Heft 8 - Gedanken und Überlegungen

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Heft 8

Gott ist Liebe, Wahrheit
und Glückseligkeit; wer Ihn
findet,
findet alles

Vorwort

Meine Kinder, Ich überreiche euch hiermit wiederum duftendes Brot, übernatürliches Brot, das eure Seelen, die nach Wahrheit und Licht hungern, mit überreicher Nahrung sättigen und eure Kräfte stärken wird.
Empfanget diese Belehrungen mit Glaube und Liebe, und nachdem ihr sie euch zu eigen gemacht habt, teilt sie durch Wort und Beispiel anderen mit.
Der Geist des Vaters und der Meinige komme über euch, um euch zu erleuchten.
Mailand

Herausgegeben vom Zönakel der göttlichen Liebe und Barmherzigkeit in Mailand (Cenacolo dei Divino Amore Misericordioso),

Papst Johannes Paul II.
Aus der Enzyklika
«Über das göttliche Erbarmen»

Schliesslich hat die Kirche, indem sie dieses Erbarmen bekennt und ihm allzeit treu bleibt, das Recht und die Pflicht, sich auf das Erbarmen Gottes zu berufen und es angesichts aller Erscheinungsformen von physischem und moralischem Übel, angesichts aller Bedrohungen, die über dem gesamten Horizont des Lebens der heutigen Menschheit lasten, zu erflehen.

Die Kirche muss das göttliche Erbarmen in all seiner Wahrheit wie sie uns die Offenbarung überliefert hat, bekennen und verkünden.

Die Kirche lebt ein authentisches Leben, wenn sie das Erbarmen bekennt und verkündet - das wunderbarste Attribut des Schöpfers und des Erlösers - und wenn sie die Menschen zu den Quellen des Erbarmens des Heilandes führt, welche sie hütet und aus denen sie austeilt. Grosse Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang der ständigen Betrachtung des Wortes Gottes zu und vor allem der bewussten, mit innerer Reife vollzogenen Feiet der Eucharistie und des Sakramentes der Busse oder Versöhnung.

Gott, der die Liebe ist, kann sich nicht anders denn als Erbarmen offenbaren.

Dennoch darf die Kirche nie, in keinem Augenblick und keinem Abschnitt der Geschichte - insbesondere nicht in einer so kritischen Epoche wie der gegenwärtigen - das Gebet vergessen, das ein Aufschrei zu Gottes Erbarmen ist, gegen die vielen Formen des Übels, welche dohend über der Menschheit lasten.


«Heilig sein heisst:  Meinen Willen erfüllen, ihn in allem suchen und ihn annehmen,
was immer es auch sei.»

Jesus, Mailand


3. Auflage
Pro Manuscripto privatim
Aus dem Italienischen übersetzt durch
FIDELITAS
8205 Schaffhausen (Schweiz) Postfach 100
1988

Heilige Maria,
Mutter Gottes und
unsere Mutter,
bitte für uns!

Fasse wieder Mut
Meine Tochter, liebe und wünsche die Vollkommenheit. Tue dein Möglichstes, um sie zu erreichen, aber denke daran, dass du schwer wirst kämpfen müssen, und immer wieder wirst du sehen, dass du dich noch bessern kannst.
Entmutige dich nie, wenn du dich am Ziele angekommen glaubst und du rückfällig wirst wie am Anfang deines Weges. Fasse wieder Mut, rufe Meine Hilfe an und gehe fröhlich voran, denn die Vollkommenheit im absoluten Sinne bin nur Ich.
Auf Erden werdet ihr sie nie erreichen in ihrer ganzen Fülle, so sehr ihr euch auch anstrengen möget; aber ihr sollt darnach streben, denn Ich habe euch gesagt: «Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist» (Mt 5,48).
Es sei deine stete Sorge, in Erfüllung deiner Pflicht immer das Bessere und das Mir Wohlgefälligere zu tun. Tue alles mit grosser Aufmerksamkeit und grosser Liebe. Auf diese Weise wirst du mit Hilfe Meiner Gnade aus jedem Augenblick deines Lebens einen grossen Gewinn für die Ewigkeit ziehen.

Gegen den Strom schwimmen

Verzichte auf deinen Willen, der die eigenen Bequemlichkeiten und ein leichtes Leben wählen würde und der egoistisch alles besitzen möchte. Vergiss nicht, dass das Leben ein harter, unaufhörlicher Kampf ist und dass es deshalb weder zu gemütlich sein kann noch sein darf.
Wenn du Tage voll Eifer und Ruhe hast, danke dem Herrn und bereite dich in jenen Tagen auf neue Stürme vor, denn wie kannst du die Siegespalme erobern, wenn du nicht gekämpft hast?
Versieh dich mit den für jeden Kampf unentbehrlichen Waffen: Gebet und Abtötung. Nähre dich fortwährend mit Meinem Brot, das das Brot der Starken ist. Halte deinen Blick immer auf das Ziel hin gerichtet und hüte dich vor den Feinden: die Welt, deine Leidenschaften und der Teufel.
Denke daran, dass die Lebensgrundsätze der Welt von den Meinen vollständig verschieden sind. Deshalb wirst du gegen den Strom schwimmen müssen. Du wirst Verspottung, Missverständnis und Tadel begegnen.
Wenn du Gott dienen willst, kannst du nicht der Welt hörig sein. Die Welt wird dir zuflüstern, deine Interessen zu wahren und, solange du auf Erden bist, die irdischen Freuden zu geniessen. Ich werde dir hingegen sagen, dich um den Nächsten zu kümmern, das Leiden zu lieben und an das ewige Leben zu denken.

Fürchte den Bösen

Deine Leidenschaften werden sich bemerkbar machen und werden befriedigt werden wollen; aber Ich werde dich zum Kampfe begeistern, um ihren Schrei und ihre Forderungen zu ersticken:
- Wenn du den Wunsch in dir spürst, dich an den ersten Platz zu setzen, werde Ich dich anspornen, den letzten zu wählen.
- Wenn du zur Trägheit geneigt bist, werde Ich dich aufrütteln, und du wirst suchen, eine immer grössere und bessere Tätigkeit zu entfalten.
- Wenn dich die Entmutigung überfällt, rufe Den an, der dir helfen kann.
Belebe den Glauben und schreite voran, denn die Entmutigung kommt von der Eigenliebe und vom Glaubensmangel.
Fürchte den Bösen: er stellt sich dir unter verschiedener Gestalt vor und versucht dich dort, wo er annimmt, dass du fallen wirst. Denke aber ja nicht, dass seine Kraft grösser sei als die Kraft Gottes oder auch nur gleich gross. Er hat Macht über dich, wenn du ihm den Weg öffnest; aber wenn du mit Gott bist, wer wird dann gegen dich sein?
Liebe Meine Mutter aus ganzem Herzen; Sie ist die Königin der Siege. Wer sich Ihr anvertraut, geht nicht zugrunde. Sie lieben heisst: Sie nachahmen, Sie anrufen, Sie verstehen und Sie kennen und lieben lernen.
Wenn du tust, was Ich dir gesagt habe, wirst du glücklich sein und hoch hinauf gelangen. Der Herr wird mit dir zufrieden sein, denn du wirst alles getan haben, was von dir abhängt. Du wirst das Paradies erreichen, das einzige Ziel, nach dem du streben musst.

Vertrauen in die Vorsehung
13. August 1968

Meine Tochter, erlaube Mir, Mich mit dir zu unterhalten, um mit dir über ein sehr wichtiges Problem zu sprechen, an welches eigentlich wenige denken, auch wenn sie sich als vollkommene und praktizierende Christen erklären.
Ich werde mit dir von der Göttlichen Vorsehung sprechen, die, nachdem sie die Welt und die Gesetze, die sie beherrschen, erschaffen, alles mit Weisheit und Güte lenkt, um alle zur Rettung zu führen.
Gott ist Liebe, ist Güte, ist Vorsehung und kann Seine Geschöpfe nicht sich selbst überlassen. Er kennt den Menschen durch und durch. Er hat ihn mit Seele und Leib ausgestattet, und obwohl Er die Seele mit höheren Fähigkeiten
bedacht hat, die ihr den Vorrang geben, weiss Er auch, dass der Körper gewisse Dinge braucht, ohne die er nicht auskommen kann.
Der Mensch muss sich nähren, muss ruhen, muss arbeiten. Er muss zum Körper Sorge tragen, denn das Leben ist ein Geschenk Gottes, ein Geschenk, über das jeder Rechenschaft geben muss.
Der Mensch muss den Auftrag, der ihm gegeben ist, vor Augen halten. Jedes Geschöpf, das in die Welt kommt, hat eine besondere, mehr oder weniger wichtige Aufgabe zu erfüllen. Zur Erfüllung dieser Mission wirken Seele und Leib mit.

Gott dienen

Wenn der Mensch Vertrauen hat in Gott und mit dessen Hilfe erkennt, welches seine Berufung ist, dann muss er sich in die Arme Gottes werfen und sich führen lassen, indem er Seele und Leib in den Dienst Gottes stellt.
Gott dienen heisst immer in Seiner Gegenwart wandeln, als ob du Ihn an deiner Seite sähest; und da du weisst, dass du über jedes Wort und jeden Gedanken wirst Rechenschaft ablegen müssen, sollst du darnach trachten, alles auf die beste Weise zu tun.
Gott dienen bedeutet Sein Gesetz, Seine Gebote und jene der Kirche beobachten. Gott dienen will auch sagen, Ihn lieben, denn der Akt des Dienens muss von Herzen kommen; du wirst nicht gezwungen, sondern du bist frei, ihm zu dienen, auch wenn von der Art und Weise Ihn zu lieben und Ihm zu dienen, das ewige Leben abhängt.
Sofern dies alles mit Meiner Hilfe erfüllt ist, mache Ich alles übrige, und wenn du dich Mir anvertraust, wirst du sehen, dass Ich Wunder vollbringe, um dir zu helfen. Alles hängt vom Glauben ab.
Willst du Wunder der Vorsehung in deinem Hause sehen? Glaube an Mich, vertraue auf Mich. Viele, obwohl sie wissen, dass Ich die Welt regiere, handeln so, als ob sie an alles denken müssten; darum gibt es so viele Missstände auf allen Gebieten!
Ihr seht nicht weit, ihr seht ja nicht weiter als eure Nasenspitze; wie werdet ihr da für so vieles Vorsorge treffen können? Erinnerst du dich jenes Mannes im Evangelium, der, da er die Kornspeicher gefüllt hatte und daran dachte, neue zu bauen, plötzlich zur Rechenschaft abberufen wurde?
So ist es, liebe Kinder, ihr könnt nichts voraussehen; ihr sollt keine Vorräte anhäufen. Die Vorsorge ist gut, wenn sie nicht Gier ist. Die Sparsamkeit ist gut, wenn sie nicht Geiz ist. Vergiss nie, dass ein Tag genügt, um zu zerstören, was du in vielen Jahren aufgehäuft hast.

Lebt in der Gnade

Vertraue auf Gott, der an die Fische, an die Vögel, an die Lilien des Feldes denkt, und fürchte nicht, dass dir das Nötige fehlen werde. Gott verlässt jenen nicht, der auf Ihn vertraut.
Wo Wasser fehlt, lässt Er es aus einem Felsen hervorquellen. Wo Brot fehlt, vermehrt Er es. Wo Wein fehlt, verwandelt Er ihn aus Wasser. Du wirst Mir sagen, dass diese Wunder einmal geschehen sind, aber dass sie jetzt nicht mehr geschehen. Und Ich sage dir, wenn ihr Glauben habt, werden sie auch heute noch geschehen.
Übrigens, versucht euer eigenes Leben zu betrachten. Wie- oft seid ihr unvermutet aus schwieriger Lage befreit worden! Wie oft seid ihr Gefahren entronnen! Wie oft seid ihr, sogar in materiellen Angelegenheiten, dazu geführt worden, bestimmte Handlungen auszuführen, die ihr providentiell genannt habt! Ihr habt Gottes Hand nicht gesehen, die eure Schritte lenkte; und doch war sie da.
Wie vielen Personen seid ihr in eurem Leben unverhofft begegnet, die euch in bestimmten Situationen geholfen haben, die euch Licht und Führer waren!
Meine Kinder, bedenket wohl, dass euch der Herr nie untätig zuschaut. Keine Mutter in der Welt ist so sehr um euch besorgt wie Er. Habt Vertrauen, Kinder, und um in den Genuss Seines Schutzes zu kommen, reinigt eure Seelen. Lebt in der Gnade. Das grösste Unglück in der Welt ist die Sünde. Alles übrige nennt nicht böse, nennt es eine Prüfung. Eine mehr oder weniger lange Prüfung, aber immer eine Liebestat Gottes, der daraus eine wunderbare Belohnung und eine grosse Freude zu ziehen weiss.

Verheissungen für die Priester, die Maria verehren
14. August 1968

Meine vielgeliebte Tochter, setze deine Seele der Göttlichen Sonne aus, damit . Ich sie erleuchten und mit Licht und Wärme befruchten kann.
C. - Hier bin ich, mein Herr, ich bin wie Erde ohne Wasser und ohne Sonne; Du allein kannst auf mich den befruchtenden Tau fallen lassen, der mich aufweicht, und die Wärme, die mich fruchtbar macht. Du bist alles für mich.
Jesus: - Du wirst nie ermessen können, wie sehr Ich dich liebe und wie sehr Ich wünsche, wiedergeliebt zu werden. Du schreibst und liest Meine Worte; Ich
lasse sie eindringen in deinen Verstand und in dein Herz, und Ich helfe dir, sie in die Tat umzusetzen.
Ich bin es, der alles macht; es genügt Mir dein Jawort, dein Wunsch nach dem Guten, dein Wille, und alles Übrige tue Ich.
Das Leben des Christen ist so einfach ... Es bedarf nicht so vieler Gedanken, einer genügt: Gott.
Du brauchst dich nicht um so vieles zu sorgen, ausser: die eigene Pflicht, die eigene Mission zu erfüllen. Ich helfe dir in allem; Ich ebne dir den Weg. Wenn nötig, trage Ich dich in Meinen Armen; Ich opfere Mich fortwährend für dich.
Ich opfere dem Vater Mein Blut, Meine Liebe, Meinen Tod, und Ich spreche von dir. Ich sende dir Meinen Geist und den Geist des Vaters, damit Er dich erwärme und erleuchte.

Sie kommt dir zuvor ...

Ich sende dir Meine Mutter, damit Sie dir helfe und dich in jeder Not führe. O, Meine Mutter! … Wenn du wüsstest, was Sie für jedes Geschöpf tut ... , was Sie für dich tut …
Keine Mutter ist so besorgt, so fleissig, so' weise wie Sie. Im Himmel wirst du Ihre Macht, Ihre Güte, Ihre Weisheit feststellen können. Denke an die Hochzeit von Kana, wie Sie gleich bemerkte, dass der Wein fehlte. Auch Ich hatte es zwar gemerkt ... , aber niemand anders, nicht die Gastgeber, nicht die Gäste und nicht einmal das Brautpaar.
So ist es immer; du bemerkst es nicht, aber wie oft kommt Sie dir zuvor in deinen Bedürfnissen; Sie belohnt dich für die kleinen Aufmerksamkeiten Ihr gegenüber; Sie macht dich auf Fehler aufmerksam. Und Sie tut es mit soviel Liebe, mit soviel liebevoller Zartheit, dass du dich dessen nicht einmal bewusst wirst. Sie achtet deine Freiheit, deine Art, die Dinge zu sehen.
Sie kommt zu dir und erträgt alles. Sie weint, wenn jemand Ihren Jesus beleidigt und sühnt, sühnt. 0, Meine Tochter, Ich konnte dir kein grösseres Geschenk machen! Ich konnte dir keine schönere und bessere Mutter geben!
Sei also grossmütig und sei wirklich Ihre Tochter. Sie verdient es. Wisse wohl, dass Sie, obwohl Sie Mich unendlich liebte, Mich nie davon abhalten wollte, Mein Leben für dich und alle Menschen hinzugeben, für jeden im besonderen.

Die zärtlichste der Mütter

Sie wusste, dass Mein Tod deine, eure Rettung sein würde; deswegen nahm Sie es an, Ihr Herz durchbohrt zu haben. Sie, die unschuldigste und die zärtlichste der Mütter, willigte in die Trennung von Mir ein, weil Mein Tod das Leben. für alle bewirkte. So wirkte Sie mit an eurer Erlösung.
Gehorche Ihr, dieser unvergleichlichen Mutter. Sie spricht heute noch, und nicht nur an vielen Orten der Erde, den ungeahntesten, wo Sie erscheint, sondern Sie spricht auch zu Deinem Herzen, durch Ihre Bilder, durch ihre Diener, die Sie am meisten lieben, die die Andacht zu Ihr verbreiten und die Sie lieben lehren.
Sie spricht durch das Oberhaupt der Kirche, Papst Paul VI., der Sie nach Meinem Wunsche zu..!.. Mutter der Kirche bestimmt hat. Ich versichere dir, dass durch Ihre Worte und aus Ihren Belehrungen die Apostel das Licht und die Gnade schöpften, um die Göttlicheri Geheimnisse zu kennen und zu verkünden. So werden auch die Priester, die zu Ihr, dem Sitz der Weisheit (und die menschgewordene Weisheit bin Ich, der Ich in Ihr Wohnung genommen habe) und der Braut des Heiligen Geistes ihre Zuflucht nehmen,

Besondere Gaben von Ihr erhalten:

1. Sie werden die Jugend zu beraten wissen und werden in ihr Wünsche nach Vollkommenheit wecken;
viele religiöse Berufungen werden der Wirksamkeit ihrer Worte zu verdanken sein.
2. Sie werden besonders die Kranken zu trösten wissen, die bereitwillig die hl. Sakramente empfangen werden, sodass sie vorbereitet sein werden an der Hand Meiner Mutter, Mir zu begegnen.
3. Sie werden grossen Eifer und Erfolg haben in der Predigt.
4. Sie werden eine besondere Glorie im Himmel erhalten.
5. Die Priester, die die Muttergottes verehren, werden schwerlich gegen die Reinheit fehlen, denn Meine Mutter wird bei ihnen sein und wird sie verteidigen in den Gefahren der Seele und des Leibes.
Teilt Meinen Priestern diese Meine Verheissungen mit und helft ihnen in ihrer Mission.
Meine Tochter, lasse dich durch nichts verbittern in diesem Leben. Das einzige, was dich erschrecken muss, ist die Abnahme der Liebe zu Meiner Mutter.
Wie du beim Erscheinen der Morgenröte weisst, dass die Sonne nahe ist und du daran erkennst, ob der Tag schön oder wolkig sein wird, so ist es, wenn du in einer Seele die wahre Andacht zu Maria entdeckst, kannst du ruhig sein: in dieser Seele ist die Sonne der Gnade, in ihr bin Ich.
Wenn du siehst, dass es an dieser Andacht gebricht, fürchte sehr: es werden sich Stürme in dieser Seele erheben, die bald allen guten Samen zerstören werden.
Liebt Maria, liebe Kinder. Sie wird euch auch in diesem Leben viel Freude in eure Herzen bringen, und Sie wird euch eine grosse Hilfe sein, den Himmel zu erreichen, wohin Sie aufgenommen wurde mit Seele und Leib, um euch besser verstehen und helfen zu können, und wo Sie euch erwartet in der Glückseligkeit und ewigen Herrlichkeit des Himmels.

Die Fortpflanzung
17. August 1968

Meine Tochter, Ich habe dir Erklärungen versprochen bezüglich der Einstellung einiger, ja vieler Christen, die das Sittengesetz, das Ich als Basis jeglichen Erdenlebens aufgestellt habe, nicht kennen oder in der Praxis nicht beobachten wollen.
Hier sind sie. Um Mein Gesetz beobachten zu können, muss man zwei Dinge anerkennen:
1. Meine Existenz und jene des Vaters, die wir die Welt regieren und sie er-
halten, nachdem Wir sie erschaffen haben.
2. Die Pflicht der Kinder, dem Vater zu gehorchen und Vertrauen zu Ihm zu
haben.
Wenn du diese Grundwahrheiten nicht anerkennst, kannst du nicht weitergehen; aber mit Hilfe dieser Glaubenswahrheiten kannst du froh und vertrauensvoll leben, und alles wird gut gehen.
«Seid fruchtbar und mehret euch, füllet die Erde», war Mein Befehl, der nicht nur für jene Zeit galt, sondern für alle Jahrhunderte, und der immer noch Aktualität besitzt.
Die Schöpfung ist Werk Gottes und die Fortpflanzung ist Mitarbeit an der .göttlichen Schöpfung. Deshalb wird nie eine menschliche Institution das Recht haben, Gesetze zu diktieren, die die Beobachtung Meiner Gesetze verhindern oder davon zu dispensieren.

Göttliche Einrichtung

Auch die Ehe ist Göttliche Institution, und ihre Gesetze sind unveränderlich. Die Unauflöslichkeit, die Einheit, die Treue in der Ehe sind Charakteristiken, die Gott ihr gegeben, und die nur Er ändern kann. So ist auch der Zweck der Ehe, für den sie geschaffen wurde, die Fortpflanzung.
Diese Dinge zerstören, bedeutet nichts anderes, als die Weitergabe des Lebens zu einem tierischen, gemeinen und für zu Hohem berufene Geschöpfe, wie der Mann und die Frau es sind, unwürdigen Akt erniedrigen.
Die Vereinigung zwischen Mann und Frau ist ein feierlicher Akt, der nicht in den Schmutz gezogen werden darf, da Gott selbst daran beteiligt ist. Wenn die Ehegatten die Grösse ihrer Aufgabe erfassten, wären sie darüber stolz und erfüllten ihre Pflichten mit Ehrfurcht und grosser Freude.
Freilich, die moderne, mit Schmutz besudelte und mit immer neuen und grösseren Ansprüchen behaftete Welt kann nicht an Fortpflanzung denken, denn dies würde Verzicht und Opfer bedeuten; das Gesetz der Enthaltung ist heute verkannt, indem man sagt, seine Beobachtung sei praktisch unmöglich und gesundheitsschädlich.
Aber die Wahrheit bleibt sich immer gleich, wie auch die Moral. Sie sind unwandelbar. Wenn du die Wahrheit änderst oder aufhebst, bist du im Irrtum; wenn du die Moral änderst, hast du die Unmoral; zwei Dinge, die Gott nicht zulassen kann.
Meine Kinder, zu viele Ansprüche haben sich zum Schaden des Familien- und des Gesellschaftslebens eingeschlichen; wären sie begrenzter, würden sie den Familienfrieden und die Freude der Gewissen wahren, Ein zügelloses Leben führen, in dem man dem Körper alles gewährt, ist für diesen schädlich, weil ja seine Gier nach Vergnügen unersättlich ist.

Das Gesetz der Enthaltsamkeit

Meine Kinder, das Gesetz der Enthaltsamkeit ist nicht den Gottgeweihten vorbehalten, sondern es ist ein allgemeines, unentbehrliches Gesetz, das den Menschen vom Tier und von der Bestie unterscheidet.
Wie viele Krankheiten weniger würden die Menschheit quälen bei weniger Ausschweifungen! Glaubt Mir, Kinder, die Sünde gebiert nicht nur den geistigen Tod, sondern auch moralische und physische Übel, die den Menschen zum leiblichen Tode führen.
Vergesst nicht, dass die Reinheit dem Menschen Achtung verschafft: Gott selbst gibt sich ihm zu erkennen, die Engel sehen ihn sich ähnlich und die Menschen fühlen ihn sich moralisch überlegen.
Und unter einem reinen Menschen verstehe Ich auch jenen, der die der Ehe eigenen Pflichten erfüllt und deren materiellen, moralischen und geistigen Folgen auf sich nimmt. Wie niemand ermächtigt werden kann, ein beginnendes Leben zu zerstören, so kann niemand ermächtigt werden, Gesetze zu ändern oder aufzuheben, die die Empfängnis, die Fruchtbarkeit und die Fortpflanzung regeln.
Vom ersten Augenblick der Empfängnis an hauche Ich die Seele in den Körper des Embryos ein, weshalb dessen Tötung der Zerstörung des Werkes Gottes gleichkommt.
Gesegnet seien jene Familien, wo der Glaube und das Vertrauen in Meine Vorsehung regiert, weil, - Ich verspreche es euch, und ihr selbst könnt es konstatieren, - diese die gesündesten; die blühendsten und die glücklichsten Familien sein werden.
Glaube und Vertrauen, und alles übrige kommt von selbst.

Die schönen patriarchalischen Familien

Gewiss erfordert eine grosse Familie auch grosse Opfer. Aber wer kann sagen, was die Ruhe des eigenen Gewissens wert ist? Wo sind die schönen patriarchalichen Familien, in welchen der Herr wohnt, wo Er geehrt, geliebt und wo Ihm gedient wird, und welche alles Gute von Ihm erhalten?
Meine Kinder, liebt den Herrn, und ihr werdet sehen, dass Er euch genügt; und eure materiellen Forderungen werden bescheidener sein; ein neues Leben in der Familie wird euch nicht erschrecken, ihr werdet es im Gegenteil mit Freude annehmen, damit die Schar der Heiligen grösser und die Krone leuchtender werde für jene, die einem neuen Geschöpf das Leben gegeben haben.
Liebt den Herrn und alles wird leichter gehen. Er wird für eure Bedürfnisse sorgen. Er wird eurem Mahle vorstehen, nachdem Er euch Gesundheit und Arbeit gegeben und dadurch für den nötigen Unterhalt gesorgt hat. Er wird die Kinder hüten und wird die Besten erwählen als Hüter Seines Heiligtums und wird aus ihnen Seine intimen Freunde machen.
Der Tod der Eltern, die das alles beobachtet haben, wird gesegnet sein, und ihre Glorie in Gott wird darin bestehen, von ihren Kindern wie von einer Krone umgeben zu sein, weil Er nicht zulassen wird, dass sie sich verlieren.
Im übrigen wird Mein Urteil über jene Eltern, die Mich durch die Befolgung Meiner Gesetze geehrt haben, sehr wohlwollend sein, und sie werden eine besondere Herrlichkeit im Himmel geniessen.

Das Kreuz nach Mass
19. August 1968
Meine Tochter, sei bereit für Meinen Dienst. Ich segne dich für diese Arbeit und für die Bereitschaft, mit welcher du Meinem Ruf entsprochen hast.
Die Bereitwilligkeit, meine Befehle auszuführen, ist ein Beweis der Liebe, welche dich mit Mir verbindet; sie kann Mir nichts als grosse Freude bereiten. Es ist ein kleines Opfer, das Ich von dir verlange; Ich weiss wohl, dass du Mir andere Dinge zu geben vorziehen würdest.
Alle möchten das Kreuz nach ihren Wünschen gezimmert haben; aber wenn Ich dir ein Kreuz auflade, mache Ich es nach dem Masse deiner Schultern; deshalb darfst du dich nicht fürchten davor, sondern musst es mit Freude umfangen.
Erinnere dich jener Worte, die Ich andere Male sagte: «Mir gefallen eure Opfer nicht, denn ihr sucht in ihnen euren Willen.»
Um Mir und dem Vater zu gefallen, musst du ängstlich besorgt sein, Unseren Willen zu tun und nicht den deinigen. Dies wird dir zum grössten Heile sein.
Du wünschest dich zu heiligen: dies ist der Weg dazu; denn auch Wir wollen deine Heiligung. Du wünschest mit deinem Leben Gott, der dich erschaffen, erlöst und an Kindesstatt angenommen hat, Ehre zu geben. Nun gut, auch Er
wünscht dies von dir, aber du kannst nichts anders tun, als Seine Befehle ausführen.
Er ist Vater. Fürchte nicht, dass Er dir Dinge befiehlt, die über deine Kräfte gehen und vor allem halte fest, dass Er dir mit dem Kreuz auch die Kraft geben wird, wenn du es willst, es zu tragen: ja, Er selbst wird dich gleichsam auf ihm tragen.
Sei also gewissenhaft besorgt zu erkennen, welches der Wille Gottes ist, welches das Kreuz ist, das Er dir geben will, und dann überlass dich Ihm und folge Ihm.

Liebe dein Kreuz

Ich habe es euch gesagt: «Wer Mir nachfolgen will, nehme sein Kreuz auf sich und folge Mir nach». Liebe dein Kreuz. Liebe es aus Liebe zu Mir und du wirst sehen, wie süss es sein wird, es zu tragen. Betrachte es nicht als eine Last, beklage dich nicht darüber. Andere haben schwerere als. du und tragen sie
mit frohem Mut.
Es ist dir lästig, wenn du dich oft erheben musst während der Nacht; aber denkst du an jene, die gerne von ihrem Bette aufstehen würden, aber daran verhindert sind? Eine finanzielle Situation, die den Menschen zu sehr in Anspruch nimmt, erscheint dir mühsam; aber gibst du dir Rechenschaft von der Lage jener, die kaum das Nötigste zum Leben haben?
Du beklagst dich vielleicht, dass die Arbeit zu aufreibend ist, und du vergissest, dass viele Arbeitslose ängstlich nach Arbeit suchen. Deine Gebrechen scheinen dir drückend zu sein, aber bedenke, wie viele Personen in deinem Alter schlimmer daran waren, und viele unter deinen Bekannten haben vielleicht schon dieses Leben verlassen. Alles ist relativ für euch, die ihr in der Welt lebt, doch wird alles von einer weisen Hand geleitet und regiert.
Preise und liebe den Herrn jeden Augenblick. Beteure Ihm deinen Gehorsam und neige demütig dein Haupt vor Ihm. Demütige dich, sei dir deines Nichts bewusst; denn darin besteht deine Grösse,
Erinnerst du dich an Meine Mutter? Sie gefiel Gott wegen Ihrer grossen Demut. Deshalb neigte sich der Herr über Sie und Sie wurde das auserwählteste Geschöpf.
In der demütigen Annahme Meines Willens und im demütigen und freudigen Tragen des Kreuzes, das Ich dir auflege, besteht deine Grösse, besser gesagt deine Heiligkeit.

Der Neid
20. August 1968

Meine Tochter, Ich möchte dich hinweisen auf einen Fehler, der in der Welt sehr verbreitet ist und leider sogar bei Personen, die die Kirche besuchen, die Sakramente empfangen und von Mir mit Wohltaten überhäuft werden. Ich beabsichtige, von der Sünde des Neides zu sprechen.
Der Neid hat seine Ursache immer entweder in einem böswilligen Egoismus, der alles für sich beanspruchen möchte, oder in einer stolzen Überheblichkeit, indem der Neidige glaubt, andern gehörten keine besonderen Gaben, da er selber sie mehr zu schätzen und fruchtbringender zu nutzen gewusst hätte.
Ein gutes Herz denkt nur daran, Wohltaten zu spenden, es freut sich an den Freuden und Gütern der andern, als wären es die seinen, und es wünscht nur das Wohl der andern, sowohl in Bezug auf geistige als auf materielle Güter.
Der Neid ist wie eine giftige Schlange: während sie die eigene Existenz vergiftet, wünscht sie auch jene der andern zu verderben. Unersättlich in seinen Wünschen, platzt der Neidige vor Wut, wenn er andere sich an ihren Gütern freuen sieht, die er alle für sich selber möchte.
Der Neid ist ferner, wenn er sich auf geistige Gaben und Gnaden bezieht, die der Herr jedem nach Seinem Belieben schenkt, eine sehr schwere Sünde, denn er beschuldigt Gott im Grunde genommen der Ungerechtigkeit. Es ist eine Sünde, die zu Gott um Rache schreit, Der ja gegen alle nur Liebe und Güte ist.
Darum hüte dich ja immer vor diesem Fehler, den Gott so sehr verabscheut, wenn du nicht willst, dass, da du gewünscht hast, das zu besitzen, was andere haben, dir auch das weggenommen werde, was du besitzest; denn Gott hat es dir ja gegeben.

Freue dich mit dem, der sich freut

Freue dich wirklich von Herzen über das Wohlbefinden, das Glück, die geistigen und materiellen Güter, die andere besitzen. Bitte den Herrn, dass Er sie ihnen erhalte, wenn sie zu ihrem geistigen Nutzen und zur Rettung ihrer Seele dienen.
Trauere mit jenen, welche leiden, besonders wenn ihre Leiden durch Bosheit der Menschen verursacht sind und sage ihnen immer ein Wort des Trostes und des Friedens.
Freue dich mit dem, der sich freut, vorausgesetzt, dass es sich um keine Sünde handle. Weine mit dem, der weint, unter der Bedingung, dass die Tränen aufrichtig seien und Trost bringen, indem sie deinen Nächsten fühlen lassen, dass du seine Ängste, seinen Kummer und seine Sorgen mit ihm teilst.
Vergiss nie, dass Gott ein weiser Vater ist, der Seine Gaben mit unendlicher
Klugheit austeilt. Danke Ihm für die Gaben, die Er allen Menschen gewährt. Danke Ihm für jene, die nie den Blick zu Ihm erheben und die nie das, was sie erhalten, Gott zuschreiben wollen, sondern die denken, dass es Frucht ihrer Hände und ihres Geistes sei.
Sei Gott immer dankbar für das, was Er dir gibt und gib dich damit zufrieden, wenn du ein ruhiges Leben führen willst. Der materielle Wohlstand ist oft ein nötiges Hilfsmittel zum geistigen Wohlbefinden; aber die fortwährende Angst, zu besitzen, die eigenen Güter zu vermehren, die eigene Stellung zu verbessern, bringt soviel Unruhe, dass du Gefahr läufst, das irdische und auch das ewige Glück zu verlieren.
Sei zufrieden mit dem, was Gott dir gibt. Ich wiederhole es; denn wenn es auch nötig ist, die eigene Lage zu verbessern, an das Alter zu denken, zu sparen und vorsorglich zu sein, so dürfen alle diese Dinge keinen Geiz erzeugen.
Wenn es erlaubt ist, im Guten zu wetteifern - das Leben der Menschen ist ja wie ein grosses Rennen zur Erlangung der Siegespalme - ist es euch doch nicht erlaubt, jenen zu beneiden, der schneller läuft, der euch überholt, denn der Preis wird nicht an der Schnelligkeit gemessen werden und an der Kraft, sondern am guten Willen, den jeder aufbringt, um die erhaltenen Talente ein-
zuhandeln und so das Ziel zu erreichen.

Das Beispiel der Heiligen
21. August 1968

Meine Tochter, das Beispiel der Heiligen, die dir vorausgegangen sind und die das gleiche Leben gelebt haben wie du, sei dir Ansporn, die Vollkommenheit zu wünschen und zu laufen, um sie zu erreichen.
Ich habe Heilige in allen Ständen auserwählt. In den verschiedensten Künsten, in den unterschiedlichsten Berufen, an den ungeahntesten Orten. Ich sage dir nochmals: «Ich habe gewählt», weil die Berufung von Mir kommt.
Freilich muss man, um heilig zu sein, dem Rufe entsprechen; aber keiner wüsste sich aus eigenen Kräften zu heiligen, ohne Meine Hilfe. Darum wiederhole ich dir fortwährend: wünsche die Heiligkeit, erbitte sie fortwährend und arbeite mit Mir, um sie zu erreichen.

Ansporn und Führer

Die heiligen Mütter, die das Ziel schon erreicht haben, seien dir Ansporn und Führerinnen. Denke an Anna Taigi, Franziska Johanna von Chantal1 und so viele, so viele Mütter, darunter auch die deine, die so innig liebten, beteten und litten, und die im Stillen und in Demut von den Menschen ungeahnte Höhen der Heiligkeit erreichten.
Jede von ihnen hatte ihre Gaben, ihre Fähigkeiten, ihre Talente und ihre Aufgabe. Sie erfüllten sie mit Liebe und Güte: die einen nur im Kreise der eigenen Familie; andere bereiteten ihre Liebestätigkeit auch nach aussen aus, andere wiederum gründeten sogar andere grosse religiöse Familien, die sich dann auf die ganze Welt ausdehnten.
Deine eigene Familie ist schon sehr zahlreich, denn deine Kinder haben ihrerseits schon ihr kleines Nest gebaut. Aber Ich habe dir dazu noch eine grosse geistige Familie gegeben, von der Ich wünsche, dass sie sich immer mehr ausdehne. Du wirst nicht alle deine geistigen Kinder materiell unterstützen und betreuen können; aber dein Gebet und vor allem die Akte der unaufhörlichen Liebe, die Ich dir einflösse, werden für alle eine grosse Hilfe in jeder Beziehung sein.
Lebe beständig in Mir und fürchte nichts. Denke daran, dass die grossen Familien gesegnet sind und dass die deinen, die natürliche und jene, die Ich dir noch dazu gegeben habe, solche sind, die Segen, Unterstützung und ständige Hilfe verdienen.
Deine Freude über deine dauernde und zahlreiche Mutterschaft ist auch Meine, da Ich dich wie ein Ölbaum blühen und deine Zweige überallhin ausbreiten sehe.
Sei beharrlich im Guten, führe Meinen Willen bereitwillig und genau aus.
Er ist ein Auftrag, eine Mission. Gehorche dem, der dich leitet, in Einfachheit und Liebe. Das vermehrt deine Verdienste. Erwarte nichts von den Menschen, aber freue dich, mit Mir zu sein, Der Ich dich unendlich liebe.

Glaube an Meine Liebe

C. -- Gib, o Jesus, dass ich an Deine Liebe glaube. Ich fühle mich so nichtig, dass es mir unmöglich scheint, dass Du Deinen Blick auf mich senkst und mich mit besonderer Liebe liebst.
Jesus - Meine liebe Tochter, vergiss nicht, dass Ich dich nicht wegen deiner Verdienste liebe, sondern weil Ich dich mit den Meinen bereichern will.
Wenn Ich das Erdreich geeignet erachte, wenn Ich die Seele bereit finde,

1 HI. Franziska-Johanna von Chantal (1572-1641); sie gründete, unter der Leitung des hl. Franz von Sales, im Jahre 1610, den Orden der Visitation.

Mich zu empfangen, giesse Ich den Überfluss Meiner Liebe über sie aus und vollbringe in ihr grosse Verwandlungen. Nichts hindert Mich, grosse Wunder zu wirken. Bin Ich nicht Dein Gott?
War es nicht Meine Liebe, die Magdalena umwandelte und aus der grossen Sünderin eine Heilige machte? Glaube also, Meine viel geliebte Tochter. Glaube an Meine Liebe, vergiss dich selber, liebe Mich und schreite froh voran auf deinem Weg.
Führe die Welt hinter dir her, um sie zu Mir zu bringen. Gib allen Trost und Freude. Liebe alle, habe Mitleid mit allen wegen ihrer Fehler, denn auch du hast solche, und hilf allen. Dein Wort dringe in ihre Herzen mit der Milde des Taus, der den Boden aufweicht und befruchtet, ohne ihm zu schaden.
Die Gewitter, die Platzregen sind nie von Nutzen. So wird auch dein Wort, wenn es wie der Blitz dreinfährt oder wie eine Sintflut sich unaufhörlich ergiesst, nur abschrecken und nichts Gutes hervorbringen.
Höre, Meine Tochter, auf Meine Worte: ahme Mich nach. Mögen alle bei dir Güte, Grossmut, Liebe, Frömmigkeit schöpfen können, alles Dinge, die du geschöpft hast oder wirst schöpfen können aus Meinem barmherzigen Herzen.
Möge Meine Mutter dir Lehrerin sein und möge die Heilige, die die Kirche heute feiert und an welche du jeden Tag dein Gebet richten wirst, dich beschützen und dir helfen: die heilige Johanna Franziska von Chantal.

Das Herz Mariens
22. August 1968

Meine vielgeliebte Tochter, Ich möchte dir ein besonderes Geschenk machen. Du weisst, dass Mein grosser Apostel Paulus die Länge, die Breite und die Tiefe Meines Herzens messen konnte, d. h. er hat die Unermesslichkeit Meiner Liebe verstehen können.
Nun gut, Ich möchte dich heute die unendliche Grösse des Herzens Meiner Mutter verstehen lehren, denn indem du Sie immer besser kennst, lernst du Sie immer mehr lieben.
Vor allem muss Ich dir sagen, dass das Herz Mariens nach dem Herzen Gottes geformt ist, dessen Mutter Sie ist. Nie wirst du die Grösse dieses Vorrechtes, Muttergottes zu sein, voll und ganz verstehen können. Davon leiten sich alle Vorzüge der Heiligkeit und der Vollkommenheit ab.
Gott, der Sie als Mutter Seines Sohnes Jesus auserwählte, hat Ihr Herz ausgestattet mit Seiner Güte, mit Seiner Barmherzigkeit, mit Seiner unendlichen
Liebe, damit diese Göttliche Mutter Ihrerseits Mein Herz in Ihrem Schosse mit den gleichen unendlichen Massen bilden konnte.
In diesem mütterlichen Herzen können alle Menschen der Erde Trost, Hilfe und Nahrung für ihr geistliches Leben finden. Da Sie wahre Mutter aller Gläubigen ist, die durch die heilige Taufe mit dem Mystischen Leibe Christi verbunden sind, d. h. mit jenem Leibe, dessen Glieder die Christen und dessen Haupt Ich bin, zeugt sie fortwährend die Kinder der Kirche und die Ihren zum Leben der Gnade.

Bei jedem

Sie ist eine grossartige Mutter, die fortwährend neuen Geschöpfen Leben schenkt, die bestimmt sind für das ewige Leben. Sie scheut wie die eifrigsten und besten Mütter keine Pflege für diese Kinder, für welche Sie sich verantwortlich fühlt und für welche Sie die grösste Liebe nährt.
Sie liebt mit einer unermesslichen Liebe alle Menschen ,der Erde, ohne Unterschied, auch wenn Sie den einen oder den andern besondere oder aussergewöhnliche Gaben gibt. Sie schenkt diese einigen Ihrer Kinder nur, damit alle daraus Nutzen ziehen für das ewige Leben.
Sie ist Meine Mutter, ausgestattet mit aussergewöhnlicher Vollmacht; obwohl Sie den Himmel nicht verlässt, wo Sie mit Seele und Leib neben Mir in der Glorie des Vaters und des Heiligen Geistes ist, kann Sie und will Sie auf unsichtbare und dennoch wirkliche Weise bei jedem sein, um allen zu helfen und alle in das Himmlische Jerusalem zu führen.
Sie vermittelt den Seelen die Kraft des Blutes, das aus Ihrem mütterlichen Herzen in Mein Herz quoll, und das Ich für die Welt in Meinem Leiden und in Meinem Tod bis zum letzten Tropfen vergoss.

Sie wacht aufmerksam

In Meinem Fleisch gibt Sie das Ihre, das Sie Mir gegeben hat. Sie gibt es unter der Form des Brotes in der Eucharistie. Sie wacht aufmerksam über die Kirche und spricht zum Herzen der Menschen, welchen Glaubens und welcher Religion sie auch seien.
Es gibt keinen Schmerz, den Sie nicht trösten möchte und könnte, denn Sie ist voll Mitleid für alle menschlichen Leiden, die Sie alle ja auf wunderbare Weise in Ihrem sterblichen Leben ertrug. Die Leiden der Kinder finden in Ihrem Herzen ein Echo. Keinem Kummer gegenüber bleibt Sie gleichgültig; nur wenn Sie sieht, wie nützlich das Leiden Ihrer liebsten Kinder diesen selbst und für die ganze Kirche ist, erlaubt Sie, dass sie in ihrem Schmerze verbleiben, obwohl Sie ihnen Trost und Hilfe spendet.
Sie, die Königin der Martyrer, begleitet die Scharen grossmütiger Seelen aller Jahrhunderte, die aus Liebe zu Gott und zum Zeugnis der Wahrheit, die Ich euch gelehrt habe, bereit sind, das Leben hinzugeben. Aber Sie ist auch bei jenen Müttern, die im Alltag bereit sind, alle Opfer bei der Erfüllung der eigenen Pflicht auf sich zu nehmen.
Sie wacht mit mütterlichem Herzen über die Gottgeweihten jeden Alters und jeden Standes und steht ihnen zur Seite. Es schmerzt Sie, wenn Sie sie nicht bemüht sieht um die Erreichung der Vollkommenheit, der sie sich geweiht haben.
Ihr Bittgebet zum Vater umfasst alle Menschen der Erde, und Sie ruft ununterbrochen Erbarmen, Barmherzigkeit und Hilfe auf alle herab.
Als Esther des Neuen Bundes entzückt Sie in Ihrer Schönheit das Herz Gottes. Sie tritt vor den Vater und stellt Mich Ihm vor als Kind auf Ihren Armen, oder als Jüngling im Tempel oder als Sterbender am Kreuz.
Sie zeigt dem Vater auch Ihr von sieben Schwertern durchbohrtes Herz und fleht: «Ich bin Deine Tochter, verzeih ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.»

Die Göttliche Hirtin

O Meine vielgeliebte Tochter, Ich versichere Dir, dass Ich eine grössere Welt, schönere und wohlriechendere Blumen hätte erschaffen können, aber Ich hätte Mir wirklich keine bessere und schönere Mutter geben können, mit zarterem, gefühlsreicherem und treuerem Herzen. Treu zu Gott in der Beobachtung Seiner Gebote und Seines Willens, mit dem Sie eins ist. Treu zu Seinen Geschöpfen; treu gegenüber den Seelen, die sich Ihr anvertrauen, denn Sie würde nie erlauben, dass sie verloren gehen.
Auch wenn von tausend bösen Dingen angezogen, die das Herz und den Geist des Menschen verführen, weiss Sie sie aufzuspüren, wiederzugewinnen, in den Schafstall zurückzuführen. Sie weiss, dass Ich der Gute Hirte bin. Sie ist die Göttliche Hirtin.
Wenn Ich der Gute Samariter bin, ist Sie die Mutter voll Güte, die überall ist, wo Not ruft. Sie weiss, dass Ich der Erlöser bin, der das Herz durchbohrt hatte aus Liebe zur Menschheit. Sie aber ist deren Miterlöserin.
Meine Tochter, lade alle Menschen der Erde ein, sich ins Barmherzige Herz Meiner Mutter zu flüchten, und sie werden gerettet sein. Da sie nicht auf Mich hören, biete Ihr die Herzen der guten und bösen Menschen an, damit die Welt noch einmal gerettet werde durch Ihre Vermittlung und damit Ihr Unbeflecktes und Göttliches Herz, Wohnung des Heiligen Geistes, auf der Erde triumphiere.

Die Gewissenserforschung
23. August 1968

Meine vielgeliebte Tochter, wache stets über dich, um zu sehen, wie du im geistlichen Leben vorankommst.
Denke daran, dass das Stillestehen Rückschreiten bedeutet, denn wie ein Boot auf dem Meere nicht unbeweglich bleiben kann, sondern mit Hilfe der Ruder eine Richtung verfolgen muss, so musst du auch im geistlichen Leben, von Gott geführt, einer Richtung folgen, ein Ziel haben und den Willen, es zu erreichen.
Du darfst nicht aufs Geratewohl vorwärtsgehen, sondern du musst ab und zu deine Lage überprüfen. Damit beabsichtige Ich mit dir über die Gewissenserforschung zu sprechen.
Sie ist unentbehrlich für das gute Wachstum der Seele, nicht nur als Vorbereitung auf die Beicht, sondern als fortwährende Prüfung, um sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist.
Es ist ein «Sich-vor-Gott-Hinstellen», um in Seinem Lichte euch selbst zu prüfen, nicht nur um zu sehen, was ihr gefehlt habt, in was ihr Gott und den Nächsten beleidigt habt, sondern auch welche Fortschritte ihr in der Tugend gemacht habt.

Mein Priester

Meine Tochter, die Gewissenserforschung, die von den Christen sozusagen aus ihrem Leben verbannt worden ist, muss zurückkehren und Teil eures religiösen Lebens bilden, um das innere Leben, das eigentlich allein wichtig ist, besser zu pflegen.
Wenn du Störungen in deinem Körper bemerkst, suchst du sie zu identifizieren, du spürst den Symptomen nach, denkst an Krankheiten und wendest dich an den Arzt oder nimmst die nötigen Heilmittel.
So soll es auch im geistlichen Leben sein. Indem du dich selbst erforschest, entdeckst du die Fehler und nimmst Zuflucht zum Arzt, zum himmlischen Arzt, der Ich bin, und da Ich dich gründlich kenne, kann Ich dich erleuchten und dir helfen. Du nimmst auch Zuflucht zu jenem, der im Sakramente der Beicht Mich vertritt und in Meinem Namen zu dir spricht: zum Priester.
Wenn du ihm mit Meiner Hilfe deine Fehler und auch die Unvollkommenheiten bekennst, kann es dir gelingen, dich zu bessern, Fehler abzulegen und in der Tugend und in der Heiligkeit voranzuschreiten. Denke an Meine Worte und setze sie in die Tat um. Die Zeit für eine kurze Ruhepause und eine kurze Sammlung kannst du immer finden. Verschiebe sie jedoch nicht auf den Abend, wenn du müde bist und dich ausruhen möchtest. Suche sie in irgendeiner Stunde des Tages einzurichten. Lasse sie dem Gebete
vorausgehen. Sie wird dir dazu dienen, in Demut vor Gott hinzutreten und Ihn um Verzeihung zu bitten, bevor du deine Bitten an Ihn richtest; das wird dir Sein Wohlwollen und Seine Gnade zuziehen.

Überlegungen

Prüfe dich, wenn du dich dem Sakramente der Eucharistie näherst, indem du an die Worte des Apostels Paulus denkst: «Wer unwürdig den Leib Christi isst, isst und trinkt das eigene Gericht».
Als Basis bei deiner Gewissenserforschung nimm die Nächstenliebe; wenn du diese übst, wird auch die Liebe zu Gott nicht fehlen.
Auch dein Verhalten gegenüber den guten Eingebungen lasse Gegenstand deiner Überlegungen sein, damit du sehen kannst bis zu welchem Punkt deine Grossmut im Entsprechen derselben geht.
So wirst du dich vor Gott anklagen können nicht nur der Verfehlungen, die du in Gedanken, Worten, Werken begehst, sondern auch der Unterlassungssünden, die niemand oder wenige glauben verabscheuen zu müssen.
Ich habe dir eine kleine Belehrung gegeben, die dir und allen Seelen nützlich sein wird, die die Vollkommenheit anstreben, die wünschen, die eigenen Fehler zu verbessern, den eigenen Charakter zu formen, und wenn sie das Recht dazu haben, den andern zu helfen, sich zu bessern.

Ein schweres Strafgericht
24. August 1968

Eine grosse Drangsal lastet auf der Welt, Meine Tochter. Hörst du nicht Kriegslärm? Möge es dich nicht gereuen, einige Stunden Schlaf zu opfern. Lade alle zum Gebete ein und zur Busse.
Bringe dem Vater unaufhörlich das Herz Meiner Mutter dar und Mein Blut, Meine Passion und Meinen Tod. Biete Ihm die Herzen aller Menschen der Erde an.
Erneuere deine Hingabe, entschlossen dich aufzuopfern für das Wohl aller. 0, Menschen, Menschen, Meine Geschöpfe, die Ich so sehr geliebt habe und noch liebe, wann werdet ihr begreifen, dass die Axt an die Wurzel gelegt ist? Wartet ihr vielleicht, bis es Feuer vom Himmel regnet, um euch zu bekehren?

Oder wartet ihr, dass die Hand des Vaters sich auf euch lege und euch zermalme?
Vergnügen, Wollust und Sünde! Egoismus, Gier, Hochmut triumphieren. Gesellt wenigstens ihr euch zu der kleinen Zahl, die, zu einer wirklichen Bekehrung entschlossen, zwischen der Welt und Gott vermitteln!
Keine unnützen Klagen, sondern unaufhörliche Gebete! Lernt auf viele unnütze Dinge verzichten, wenn ihr nicht wollt, dass euch sogar die unentbehrlichen weggenommen werden.
Meine Kinder, Kinder Meines Herzens, Kinder des Kreuzes, es ist Zeit, euch zu bekehren. Das Mass ist im Begriffe, zu überborden. Euer Gott der Barmherzigkeit und der Güte empfindet Ekel vor seinen Kindern.

Du weisst nicht, was euer wartet

Was muss Ich dir sagen, Meine Tochter? Bleibe in Meinem Herzen. Bete, liebe, leide für alle. Bleibe bei Meiner Mutter. Ich werde dein Haus und jene, die es bewohnen, beschützen, aber bitte alle flehentlich, ihr Leben zu ändern. Du weisst nicht, was euer wartet!
O, Meine Tochter, es schmerzt Mich, es dir zu sagen. Ich weiss, dass du solche Botschaften, die du terroristisch nennst, nicht liebst. Aber wie kann Ich dir die gros sen Drangsale verschweigen, die den Menschen bevorstehen? Kann vielleicht ein guter Vater den eigenen Kindern die Gefahren, denen sie entgegengehen, oder den Abgrund, in welchen sie zu fallen drohen, verbergen?
Ich beschwöre dich, Meine Tochter, rede und lass dein Wort so vielen als möglich zukommen, ehe es zu spät ist. Wende dich an die kirchlichen Obern, die du kennst, und teile Ihnen Meinen Willen mit.
Mögen öffentliche Gebets- und Sühneandachten gehalten und möge beim heiligen Opfer eine besondere Fürbitte beigefügt werden.
Möge der Vater noch einmal Erbarmen haben mit diesem undankbaren und ungetreuen Volk und Seine Hand zurückziehen, die schon zu schwer lastet auf ihm.
Betet, fleht die heilige Jungfrau an, dass sie euch helfe. Hört nie auf, zu Ihr zu flehen.
O, das Strafgericht, Meine Kinder, es ist entsetzlich!
Betet, betet, betet!

Die echte Liebe zu Gott
25. August 1968

Meine Tochter, höre auf Mich. Fürchte nichts. Ich bin bei dir. Liebe Mich. Ich sehne Mich so sehr, geliebt zu werden, und es sind so wenige, die Mich aufrichtig lieben!
So sehr glauben viele Seelen, Mich zu lieben, aber bei der ersten Prüfung oder Widerwärtigkeit sind sie niedergeschlagen, weinen, verzweifeln, und, was Mich am meisten schmerzt, sie verlassen Mich.
Diese Seelen suchen Mich, aber nur zu ihrem geistlichen Genuss und nur um vor körperlichen Beschwerden verschont zu bleiben. In einem Wort, sie suchen Mich und lieben Mich egoistisch und nur des Vorteils wegen, den sie daraus ziehen.
Die echte Liebe ist ganz anders, Meine Tochter! Sie ist ein Geschenk, das du immerwährend dem Geliebten machst. Wenn dann dieser Geliebte dein Gott ist, wird die Liebe zu jenem kostbaren Band, das das Geschöpf mit dem Schöpfer auf eine erhabene und unvergängliche Weise verbindet, so dass diese Verbindung nicht einmal der Tod lösen kann, ebenso wenig wie Widerwärtigkeiten, Kreuze, Krankheiten, Sorgen, sie zu lockern vermögen.
Siehst du, Meine Tochter, wie die echte Liebe schwer zu üben ist. Glaubst du vielleicht zu lieben, wenn im freudigen Überschwang des Herzens du mit Liebesbeteuerungen deiner Freude Ausdruck verleihst?
Halte ein wenig inne und denke dich verlassen, verleumdet, widersprochen, verspottet, beschimpft und frage dich, ob du dich in solch schwierigen Bedrängnissen glücklich fühlst, den Herrn zu lieben, wohl bedenkend, dass Er es ist, der alle diese Widerwärtigkeiten schickt oder erlaubt zu deinem Wohle. Wenn es so ist, danke wahrhaft deinem Gott. In deinem Herzen ist die echte Liebe.
Du betest gerne und bringst Gott gerne ein Opfer, wenn dein Herz voll Eifer und deine Gesundheit gut ist. Warte aber ein wenig, bis sich der Eifer in Kälte verwandelt, bis du vom Kopf bis zu den Füssen in Schmerzen bist, wie Ich es am Kreuze war; wenn du dann noch sagen kannst: «Herr, ich liebe Dich», danke Ihm von Herzen. Du hast die echte Gottesliebe.
Aber höre weiter auf mich. Du sagst, dass du Gott liebst. Aber bedenke wohl, dass Er in jedem Geschöpf gegenwärtig ist: im Armen, im Leidenden, im Freunde und im Feinde, im: Unbekannten auf der Strasse, im Sohn, im Priester, in der Mutter, im Arbeiter und auch im Sünder. In den Guten und in den Bösen. Gott ist von Rechts wegen in jedem Menschen gegenwärtig, weil Er ihn erschaffen hat, weil die Seele, als Sein Lebenshauch, wie ein Ausströmen Gottes ist.
Er ist gegenwärtig, denn dank der Erlösung sind alle berufen, Seine Adoptivkinder zu sein. Denn alle sind bestimmt, mit Ihm in der ewigen Herrlichkeit zu leben. Nun gut, wenn du also einen von allen nicht liebst, auch nur einen einzigen, liebst du Gott nicht, der ihm Vater ist.
Du musst alle, alle lieben, und sie lieben will heissen, sich in ihre Lage versetzen, ihre Anliegen verstehen, ihre Schmerzen teilen, ihnen in ihren Bedürfnissen helfen.
Sie lieben will heissen, ihre Fehler ertragen und, wenn möglich, ihnen helfen sich zu bessern, die Beleidigungen verzeihen, ja sich verdemütigen und um Verzeihung bitten, auch wenn es dir scheint, das Recht zu haben, dass man dich darum bäte.
Lieben ist etwas so Erhabenes, dass es dich selbst vergessen lässt für den Geliebten. Liebe ist etwas so Schönes und Wunderbares, dass nur Gott sie dir geben kann, denn Er ist die wesenhafte Liebe.
Bitte Ihn deshalb immer um die wahre Liebe. Jene, deren alle Menschen bedürfen, denn sie ist die Grundlage jedes Heroismus, jedes verdienstvollen Werkes für die Ewigkeit.
Sie ist die Flamme, die den Glauben nährt, sie ist die Basis, die die Familie stützt, sie ist das Mass, mit dem du die vielen Schwächen der Geschöpfe verzeihst, denn Er, die Liebe, sagt dir: «Es wird dir viel vergeben, weil du viel geliebt hast», vorausgesetzt, dass diese Liebe echt und aufrichtig ist.


Die Familie
26. August 1968

Meine vielgeliebte Tochter, es drängt Mich, mit dir über die Familie zu sprechen, über jene von Gott gewollte, menschliche Einrichtung, die die kleine Zelle der Gesellschaft ist.
Zuerst möchte Ich mit dir über die grosse Menschheitsfamilie sprechen, dann über die Familie, wie ihr sie im allgemeinen versteht, bevor Ich über die Familie des Volkes Gottes spreche.

Die Familie der Menschheit

Die Familie der Menschheit ist auf der ganzen Erde zerstreut; diese ist dem Menschen als Morgengabe gegeben worden.
Die Erde hätte ein ungeheuer grosser Garten sein sollen, wo die Menschen als vernunftbegabte Wesen, bestehend aus Leib und Seele, ihre Existenz froh verbracht und mit Gott persönlich verkehrt hätten.
Nach einer kleinen Prüfung in der Demut, im Gehorsam und in der Treue,
wären sie in der Gnade befestigt worden, durch welche sie nach Ablauf ihres irdischen Lebens in der seligen Anschauung Gottes zur ewigen Herrlichkeit und zum Genuss jeglichen Gutes in Ihm gelangt wären.
Die schwere Sünde des Ungehorsams und des Hochmutes brachte Unordnung in die Familie der Menschheit; sie säte den Hass, die Zwietracht, die Rache; sie verursachte Mühsal, Krankheit, Begierde und den Tod mit allen seinen Folgen.
Gott stieg nicht mehr auf die Erde hernieder, um unter vier Augen mitdem Menschen zu sprechen - dieser fürchtete und schämte sich zu sehr vor Ihm - sondern Er sprach aus dem brennenden Dornbusch, auf dem Berge und durch Seine Propheten.
Gott liebte den Menschen, der aus Liebe erschaffen worden war und dessen Glück Er schon in diesem Leben wollte; aber der Ruin nach der Sünde war nicht wieder gutzumachen. Die Beleidigung war zu schwer; der Beleidiger zu unwürdig, als dass er jene wieder hätte gutmachen können. Ein Abgrund, der nicht auffüllbar war, trennte Gott vom Menschen.

Die Familie von Nazareth

Nur der Gottmensch war imstande, die Gott durch den Menschen angetane Beleidigung wieder gutzumachen. Und so kam Ich, der Sohn Gottes. Ich nahm die menschliche Natur an, um sühnen, leiden und sterben zu können. Ich kam auf die Welt und wählte mir eine Familie.
Wie kann Ich mit dir über Meine Familie sprechen, über die Familie von Nazareth, die nach allgemeiner Ansicht eine demütige Handwerkersfamilie war. Nichts Harmonischeres und Göttlicheres, nichts Froheres und Anziehenderes hat es jedoch je gegeben und wird es je auf Erden geben als diese Meine menschliche Familie.
Eine jungfräuliche Mutter und ein keuscher Gemahl. Wenn ich als Kind und Knabe die zwei heiligen Geschöpfe, die neben Mir lebten, beobachtete, füllte sich Mein Herz mit Wonne und Freude.
Ich sah auf Ihren Gesichtern den Glanz und die Freude der Engel. Ich fühlte Ihre Herzen schlagen im Einklang und in der Liebe zu Gott und zu Mir, den sie als wahren Sohn Gottes erkannten, der Mensch geworden war für das ganze Menschengeschlecht.
Es war ein Paradies der Güte und der Liebe, jenes bescheidene Häuschen, einfach und sauber, wo der Herr wohnte.
0, dass doch der Herr in allen Familien wohnen dürfte!
Es gab noch eine andere Familie in Bethanien1, jene Marthas, Marias und Lazarus, wohin Ich Mich oft begab um auszuruhen und unter Freunden zu


1 Bethanien. Dorf am Abhang des Ölberges gelegen, 5 km von Jerusalem.
sein. Wie viel Aufmerksamkeit und aufrichtige Liebe hatten doch jene Meine Gastgeber, die Meine Ankunft ersehnten und Mich in ihrem Hause mit Freude und mit jenem Verlangen empfingen, mit dem man einen lang ersehnten und innig geliebten Menschen empfängt.
Meine Gegenwart heiligte ihre Seelen, die sich in der Übung des Glaubens und der Liebe vorbereiteten, die Opfer anzunehmen und ihre täglichen Pflichten zu erfüllen.

Die modernen Familien

Sieh, Meine Tochter, das ist es, was den modernen Familien fehlt: der Glaube, der Gott inmitten von ihnen leben lässt, und die Liebe, die die Seelen reinigt und alle Glieder fähig macht, die einen für die andern sich zu opfern.
Unter den wunderbaren von Gott erschaffenen Dingen war eines der schönsten die Familie. Ich heiligte sie und als Ich den einfachen menschlichen Vertrag der Ehe zur Grösse des Sakramentes erhob, gab Ich den Eheleuten die Würde, seine Spender zu sein mit der Fähigkeit, die Gnade zu vermehren bei jeder guten Tat, die eines der beiden zum Wohle des andern und der ganzen Familie vollbringt.
Wie selten sind jene Familien, die in Meiner Gnade leben!
Und doch ist die Ursache des ganzen geistigen und auch materiellen Ruins in den Familien die Existenz der Sünde und die Weigerung, ein Leben durchdrungen vom Göttlichen Leben zu leben.
Die Beobachtung der göttlichen und menschlichen Gesetze gäbe jenes Glück und jene Sicherheit, dank welchen die Gatten und ihre Kinder fähig wären, jedes Opfer zu bringen.
Es würden sich in den Familien jene goldlauteren Charaktere bilden, die sozusagen fähig wären, die Welt aus den Angeln zu heben, indem sie durch ihre Arbeit überall Gutes wirkten und allen Notleidenden Hilfe brächten. Während die Arbeit in den ungesunden Familien mit Verachtung betrachtet und mit Widerwillen angenommen wird, ist sie hingegen in den guten Familien gepriesen und als Gottesgeschenk begrüsst.
Auch wenn die Schwere der Arbeit eine Busse für die Sünde ist, ist die Arbeit als solche, welcher auch Ich, Maria und Mein Adoptivvater uns unterziehen wollten, geheiligt und ein kostbares Mittel der Wohlfahrt, der Freude und der Heiligung geworden.
Gesegnet. seien die Familien, die die kurze Spanne Zeit des Lebens im Glauben, in der Liebe und in der Arbeitsamkeit verbringen; sie wird Glück und Frieden im irdischen Leben und ewige Herrlichkeit im Himmel einbringen.

Die Familie des Gottesvolkes

Meine Tochter, Ich will dir ein Wort sagen über die Familie des Gottesvolkes, die Meine Kirche ist.
Wie sehr wünsche Ich, dass Mich diese grosse Familie liebte.
Meine Mutter ist auch die Mutter der Kirche. Sie ist immer bereit, alle Kinder zu empfangen, die Ihr der Heilige Geist zuführt, sie ist unermüdlich besorgt für alles.
Sie hilft den Guten, Fortschritte zu machen und die Vollkommenheit anzustreben.
Sie ruft die Irrenden mit liebevoller oder strenger Stimme, damit sie zum Vaterhause zurückkehren und erhellt ihnen den Weg dazu. Sie belehrt und erleuchtet die nach Wahrheit Dürstenden und nährt mit Ihrem himmlischen Brote die Hungernden. Sie leiht allen Hilfe, Kraft und Gnade.
Sichtbares Haupt der grossen Gottesfamilie ist der Papst. Wie teuer er Meinem Herzen ist, kann sich niemand vorstellen. Er lenkt die Geschicke der Kirche. 'Er erhält die Wahrheit unversehrt; er hütet die Grundsätze des Glaubens und der Moral.
Er ist der Steuermann, der das Schiff Petri in den sicheren Hafen führt.
Unter Seiner Führung, wenn ihr ihm gehorcht, seid ihr in Sicherheit. Er ist Mein Stellvertreter; er spricht in Meinem Namen, oder besser gesagt, Ich bin es, der durch ihn spricht.
Liebt ihn, Meine Kinder, liebt den Papst. Verteidigt ihn und liebt ihn. Er ist der Vater eurer Seelen. Wie kann ein Sohn den eigenen Vater beschimpfen hören und ihn misshandelt sehen und sich nicht bemühen, ihn zu verteidigen?
Ich weiss, dass man seine Unfehlbarkeit zu leicht in Zweifel zieht, und dass viele, - zu ihnen gehören auch Christen, die mit Autorität und priesterlichem Charakter bekleidet sind - es wagen, ihn zu kritisieren, zu belächeln und seinen Lehren zu widersprechen.
Aber Ich sage euch, und Mein Wort wird ewig gelten: Wer sich gegen ihn erhebt, handelt wie einer, der einen Stein gegen den Felsen schleudert oder wie einer, der einen Stein über den eigenen Kopf wirft: der Stein wird auf den fallen, der ihn geworfen hat.
Vergesst nicht, Meine Kinder, dass Himmel und Erde vergehen werden, aber von Meinen Worten wird keine Silbe vergehen. Ich wiederhole; was Ich vor 2000 Jahren zu Petrus, Meinem ersten Stellvertreter auf Erden gesagt: «Simon, du bist Petrus, und auf diesen Felsen will Ich Meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen» (Mt 16,18).
Und heute noch sind Meine Worte aktuell. Noch sage Ich zu Meinem Vertreter auf Erden: «Paul, Ich bin bei dir und Ich werde bei dir sein bis zum Ende der Zeiten».
Wohlan denn, liebe Kinder, unter dieser väterlichen und unfehlbaren Führung schreitet ihr sicher voran; und hört auf ihn, denn wer auf ihn hört, hört auf Mich, wer ihn verachtet, der verachtet Mich.
Die Kirche ist Mein Reich. «Wenn ein Reich in sich selbst uneins ist, wird es einstürzen», habe Ich euch gesagt.
Meine Kirche wird nicht in Trümmer gehen, denn sie ist nicht Menschen-, sondern Gotteswerk; aber Seelen, die zu ihr gehören, und die einen Teil des Reiches bilden, werden zugrunde gehen. Gehorsam, Nächstenliebe, Glaube, Liebe zur Wahrheit: das sollt ihr alle üben, sei es, dass ihr zur lehrenden oder zur hörenden Kirche gehört.
Der Heilige Geist, der- die Seele dieser Gottesfamilie ist, wirkt zwar für die Heiligung der Seelen, tut dies aber nur in Vereinigung mit dem Papst, wenn es sich um das Wohl aller Gläubigen und der ganzen Kirche handelt. Darum wer mit dem Papst ist, ist mit Mir, und wer nicht mit ihm ist, ist im Irrtum.
Meine Tochter, da Ich dir eine so wichtige Unterweisung geben musste, verzeihe Mir, wenn Ich dir all das in Erinnerung gerufen habe. Es wird dir und deiner geistlichen Familie, die Mir so wohlgefällig ist, zum Segen gereichen.
Ich behalte Mir vor, die Belehrung über die Familie Gottes zu einem andern Zeitpunkt fortzusetzen.

Merkmale der Kirche

«Die Armut»
30. August 1968

Meine Tochter, fange wieder an zu schreiben. Ich werde fortfahren, mit dir von Meiner Kirche, Meiner vielgeliebten Braut, zu sprechen.
Eines der Merkmale, mit welchem Ich Sie geschmückt sehen wollte von Anfang an, ist jenes der Armut.
Zwölf Apostel, arme Fischer, waren ihre Pioniere. Sie besassen nichts. Sie waren keine Leuchten an Intelligenz; sie waren keine Gelehrten und besassen keine materiellen Güter ausser dem Wunsche, zu arbeiten und täglich die Frucht ihrer bisweilen undankbaren Arbeit nach Hause zu bringen.
Mir gefiel ihre Einfachheit; Ich brauchte sie. Ein einziger war ein Lügner, denn er verbarg unter dem Schein der Güte Geiz, Geldgier und Sinnenlust, wovon sein Herz voll war. Nur der Verräter!
Ich liebte sie, diese Meine Freunde, und ungeachtet ihrer Unfähigkeit, Mich zu verstehen, ging Ich daran, ihnen Meine Geheimnisse zu entschleiern, die der Heilige Geist sie in allem lehren würde.

Alles verlassen ...

Eines allein verlangte Ich von denen, die Mir nachfolgen wollten, und Ich auferlegte Meinen Aposteln nur dies: alles und alle zu verlassen, um sich Mir' ganz hinzugeben in der Erfüllung der göttlichen Mission, die Ich ihnen anvertraute. «Wer Vater oder Mutter mehr liebt als Mich, ist Meiner nicht wert» (Mt 10,37), sagte Ich. Sie mussten frei sein von jeder familiären Anhänglichkeit, um Gott und alle Geschöpfe intensiver lieben zu können, denn, da sie wie Ich lieben mussten, wurde die Familie Gottes ihre Familie.
Ich wollte sie auch frei von allem, was ihnen materiell Sorgen bereitete: Ich sagte: «Wo dein Schatz ist, da ist dein Herz» (Mt 6,21); deshalb verlangte Ich: «Geht ohne Tasche und ohne Beutel», denn die Reichtümer würden euch zum Ruin führen. «Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Himmelreich eintrete.»
Meine Elf hatten Meine Lehre wohl verstanden, als nach Meinem Tode die ersten Christen sich um sie versammelten, mussten sie den Aposteln ihre Güter bringen; diese wurden zusammengelegt und den Armen verteilt.
Ich liebte die Armen und Ich liebte die Armut. Ich erwählte sie zu Meiner Königin. Sie hat Mich immer begleitet seit der Geburt in einer Grotte bis zum Tode am Kreuze.
Ich konnte in Wahrheit sagen: «Die Vögel haben ihre Nester, die Füchse ihre Höhlen, aber der Menschensohn hat nichts, wohin Er Sein Haupt legen kann.»
Wie schmerzlich ist es für Mich zu sehen, wie Meine Priester besorgt sind um zuviele materielle Dinge; dass sie das Notwendige und das Überflüssige, das Nützliche und das Angenehme haben, kurz, dass sie weder arm sind im. Geiste, weil zu anhänglich an den Gütern der Erde, noch in Wirklichkeit, weil im Besitze von allem Bequemen und Gefälligen, was sicher nicht beiträgt, den Himmel zu ersehnen.

Sich von allem entäussern

Es sind oft leere Worte, wenn man von der grossen Familie des Volkes Gottes spricht, in der die Gläubigen alles gemeinsam haben und allen beistehen sollten, die in Not sind. Es ist wahr, dass eine soziale Gleichheit ohne Unterschiede in eurer Welt nicht möglich ist, wo die Gerechtigket so wenig geübt und die Liebe so sehr entstellt wird; aber wenigstens sollte in Beobachtung Meines Hauptgebotes (der Liebe) Mein Wunsch erfüllt werden: «Dass der Überfluss den Armen gegeben werde.»
Je mehr Meine Priester von den Gütern dieser Erde losgelöst sein werden, desto fruchtbarer wird ihr Apostolat sein, denn es wird nicht toter Buchstabe bleiben, sondern als gelebte Tat ein hinreissendes Beispiel sein.
Je einfacher ihr Leben sein wird und je entblösster von allen Ansprüchen, desto grösser wird ihr Sehnen nach himmlischen Dingen sein. Aber das was für die Priester ein Befehl ist, ist auch für alle Meine Kinder ein Rat.
Meine Kinder, liebt die Armut, die Nüchternheit, die Einfachheit. Alle diese Tugenden sind Schwestern, die dem Herzen viel Frieden geben. Je materieller und zahlreicher eure Wünsche sind, desto grösser wird eure Unruhe sein und umso leichter werdet ihr den Frieden verlieren.
Lebt unbesorgt, liebe Kinder! Habt nicht die Gier zu besitzen, denn der Tod kommt wie ein Dieb und ihr müsst alles verlassen. Niemand kann ins Himmelreich eingehen, der sein Herz an die Güter der Erde verloren hat.
Ich, Jesus, wünsche, dass Meine Jünger sich von allem entäussern, was ihr Herz hindert, sich zu erheben. Und vor allem wünsche Ich, dass der Christ, der Mir nachfolgen will, sich jeder Sucht nach irdischer Grösse entledige, denn keiner Grösse kommt jener gleich, Kinder Gottes zu sein.
Jede Autorität kommt von Gott, und ihr muss man sich unterstellen nach Göttlichem Wollen. Keine Wünsche nach Grösse, kein Ehrgeiz nach Ehrenstellen, keine Träume nach Ruhm! Schau alles im Lichte Gottes; lös dich los von aller Eigenliebe, zu Seiner Ehre. So gelangt man dazu, Meine lieben Kinder, wahre Arme zu sein, solche, die Ich mit Gütern im Überfluss bereichere, denn Mein Wort erfüllt sich immer.
«Wer Vater und Mutter und jedes irdische Gut aus Liebe zu Mir verlässt, wird das Hundertfache in diesem und im andern Leben besitzen.»

«Die Heiligkeit»
2. September 1968

Meine vielgeliebte Tochter, Ich habe dich in diesen Tagen mit verschiedenen heiligen Personen von einer nicht gewöhnlichen Heiligkeit in Verbindung gebracht, damit du verstehen, wissen und schätzen kannst, dass die Heiligkeit nicht der Vergangenheit angehört, sondern dass sie auch heute noch aktuell ist.
Gott unterhält die Heiligkeit in der Welt. Er will die Heiligkeit und Seine Kirche ist ihre Lehrmeisterin. In ihr gab es, gibt es und wird es Heilige geben. Deshalb ist die Heiligkeit eines ihrer Merkmale.
Es wird immer Heilige geben zu allen Zeiten, an allen Orten der Erde, jeden Standes und jeden Alters. Auch wenn ihre Heiligkeit verborgen bleibt, wird man doch ihren Duft wahrnehmen, man wird ihre Früchte sehen.
Das Herz des Heiligen ist wie ein glühender Ofen, der grösste Wärme ausstrahlt. Wer sich ihm naht, fühlt dessen Wirkung. Wo immer der Heilige auch vorbei geht, erzeugt er Wärme.
Die wahre Liebe Gottes ist wie ein reissender Strom, der alles mit sich fortschleppt. Die wahre Liebe Gottes, aufs innigste verbunden mit der Liebe
zum Nächsten, kann nicht untätig bleiben. Wo immer es eine Seele zu retten gibt, ist der Heilige, der diese Liebe besitzt, da, persönlich oder im Geiste.
Wo es gilt, einem Armen zu helfen, einen Kranken zu trösten, einen Sünder zu bekehren, ist der Heilige da durch seine Gebetshilfe.

Lobpreis der Heiligkeit

Die Heiligkeit ist feurig, die Heiligkeit ist wirksam, die Heiligkeit ist grossmütig. Sie kennt keine Hindernisse, weil sie alle überwindet. Sie verletzt niemanden, aber die Menschen werden sich des Unterschiedes bewusst, sie bemerken die Ungleichheit.
Der Heilige wird ein Überspannter, ein Übertreiber, ein Fanatiker genannt.
Der Teufel hasst ihn, und er richtet die ärgsten Angriffe gegen ihn. Der Teufel weiss, wie viel Gutes der Heilige in der Welt aussäen kann; deshalb behält er ihn im Auge: er legt ihm Schlingen und Fallen. Aber Ich helfe dem Heiligen, sie zu entdecken und zu entrinnen.
Der Heilige ist Mein vollkommenes Abbild. Wo er vorübergeht, verbreitet sich «der gute Duft von Christus». Er ist wie ein geöffnetes Buch, ein lebendiges Evangelium, worin alle lesen, woraus alle lernen, worüber alle nachdenken können.
Der Heilige ist ein stiller Vorwurf für jeden, der nicht gut ist, für den Sünder; deshalb wird er oft verfolgt, gehasst, verleumdet und verspottet. Ich lasse das alles zu, um seine Heiligkeit zu prüfen. Ich bin ihm mit innigster Liebe zugetan; Ich behandle ihn als Freund; Ich vertraue ihm Meine verborgenen Geheimnisse an. Ich spreche mit ihm von Mir, Ich eröffne ihm Meine Wünsche, und Ich lasse ihn an Meinen Schmerzen teilnehmen.
Er kann nicht ferne von Mir leben; er weiss, wie bitter Meine Schmerzen sind; deshalb will er nicht in der Freude leben, sondern er will Mir im Leiden und am Kreuze nahe sein.
Der Heilige fühlt den Schmerz, aber er freut sich und geniesst die Bitterkeit des Lebens mehr, als der Lebemann der Welt die Vergnügen seines leichtsinnigen und sündhaften Lebens kostet.
Das Leiden verwandelt sich in eine solch intensive Freude, dass er nichts anderes mehr verlangt als zu leiden, um die Liebe zu bezeugen, die ihn mit Mir vereinigt.
Ich habe dir eine kleine Belobung der Heiligkeit gegeben, deren Mutter, Lehrmeisterin und Führerin die Kirche ist. Sie hat von Mir die Mittel zur Heiligkeit erhalten: die Sakramente, die die Gnade erzeugen und vermehren. Die Wahrheit und die Doktrin, die Ich Meiner Kirche zur Verwahrung gegeben habe, sind nur die praktische Lehre, um die Heiligkeit zu erreichen.

Blüte der Heiligen

Bedenke wohl, Meine liebe Tochter, dass Meine Kirche eine ungeheuer reiche Blüte an Heiligen besitzt; aber Ich lasse auch aus andern Religionen solche hervorgehen, unter Menschen, die Mich nicht kennen, die jedoch Gott und den Nächsten auf eine wahrhaft wunderbare Weise lieben. Sie praktizieren die Nächstenliebe bis zum Heroismus, bereit, das Leben für ihre Brüder zu opfern; sie leben so in Verbindung mit der Seele der Kirche und erreichen hohe Gipfel der Heiligkeit.
Du wirst im Paradiese sehen, wie viele Überraschungen deiner warten! Seelen, welche die Wahrheit des Glaubens nicht gekannt haben, die aber nach dem Gesetze gelebt haben, das Gott in ihre Seele gelegt hat, wie Er es in die Seele eines jeden Menschen legt. Du wirst diese Seelen mit einer höheren Glorie bekleidet sehen als viele Christen, die zwar einen Überfluss an Gnaden erhielten, ihnen jedoch nicht entsprochen haben.
Fasst wieder Mut, Meine Kinder! Ersehnt die Heiligkeit, nicht als ein vages Trugbild, sondern als Ideal, als ein zu erklimmender Gipfel, den ihr erreichen könnt, denn der Weg, den ihr durchlaufen müsst, ist nicht neu, sondern von vielen Millionen von Heiligen, die euch vorausgegangen sind, vorgezeichnet.
Es sind die Scharen der Märtyrer, der Jungfrauen, der Bekenner. Es sind eure heiligen Mütter und Väter, die unerschütterlich an Mein Wort glaubten, einwandfrei Meine Lehren beobachteten, ihr Leben mit guten Werken übersäten und es krönten mit einem heiligen Tod.
Tretet, Meine Kinder, an der Hand der Königin aller Heiligen in ihre Fussstapfen und wandelt eilig auf dem Weg zur Heiligkeit.
N ach jedem Falle steht wieder auf und bittet Mich um Verzeihung und Hilfe; denn es ist nicht das Fallen, das Mich so sehr schmerzt, sondern die Entmutigung. Ich kenne eure Natur, eure Schwäche und das Mass eurer Kräfte; es freut Mich aber, Meinen Kindern zu verzeihen und zu helfen.
Das demütige Anerkennen der eigenen Schwäche und das sofortige Zufluchtnehmen zu Meiner barmherzigen Güte verschafft euch Gnade über Gnade und hilft euch zu wachsen in jener Heiligkeit, zu der ihr alle berufen seid.
Meine Tochter, füge noch dieses bei: Heilig sein heisst: Meinen Willen erfüllen, ihn in allem suchen und ihn annehmen, was immer es auch sei.
Wer Meinen Willen nicht zu erfüllen gewillt ist, bindet Mir gleichsam die Hände; alle Gnaden, die Ich zu gewähren gewünscht und die Gnade, die Ich gerne gegeben oder vermehrt hätte, bleiben in Mir und Ich kann sie nicht in jenen hinüber fliessen lassen, der sich gegen Meinen Willen auflehnt oder den seinen anstelle des Meinen setzt.
Fürchte nichts, Meine Tochter. Mein Wille wird immer triumphieren, über alles und über alle. Stehe immer zu Meiner Verfügung und sei ruhig.

«Die Einheit»
4. September 1968

Meine Tochter, Ich will mit dir über das sprechen, was Mir als Vater, als Hirte und als Haupt der Kirche Mein innigster Wunsch bildet. Ich will mit dir von der Einheit sprechen, als einem weiteren charakteristischen Merkmal der von Mir gegründeten Kirche.
Eins sein! Eine grosse Einheit bilden! Jeder Familienvater wünscht, dass die Glieder seiner Familie eins seien in der Liebe, im Denken und in der Tat.
Nun gut, Ich bin, wie Ich es dir schon andere Male gesagt habe, der Vater, das Haupt der Kirche, der Familie Gottes, die Ich selbst gegründet habe und Ich kann ihre Einheit nur wünschen, einschärfen und fordern.

Alle eins

Alle eins in einem einzigen «Credo», alle auf ein einziges Ziel hingerichtet, alle vom Band der Liebe zu Gott und zu den Brüdern zusammengehalten. Alle unter einem einzigen Führer, von Mir mit Unfehlbarkeit und mit der Macht Gottes ausgestattet, dem Papst.
Dieses ist einer Meiner glühendsten Wünsche. Aber wie ihn verwirklichen?
Höre, Meine Tochter, meine Unterweisungen.
Was man nicht kennt, kann man nicht glauben. Damit ihr die gleichen Wahrheiten glauben könnt, die euch nicht von Menschen, sondern von Gott selbst geoffenbart wurden, braucht es das Studium der Wahrheit. Ein gründliches und erleuchtetes Studium, d. h. ein solches, das unter der Leitung des Heiligen Geistes steht, der jeden erleuchten kann, und der die Kirche lenkt und ihr beisteht.
Daraus ergibt sich für euch die Notwendigkeit, mit grosser Aufmerksamkeit die euch gegebenen Erklärungen über Meine Lehre und Mein Evangelium zu beherzigen.
Seinerzeit waren auch die Mütter wahre Religionslehrerinnen, und die kleinen Kinder lernten schon auf den mütterlichen Knien die ersten Grundelemente Meines Gesetzes und des Glaubens. Die ersten Zeichen ,der Liebe, die Mich so entzückten - denn ihr wisst, dass die Kinder immer Meine Freude und Meine Hoffnung bildeten - hatten sie auf Meine Bilder gerichtet, die in den Häusern am Ehrenplatz thronten. Dann gingen sie in die Kirche und in die Oratorien, wo sie die religiöse Belehrung fortsetzten, während ihr Geist durch gemeinsame Lieder und Gebete erfreut wurde.
Alles was den Geist zu Himmlischem erhebt, erfreut auch den Körper, und so sah Ich eine Jugend, die sich mit Wenigem und Einfachem zufrieden gab, zum Unterschied der Jugend von heute, die nie gesättigt und deshalb so unglücklich ist.
Die Jungen suchen das Glück, wo sie es nicht finden können, denn Gott allein ist das Glück und die unermessliche Freude; das Herz des Menschen lässt sich nicht sättigen mit vergänglichen Dingen.
Darum gebe Ich euch durch ein einfaches Werkzeug Meine Belehrungen, die, eurem geistigen Niveau angepasst, Mich inmitten von euch leben lassen. Ich selbst kann das Licht eures Geistes sein und bewirken, dass ihr, eins im gleichen Gedanken und in der gleichen Wahrheit, eine wirkliche Einheit bildet.
Ich möchte, dass die ganze Welt, von Gottes Licht erfüllt, eines Sinnes wäre und dass die geistige Einheit aller Menschen wie ein Lichtschweif die Erde umhüllte und sie zum Himmel emporführte.

Eine grosse Pilgerfahrt

Das Leben der Menschen ist wie eine grosse Pilgerfahrt, die von der Erde zum Himmel geht. Alle nehmen daran teil, auch ohne ihr Wissen. Einige glauben, dass nach kurzer Wegstrecke alles ein Ende ,hat; andere denken an eine Wiedergeburt in einer andern Form; noch andere geben sich überhaupt keine Rechenschaft und unternehmen ihre Reise wie jener, der sich in einen Zug setzt ohne Billet und nicht weiss, wo die Reise enden wird.
All dies ist falsch, Meine Kinder! Der kurze Weg des Lebens - und wie kurz er ist, kannst auch du ersehen, die du die Zeitungen liest und fortwährend vom Tode sprechen hörst - kann nicht gegangen werden ohne das Ziel im Auge zu behalten und nichts darf dem Zufall überlassen werden, wie es der Tor macht, der sich über nichts Rechenschaft gibt.
Man muss sich Rechenschaft geben über die Wirklichkeit und zum Ziele hin streben mit der Zähigkeit desjenigen, der um seine Zeit nicht zu verschwenden, vom Morgen früh bis zum Abend spät und vom Anfang bis zum Ende des Lebens alles vorausplant.
O, wenn ihr euch doch alle so auf dem Wege zum Himmel befändet, wo andere auf euch warten, aber nicht alle, die euch vorausgegangen sind, denn viele haben sich unterwegs verirrt und sind nicht zum Heile gelangt!
Schaut auf das Ende, strebt nach dem Ziel, Meine Kinder, wenn ihr wollt, dass euer Leben besser organisiert, nützlicher und glücklicher sei.
Ihr werdet sehen, wie nichtig euch die Dinge der Erde vorkommen; jeder Tag, der vorüber geht, wird euch als Gewinn erscheinen, denn ihr werdet den letzten Tag näher kommen sehen, jener des Heimgangs ins Vaterhaus.
Das gleiche Streben nach dem gleichen Ziel soll euch mit allen Brüdern der Erde in einer einzigen Umarmung vereinen!

Die Liebe macht euch zu Brüdern

O, Meine Kinder, wie gerne möchte Ich euch Mein vor Liebe glühendes Herz schenken, damit ihr einander lieben könntet! Nur die Liebe macht euch zu Brüdern und lässt euch in Gott leben. Wer hasst, ist im Tode. Liebt einander, Meine Kinder; möge die Liebe euch einen in Gott, so dass ihr nur ein Leib und eine Seele bildet.
Folge jetzt Meiner Einladung und teile sie auch den andern mit, damit man für jene betet, die nicht in der Wahrheit sind. Irregeleitet durch falsche Lehren und Häresien haben sie das Schiff Petri verlassen. Fühlt ihr kein Erbarmen mit jenen, die im Dunkeln wandeln?
Fleht doch zum Vater, damit Er Licht mache und damit die Wahrheit erscheine und der Irrtum widerlegt werde; damit die Irrenden zurückkommen und die, welche im Irrtum sind, anderen Sinnes werden. Liebt diese Brüder, die das Schisma und die Häresie fern von euch halten; fleht um ihre Bekehrung; mögen aber eure geistige Vorbereitung und eure religiöse Schulung so beschaffen sein, dass ihr die Zweifel der Irrenden aufklären könnt und dass ihr selbst nicht in den Irrtum gezogen werdet.
Möge euch die falsche Einstellung, wonach jede Religion gut sei, nicht verführen.
Auch wenn der, welcher eine andere als die christliche katholische Religion besitzt, die Ich selbst euch gelehrt habe, die Möglichkeit hat, sich zu retten, wenn er guten Glaubens ist und das Gebot der Liebe, eingegraben in jedem menschlichen Herzen, beobachtet, ist die Wahrheit dem Irrtum nicht gleichzustellen, da es nur eine Wahrheit gibt.
Habe auch Erbarmen mit jenen, die sich weigern, das Lichtzu sehen, das sie einmal besassen und die nicht in fernen Ländern leben, sondern vielleicht in euren gleichen Häusern. Sie sind zwar durch die Taufe eins mit dem Leib der Kirche, aber sie sind der Seele nach von ihr getrennt, weil sie einige Wahrheiten, die Teil des Credo bilden, verneinen.

Die Strasse des Materialismus

Die Anhänger des Materialismus denken und sagen, dass mit dem Tod alles zu Ende sei. Sie ziehen es vor, den Tieren gleich zu sein, als zu glauben, eine unsterbliche Seele zu haben, die sie über jede Kreatur erhebt.
Ich beabsichtige, mit dir über den Materialismus zu sprechen, der in seinem Gefolge Millionen von Menschen nach sich zieht und ihnen den Gedanken an das ewige Leben wegnimmt. Man verspricht diesen Menschen ein irdisches Paradies im Gegensatz zum himmlischen.
Darum verachten und vergessen sie die Belohnung, die Gott jenen bereithält, die in Seiner Gnade und in Seiner Liebe leben, um sich nur an die elende, menschliche Belohnung zu hängen und für sie zu kämpfen, so gering und wertlos sie auch sei.
Der Gedanke an einen guten Vater im Himmel tröstet und ermutigt sie nicht. Sie ziehen es vor, sich auf ein Geschöpf zu stützen, das heute lebt und das morgen nicht mehr existieren und keine Möglichkeit mehr haben wird, ihnen in ihren Nöten zu helfen.
Die Strasse des Materialismus führt zum Hass, zum Verbrechen, zur Unmoral und infolgedessen ins Unglück. In der Tat, wenn man die Existenz einer unsterblichen Seele, die Existenz Gottes und des Paradieses leugnet, wer kann den Menschen von der Sünde abhalten?
Bete, Meine Tochter! Betet alle für diese Meine Kinder, die Mir gehören, damit sie durch die Evidenz der Dinge das Licht und die Wahrheit wieder finden. Erinnert euch, dass Gott Liebe, Wahrheit und Glückseligkeit ist; wer Ihn findet, findet alles; er findet das ewige Leben und fängt schon in diesem Leben an, in Ihm den wahren Frieden zu geniessen.


«Die Universalität»
5. September 1968

Meine vielgeliebte Tochter, du könntest dich fragen, wieso Ich dich in der Nacht zum Schreiben rufe, während du es doch auch während des Tages tun könntest.
Ich antworte dir: Jedes menschliche oder göttliche Werk muss, um ausgeführt werden zu können und Wert zu haben, ein Opfer kosten, und je mehr es gekostet hat, je schwerer das Opfer war, desto mehr Wert hat das Werk.
Dieses dein Opfer, wertvoll durch Meine Gnade, gibt diesen Meinen Worten einen solchen Wert, dass sie Wunder der Bekehrungen wirken in jenen, die sie lesen werden.
Und jetzt will Ich dir eine kleine und zugleich grosse Wahrheit sagen. Weisst du, warum so viele wunderbar geschriebenen Bücher grosser Theologen und so viele Predigten glänzender Redner oder auch einfacher Priester fruchtlos bleiben, nicht überzeugen, nicht erschüttern, das Leben nicht zu ändern vermögen?
Weil dabei das Opfer gefehlt hat, das die beste Vorbereitung ist; darum ereignet sich, was du siehst, wenn die Kinder Seifenblasen machen. Es sind so viele kleine, schöne, farbige Blasen, die jedoch der erste Windhauch zerstört.
So ist es mit Meinem geschriebenen oder gepredigten Wort, wenn die Kraft des Opfers fehlt: es bringt keine Frucht.
Gewiss braucht es auch in jenem, der zuhört, eine Voraussetzung an gutem Willen, an Gnade und den Wunsch, das Wort zu hören. Aber die grossen Bekehrungswunder in der Welt sind meistens durch die Verkündigung des Wortes Gottes geschehen, weil Gott das Opfer des Predigers wirksam gemacht hat.

Göttliche Prägung

Glaube ja nicht, dass die Missionare, diese Meine grossen Herolde, Mein Reich ohne Opfer ausbreiten können. Bevor sie Meine Lehre verkünden, müssen sie durch Gebet und Opfer eine lange Lehrzeit von Einfühlungs- und Anpassungsversuchen durchstehen.
Wie viele, viele Opfer in allen Belangen erfordert dies: Schlaf, Speise, Gebräuche, Ideen, Gewohnheiten. Erst nachdem der Missionar den ungläubigen Völkern durch den Verzicht, auf eigene Art zu denken und zu handeln, gezeigt hat, dass er einer von ihnen ist und dass er sie liebt, erst dann kann er anfangen, von Mir zu sprechen und Mich kennen zu lehren.
Mein Reich, die Familie des Volkes Gottes, festigt sich und verbreitet sich durch das Opfer, gebracht mit Hilfe Meiner Gnade. Es ist etwas Grosses, mitzuhelfen in Wort und Schrift an der Verbreitung Meines Reiches in den Seelen und in der Welt.
Die Universalität der Kirche ist eines ihrer beständigen Merkmale, zu deren Verwirklichung alle mithelfen müssen, jeder mit seinem kleinen Beitrag. Sprichst du von Gott und Seiner Kirche in deinem Hause oder wo immer du dich befindest? Wenn du vorher Meine Hilfe anrufst und damit irgend ein kleines Opfer verbindest, erfüllst du das sehr schöne Werk der Mitarbeit mit der Kirche, damit sie ihre Lehre auf der ganzen Erde ausbreite, weil sich ja auch dein Werk vervielfältigt und ausbreitet.
Mein Wunsch, dass sich ein Schafstall unter einem Hirten bilde, ist die brennende Sehnsucht Meines Herzens, damit alle jene, die Mich nicht kennen, durch das Wirken jeder gläubigen Seele sich zu Mir finden könne.
Darum, Meine liebe Tochter, denke daran bei jedem Wort, das du schreibst, und bei jeder Handlung, die du ausführst: «Ich arbeite, Herr, für die Ausbreitung Deines Reiches, damit die Kirche, der ich angehöre, immer katholischer, universeller werde.»
Je grösser dein Wunsch sein wird, je reicher die Gnade, die du besitzest, je stärker der Beitrag an Opfer, desto wirksamer und dauerhafter wird dein Werk sein, denn es wird göttliche Prägung tragen.

«Die Apostolizität»
7. September 1968

Meine Tochter, Ich will mit dir über die Berufung zum Priester und Ordensstand sprechen, d. h. über jene kostbare Gnade, die wenigen vorbehalten ist, und die von der Welt verachtet wird, besonders in der heutigen Zeit.
Meine Kirche, von der Ich wollte, dass sie der Fels wäre, der den Stürmen
aller Zeiten trotzt, und dass sie sich in der Welt immer mehr ausbreiten würde, setzt die religiöse Berufung voraus.
Der erste Ruf, die Familie, die Arbeit und die Welt zu verlassen, um sich einzig den Interessen Gottes zu widmen, ist der Anfang der Kirche gewesen. Die Apostel haben den Weg eröffnet, auf dem ihnen im Laufe der Jahrhunderte als ihre Nachfolger Tausende von Menschen ununterbrochen gefolgt sind.
Wie Ich die Apostel rief, rief und rufe Ich ihre Nachfolger und alle, die bestimmt sind, ihnen in der Erfüllung der Amtspflichten zu helfen, d. h. bei der Verkündigung der Wahrheit, bei der Austeilung der Sakramente, bei der liturgischen Feier der hl. Messe, sowie beim Trösten der Unglücklichen, der Armen und des ganzen Volkes Gottes.

Doppelte Gabe

Alle brauchen den Mann Gottes, Meinen Apostel, der im Namen des Herrn spricht, wenn er Mein Evangelium verkündet. Die Gabe der Berufung ist eine grosse Gnade, eine doppelte Gabe: für die Person, die sie erhält, und für das Volk, das sich der Hilfe des Berufenen freuen darf.
Die Berufung beinhaltet jedoch eine grosse Verantwortung, die verpflichtet, ihr mit einem Leben der Vollkommenheit zu entsprechen. Der Herr streut dem, der berufen ist, unzählbar viele Gnaden auf den Weg, denen er entsprechen muss, um jenen Grad der Vollkommenheit zu erreichen, der für einen Auserwählten Gottes sich ziemt.
Dieser Gnade nicht entsprechen bedeutet in der Erfüllung der eigenen Mission versagen und auch seine eigene Rettung aufs Spiel setzen. Die Be. rufung ist ein Zeichen der Freundschaft und der Auserwählung Gottes einem Geschöpf gegenüber, das Er mit göttlicher Autorität bekleiden und Seiner Gnadengaben teilhaftig machen will.
Eine Berufung mit Freude annehmen, sie mit Eifer bewahren, indem man mitwirkt mit Hilfe der Gnade, befähigt die höchsten Gipfel der christlichen Vollkommenheit zu erreichen.
Die Berufung ist ein Ruf, der den Einzelnen nicht zum Gehorsam zwingt. Es ist eine liebevolle Einladung zu einem vollständigen Verzicht auf die Welt der Dinge und der Personen, um mit der Hilfe Gottes die ganze Welt zu Seiner Ehre für Ihn erobern zu können. Es ist eine Einladung und kein Befehl, der man frei folgen muss oder kann.
Du wirst Mich fragen: «Wird sich jener retten, der sich weigert, der Berufung zu folgen?» Und Ich antworte dir: «Dem göttlichen Ruf nicht folgen ist eine der Taktlosigkeiten, die Mein Herz am meisten leiden machen. Es ist gleich, wie wenn dein Lieblingssohn sich weigerte, in deiner Nähe zu sein und deine Liebkosungen und deine Gaben anzunehmen.
Du kannst Mich verstehen! Du würdest fortfahren, diesen Sohn zu lieben;
es wäre dir jedoch unmöglich, ihm deine Liebe und deine Zärtlichkeit zu beweisen. So ist es auch für den Herrn.»
Gott verlässt niemanden; aber wenn ein Mensch den an sich ergangenen Ruf Gottes nicht schätzt, nicht versteht oder nicht verstehen will, wird er den Überfluss der Gaben, die Gott ihm vorbehalten hatte, nicht erhalten und er wird jene Vollkommenheit, für die er vorbestimmt war, nicht erreichen können.

Die Schar der Jungfrauen

Meine Mutter hat die Reihe aller jener Jungfrauen eröffnet, die auf die Ehe, zu der sich die Frau natürlicherweise hingezogen fühlt, verzichtet und es vorgezogen haben, Mir als zärtlichem Bräutigam ihrer Seelen zu folgen.
Jesus der Welt schenken ist ihre Aufgabe, indem sie eine geistige Mutterschaft ausüben gegen alle Geschöpfe, die sich nach einer Mutter sehnen. Das ist es, was Ich von Meinen Bräuten wünsche: dass sie in ihrem Herzen jene mütterliche Zärtlichkeit pflegen für jedes Geschöpf, das ihren Weg kreuzt.
Wie viele Kranken wären besser gepflegt und wie viele wären bereitwilliger und fähiger zu leiden! Es genügt zuweilen ein Wort oder ein Lächeln, um ihre Herzen zufriedener zu machen.
Wie viel erfolgreicher wären die Schulstunden, wenn sie erteilt würden mit mütterlicher Güte! Wie würden die Kleinen in den sie lehrenden Schwestern die Gegenwart ihrer Engel spüren.
Wie viel mehr würde sich die Jugend angezogen fühlen und wäre besser gewillt, Mir zu folgen, wenn sie bei jenen Nonnen, die um sie besorgt sind, die Eigenschaften des mütterlichen Herzens fühlen könnten. Wie schön wären die Klöster! Oasen des Friedens und der Liebe, würdig der Bewunderung von seiten der Engel und der Menschen.
Leider macht Hartherzigkeit diese Menschen, die die Zärtlichkeit Meiner Mutter widerspiegeln sollten, wenig liebenswürdig. Ich möchte diesen Meinen Bräuten sagen: «Liebt einander, liebt alle.» Man irrt nie, wenn man im Herrn liebt.
Ihr seid aus Seele und Leib geschaffen. Darum kann die Liebe nicht im Innern verschlossen bleiben; sie muss sich kundtun durch viele, viele Aufmerksamkeiten und Liebenswürdigkeiten, die der Duft der Güte und der Liebe sind.

«Verwalterin der Wahrheit»
8. September 1968

Meine liebe Tochter, fürchte dich nicht, die Wahrheit zu sagen, denn der wahrheitsliebende Mensch gefällt Mir. Millionen von Märtyrern haben das Leben hingegeben aus Liebe zur Wahrheit, denn Gott selbst ist die Wahrheit.
Habe Ich euch nicht gesagt im Evangelium: «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben?»
Mir folgen heisst im Lichte wandeln. Wenn das Licht kommt, verschwindet die Finsternis. Wenn Ich in eine Seele einziehe, verschwindet der Irrtum, es wird Tag, die Seele ist befreit und freut sich; sie zerbricht die Ketten der teuflischen Sklaverei, sie triumphiert über das Böse und fühlt sich mit unwiderstehlicher Gewalt vom Guten angezogen.
Meiner Kirche habe Ich den Schatz Meiner Wahrheit anvertraut, die nur eine einzige ist und unwandelbar bleibt; sie kann nicht verdreht werden und sie kann weder der Zeit noch den Personen angepasst werden.

Seid demütig

Der einzige Erklärer der Wahrheit ist der Papst; darum geniesst er fortwährend den Beistand des Heiligen Geistes. Wenn jeder die Wahrheit nach seinem Belieben auslegen könnte, was hätte dann der Heilige Geist zu tun? Und Maria, die Lehrmeisterin und Mutter der Kirche, welche Aufgabe hätte Sie?
Es ist wahr, wenn ihr sagt: «Soviel Köpfe, soviele Sinne.» Aber wenn jeder nach Belieben denken und die Lehren und die Wahrheit auslegen könnte, gäbe es so viele Religionen als es Menschen gibt.
Wenn andere Wissenschaften, besonders die Mathematik, einen einzigen Meister haben, dem alle folgen, wie könnte die Wissenschaft der Wissenschaften, die Religion als göttliche Wissenschaft, nach freiem Ermessen ausgelegt und verdreht werden?
Ich wiederhole euch: der einzige Lehrer der Wahrheit ist der Papst, denn der Heilige Geist steht Ihm fortwährend bei, und jeder, der nicht annimmt, was Er in Glaubenssachen lehrt und entscheidet, ist in der Häresie und im Irrtum.
Seht ihr wie viele protestantische Sekten sich in der Welt gebildet haben, besonders in Europa? Es ist dies der Hochmut des menschlichen Verstandes, der sich nicht unterwerfen und sich als Meister aufführen will, wo er doch nur Schüler ist. Seid demütig, Meine Kinder, und es wird euch leicht sein zu gehorchen; es wird euch leicht sein zu glauben und ihr werdet mit frohem Mut und mit Freude Meine Lehren annehmen, die euch durch Meinen Stellvertreter auf Erden vermittelt werden, und ihr werdet sie in die Tat umsetzen.
Er ist Meine Stimme, die sich durch ihn wie Mein Echo in der ganzen Welt ausbreitet, Er ist das Echo der Wahrheit, die euch von Irrtum und Lüge, deren Meister der Teufel ist, befreit.

Die Grossmut
5. September 1968

Meine vielgeliebte Tochter, Ich muss dich über einige, etwas verkannte, aber sehr wichtige Wahrheiten belehren, nicht nur für euch selbst, sondern auch in Bezug auf die andern.
Ich werde mit dir über die Grossmut sprechen, jene Tugend, die dem Geiz entgegengesetzt ist. Eine Person ist umso wertvoller und wird auch von den Menschen in dem Masse geschätzt, als ihr Herz grossmütig ist.
Ein weites und grossmütiges Herz haben will besagen: gut sein in jedem Fall. Es sind wenige, die der Einladung, grossmütig zu sein, entsprechen, denn der Mensch, von Ausnahmen abgesehen, neigt eher zum Egoismus und zum Geiz. Was er indessen von Natur aus nicht besitzt, kann er erstreben und erreichen, denn Gott liebt die glühenden und grossmütigen Herzen und verabscheut die engherzigen und kleinlichen.

Du wirst Gott viel Freude machen

Diese Tugend der Grossmut musst du sowohl gegen Gott als auch gegen den Nächsten üben. Sei überzeugt, dass du durch Grossmut, wenn du ein gutes Herz hast und voll Güte gegen den Nächsten bist, Gott Freude machen wirst.
Sei immer bereit und grossmütig und entsprich der Einladung des Herrn, die Liebe zu üben. Höre auf die guten Eingebungen, die Er dir unaufhörlich auf tausend Arten sendet. Folge mit Liebe Seinen Befehlen und auch den Ratschlägen, die dir von Ihm in väterlicher Güte zukommen. Befleisse dich, den Wünschen deines Gottes zuvorzukommen, indem du gleichsam die Liebe zuriickzahlst, die Er dir seit aller Ewigkeit geschenkt hat.
Gott verlangt nichts anderes von dir als Liebe; aber dies eine Wort umfasst alles. Darum gib Ihm alles, ohne Vorbehalt: die Gedanken, die Gefühle, die Handlungen. Behalte nichts für dich, biete ihm alles an; handle aber so, dass das, was du Ihm anbietest, Seiner würdig sei.
Jeden Tag gibst du alles deinem Vater. Du bist ein kleines Ding, du bist nichts ... du bist, um es in Zahlen auszudrücken, eine Null. Nun gut, setze vor deine Null Meine Einheit, und du wirst eine Zahl haben.
Jetzt werde Ich dich lehren, wie du es machen kannst, um eine Zahl von grossem Wert zu werden. Schau, jedes Mal, wenn du dein Nichts erkennend, dich mit Mir vereinigst und dich mit Mir dem Vater in vollkommener Hingabe aufopferst, fügst du der Zahl, deren erste Ziffer Ich bin, eine Null an. Aus diesem einfachen Beispiel ersiehst du, was dein Tag und dein Leben bedeutet und welchen ungeheuren Wert sie annehmen können.
Es genügt Mir, dass du alles machst, was du kannst, mit grösstern Eifer und
mit höchster Liebe, indem du deine eigene Unfähigkeit anerkennst. Dann bin ich zufrieden und verbessere, was fehlerhaft ist, ersetze was zum Ersetzen' ist, ergänze, was fehlt. In einem Wort, Ich vervollständige und ersetze die Gabe, damit sie würdig sei, dem Vater dargebracht zu werden, und damit sie die ewige Belohnung verdiene.
Dies betrifft deine Grossmut gegenüber Gott. Aber deine Gabe kann nicht vollkommen sein, wenn du diese Tugend nicht auch gegen deinen Nächsten übst. Ich habe dir schon oft gesagt, dass du im Bruder Mich sehen musst. Der einzige Unterschied besteht darin, dass du Gott nicht siehst, wohl aber deinen Nächsten. Doch es ist das gleiche.

Ich werde nie nein sagen ...

Die Liebe zu Gott und zum Nächsten ergänzen sich; sie können nicht voneinander getrennt werden. Wenn du dem Herrn sagst, dass du dich Ihm vollständig schenkst und dich in Seinen Dienst stellst, und du nachher deinem Bruder eine Gefälligkeit, die du ihm leisten könntest, abschlägst, so schlägst du sie Gott ab.
Wie machen Mich jene Seelen glücklich, die sich als Wahlspruch ihres Lebens genommen haben: «Soweit es mir möglich sein wird, werde ich nie zu jemandem nein sagen»; und dadurch zum Ausdruck bringen, dass sie allen helfen wollen, die um Hilfe bitten; wenn nicht durch die Tat, wenigstens durch einen Rat, ein gutes Wort, ein Lächeln, ein Gebet. Und all dies wird getan und gegeben mit grosser Weitherzigkeit.
Kein Dürftiger möge sich deinem Hause nahen, ohne alles das zu erhalten, was du Mir gäbest, wenn Ich Mich dir in den Kleidern des Armen vorstellen würde, um etwas von dir zu erbitten.
Die erste Grossmut übe mit deinen Familienangehörigen, mit deinen Nachbarn; und beim Schenken denke nie an die Belohnung, die du daraus ziehen könntest, weil dieser Gedanke oder Wunsch dich einen grossen Teil des Verdienstes verlieren lassen würde.
Mache alles, was du kannst, um alle glücklich zu machen, und du wirst Mich glücklich machen. Es ist wahr, zuweilen wirst du solche finden, die deine Güte ausbeuten werden; gewisse Personen werden dir Freund sein, solange du etwas zum Geben hast, und sie werden dich verlassen, wenn auch du in der Not sein wirst. Aber das hat nichts zu sagen; halte dich nicht auf darüber, denn der Vater hat dir schon einen Preis bestimmt für jedes, auch noch so kleine Werk, das du getan hast; darum sollst du nichts bedauern, und der mehr oder weniger glückliche Ausgang des Guten, das du tust, soll dir gleichgültig sein.
Sei grossmütig, Meine Tochter, und der Herr wird grossmütig sein mit dir, indem er dir alles hundertfach vergilt. Erinnere dich des Sprichwortes, das ihr zu sagen pflegt und das eine bewährte Wahrheit ist: «Die Wohltätigkeit geht zum Fenster hinaus und kommt zur Türe herein.» Willst du es selbst erfahren?

Pater Pio hat sein Werk erfüllt 1
5. September 1968

Meine vielgeliebte Tochter, in diesem Augenblick kann Ich nicht anders als mit dir vom grossmütigsten und liebeerfülltesten Menschen auf der Erde zu sprechen.
Ich spreche von Pater Pio, jenem Meinem vielgeliebten Sohn, der sich Mir von frühester Jugend an ganz hingegeben hat und der es auf sich genommen hat, an seinem Körper die schmerzhaften Zeichen Meiner Passion zu tragen, so dass sein Leben zu einem intensiven und unaufhörlichen Leiden wurde.
Jetzt hat er seine Mission erfüllt, und es ist gerecht, dass der Vater ihn in die Glorie einführt, die er wohl verdient hat. Aber auch für ihn, wie für jeden Menschen, der auf der Erde lebt, und wie es auch für Mich war, ist der Tod sehr schmerzlich. Es ist dies der letzte Akt der Hingabe, den er Gott macht, mit welchem er so innig vereint gelebt hat, dass er Wunder, besonders Wunder an Bekehrungen gewirkt hat.
Meine Mutter steht bei ihm und auch Ich; aber es ist gerecht, dass seine geistigen Kinder, für welche er soviel gelitten und die er so sehr geliebt und mit welchen er Freud und Leid geteilt hat, für ihn beten.
Möge Pater Pio - dem Gott gewährt, seine Kinder zu sehen, auch wenn sie ferne sind, und mit ihren Engeln zu verkehren wie mit dem seinen - sich freuen können, indem er euch alle versammelt sieht, im Gebete für ihn, den guten und grossmütigen Vater, der aus seinem Leben Gott ein Geschenk gemacht hat, um Erbarmen zu erbitten für alle Menschen.

Nicht jeder, der «Herr, Herr ... » sagt
10. September 1968

Meine vielgeliebte Tochter, sammle deine Gedanken und versetze dich in Meine Gegenwart, denn Ich bin es, der zu dir sprechen wird. Belebe deinen Glauben und verdemütige dich vor Mir, indem du dein Nichts und deine Schwäche anerkennst.
Glaube und Demut sind für alle Menschen die wesentlichen Bedingungen, die Ich stelle, damit sie mit Mir verkehren können. Die Welt hört Mich nicht und versteht Mich nicht, denn sie liebt die Stille und die Sammlung nicht.

1 Pater Pio, geb. 25. Mai 1887, gest. in San Giovanni Rotondo am 23. September 1968 im 81. Lebensjahr und im 50. seiner Stigmata. Siehe auch die Botschaft vom 2.August 1968, H. 9.

Ich spreche in der Stille mit Ehrfurcht. Ich schreie nicht; Ich mache keinen Lärm. Ich stehe an der Türe des menschlichen Herzens und klopfe bescheiden an und bitte um Einlass.
Ich möchte teilnehmen am Leben Meiner Kinder. Ich möchte, dass man Mir alle Verantwortung überliesse; Ich möchte, dass man mehr Vertrauen in Mich hätte. Zu oft sagt man zwar, Glauben zu haben, aber man betätigt ihn nicht.

Warten können ...

Alle möchten ihre Fragen und ihre Probleme in einem Augenblick gelöst sehen, und wenn sie nicht gelöst sind, verlieren sie das Vertrauen in Mich und drehen Mir den Rücken. Man hat keine Geduld. Man weiss nicht, dass Warten können eine göttliche Tugend ist, wenn du doch wüsstest, wie geduldig Gott ist!
Es gibt Seelen, die sagen, dass sie Mich lieben und die scheinen Mich vom Kreuze abnehmen zu wollen, um sich an Meine Stelle zu heften. Aber wenn Ich sie nur bitte, sich in gewissen Dingen bei der Verwirklichung ihrer Wünsche zu gedulden, benehmen sie sich verzweifelt, und Ich versichere dir, dass sie sogar zum Teufel Zuflucht nähmen, nur um ihren Willen so schnell wie möglich verwirklicht zu sehen.
Meine Tochter, wie sehr betrübt Mich ein solches Betragen, das so wenig im Einklang ist mit dem, was man sagt! Erinnerst du dich an Mein Wort im Evangelium: «Nicht jener, der sagt «Herr, Herr», wird ins Himmelreich eingehen, sondern jener, der den Willen Meines Vaters tut»?
Das Gebet ist von grosser Wichtigkeit; aber wenn du nicht geneigt bist, Meinen Willen zu tun, bist du nicht logisch mit dir selbst. Im «Vaterunser» sagst du: «Dein Wille geschehe», aber du sagst es nur mit den Lippen, wenn du nicht willens bist, ihn auszuführen.

Lass Mich machen ...

Ordne, regle und nimm auch deine materiellen Interessen wahr, denn es ist Pflicht aller freien Menschen, die Verantwortung auch für den guten Gang des Familienlebens und für die Wahrung der eigenen persönlichen, auch materiellen Interessen zu übernehmen. Mache es mit Klugheit und Ruhe, mit Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit; aber wenn du deinerseits alles getan hast, lasse Mich machen. Ich bin es, der niederwirft und wieder erhebt, je nach Bedürfnis.
Manchmal bediene Ich Mich auch der Diebe, der unehrlichen Personen, um Meine Rettungspläne zu verwirklichen.
Ich will, dass Meine Geschöpfe losgelöst leben von allem, was geschieht. Wenn man nicht auf Mich hört und nicht aus Liebe tut, was Ich wünsche, bediene Ich Mich bisweilen drastischer Mittel und mache einen vollständigen Trennungsstrich. Ich will nicht, dass sich die Seelen verlieren!
Das Leben vergeht schnell, denkt daran, Meine Kinder. Zerschneidet jedes Band, das euch daran bindet, aus Liebe zu Mir, damit ihr, wenn ihr gerufen werdet, bereit seid; den Flug nach oben zu nehmen.
Lebt euer natürliches Leben eingetaucht in Mein göttliches. Wieviel Friede, wieviel Fröhlichkeit, wieviel Freude, wieviel Vertrauen wünsche Ich euch zu geben!
Darum habe Ich dir am Anfang dieser Unterweisung gesagt, dich zu sammeln und an Mich zu denken, damit zwischen Mir und dir ein Austausch der Gaben stattfinde.
Du gibst Mir dein Elend, deine Sorgen, deine Kreuze. Ich gebe dir den Reichtum Meines Herzens mit allem, was dir dient für den Erwerb nicht vergänglicher, sondern ewiger Güter.

Glaube und Gebet
12. September 1968

Meine vielgeliebte Tochter, Ich wünsche dich zu sprechen. Glaubst du an den Sohn Gottes? Glaubst du an Mich, der Ich zu dir spreche?
Wohlan, wenn du glaubst, wirst du Meine Macht sehen. Habe Ich nicht immer Aufsehen erregende Wunder gewirkt? Ich habe den Blinden das Gesicht, den Tauben das Gehör, den Stummen die Sprache gegeben. Ich habe die Gelähmten gehen gemacht, Ich habe die Toten auferweckt und Ich habe Mich selbst auferweckt.
Glaubst du, dass sich Meine Macht jetzt vermindert hat? Denke daran, dass Gott unwandelbar ist. Er ist immer der gleiche Gott, der die Welt erschaffen hat, der sie erhält, der jedem Seiner Geschöpfe beisteht und der fortwährend Wunder wirkt.
Es gibt Wunder, die du nicht siehst, die aber nicht weniger grossartig sind als die Auferstehung von den Toten. Eine Seele vom Leben der Sünde zu jenem der Gnade erwecken, die Verzeihung der Sünden, die Bekehrung eines Lebens der Sünde zu einem Leben der Vollkommenheit und der Heiligkeit sind viel wichtigere und grossartigere Wunder, auch wenn sie euren Blicken entgehen und ihr ihnen nicht die Wichtigkeit gebt, die sie verdienen.

Wenn ihr Glauben haben werdet ...

Um von Gott Wunder jeder Art zu erlangen, braucht es den Glauben. Ich habe euch im Evangelium gesagt: «Wenn ihr einen Glauben habt wie ein. Senfkorn, so könnt ihr zu diesem Berg sagen: - stürze dich ins Meer - und er wird euch gehorchen.»
Der Glaube ist unentbehrlich, er ist die Grundlage. Das Gebet ist das Mittel. Ohne Glaube hat das Gebet keinen Sinn, es ist nicht wirksam. Ohne Gebet ist der Glaube stumm, er ist toter Buchstabe. Sie sind wie zwei gute, unzertrennliche Schwestern. Der Glaube lehrt dich Gott kennen, das Gebet lässt dich an Ihn wenden.
Der Glaube stellt deinem Geist die Attribute Gottes vor, Seine Eigenschaften. Dank dieser Attribute wagt der Mensch Gott im Gebet seine Bedürfnisse vorzutragen und seine Hilfe zu erbitten.
/Der Glaube zeigt dir, dass der allwissende Gott die Welt in jeder Naturerscheinung durch zum voraus festgelegte, aber stets gültige Gesetze regiert, denn in Gott ist alles gegenwärtig.
Durch das Gebet kannst du von Gott erflehen, dass die Elemente in Beachtung der Naturgesetze stets Seiner Vorsehung gehorchen.
Vermöge des Gebetes bittest du, bewahrt' zu bleiben vor Katastrophen, Erdbeben, Orkanen, Sturmfluten, Überschwemmungen, Unglücksfällen jeder Art, die dir und andern zum Schaden sind.
Aber es gibt auch geistige Katastrophen, die die Seelen zugrunde richten.
Der Glaube zeigt sie dir mit Meinen Worten, die Ich wiederholt gesagt habe im Evangelium: «Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber Schaden leidet an seiner Seele», oder: «Es wäre besser, dem Ärgernisgeber einen Mühlstein an den Hals zu hängen und ihn in die Tiefen des Meeres zu versenken, als einem Meiner Kinder Ärgernis zu geben», oder «Es ist besser, mit einem Auge und mit einer Hand in den Himmel einzugehen, als mit beiden in die Hölle. Wenn dich also dein Auge ärgert, reisse es aus. Wenn dich deine Hand ärgert, schneide sie ab.»

Zuerst die Seele

Du siehst, Meine Tochter, wie dich der Glaube die Überlegenheit der Dinge der Seele über jene des Körpers und deren Wichtigkeit erkennen lässt.
Gerade darum musst du immer zuerst um das bitten, was die Seele betrifft und dann um jenes, was auf den Körper Bezug hat. Zuerst die Güter des Geistes und dann alles übrige. Habe Ich dir nicht gesagt: «Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dann aber seine Seele verliert?»
Der Glaube zeigt dir also die Wichtigkeit des ewigen Lebens im Vergleich zum gegenwärtigen. Eben darum habe Ich euch gesagt, vor allem um die Rettung der Seele zu bitten, Mein Reich zu erflehen und nachher alles übrige.
Wenn du zu beten anfängst (und du kannst fortwährend beten, wenn du Mir deine Handlungen als Akte der Liebe anbietest), belebe deinen Glauben, halte es für sicher, dass Ich bei dir bin und mit dir wirke, und habe keine Angst, Wunder zu verlangen.
Je grösser dein Glaube, je inniger und aufrichtiger dein Gebet, desto zahlreicher und leichter werden die Wunder sein, sie werden zum alltäglichen Leben gehören. Wo du nichts ausrichten kannst, vermag Ich es mit Meiner Gnade.
Wo du nichts ausrichtest in deiner Ohnmacht, vermag Ich alles mit Meiner Allmacht.
Fürchte nichts, habe Vertrauen. «Glaubst du an den Sohn Gottes?» frage Ich dich noch einmal! Wenn du glaubst, wirst du die Früchte deines Glaubens sehen. Bitte und hoffe gegen alle Hoffnung. Nur Eines darfst du nicht tun: den Zeitpunkt festsetzen. Du kannst nicht zum Herrn sagen: «Morgen erhöre mich.» Für Ihn ist morgen oder übermorgen oder nächstes Jahr das gleiche. Er weiss, wie und wann Er dich erhören muss.
Wichtig ist, dass du Glauben hast und betest. Du erinnerst dich Monikas; wie viel hat sie für ihren Augustinus geweint! Schlussendlich hat sie ein verblüffendes Wunder erlangt, das Gott und die Kirche aller Zeiten ehrt.
Beobachte also diese Ordnung in deinem Gebet, das du mit Glaube und Vertrauen verrichtest; erbitte alle Gnaden, die du wünschest, zuerst das, was für das ewige Leben Wert hat, und alles übrige wird dir darüber hinaus gegeben werden.

Sich auf die Kommunion vorbereiten
13. September 1968

Meine vielgeliebte Tochter, Ich will dir zwei sehr wichtige Dinge empfehlen. Vor allem will Ich dich lehren, dich gut auf die heilige Kommunion vorzubereiten.
Es ist dies der feierlichste Akt, den du während des Tages ausführst, und zwar an seinem Anfang, und Ich möchte, dass du dieser Begegnung die ganze Bedeutsamkeit schenktest, die sie verdient.
Sei nicht nachlässig, Ich bitte dich, bei unserer Begegnung der Liebe. Eine Braut, die den Bräutigam nicht mit Freude erwartet nach einem Tage der Abwesenheit, macht ihn nicht glücklich.
Ich komme zu dir, nachdem Ich einen ganzen Tag und eine ganze Nacht mit glühendem Wunsche gewartet habe, dass du in Mein Herz kommst, und du willst dich nicht vorbereiten, dorthin zu kommen? Merke gut, dass Ich gesagt habe «in Mein Herz zu kommen», denn wie kannst du das Meine aufnehmen, das von unendlicher Grösse ist? Du musst in Mein Herz kommen, Ich erwarte dich mit Sehnsucht.
Du musst dich also vorbereiten, und Ich lehre dich die Art und Weise. Versetze dich in die Gegenwart Meiner Mutter, wie du es heute morgen getan hast, und bitte Sie mit ganzer Seele, dir liebevoll beizustehen, wie es die Mütter ihren Kindern gegenüber tun.
Bitte Sie, dass Sie dein Inneres in Ordnung bringe, dass Sie dich von den kleinen täglichen Schwächen reinige, dass Sie dich mit Ihren Tugenden und
Ihren Verdiensten schmücke. Dann bete mit Ihr, was die Kirche dich zu beten gelehrt hat. Bete den «Engel des Herrn» und erwäge wohl, was du sagst.
Sieh dich im Geiste neben deinem Schutzengel, dem du deinen Willensentschluss anvertraust, indem du sagst:« Siehe die Magd des Herrn, mir geschehe nach Seinem Worte.»
Im Augenblick der heiligen Kommunion denke daran, dass in dir eine neue Menschwerdung geschieht. Ich werde Fleisch deines Fleisches, Blut deines Blutes.
Wir werden eins sein, und das Fleisch und das Blut, das Mir Meine Mutter gegeben hat, und das Ich dir geben werde, werden eine vollständige Umwandlung in deiner Seele bewirken.
Halte das Licht des Glaubens immer angezündet, wenn du dich auf die hl.
Kommunion vorbereitest; mache es nicht wie die törichten Jungfrauen, denn der Glaube ist notwendig in allem, was Gott betrifft. Giesse das Oel der Liebe dazu und halte für sicher, dass jede Kommunion, auf diese Weise vorbereitet, ihre geistlichen Früchte bringen wird.
Eine Kommunion ohne Vorbereitung ist eine Schmähung und eine Beleidigung für Mein Herz. Bedenke dies und teile es den andern mit.

Sich auf die Beicht vorbereiten
14. September 1968

Meine geliebte Tochter, auch das Sakrament der Busse erfordert eine Vorbereitung.
Jedes Sakrament ist eine grosse Gabe der Liebe von seiten Gottes. Es ist ein Kanal, durch den dir jenes geheimnisvolle Wasser zufliesst oder es vermehrt, das sich Gnade nennt: es reinigt dich von deinen Fehlern und löscht dir den Durst, so dass du nicht mehr dürstest.
Erinnerst du dich an das, was Ich zur Samariterin sagte: «Ich werde dir ein Wasser zu trinken geben; wenn du von diesem Wasser trinkst, wird es dich in Ewigkeit nicht mehr diirsten.» So wirkt das geheimnisvolle Wasser der Gnade, die sich euch durch die gut empfangenen Sakramente mitteilt.
Die Beicht ist eines dieser Sakramente. Ich selbst habe sie eingesetzt, als Ich nach Meiner Auferstehung Meinen Aposteln den Auftrag gab, in die Welt hinaus zu gehen und die Sünden zu verzeihen. Die Sünden verzeihen ist ein göttliches Werk. Nur Gott kann verzeihen.
Meine Priester 'vertreten deshalb Mich; sie handeln in Meinem Auftrag. Es sind geistliche Heilungen, die sie in Meinem Namen bewirken.
Wie sich ein Kranker, der zum Arzte geht, physisch und auch geistig vorbereitet, um ihm seine Leiden zu erklären, so muss auch der an der Seele Kranke sich vor der Beicht sammeln, um seine Fehler zu erkennen und ihre Wurzel zu sehen, wenn er will, dass ihm vom himmlischen Arzte, vertreten durch Meinen Priester, geholfen werde, sich davon zu befreien.
Denke daran, dass die Beicht jenes Sakrament ist, in' welchem du deine Sünden verabscheuen, nicht entschuldigen, nicht verstecken musst, sonst würde sie für dich zum zweischneidigen Messer, d. h. nicht ein Mittel der Verzeihung, sondern der Verdammung. Du würdest Sünde auf Sünde häufen. Wie sehr schmerzen Mich gewisse Beichten, die eher eine sentimentale Begegnung zweier Menschen sind, als die Begegnung eines Menschen mit dem Gott der Barmherzigkeit, der. Güte und Liebe!
0, wie viel Glaube möchte Ich, dass Meine Kinder hätten, wenn sie sich Mir nahen, um ihr Bündel, das Gewicht ihrer Fehler vor Mir niederzulegen und dafür die Verzeihung zu erlangen. Manche kommen zur Beicht, vor allem darum besorgt, ihre Fehler zu verbergen und ihre Tugenden bekannt zu machen. Andere sprechen in der Beichte von Träumen, von Visionen ... und vergessen die Wirklichkeit.
Wenn Ich in einigen seltenen Fällen erlaube, dass gewisse Seelen während des Schlafes oder während des Gebetes besondere Erleuchtungen haben, müssen sie dafür Gott danken. Das gehört nicht in die Beicht; es sei denn, du sehest diese Gaben als deine Verdienste an und musst dich des Hochmutes anklagen. Bringe deshalb zur Beicht mit: grossen Glauben, grosse Aufrichtigkeit und tiefen Ernst. Höre auf die Worte des Priesters und lege ihm den Vorsatz dar, den du zu machen die Absicht hast oder höre auf das, was er dir anrät. Empfange die Absolution, indem du daran denkst, dass in diesem Moment das Blut, das Ich am Kreuze vergossen, über dich herabfliesst, um dich reinzuwaschen. Lass es nicht umsonst fliessen, dieses Blut! Ich bitte dich! Bitte deinen Schutzengel, dich zu erleuchten, denn der Engel der Finsternis ist dauernd bei den Beichtstühlen, um zu verhindern, dass die Beicht ihre Früchte bringt.
Bete jeden Tag für deinen Beichtvater und für alle Priester, die Beicht hören. Wie vielen Gefahren begegnen Meine Priester bei dieser ihrer Aufgabe! Der mangelnde Ernst der Frau und der Mangel an Gebet und Abtötung ihrerseits setzt diese Priester vielen Gefahren und vielen Gelegenheiten zur Sünde aus.
Bete deshalb viel für die Beichtväter, damit sie barmherzige Richter, gütige Ausspender der Gnade seien, Erleuchtete und Erleuchtende, die die Seelen zur Tugend und Heiligkeit führen.
Bete noch einmal und immer wieder zu Meiner Mutter, denn sie ist die Austeilerin der Gnaden, und Mein Blut, das dich von deinen Sünden reinwaschen wird, ist Ihr Blut.
Bitte Sie, bei dir zu bleiben, dich vorzubereiten, dir zu helfen und für dich dem Herrn zu danken, den Menschen das gewährt zu haben, was diese in ihrem Elend nicht einmal verlangen durften: «Die Verzeihung der Sünden.»

 
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