu haben. Nichts geht verloren und deine Gespräche mit P. über ewige Dinge zielen nur darauf hin, euch von der Erde zu lösen und euch Mir zu nähern.
Meine Töchter, Ich segne euch alle und Ich beschütze euch vor den Gefahren der Seele und des Leibes; vergesst dies nie und liebt Mich, denn Ich wünsche von euch nichts anderes als eine grosse Liebe.

Die Zusammenkunft zur Betrachtung des Evangeliums
25. Oktober 1968

Meine Tochter, Ich will dir eine einfache Belehrung geben für die Leitung der Zusammenkunft zur Betrachtung des Evangeliums.
Ich möchte, dass man sich darauf vorbereite mit dem Beten des hl. Rosenkranzes, der die Seele empfänglich macht für den Gnadensegen, den dieses Gebet erlangt durch die Fürbitte und die Gunst Meiner Mutter. Die Lehrmeisterin ist in der Tat immer Maria. Als Braut des Hl. Geistes giesst sie in den Verstand
und in die Herzen die Fülle des Lichtes, das Ihr Herz erfüllt und das der seI be Heilige Geist ist, der in Ihr wohnt.
Auf dieses Gebet folgt die Lesung einer Seite des Evangeliums, der ihr mit grosser Aufmerksamkeit zuhören sollt. Dieser Abschnitt des Evangeliums sollte bei der vorhergehenden Zusammenkunft bekanntgegeben werden, damit jedes die Möglichkeit hat, ihn gründlich zu studieren und sich jene Fragen und Schwierigkeiten zu merken, die nach seiner Ansicht erörtert werden sollten für das Wohl seiner Seele und dasjenige der andern.
Das Nachdenken über Mein Wort ist ein grosses Geschenk, das man nicht vergeuden darf. Sich darin vertiefen besagt, es sich zu Nutzen machen, um jene Vollkommenheit zu erlangen, die Ich von allen wünsche und besonders von jenen, die Mir am nächsten stehen.

Sich nicht ablenken lassen

Um einen grösseren Nutzen daraus ziehen zu können, ist es indessen nötig, sich nicht von tausend anderen, nicht zum Evangelium gehörenden Dingen ablenken zu lassen. Es braucht Einfalt des Herzens und den Wunsch, die Wahrheit zu erkennen und zu lieben, um sie klar zu verstehen.
Die Zusammenkunft gilt nicht der Besprechung irgendeines, wenn auch aktuellen Argumentes, sondern sie ist die gründliche Erforschung Meines Wortes, um es leichter in die Wirklichkeit umsetzen zu können, denn es gilt für alle Zeiten und für alle Orte; nur durch das Vergleichen eures Lebens mit dem Meinen und Meiner Lehre werdet ihr imstande sein, die Mängel eures Lebens zu erkennen, zu sehen, was gut wäre, einzuführen oder darin zu ändern zur Ehre Gottes und das Heil der Seelen.
Nachdem ihr die Wahrheit erforscht und die verschiedenen Meinungen darüber angehört haben werdet, wird der Priester als mein Stellvertreter die Schlussfolgerungen ziehen und mit einfachen Worten den Gedanken der Kirche über den besprochenen Abschnitt darlegen.
Vergesst nie, am Ende dieser Zusammenkünfte das Glaubensbekenntnis abzulegen, mit dem ihr den Wunsch bekundet, dass Mein Wort und Meine Lehre auf der ganzen Erde verbreitet werden.

Die Klagen Jesu
27. Oktober 1968

Meine liebe Tochter, erneuere deine Ganzhingabe an Mich und liebe Mich mit innigster Liebe, Ich verlange nichts anderes.
Bleibe in Mir mit Glaube und Vertrauen, damit Ich in dir wirken und aus deinem Leben und aus deinen Werken das Höchste ziehen kann.
Ich will dich kosten lassen, wie süss es ist in Meiner Gesellschaft zu sein, und Ich will dich erkennen lassen, wie sehr Ich, der Sohn Gottes und dein Schöpfer, sie wünsche, nicht für Mich, sondern für dich. Sieh Mich neben dir als den zärtlichsten Vater, liebenwürdigsten Freund, den treuesten Bräutigam, den weisesten Lehrmeister, nur von einem einzigen Wunsche beseelt, dir zu helfen, dich zu lenken, dich Seine Vertraulichkeiten und Seine Zärtlichkeiten kosten zu lassen und sie als Gegengabe von dir zu empfangen.
Denke daran, Ich bin bei dir, Tag und Nacht, immer der Gleiche und der Unermüdliche. Du kannst Mich verraten, verlassen, schmähen, misshandeln; Ich werde dich nie verraten, Ich werde dich nie verlassen; so schwer auch deine Beleidigungen gegen Mich sein mögen, ein Ruf nach Verzeihung wird immer genügen, um sie überreich in unendlicher Barmherzigkeit zu gewähren.

Eine geistige Kommunion

Vereinige dich während des Tages oft mit Mir in grosser Liebessehnsucht. Möge dein Leben zu einer dauernden geistigen Kommunion werden; du wirst nichts zu verlieren haben.
Denke daran, wie stolz die Leute sind, gewisse Persönlichkeiten zu kennen.
Wie sie sich rühmen über die Ehre, in ihrem Hause vielleicht einen berühmten Mann empfangen oder ihm die Hand gedrückt zu haben. Und doch ist er, obwohl in Amt und Würde, den andern in allem gleich: er wird sterben, er wird alles lassen müssen, sein Leib wird zerfallen. Er wird von Mir gerichtet werden und vielleicht wird er der letzte in Meinem Reiche sein, wenn ihn nicht sogar ewige Strafe erwartet.
Um einen Mann zu sehen oder zu sprechen oder mit ihm zu verkehren, der ein Amt bekleidet oder der sich Verdienste erworben oder auch nur ein gelbes oder rotes Trikot trägt, mühen sich die Menschen, ändern Ort und Stelle, leiden, geben Geld aus, schwitzen und kämpfen.
Nun schau, Meine Tochter, Ich, der Schöpfer aller Welten, bin, kannst du es wohl glauben, abgesehen von wenigen Guten - Ich sage einige «wenige» im Vergleich zu den äusserst grossen Zahl von Bösen - gehasst, verflucht, von den Menschen gemieden.
Vor Mir hat man Angst und man misstraut Mir, man hat Menschenfurcht, man schämt sich Meinen Namen zu nennen, Mich zu grüssen und Mich zu lieben. Man tritt Mich mit Füssen, man spottet Meiner, man bekämpft Meine Einrichtungen, man missachtet Meine Lehren. Sogar jene, die Meine treuen Diener sein sollten, benehmen sich wie es ihnen gerade am besten passt, ohne sich mit Mir zu beraten, um Meine Wünsche zu kennen.
Sühne also mit deiner Hingabe, mit deinem Gehorsam, mit deiner Liebe für soviel Kleinlichkeit und Bosheit, für soviel Unvernünftigkeit im Betragen.
Denke daran, dass Gott dienen besagen will mit Ihm herrschen, die Welt besitzen. Nicht die Welt der vergänglichen Dinge, auch wenn ihr meint deren Beherrscher zu sein, sondern der übernatürlichen Welt der Seelen, jene, welche die Zeit nicht zerstört, weil sie ewig dauert.

Mein Wille

C. - Herr, mein Gott, mein Erlöser, mein König, ich stehe Dir zu Diensten, gänzlich und für immer. Zeige mir Deinen Willen, Deinen Weg, Deine Wünsche.
Jesus - Meine Tochter, Mein Gesetz zeigt dir Meinen Willen. Es ist im Evangelium und in den Geboten enthalten, deren Verwalterin Meine Kirche ist. Es ist ein auf Liebe gegründetes Gesetz, und es ist unwandelbar.
Die Belehrungen, die Ich dir erteile, sind nichts Neues, sie sind das gelebte Evangelium. Das Gebot der Liebe gegen Gott und den Nächsten ist die Zusammenfassung der Gebote, die Ich Moses gab. Und Ich erkläre sie dir, um dir deren Übung leichter zu machen.
Ziehe Nutzen aus diesen Gaben. Die Einfachheit, mit welcher dir die schwierigsten Fragen der Theologie erklärt werden, zeigen dir, mit welch wirklich väterlichen Sorge sich der Herr für dein Leben, deine kleinsten Anliegen interessiert, und die du oft glaubst, selbst lösen zu können.
Meine Tochter, Ich wiederhole es dir, bleibe bei Mir und rufe' Mich an. Alles wird gesegnet und geheiligt werden und du wirst frohgemut in der Liebe leben.

Segnung des Kreuzweges
27. Oktober 1968

Pater Pio - Meine Tochter, Ich segne dich und wünsche dir ein heiliges ChristKönig-Fest.
Heute wird einer Meiner Mitbrüder kommen, um den Kreuzweg einzuweihen; empfange ihn mit Glauben und Liebe. Es ist einer Meiner Vielgeliebten; er
arbeitet im Weinberg des Herrn, indem er den Fussspuren des HI. Franziskus" folgt und fortfährt, den Gebetsgruppen, die Mir ein wahres Anliegeri waren und es noch sind, beizustehen, sie zu ermutigen und ihnen zu helfen.
Ich werde mitten unter euch gegenwärtig sein, und euch helfen alle jene Gnaden zu erflehen, die Mir der Herr allen Anwesenden zu gewähren erlaubt.
Der Kreuzweg ist Mir immer eine sehr liebe Übung gewesen, denn durch Meine eigenen Leiden war Ich in der Lage, das leiden Jesu wenigstens teilweise zu verstehen.

Liebt das Leiden

Meine Kinder, liebt das Leiden, das so wichtig ist im geistlichen Leben des Christen und ebenso notwendig wie die Abtötung und die Busse.
Der Unterschied zwischen dem Leiden einerseits und der Abtötung und der Bussübung anderseits ist folgender: Im allgemeinen wird dir das Leiden von Gott gegeben oder es wird von Ihm zugelassen, ohne dass du es suchst, währenddem du dir die andern selbst verschaffst; deshalb ist dein Wille mit dabei, während beim Leiden nur der Wille Gottes entscheidet.
Nimm jedenfalls alles, was dich leiden macht, frohen Mutes an, denn von der Freude, mit der du leidest, hängt seine Frucht ab. Mache es nicht wie der Ochs, der auch unter dem Joch leidet, aber ohne Verdienst.
Liebe das Leiden und preise den Herrn, wenn Er es dir sendet, denn es ist eine Gabe des Himmels.
Ich segne dich, Meine Tochter, und mit dir das ganze Zoenakel.

Ich bin der Gärtner
29. Oktober 1968

Meine Tochter, überlass dich Meinem Willen und lass Mich über dich und über alles, was deine Familie betrifft so verfügen, wie Ich es am besten finde.
Ich bin der Gärtner, der begiesst, schneidet, jätet, verpflanzt, die Pflanzen von bösen und schädlichen Insekten befreit, umgräbt und die Erde düngt, damit die Ernte reichlicher werde.
* Hl. Franziskus von Assisi (1182-1226), Gründer des Franziskanerordens.

Ich will, dass deine ganze Familie gerettet werde, und Ich werde sie retten durch dein Gebet und indem Ich dein Herz bluten mache; aber du weisst, dass nichts verloren geht; deshalb nimm an, was Ich zum Wohle aller verfüge, denn alles dient der Verwirklichung eines Heilsplanes.
Sei Mir nahe und bete beharrlich und unablässig für alle deine Kinder, keines ausgenommen, und lasse dein Herz überfliessen von Nächstenliebe. Wenn der Wind sich erhebt, kündigt sich das Gewitter an, und du schliessest Türen und Fenster, nachdem du unter Obdach gestellt hast, was dir teuer ist.
Das Böse erhebt sich wie ein heftiger Sturm in der Welt. Deine Angehörigen sind deine Schätze: schliesse sie in deinem Herzen ein, neben Mir; auch wenn sie ferne sind, empfiehl sie Mir, indem du Mir für sie deine Seufzer, deine Werke, das Gute, das du tust und zu tun wünschest, aufopferst. Ich werde sie alle retten, Ich verspreche es dir. Keines darf von dieser so beschützten und gesegneten Familie verloren gehen.

Das sind nicht deine Verdienste

C. - Jesus, ich fühle mich unwürdig, so dass es mir scheint, ich schreibe Lügen.
Jesus - Meine Tochter, es ist nicht deine Würdigkeit, und es sind nicht deine Verdienste, die Mich zu dir hinziehen, sondern es ist Meine Liebe, die allem nachgeht, was zu retten ist.
Wenn Ich in den Seelen ein wenig Übereinstimmung mit Meiner Liebe finde, verliebe Ich Mich in sie und schenke Mich ihnen ganz, indem Ich sie um ihre Mitarbeit und ihre Hilfe bitte. Ich werde so zum Bettler. Ich mache Mich arm, klein. Ich verberge Mich hinter verschiedenen Gestalten und wage zu bitten und zu betteln.
Über jede kleine Gabe, die Ich erhalte, freue Ich Mich, und Ich belohne sie, indem Ich eine Träne erbitte, ein Schmerz, ein Leiden. Es kommt sogar vor, dass Ich das Ganzopfer verlange aus Liebe. Dann kommt es zu einer Verschmelzung der Opfer. Ich werde die geopferte Seele, und sie wird Mich. Dann ist das Opfer vollendet, die Freude ist sozusagen vollkommen trotz heftigsten Schmerzes.
Ich bin auf der Suche nach Seelen, die bereit sind, sich so ganz Mir hinzugeben. Zugleich mit ihnen werden alle Mitglieder ihrer Familie gerettet werden. Das Licht, das von ihrer Seele ausgeht, umhüllt alle und erleuchtet sie, die Gott auf ihren Weg gestellt hat.

Bereite Seelen

Ich suche nicht die Verdienste, die Grösse, die Weisheit; Ich suche grossmütige und bereite Seelen. Ich suche den, der Mir sein ganzes Elend schenken und sich in Meinen Dienst stellen will.
C. - Herr, und wenn ich weine, wenn du mich als Leidensopfer verwendest, was geschieht? Vernichte ich die rettende Wirksamkeit?
J esus - 0, Meine Tochter, wie kannst du dies denken? Das Leiden annehmen will nicht besagen, ihm gegenüber unempfindlich sein. Nur die Auflehnung dagegen ändert den Wert.
Wenn du weinst, und das ist erlaubt, weine Ich mit dir. Die Tränen sind eine Gabe, die Ich dir gebe, um dein Herz zu erleichtern; sie sind aber auch ein Geschenk, das du Mir 'geben kannst, und das Ich in kristallklares Licht für die Ewigkeit verwandle.
Trockne die Tränen derer, die weinen, lasse sie dem Himmel aufopfern, und verbirg, wenn du kannst, die deinen und bewahre sie für Mich. Ich werde sie dir abtrocknen, indem Ich sie mit den Meinen vereinige. So werden wir gemeinsam leiden in gegenseitiger totaler Hingabe.

Seid heilig
29. Oktober 1968

Meine lieben Kinder, Ich bin mitten unter euch, dürstend nach Liebe. Ich habe diese Begegnung so sehr gewünscht, da Ich euch soviele Dinge zu sagen habe, und es sind so wenige, die auf Mich hören wollen.
Meine Kinder, vor allem will Ich eine Einladung und einen Befehl an euch richten: Seid heilig. Ihr seid Meine Jünger: Die Heiligkeit ist nicht das Vorrecht einiger wenigen, ihr alle müsst Heilige werden. Die Heiligkeit eures Lebens besteht im Meiden der Sünde und in der Übung der Liebe. Darin ist alles enthalten.
Ja, Meine Kinder, liebt einander und liebt Mich aus ganzem Herzen. So wird es euch leicht sein, die Sünde zu meiden und ihr werdet ohne Furcht der Übertreibung euch heilig nennen können. Aber Ich will euch noch etwas anderes, sehr wichtiges, sagen.
Ihr beweint eure Lieben, die euch verlassen haben und eingegangen sind ins andere Leben, und ihr bedauert, dass ihr sie nicht mehr seht, und dass sie euch nicht mehr helfen können.
Nun wohl, Ich sage euch, Meine lieben Kinder, ängstigt euch nicht. Eure Lieben sind jetzt mehr denn je bei euch; sie sehen euch, sie stehen euch bei und begleiten euch, sei es, dass sie bereits das Glück des Himmels geniessen, sei es, dass sie im Fegefeuer leiden. Sie sind heilig. Diese sind die Heiligen, die ihr besonders anrufen sollt in euren Bedürfnissen, da sie diese gut kennen und sie gesehen haben, als sie noch bei euch waren.

Jetzt lieben sie euch viel mehr

Nehmt Zuflucht zu ihnen und vergesst nie, dass, wenn ihr sie wirklich liebtet, es jetzt die beste Art und Weise ist, eure Liebe unter Beweis zu stellen, wenn ihr durch ein heiliges Leben sie zu erreichen sucht.
Seid sicher, dass, wenn sie euch vorher liebten, sie euch jetzt noch viel mehr lieben. Ihre Liebe ist verklärt, vergöttert; sie ist aufgewertet durch die Macht und die Weisheit Gottes. Meine Kinder, haltet euren Geist auf das zu erreichende Ziel gerichtet: eure lieben Heimgegangenen in Gott wiederzusehen.
Meine Kinder, Ich will euch noch auf etwas anderes aufmerksam machen, das euch Freude bereiten wird. Wenn euch diese oder jene Person heilig nennt, wehrt euch nicht dagegen, indem ihr sagt, dass dies nicht wahr sei, sondern antwortet: «Ich will es mit Hilfe der Gnade Gottes werden.»
Möge dies wirklich ein aufrichtiger Vorsatz sein, der Gott, den dreimal Heiligen erfreut, der in diesem Augenblick zu deinem Herzen spricht.
Ich segne euch, Kinder, und mit Gedanken des Friedens und der Heiligkeit lasse Ich euch bei der Mutter der Göttlichen Liebe und Königin aller Heiligen, damit Sie in euch das göttliche Werk eurer Heiligung vollbringe.

Vom Himmel aus wohne Ich euren Zusammenkünften bei
30. Oktober 1968

Papst Johannes XXIII. - Meine Tochter, der Rosenkranz, den du Mir widmest, damit Ich ihn für die Kranken der Königin des Himmels übergebe, ist Mir sehr teuer. Ich nehme ihn an und verspreche dir besonderen Beistand und besondere Hilfe. Aber Ich bitte dich, empfiehl allen Kranken, ihre Leiden und physischen Mühsale aufzuopfern für die Kirche, für den Papst.
Die Stunde ist schrecklich, Meine lieben Kinder, und das Gebet und das Leiden müssen das Herz Gottes rühren, damit Er Erbarmen habe mit Seiner Braut, der Kirche, die krank ist in ihren Gliedern.
Vom Himmel aus wohne Ich euren Zusammenkünften bei und mache sie fruchtbar. Ich segne euer Zoenakel und den Pfarrer, der, indem er euch die Erlaubnis gegeben hat, euch zu versammeln, euren Zusammenkünften einen kirchlichen Charakter gegeben hat.
Fahret fort, gütig zu sein, euch zu lieben und euch gegenseitig zu helfen. Ich bin bei euch und segne euch.

Demütigt euch unter euch
31. Oktober 1968

Jesus - Meine liebe Tochter, wie freut es Mich, wenn ihr euch gegenseitig verdemütigt und einander nach der Beleidigung um Verzeihung bittet. Ich segne diesen Akt der Verdemütigung und stärke die Liebe, die euch eint.
Es kostet euch einzugestehen, wenn ihr gegen die Nächstenliebe gefehlt habt, aber es Ist so schön, seine Irrtümer einzusehen und sie zu verabscheuen. Wenn ihr es an Liebenswürdigkeit fehlen, oder euch vom Zorne hinreissen lässt, oder einander irgendwie beleidigt, verwundet ihr auch Mein Herz, da Ich in eurem Nächsten gegenwärtig bin.
Bevor ihr also Mich um Verzeihung bittet, sei es auch im Sakrament der Busse, ist es nötig, dass unter euch Friede sei, denn nur so werdet ihr vollständige Verzeihung erlangen.
Was nützt es, dass ihr euch zu den Füssen des Beichtvaters anzuklagen geht, dass ihr ungeduldig waret, dass ihr es an Liebe fehlen lies set, dass ihr zornig wurdet, wenn ihr dadurch die freundschaftlichen Beziehungen zu Personen, mit denen euch sogar Bande der Verwandtschaft oder des Blutes verbinden, gebrochen habt, und wenn ihr euch keine Mühe gebt, die Eintracht und den Frieden wieder herzustellen?
Absichtlich habe ich euch gesagt: «Wenn du deine Opfergabe zum Altare bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lasse deine Gabe dort vor dem Altare, geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder; dann komm und opfere deine Gabe» (Mt 5,23-24).

Im Frieden mit allen

Das Gleiche gilt auch, um die Lossprechung des Priesters wirksam zu machen. Was nützen die Worte «ich verzeihe dir», wenn ihr nicht zu verzeihen wisst? Seid immer im Frieden mit allen, dies ist die Hauptbedingung, um sich auf das Gericht Gottes vorzubereiten.
Meine Kinder, ihr wisst, dass der Tod neben euch hergeht und euch seinen tödlichen Schlag versetzen kann, wenn ihr es am wenigsten erwartet. Wollt ihr also ein günstiges Urteil von Gott, so verzeiht einander gegenseitig. «Die Sonne möge nicht untergehen über eurem Zorne.»
Manchmal kann das Wieder anknüpfen freundschaftlicher Beziehungen mit bestimmten Personen, die für euch eine Gelegenheit zum Bösen sein können, schädlich sein, darum ist es gut, wenn jedes seine Freiheit bewahrt und im eigenen Hause bleibt, wenn man nur den Gruss oder gegebenenfalls einen Dienst nicht verweigert und man fortfährt, jene Personen zu lieben, obwohl man eine gewisse Reserve beibehält.
Vergesst nie, dass ihr mit den andern so sein müsst, wie ihr wünscht, dass man mit euch sei.
Wenn man allen gegenüber die guten Erziehungsregeln beobachtete, wäre es leicht, eine äussere und in Erscheinung tretende Eintracht zu haben; wenn man zudem das Evangelium beobachtete und die Nächstenliebe übte, wäre die Harmonie vollkommen, so wie Ich sie wünsche.
Wenn durch einen Temperaments- oder Charakterfehler, oder durch Schwierigkeiten und Hindernisse, die zuweilen unvorhergesehen auftauchen, der Friede plötzlich gestört ist, seid bemüht, ihn unverzüglich wieder herzustellen.
Kümmert euch nicht darum zu wissen, ob der Bruch von andern verursacht wurde oder von euch, ob das Unrecht durch andere geschehen ist oder durch euch; das einzig Wichtige ist, dass zwischen euch Eintracht herrsche, damit ihr euerseits im Frieden sein könnt mit Gott, und damit ihr in Ruhe eure Gabe zum Altare bringen könnt, mit der Gewissheit, dass sie angenommen und gesegnet wird.

Den Teufel fürchten
2. November 1968

Jesus - Meine Tochter, warum hast du die Seiten herausgerissen? Es war von Mir eingegeben, was geschrieben war.
C. - Herr, verzeihe mir, es schien mir, nicht Deine Gedanken geschrieben zu haben, sondern die meinen. Nun, wenn Du willst, schreibe ich sie noch einmal.
Jesus - Lass es, Meine Tochter. Behalte nur den einen Gedanken, nämlich, dass der Teufel sein Reich nicht nur in der Hölle, sondern auch in der Welt errichtet hat, und dass er mit Erbitterung daran arbeitet, soviel Seelen als nur möglich mit sich in den Abgrund zu ziehen. Seine Schlauheit, so fein und intelligent, wird manchmal von den Menschen nicht bemerkt, und nach und nach werden sie in den Wirbel des Bösen hineingezogen.
Es gibt zwei unfehlbare Mittel, um ihm zu widerstehen: das unablässige, demütige und eifrige Gebet und die Zuflucht zu Meiner heiligen Mutter. Das Gebet gebietet ihm, schreckt ihn ab, bekämpft ihn.
Wer betet, hat Gott auf seiner Seite und wird nichts anderes als siegen können.
Natürlich muss das Gebet im Stande der Gnade verrichtet werden, denn wenn du die Gnade Gottes nicht besitzest, öffnest du dem Bösen schon freiwillig die Türe und wie wirst du ihn dann verjagen können?
Denke daran, dass Freundschaft schliessen mit den Feinden Gottes und mit den deinen nicht eine leicht wiedergutzumachende, sondern oft eine verheerende
Sache ist. Fürchte den Feind und bekriege ihn mit dem in der Gnade Gottes verrichteten Gebet. Es wird deine Kraft und deine Hilfe sein.

Die Königin der Engel

Das andere unfehlbare Mittel, um den Teufel zu besiegen, ist die Andacht zur himmlischen Mutter, die Königin der Engel, die ihm als erste den Kopf zertreten hat. Sie konnte dies tun, weil nie eine Schuld Sie berührte.
Kannst du Mir sagen, warum der Teufel in dieser Epoche der Geschichte triumphiert? Weil man überall versucht, Meine Mutter zu entfernen.
Ich habe ihr höchste Gewalt gegeben. Die Dämonen fürchten sie sehr; sie hassen Ihre Gegenwart, auch in Form von Bildern; sie sprechen Ihren Namen nicht aus; Er erschreckt sie. Wie schmerzt es Mich, dass man in den Kirchen Meine Mutter entthront hat!
Erinnere dich, dass die Erzählungen des Alten Testamentes nur die Vorbilder des Neuen Testamentes darstellen. Wenn also, wie du weisst, Salomon seine Mutter mit viel Ehren empfing, sie auf seinen Thron erhob, ihr Befehlsgewalt gab und sagte, dass er jeder ihrer Wünsche ausführen würde, wünsche auch Ich, der Ich Meine Mutter und die eure mit ganz besonderer Liebe liebe, nichts anderes, als jeden Ihrer Wünsche zu befriedigen und euch mit Ihr zu vereinen in der schrecklichen Schlacht gegen den Bösen.
Verehre Sie immer mehr, rufe Sie in allen deinen Nöten an, verehre Ihre Bilder, denen Ich eine grosse Macht verleihe, denn Sie allein wird euch helfen können in den täglichen harten Kämpfen.

Die Medien

Ich weiss, dass du Auskunft wünschest über Personen, die ihr gemeinhin Medien nennt. Hier sind sie: Es gibt Personen mit besonderer Feinfühligkeit, versehen mit höheren natürlichen Gaben, dank welcher sie die Gegenwart geistiger Wesen wahrnehmen. Sie sind wie damit bekleidet und nehmen ihre Persönlichkeit an, so dass sie mit den Worten des betr. Geistes sprechen und mit seinem Verstand denken.
Wenn die Sache von Gott kommt, d. h. wenn sie von Ihm gewollt und erlaubt ist, kann man es als eine grosse Gabe betrachten, denn Gott kann nur das Gute für Seine Kinder wollen oder erlauben. Und während Gott den Menschen mit diesen Mitteln die Existenz von Geistern erfahren lässt, gewährt Er ihnen Hilfe in zahlreichen Schwierigkeiten durch die Vermittlung eben dieser nämlichen Geister.
Wenn indessen die Geschöpfe, die natürlichen Gesetze umgehend und ihrem eigenen Willen folgend, sich mit Wesen, die in der andern Weit leben, in Verbindung treten wollen und Zuflucht nehmen zu Mitteln, die die Kirche verbietet,
ergeben sich bedauerliche und böse Dinge, auch wenn sie zuweilen den Anschein des Guten haben, und wenn es auch scheint, dass durch diese Dinge, gemeinhin Spiele genannt, man die Wahrheit erfahren könne.
Es ist dies ein Wagnis, auf das sich die Christen einlassen, denn die Geister beschwören heisst sich in Widerspruch stellen mit der Kirche und infolgedessen mit dem Bösen in Verbindung treten.
Du weisst, dass er der Vater der Lüge ist und fähig, euch zu täuschen, ohne, dass ihr euch dessen gewahr werdet, indem er sich Mittel bedient, die euch ungefährliche und interessante Spiele scheinen. Wisse, dass es unter den Personen, die gerne mit der andern Welt verkehren, solche gibt, die schon in den Händen Satans sind, indem sie ihm die eigene Seele verkauft haben.

Sehr grosse Übel

Das Böse, das diese Personen tun können, ist sehr gross, denn als Mitarbeiter von intelligenten und schlauen Wesen, kennen und verwirklichen sie erfinderische und schlaue Pläne, die die Seelen zur Verzweiflung und zum Ruin führen und dem Körper Schaden zufügen können. Du kannst diese diabolischen Personen erkennen an der Tatsache, dass sie das Gebet nicht lieben und sich nicht an Maria wenden, vor welcher sie Angst haben wie der Teufel.
Meine Tochter, lade alle Seelen, denen du begegnest, ein, Vertrauen zu haben in die göttliche Vorsehung und viel, viel Geduld. Was nützt es, nach dunklen und unbekannten Dingen zu forschen, wenn ihr durch sie das Licht der Seele verlieren könnt?
Vertraut auf Mich, Meine Kinder, und euer Leben wird einfacher und froher sein. Empfanget mit Freude alle jene Gaben, auch die ausserordentlichen, die Gott in Seiner unermesslichen Güte euch gewähren will, und überlasst euch Ihm, indem ihr Ihm dankt für das was Er euch gibt.
Aber Ich will dir noch eine Erklärung und einen Rat beifügen, der dir und auch den andern nützlich sein kann. Du wirst vielen Personen begegnen, die, von einem Unglück verfolgt, andere als dessen Ursache anklagen. Wie Ich dir gesagt habe, gibt es in der Welt Teufel in Menschengestalt mit dem Herzen voll Hass, Neid und Rache, die nichts anderes können, als diesen Gefühlen Luft zu machen denen gegenüber, die in ihrer Nähe leben, genau wie es der Böse tut; aber wisse wohl, dass alles von Gott zugelassen ist, denn aus dem dadurch entstandenen Leiden und dem ertragenem Schmerz entsteht ein geistiges Gut.
Lernet also immer in allem den Heiligen Willen Gottes zu sehen; wenn es euch eines Tages scheint von schlechten Menschen umgeben zu sein, die euch Böses wünschen, betet für sie, dass ihre Bekehrung zur Erbauung und zur Rettung vieler diene.
Wenn ihr wüsstet, Meine Kinder, wie viele Seelen, die im Himmel sind, gerettet wurden durch die mit Grossmut und Friede ertragenen Mühsale, die ihnen durch den Teufel und seine Helfershelfer zugefügt erschienen! Triumphiert immer über das Böse durch das Gute und eure Verdienste werden verdoppelt werden.

 
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